Söllingen in alten Ansichten

Söllingen in alten Ansichten

Auteur
:   Helmut Heiduck
Gemeente
:   Söllingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6424-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Söllingen in alten Ansichten'

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Vorwort

Wer sich mit der Geschichte seiner Heimat beschäftigt, kann sich und andere besser verstehen. Das vorliegende Buch gibt einen guten Einblick in verschiedene Lebensbereiche unseres Dorfes in der Zeit von 1880 bis 1930. Da sich immer weniger Mitbürger noch an diese Zeit erinnern können, ist es auch ein wichtiges Zeitdokument für künftige Generationen.

Dem Verfasser Helmut Heiduck, der in mühevoller Kleinarbeit alles zusammengetragen hat, und allen, die an diesem Buch mitgewirkt haben, seien herzlich gedankt!

Es ist zu wünschen, daß dieses Buch in unserer Bevölkerung Anklang findet und zur Verbundenheit mit unserem Heimatort Söllingen beiträgt.

HonsWeiß,Ortsvorsteher

Einleitung

Söllingen ist der zweitgrößte Ort der Gemeinde Pfinztal und war bis 3 1 . Dezember 1973 eine selbstständige Gemeinde. Das Dorfliegt zwischen dem hügeligen Kraichgau und den Vorbergen des nördlichen Schwarzwaldes. Der Name Söllingen weist auf ein frühzeitliches Alter hin. Kelten, Römer und Alemannen hinterließen hier sichtbare Zeugnisse. Im Iahr 1985 konnte das Dorffest '900 [ahre Söllingen' gefeiert werden.

Bei Pfinzweiler entspringt der Fluß pfinz, der in nordwestlicher Richtung die Söllinger Gemarkung durchfließt und bei Rußheim in den Rhein mündet. Die Talaue blieb lange Zeit unbebaut, da der Boden sumpfig und die Gefahr durch Hochwasser groß waren. Mit der Korrektur des Wasserlaufes und der Verlegung von Kanälen konnte auch in Pfinznähe gebaut werden. Bis dahin lag der Ort links des Flusses. Erst im [ahr 1898 entstanden die ersten Häuser rechts der Pfinz.

Die Michaelskirche ist das älteste Gebäude von Söllingen. Der untere Bereich des Turmes entstand im 13. Jahrhundert. Das Langhaus wurde im 15. [ahrhundert an Stelle einer Vorgängerkirche errichtet. Eine Erweiterung erfolgte 1787 nach Süden und 1889 nach Westen.

Während des Dreißigjährigen Krieges ist der Ort von rund 800 bis auf wenige Einwohner zurückgegangen. Zwei [ahrzehnte später folgten weitere Kriege. Vor allem Einquartierungen und Kontributionen belasteten die Menschen. Im pfälzischen Erbfolge-

krieg (1688-1697) drohte den Söllingern zum zweiten Male der Untergang. Nach einem französischen Überfall sank die Einwohnerzahl von 57 Bürgern auf 23. Allmählich kehrten die geflohenen Söllinger zurück. Viele Neuansiedler, vor allem Handwerker, kamen hinzu. Harte und fleißige Arbeit in allen Lebensbereichen verhalf der Bevölkerung zum Weiterleben. In der Badischen Revolution 1848/49 konnten gefährliche Umtriebe vom Dorf ferngehalten werden.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts die industrielle Entwicklung einsetzte und die Eisenbahn seit 1858 durch Söllingen fáhrt, begann ein wirtschaftlicher Umbruch. Viele Männer pendelten in die Städte, um dort zu arbeiten. Mit dem Aufschwung kam aber auch ein Rückgang in der Landwirtschaft und in alt eingessenen Berufen. Viele Erzeugnisse konnten industriell billiger gefertigt und von außen eingeführt werden. Niedrige Löhne und tägliche Arbeitszeiten von zehn und mehr Stunden zwangen vielfach die Familien zu großer Sparsamkeit.

Der Krieg 1870/71 brachte den Deutschen den Sieg und das zweite Kaiserreich. Doch nur für einen Teil der Bevölkerung begann die' gute alte Zeit'. Die örtliche Steinhauerei ging zurück und die Zahl der Steinbrucharbeiter nahm rapide ab.

Nur im Hammerwerk und in der Ziegelei gab es weiterhin ausreichend Arbeit. Auch bei der Bahn und Post konnten Männer Arbeit finden. Aber Not und Armut wichen nicht so schnell. Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts änderte sich das bäuerliche Leben. Mehrere Einwohner konnten sich auch ein Häuschen bauen. Kleine Handwerksbetriebe und familieneigene Krämerläden kamen auf. Der karge Verdienst aus landwirtschaftlicher

