Simmern in alten Ansichten Band 2

Simmern in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Willi Wagner
Gemeente
:   Simmern
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6447-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Simmern in alten Ansichten Band 2'

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39 Haus Georg Grathwohl, Koblenzer Straße.

Nach der Familientradition kamen die Grathwohls aus Feuerbach bei Stuttgart. Beim Rückzug der Franzosen soll sich der Ahnherr des Simmerner Zweigs in den Wäldern bei Rheinböllen versteckt haben und sich dann in Simmern als Handschuhmacher niedergelassen haben. Das Foto zeigt das Haus des Bürstenmachers Georg Grathwohl. Er übte diesen Beruf bis 1925 aus. 192 0, als das Bild entstand, war er, wie das Schild über der Eingangstür zeigt, auch Vertreter der Preußischen Hagelversicherung. Der traufseitige Bau ist durch die Anordnung der sechs Fensterachsen in beiden Geschossen klar gegliedert. Im Vordergrund steht der Briefträger Mindermann.

40 Das Gasthaus OUo Oehland.

Ernst Siegel hat in seinem Buch 'Handwerk, Handel und Gewerbe in Simmern' für das 18. Jahrhundert bereits acht Gaststätten nachgewiesen. Die Wirte waren die höchsten Steuerzahler. Das hatte seinen Grund darin, daß sie meist mehrere Geschäfte betrieben. Sie betrieben nebenbei ein Handwerk, besaßen ein Fuhrgeschäft oder waren Bierbrauer. So war auch Otto Oehland, auf den das am Obertor gelegene Gasthaus von der Familie Auler übergegangen war, ein gelernter Bierbrauer. Aus Spelz, Hafer oder Gerste wurde in Simmern ein braunes Bier gebraut. Es reichte für die durstigen Kehlen der Stadt und des Umlandes. Vor dem Verkauf jedoch wurde es vom Stadtrat 'visitiert', geschätzt

und der Verkaufspreis festgelegt. Der Bahnbau brachte gute Zeiten für die Gastwirtschaft. Die Wagenkolonnen der Bauern, die Getreide brachten und Kunstdünger, Kohle und Baustoffe mitnah-

men, reichten nicht selten von der Bahnhofsstraße bis in die Oberstraße hinunter.

41 Die Gaststätte de Lorenzi.

Die de Lorenzis waren ein tüchtiges Kaufmannsgeschlecht. Sie kamen zu Beginn des 18. Iahrhunderts von Dongo am Comer See nach Bingen und von dort nach Simmern. In der Schloßstraße gegenüber der früheren Metzgerei Faller betrieben sie eine Gaststätte. 1930 bot sie beim Eintritt den gemütlichen Anblick, wie wir es auf dem Bild sehen. Der schwere Unterzug wird getragen von einer kannelierten Säule, die kunstvoll geschreinerte Theke steht quer zum Gastzimmer. Von der Zapfsäule grüßt ein römischer Krieger, auf dem Klavier eine graziöse weib-

liehe Gestalt. Die Tapeten zeigen eine reichhaltige Ornamentierung; an der Wand links ist bereits eine Sportzeitung aufgehängt. Der Durchblick geht in den Speisesaal.

42 Die Gerbereihäuser.

Der Rotgerber- oder Löherberuf war in kurpfälzischer und preußischer Zeit ein angesehener Beruf, aus dem eine beachtliche Zahl von Zunftmeistern hervorging. 1865 beispielsweise stellten die neun Gerber der Stadt in sechzig Bütten und 123 Gruben 1 500 Zentner Sohlleder und 200 Zentner Oberleder her. Im Mittelalter standen die Gerbereihäuser vor der Stadtmauer bei der Neumühle am Simmerbach. 1 737 wurden sie auf Anordnung der Hofkammer in den Schloßtiergarten verlegt. Hier floß der unterhalb der Simmerbachbrücke abgeleitete Wassergraben her, der den Schloßteich speiste. Die Gerber nutzten ihn zum Spülen der Häute. In den Häusern auf unserem

Bild wurden die Häute getrocknet. Der letzte Gerber in Simmern, Friedrich Eduard Goetz, gab 1938 seinen Betrieb auf. Die Gerbereihäuser wurden nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.

43 Gas- und Wasserwerk 1927.

Noch in der zweiten Hälfte des 19. Iahrhunderts brannten in der Stadt die Petroleumlampen, 35 an der Zahl. Der Beschluß des Stadtrats, eine 'Steinkohlen-Gasanstalt' zu bauen, datiert vom 29. Mai 1903. Grundstücke wurden angekauft und der Bau der Firma Goetz und Konrad in Berlin und Köln übertragen. Die Gasrohre verlegten italienische Arbeiter, die bei diesen Arbeiten schon Erfahrung gesammelt hatten. 1905 konnte die Anlage in Betrieb genommen werden. Bereits ein [ahr später, nachdem die Bahn den Antrag zumAnschluß gestellt hatte, mußte die Anlage um einen dritten Ofen mit drei Retorten erweitert werden. Ein zweiter Gas-

behälterfolgte 1910. 192 7 wurde unter Oberingenieur Schwarz eine Eisfabrik eingebaut. Die Aufnahme zeigt vorne links den Eiskeller, dahinter den Verwaltungsbau.

