Simmern in alten Ansichten Band 2

Simmern in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Willi Wagner
Gemeente
:   Simmern
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6447-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Simmern in alten Ansichten Band 2'

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49 Der Bahnhofin SÏm-

mern.

Als im vorigen Jahrhundert der Hunsrück durch die Bahn erschlossen wurde, konnte die damit eingeleitete Entwicklung kaum abgesehen werden. Personen- und Güterverkehr erlebten einen ungeahnten Aufschwung. Der Ansturm auf die Züge war graß, denn die Menschen wollten endlich einmal den Rhein sehen. Um die Wagenlast bewegen zu können, so erzählten die alten Eisenbahner, habe man zwei oder gar drei Loks vorspannen müssen. Die Steigerung des Güterverkehrs bedingte eine Erweiterung des Bahngeländes und die Vergrößerung der Bahngebäude. Bis in die fünfziger [ahre blieb die Bedeutung des Bahnverkehrs unge-

brachen, auch wenn durch Kriegseinwirkungen die Anlagen schwer gelitten hatten. Dann aber setzte mit Omnibus- und Individualverkehr, sowie dem Güterumschlag auf die Straße, der Nieder-

gang der Eisenbahn ein, der schließlich zur Stillegung des gesamten Personenzugverkehrs führte. Unsere Aufnahme zeigt den Bahnhof noch in seinen 'Goldenen Zeiten' .

SO Die Fuhrwerkswaage in der Bahnhofsstraße.

Am 9. August 1889 beschlossen die Stadtverordneten den Bau einer Fuhrwerkswaage an der Linde in der Bahnhofsstraße mit einerTraglast von 10 000 kg. Die Lieferung wurde der Firma Carl Schlak in Darmstadt übertragen. Die Stadtverordneten hatten erkannt, daß die Eröffnung des Zugverkehrs zur Nahe mit dem Umschlag an Getreide, Dünger, Kohle und Baumaterialien eine solche Einrichtung erforderlich machen würde. Am 28. September, knapp zwei Monate nach dem Verordnetenbeschluß, fand die festliche Eröffnung der Bahn statt, mit Böllerschüs-

sen, Festzug und Konzert. Die Straße vom Bahnhof bis zum Festlokal war mitTannengrün und Fähnchen ausgeschmückt worden. Die Vermutungen der Stadtverordneten bestätigten sich. Nach

Ernst Siegel standen in den zwanziger und dreißiger [ahren die pferde- und kuhbespannten Wagen in langen Kolonnen, nicht selten bis zum Obertor.

51 Die Kreissparkasse Simmern, um 1925.

So erkennt man die ehemalige Kreissparkasse in der Bahnhofsstraße nicht wieder. 1989 wurde hier ein moderner Neubau in Betrieb genommen, der der Ecke Bahnhofsstraße und 'Vor dem Tor' ein vollkommen anderes städtebauliches Gepräge gibt. Der 1903 hier errichtete erste Bau im wilhelminischen Stil hatte zwei Giebelfassaden und einen Turmvorbau mit zwei Eckrondellen. Unser Foto zeigt den Umbau von 1923. Leider wurden damals die beiden straßenseitigen Fronten im unteren Stockwerk durch einen unschönen Anbau und Eingang erweitert

und dem Bauwerk sein charakteristisches Gepräge genommen. Die Simmerner

Stadtfahne in blau-weiß ziert auf unserem Bild den Eingang zur Kasse.

52 Die Königliche PostExpedition 11.

Die Zeichnung von 1851

zeigt das Hoch'sche Haus 'Vor dem Tor'. Über der Eingangstür an der hohen Treppe findet sich das preußische Wappen. Die Preußen hatten 1 81 6 von den Franzosen die Post übernommen. Zur Zeit der Entstehung des Bildes gehörte Simmern zur 'Post-Expedition Il. Klasse im Oberpostdirektionsbezirk Coblenz'. Posthalterei und Postexpedition waren von 1816 bis 1878 in den Händen der aus Italien stammenden Familie Vacano. Die Unterbringung der PostExpedition war durch die räumliche Beengung oft recht unzulänglich und mußte

mehrfach verlegt werden. Im Haus Vor dem Tor gab es nur zwei kleine, enge Räume. Das neue Postamtsgebäude in der Kirchberger Straße konnte 1885 errichtet werden.

53 Das Hotel 'Zur Post'.

Mit zu den ersten nach dem pfälzischen Erbfolgekrieg erbauten Häusern dürfte dieses Gebäude in der Marktstraße gehört haben, das spätere Hotel 'Zur Post'. Ein erster Umbau erfolgte 1850. Der ursprüngliche Name war Gasthaus 'Zur Kronc'. und der erste Besitzer war der Schmied Michel Oswald Geremont, einer der reichsten Männer der Stadt. Mit der Übernahme des Hauses durch den Schwiegersohn und Postmeister Vacano erhielt es seine heutige Bezeichnung. 1902 ging' die Post' an die Familie Vollrath über. Das 'NapoleonsZimmer' erinnert daran, daß der große Korse hier einmal übernachtete (1805). Lang ist die Liste der Generäle, die hier Quartier bezogen: General von Pochhammer, General Herwarth von Bitterfeld,

General von Hirschfeld und Generalmajor von Gneisenau, der Enkel des Freiheitskämpfers, um nur einige zu nennen. Auch König Friedrich Wilhelm IV. kehrte hier ein und auch der päpstliche Nuntius von Belgien, der spätere Papst Leo XII.

