Singen in alten Ansichten Band 2

Singen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   R. Kappes und Theo Schrenk
Gemeente
:   Singen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5704-9
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Singen in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

'Singen in alten Ansichten', unter diesem Titel erschien 1977 ein von Stadtarchivdirektor Herbert Berner zusammengestellter Bildband in der Reihe des Verlages Europäische Bibliothek (Zaltbommel, Niederlande). Das Büchlein mit den hübschen Darstellungen vergangener Zeiten erfreute sich großer Beliebtheit und erschien 1991 bereits in der vierten Auflage. 1992 wandte sich nun der Verlag erneut an das Stadtarchiv mit der Bitte, einen weiteren Band zu erstellen. Nach Durchsicht unserer umfangreichen Postkarten- und Fotosammlung erklärten wir uns gerne dazu bereit.

Offengestanden - wir waren selbst erstaunt, welche Vielfalt an immer wieder abgewandelten Postkartenmotiven noch in den Tiefen des Archivs schlummert. Zunächst hatten wir närnlich befürchtet, daß wir nur noch auf Duplikate der bereits veröffentlichten Ansichten stoßen würden. Nach Zusammenstellung der Karten lag uns ein Bilderbogen vor, der uns in seinen vielen Nuancierungen auf die Idee brachte einen 'historischen Stadtbummel' durch Singen zusammenzustellen.

So laden wir Sie denn ein, uns auf dem Weg durch die Jahrzehnte der Geschichte der noch jungen Stadt zu begleiten. Erinnern Sie sich gemeinsam mit uns an längst verschwundene Häuser, an ehemals verwinkelte Straßenzüge im alten Dorf und unvermutete Ansichten über damals noch nicht bebaute Grünflächen, wo heute längst nur noch Häuser zu finden sind. Oder - sollten Sie Neusingener sein - versetzen Sie sich mit uns in die damalige Zeit und stellen Sie mit Erstaunen fest, daß Sie Singen bis dato gar nicht kannten. Eines müssen Sie närnlich wissen: Im Gedächtnis der 'echten' Singener existieren viele der alten Gebäude immer noch. Das 'Centra!', die Festspielhalle oder das 'alte Rathaus' sind unvergessen. Oder der schattige Biergarten der 'alten Post' auf dem heutigen Karstadtgelände. 'Wosches no?' Die Menschen aus Singen geben ihre Erinnerungen auch an ihre Kinder weiter und wer als 'Nei-

gschmeckter' dazugehören möchte, sollte das nötige Hintergrundwissen haben - sonst bleibt er immer ein Fremder. Stellen Sie sich nun also vor, Sie entsteigen als Tourist soeben dcm von einer Dampflokomotive gezogenen Zug, der Sie durch den schönen Hegau bis hierher gebracht hat. Sie haben gehört, daß sich das verschlafene Hegauörtchen unter dem Hohentwiel seit dem Bau der ersten Eisenbahn ab ungefähr 1863 grundlegend gewandelt hat. Singen ist zu einem Eisenbahnknotenpunkt geworden mit Verbindungen in die Schweiz, bis nach Italien und über den Schwarzwald, bis nach Offenburg. Daß die verkehrsgünstige Lage Singens ein Wachstum der Gemeinde mit sich bringen wird, darüber sind sich die maßgeblichen Verwaltungsstellen bald klar: Zwischen 1862 und 1878 wird die erste systematische Vermessung der Gemarkung durchgeführt, verbunden damit ist eine Flurbereinigung mit erstmaliger Einführung von Feldwegen. Schließlich stellt man einen rasterförmigen Baufluchtenplan auf, der jenseits der Scheffelstraße als damaliger Hauptstraße seinen Beginn nimmt und nach Osten einen Anschluß an den Bahnhof herstellt. Übrigens -1877 wurde auch der Bahnhof gebaut, an dem Sie gerade angekommen sind. Zuvor diente eine alte Bauhütte, nahe der Scheffelstraße, als Station.

In den letzten zwanzig Jahren des 19. Jahrhunderts wächst die Bevölkerungszahl Singens von rund 2 000 auf 4000 Einwohner an. Wie die damaligen Ortsplaner richtig vorausgesehen haben, wird die Gemeinde wegen ihrer Grenznähe und des Schnittpunktes der beiden Eisenbahnlinien für wirtschaftliche Unternehmen zunehmend attraktiv.

Als erster gründet Julius Maggi, Schweizer Fabrikant für Suppenwürze, hier 1887 eine bescheidene Niederlassung. Da der Export von der Schweiz in das Deutsche Reich durch die Zollschranken sehr beschwerlich ist, läßt er seine Würze in Kanistern nach Singen bringen und hier in die sogenannten Gütterli

umfüllen. Von dieser Versandstelle werden die MaggiProdukte bald in das gesamte Deutsche Reich geliefert. Kurz vor der Jahrthundertwende entschließt sich Maggi dann, in Singen ein eigenständiges Werk zu gründen. Eben hat Ihr Zug den Bahnhofverlassen. Wenn Sie jetzt über die Gleise blieken, sehen Sie den palastartig anmutenden Bau, der zu einem Wahrzeichen der Stadt wird, wie auch der 1909 im Jugendstil errichtete Maggi-Wasserturm - immerhin einer der fruhesten Eisenbetonbauten Deutschlands! Eine weitere Schweizer Firma überspringt die Zollschranken und etabliert sich 1895 auf dem benachbarten Areal der Maggi südlich der Bahnlinie:

Georg Fischer aus Schaffhausen baut ein Werk zur Produktion von Gußrohren und Verzweigstücken, den sogenannten Fittings. Die dritte Schweizer Industriegründung, heute der bedeutendste Betrieb in Singen, läßt sich hier 1912 nieder: Die Aluminium-Walzwerke DI. Lauber, Neher & Co. GmbH, heute ALUSINGEN, walzen nach einem neuen Verfahren kontinuierlich Aluminiumbänder.