44 Simmern vom Eichweg aus,1908.

Die Ansichtskarte läßt erkennen, daß sich nach der [ahrhundertwende im Brühl wesentliche Veränderungen vollzogen haben. Das Gaswerk mit Kessel, Kohlenschuppen und den Arbeitsräumen reichte bis an die Brühlstraße, die aber bis zur Kanowskystraße noch unbebaut ist. Die Volksschule und die Turnhalle sind kurz vorher errichtet worden. Die Baumbepflanzung fehlt noch vollkommen. In der Kirchberger Straße links sieht man die 'drei Häuser ' und die Wohnungen Schmitt und Wendling. Unbebaut sind der Fillkasten, der Tigerberg und die Kümbdcher Hohl.

Simmern, vom Eichweg aus,

4S Wechsel in der Leitung des Gas- und Wasserwerkes.

Erster 'Gasrneisrer' war Mathias Düren aus Gadesberg. Ihm war eine 'Gaskomrnission ' zur Seite gestellt. Für 1914 meldete der Gasmeister eine Gaserzeugung von

251 500 cbm, das Rohrnetz war 6,135 km lang, es gab 369 Gasabnehmer, die Zahl der Flammen betrug 1 701, und 87 Straßenlaternen waren in Betrieb. Von 1921 bis 1926 ist Cordes Leiter des Werkes, anschließend übernimmt Oberingenieur Schwarz die Leitung. 1958 kam Ingenieur Zimmermann. Unter ihm erfolgte die Umstellung des Werkes auf flüssiges Gas. In den siebziger

[ahren wurde das Gaswerk abgebrochen. Übrig geblieben ist eine alte Wendeltreppe, die heute den Vorgarten des Rathauses ziert. Unser Bild zeigt die Einführung des neuen Leiters 1958, von links

nach rechts: Merk, Reinemann, Vones, der neue Leiter Zimmermann, der bisherige Leiter Schwarz, Rohm, Krall, Hebel, Auler, Bengard und Baumgarten.

46 Bahnlinie SimmernBoppard, 1908.

DieAufnahme von der Bahnstrecke Simmern- Kastellaun entstand 1908. Neunzehn [ahre früher war die Bahnstrecke Langenlonsheim-Simmern in Betrieb genommen worden. Die Frequentierung im Personen- und Güterverkehr hatte bei weitem alle gehegten Erwartungen übertroffen. Die Weiterführung der Strecke nach Hermeskeil und Boppard wurde daher lebhaft diskutiert. Zunächst wurden 18994 km in Richtung Kirchberg und 3 km in Richtung Kastellaun in Angriff genommen. Arbeiter aus Polen, Kroatien, Galizien, Litauen und Italien waren im

Einsatz. Erkenntlich waren sie an ihrer braunen Arbeitsklei dung. Das Bild zeigt die Brücke über den Simmerbach und den noch vorWeihnachten 1899 erzielten Durchstich am Bergschlößchen. Diese

Leistung wurde gebührend gefeiert. Die Arbeiter erhielten Freibier. Die Bahnstrecke nach Kastellaun konnte am 27. Oktober 1901 feierlich eröffnet werden.

47 Viadukt über die Hubertusschlucht.

Die Karte trägt zwar die Unterschrift 'Sirnmern (Hunsrück) - HunsrückHöhenbahn' , sie will aber wohl nur auf die Hunsrückbahnstrecke Simmern-Boppard hinweisen. Das Teilstück Boppard-Buchholz gehört zu den schönsten Steilstrecken Deutschlands. Bei einer Entfernung von etwas über 6 km ist ein Höhenunterschied von 329 m zu überwinden,Täler zu überqueren und das Gebirge zu durchstechen. Das machte den Bau von fünfTunnels: Kalmut -Tunnel, TalbergTunnel, Rauher-Berg- Tunnel, Hinterburden- Tunnel II und Hinterburden- Tunnel I und

die Errichtung von zwei Brücken erforderlich. Die hier abgebildete Sechsbogenbrücke führt über die Hubertusschlucht, sie ist SO m hoch und 1 SOm lang. Die ersten Lokomotiven, die diese

Strecke befuhren, waren Zahnradlokomotiven. Die Fahrt bietet einen herrlichen Ausblick über die Hunsrücktäler und die sich kulissenartig ineinanderschiebenden Berge.

48 Eisenbahnbrücke zur Bingener Straße.

Der Bau der letzten Nebenbahnstrecke SimmernGemünden wurde im Ersten Weltkrieg begonnen, mußte dann aber 191 7 eingestellt werden. Eröffnet werden konnte sie erst im Sommer 1922. Schon 1887 hatte die Herstellung des Bahnhofsgeländes zur Errichtung der Gleisanlagen, Bahnhofsgebäuden und des Betriebswerks zu großen Erdverschiebungen geführt. An dem Einschnitt auf unserem Bild hatte man ursprünglich den Bau eines Tunnels geplant. Dann aber entschied man sich für einen Brückenbau mit Stützmauern an den Einschnittseiten. Die Brücke baute der Simmerner Unternehmer Peter Keim. Das Bild wurde 1920 beim Bahn-

bau nach Gemünden aufgenommen. Wir sehen neben den Geleisen noch das zum Bau erforderliche Schwellenmaterial.

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