S4 Das Kriegerdenkmal auf derEich.

Eine der schönsten Aussichten über die Stadt Simmern bietet sich von 'der Eich' aus. Die Anregung, dort eine große Anlage zu schaffen, ging von Landrat von Möller aus. Der Aufgabe nahm sich der 1874 gegründete Verschönerungsverein an. Die Stadt hatte dort bereits 1866 und 1871 zwei Friedenseichen angepflanzt. In den folgenden [ahren pflanzte man Linden und Ostbäume und schuf eine idyllische Parkanlage. Im Krieg 1870/71 waren fünfSoldaten aus Simmern gefallen. Für sie gedachte man ein Denkmal zu errichten. In der Frage des Standortes gab es zunächst unterschiedliche Meinungen, bis man sich schließlich für die Eich entschied. Steinmetz Rindsfüßer aus Simmern erhielt den Auftrag der künst-

lerischen Gestaltung. Der Sockel trägt die Regimentsfahne, das Seitengewehr und die Pickelhaube. Über der Inschriftentafel im Lorbeerkranz das Seitengewehr und darüber das Eiserne Kreuz. Als Abschluß der Preußenadler, heute durch eine Kugel ersetzt.

SS Simmern als Garnisonsstadt.

Nach demAbzug der Franzosen 1814 hatte die BayerischÖsterreichische Administrationskommission ein Bataillon Bürgermiliz nach Simmern gelegt. Es bestand aus fünf Kompanien. Als Unterkunft wurde ihnen das Zeughaus zugewiesen. Nach Auflösung der Gouvernements-Miliz 1820 gab es eine Landwehr, die aber zu Hause wohnte. Als die Landwehrregimenter 1860 in Linienregimenter umgewandelt wurden, kam ein Füsilier-Bataillon des 7. Rheinischen Infanterieregiments nach Simmern. Das Gasthaus Rech (die spätere Stadt Koblenz) wurde zur Kaserne umgebaut. Als Unterkunft kam 1864 das Schloß hinzu. Exerziert wurde auf dem Schloß- und Schafsmarktplatz und im Bürger-

stück. 1872 kamen Soldaten der 1. Schwadron des Ulanenregiments Nr. 7 unter Rittermeister Jouanne. Sie zogen 1 876 ab. Die Aufnahme zeigt einen Offizier der Ulanen aus dem Regiment 7.

S6 Das große Zeughaus.

Als Kollektur für die beiden säkularisierten Klöster Ravengiersburg und Kumbd ist das Gebäude ermals bezeugt. Den großen Brand von 1689 hat

es nicht überstanden. Noch vor 1700 errichtete man die neue Kollektur und die Zehntscheune, die dem kurpfälzischen Amt für Domänen unterstellt war. Während der französischen Besatzungszeit war die Kollektur Gendarmeriekaserne. Als die Preußen, die es zeitweise als Landwehrkaserne benutzten, ihre Uniformen, Gewehre undAusrüstungen darin unterbrachten, erhielt es den Namen 'Zeughaus'. Von der Garnisonsverwaltung ging es 1878 in den Besitz der Stadt über. Die Stadt verkaufte es 1894 an die Freie Evangelische Gemeinde.

57 Französische Besatzungssoldaten in Simmern, 1918.

Am 4. Dezember 1918 erklang in Simmern das letzte Mal die preußische Militärmusik beimAbzug derTruppen des zum Rhein marschierenden Infanterieregiments Nr. 13. Am 12. Dezember erschienen die Amerikaner, die am ersten Weihnachtstag von den Franzosen abgelöst wurden. Schon am Neujahrstag klärte die neue Militärverwaltung die Behördenleiter des Kreises über den Zweck und die Ziele der Besatzer auf. Nach unserem Foto, in der Stadtmitte am Kandelaber aufgenommen, scheint die Neugierde der Bevölkerung groß gewesen zu sein. Die Zivilisten haben sich unter die Soldaten gemischt. Man ist

sogar mit dem Fahrrad gekommen. Da es der erste Weihnachtstag ist, werden die Franzosen sogar in Sonntagskleidung empfangen.

58 Die Bahnhofsstraße in Simmern, 1919.

Als der französische Soldat Gilbert am 23. April 1919 diese Karte aus der 'rue de la gare' (heute heißt die Straße nicht mehr Bahnhofsstraße, sondern 'Vor dem Tor') an seine Freundin Abadie in Mazange schrieb, war er Soldat der französichen Besatzungsbehörde. Ob er aber in dem repräsentativen 'Beek' schen lIaus' links sein Quartier hatte, geht aus der Karte nicht hervor. Jedenfalls hatte der Erbauer Peter Beck, Bürgermeister des Amtes OhlweiIer, 1860 der Intendantur in Koblenz das Haus als Kaserne angeboten. Vor dem Haus stand eine Bronzebüste von

Kaiser Wilhelm 1., die der Kaufmann Louis Auler aus Bensheim seiner Vaterstadt als Geschenk vermacht hatte. Sie wurde am gleichen Tag wie das Hermannsdenkmal im Teutoburgerwald eingeweiht

(1875). In Verlängerung der Straße sehen wir ein Haus in wilhelminischem Stil, das Otto Auler erbaute, daneben die Wirtschaft 'Zum Hirsch' van August Napp.

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