Das ungewöhnliche und stetig anhaltende Aufblühen der Gemeinde ermutigt den Singener Gemeinderat beim Großherzoglichen Bezirksamt Konstanz den Antrag zur Verleihung der Stadtrechte mit der Bitte um empfehlende Weiterleitung an das Großherzogliche Ministerium des Inneren zu stellen. Tatsächlich verleiht Großherzog Friedrich I. von Baden am 2. September 1899 Singen die Eigenschaft einer Stadt. Daß mit der förmlichen Stadterhebung die äußere Entwicklung zu einem städtischen Gemeinwesen planmäßig eingeleitet und gefördert wird, können Sie auf Ihrem Rundgang unschwer erkennen: 1900 beispielsweise findet die Grundsteinlegung des neuen Volksschulgebäudes (Ekkehardschule) als erstem großem stadtischem Gebäude statt. 1906 entsteht auf dem enzenbergischen Gelände neben dem Wasserreservoir die riesige Hohentwiel-Festspielhalle. Sogar Kaiser Wilhelm Il. kommt

und besichtigt das burgähnliche Gebäude. Wahrend des Ersten Weltkrieges erliegt die Bautätigkeit fast vollständig. Infolgedessen bemüht man sich, viele Baumaßnahmen in den zwanziger Jahren nachzuholen. Trotz der immer stärker werdenden Inflation, wird im Dezember 1923 die Scheffelbrücke, bis heute 'Billionenbrücke' genannt, eingeweiht. Denken Sie daran auf Ihrem Weg zum Hohentwiel, einen Bliek auf die an der Brücke angebrachte Tafel zu werfen! Ende der zwanziger Jahre wird das neue Krankenhaus gebaut, ein weiterer finanzieller Broeken, von dem sich die Hohentwielstadt lange nicht erholen wird. In das ehemalige Krankenhaus zieht 1929 das neu eingerichtete Amtsgericht, und gegenüber der 1911 eingeweihten Herz-Jesu-Kirche wird ein neues Finanzamtsgebäude erstellt. Beide Institutionen weisen auf die überregionale Bedeutung Singens hin. Kurzum immer neue Bauten entstehen an den schachbrettartig ausgerichteten Straßen.

Sie befinden sich nun etwa im Jahre 1930 und hier soll unsere historische Entdeckungsreise enden. Ihr Stadtbummel hat Sie in manche Straßen und Winkel geführt, an Häusern vorbei, die schon lange nicht mehr stehen. Als Altsingener werden Sie ins Schwärmen geraten sein und viele vergessene Erinnerungen werden wieder lebendig. Als Neusingener sind Sie wahrscheinlich ins Staunen gekommen, denn diese Stadt war Ihnen fremd. Und doch erscheinen auf den alten Bildern und Fotografien öfter Häuser, die Ihnen bekannt vorkommen. Vielleicht rekonstruieren Sie einmal in gemütlicher Runde wie es damals aussah? Und vielleicht bekommen Sie ja auch nach diesem imaginären Stadtbummel durch Singen Lust auf einen echten Spaziergang? Viel Spaß dabei, Sie werden vieles mit anderen Augen wahrnehmen!

1. Endlich ist unser Zug in Singen angekommen - rechtzeitig zur Eröffnung des 'Randenbähnles' im November 1913 (stillgelegt 1966).

2. Mit den am Bahnhofskiosk erstandenen Ansichtskarten verschaffen wir uns erst einmal einen kleinen Eindruck von der jungen Stadt: Zunächst ein Bliek von Westen aus gesehen, der uns 1910 den Hohentwiel und die Stadt mit ihren rauchenden Fabrikschloten vorstellt. Unten rechts liegt die Festspielhalle, davor erkennen wir das alte Schwimmbad.

3. Noch ein Bliek am Hohentwiel votbei: Die um die lahrhundertwende entstandene Lithographie zeigt uns im Hintergrund die Etzwiler Bahn.

Singen

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4. Von Osten her bemerken wir, daß die Stadt im Jahre 1904 erst ab der August-Ruf-Straße (damals Kaiserstraße) dichter bebaut ist: im Haus am linken Bildrand befindet sich in den fünfziger Jahren das Feinkostgeschäft 'Spanischer Garten'. In der Bildmitte haben wir einen freien Bliek zur Ekkehardstraße. An der Kreuzung steht das altkatholische Pfarrhaus (abgebrochen 1967, heute Baden-Württembergische Bank).

5. Dreißig Jahre später erstreckt sich die Stadt im Osten schon bis zur 'ALU'. Am unteren Bildrand ist gerade noch das Dach der Firma Bek und Co. zu erkennen, unterhalb der Lutherkirche (rechts) steht der Gasthof Auerhahn.

6. Ein Bliek über den alten Friedhof in der Nordstadt mit der Miehaelskapelle (um 1930).

7. Am Bahnhof beginnen wir unseren Stadtbummel. Hinter den Lindenbäumen lugt die Bahnmeisterei (heute Geschäftshaus mit Bayerischer Bank) hervor. In der Bildmitte steht gut sichtbar das 1931 erbaute Postamt.

8. Rechts neben der Bahnmeisterei befindet sich das Gasthaus 'Scheffelhof' . Hier war von 1899 bis 1901 die Bürgerschule beheimatet. Das Gasthaus wird 1967 abgebrochen.

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