Produktion zwang manchen Landwirt eine andere Arbeit zu suchen. Trotz des einfachem Wohlstandes suchten die Menschen in ihrer knappen Freizeit nach Erleichterungen und Ausgleich. Zahlreiche Vereine, Vereinigungen und Clubs wurden gegründet und aktiv genutzt. Der Erste Weltkrieg stoppte diese Bemühungen. Wiederum hatte die Bevölkerung darunter zu leiden. Es folgten Inflation und Arbeitslosigkeit, die gegen Ende der zwanziger [ahre wieder abnahmen. Längs durch das Wiesental und durch den alten und neueren Ortsteil Söllingens führt seit der ersten Besiedlung eine wichtige Verbindungsstraße, die heutige Bundesstraße 10. Fast parallel dazu richtete die Eisenbahngesellschaft 1858 die Bahnlinie Karlsruhe-Pfotzheirn ein. Dadurch und durch die pfinz ist Söllingen (der Ort) in einen westlichen (älteren) und östlichen (neueren) Ortsteil getrennt. Doch die schöne Lage des Dorfes zwischen bewaldeten Bergen und den mit Obstbäumen bewachsenen Acker- und Wiesenfluren schätzen die Einheimischen ganz besonders. Auch die vielen Wanderer und Gäste, die zu Besuch kommen, fühlen sich in der lieblichen Hügellandschaft besonders wohl. Außerdem lädt ein mildes Klima zum Verweilen ein. Söllingen zählte im [ahre 1880 1 768 Einwohner und 1930 2 80S. Aus dieser Zeitspanne sind die gezeigten Bilder. Viele Bürgerinnen und Bürger stellten die Fotos für den Bildband zur Verfügung. Ihnen allen gebührt ein herzliches Dankeschön. Auch dem Heimatverein Söllingen e.v. sei für seine freundliche Unterstützung Dank gesagt.

Helmut Heiduck

Wie Söllingen in der 'guten alten Zeit' aussah, zeigt das vom Gewann Hodelder aufgenommene Bild. Die von Südost (links) nach Nordwest fließende pfinz bestimmte einst die Lage des Dorfes. Bis zur Jahrhundertwende reichte das Dorf vom Hirschbach im Oberdorfbis hinunter zu den Salzwiesen (rechts). Die pfinz und die anstehenden Berge zwangen die Bewohner mit ihren Häusern Distanz zu halten. Nur entlang der Hauptstraße und an wenigen kurzen Seitengassen war die Bebauung mög-

lich. Den Verlauf der pfinz zeigt auf dem Bild eine Pappelreihe an. Auf der parallel verlaufenden Bahnlinie fährt ein Eisenbahnzug talaufwärts. Nach Süden und Westen erhebt sich das hügelige Ackerland mit vielen Obstbäumen. Fern am Horizont locken Wälder zur Erholung. Auf dem künstlerisch gestalteten Fotobild sind vier markante Gebäude eingefügt. Die Karte trägt den Poststempel vomjahr 191 S.

2 Das vom Talberg aufgenommene Foto zeigt anschaulich wie eng das Dorf in Talebene liegt. Unterhalb der im Vordergrund stehenden Obstbäumen reichen die Wiesen noch weit in das 'Unterdorf' hinein. An der Wesebachstraße (links) steht die Häuserzeile, die schon vor dem Ersten Weltkrieg bebaut wurde. Dahinter dehen sich die Gewanne Mehläcker, Rieth und Dahnhalden aus. Die zahlreichen Obstbäume bestimmen das Landschaftsbild. Hinter der erhöht stehenden Michaelskirche schiebt

sich der Sparrenberg bis an die Häuser heran. Die heimisehen Wälder zieren die Berghänge und Bergkuppen. Die Postkarte dürfte um das [ahr 1920 entstanden sein.

3 Die pfinz teilt die Gemarkung Söllingen in zwei fast gleichgroße Flächen, die südlich und nördlich von ihr liegen.

Die Gebiete sind durch die abgebildete Steinbrücke miteinander verbunden. Sie wurde im [ahr 1 748 mit vier Rundbögen erbaut. Die pfeiler sind durch spitze Mauerverstärkungen gegen Hochwasser geschützt. Nördlich der Brücke führten ehemals Verkehrswege zu den Nachbarorten Wöschbach und Königsbach. Für die innerörtliche Benutzung ist das Brückenbauwerk immer

bedeutend gewesen. Schon vorher stand an dieser Stelle eine Brücke. Zwischen den beiden Ortsteilen ist dies die einzig befahrbare Verbindung. Im [ahr 1957 mußten die Brüstungen den seitlichen Gehwegen weichen. Das Foto ist vom [ahr 1930.

4 Auf dem Bild ist ein Teil der Ortsmitte, mit der Hauptstraße, Richtung Unterdorf fotografiert. Eine dichte und ungleiche Bebauung setzt sich nach beiden Straßenseiten fort. Rechts der Straße steht das als Gasthaus ausgediente Gebäude 'Zum Deutschen Kaiser'. Dahinter mündet die verkerhsreiche Bahnhofstraße in die Hauptstraße ein. Weit vorspringend zeigt sich das Textilhaus Schaufler, das vormals das Gasthaus 'Zum Roten Ochsen' war. An seinem Platz steht heute ein Wohn- und Ge-

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schäftshaus. In den beiden Häusern links der Hauptstraße befanden sich kleine Läden und Wohnungen. Diese sind seit längerer Zeit abgebrochen und durch Neubauten ersetzt. Das Foto entstand um das [ahr 192 S.

5 In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gaben die verbesserten Lebensverhältnisse manchen Bürgern die Möglichkeit ein Haus zu bauen. So geschah dies auch an der verlängerten Hauptstraße ab der Hirschbachbrücke. Die Lutherische Freikirche, rechts im Bild, wurde 1859 erbaut. Sie ist um das [ahr 1970 veräußert und zu einem Geschäftshaus umgebaut worden. Links steht im Vordergrund das ehemalige Gasthaus 'Zum Prinz Karl'. Der Wirtschaftsbetrieb des renommierten Lokals endete in

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den sechziger [ahren. Mit dem Ausbau der Hauptstraße als Bundesstraße wurde die Hirschbachbrücke geändert und mit beiseitigen Gehwegen versehen. Das Foto ist um das [ahr 1925 aufgenommen.

6 Karl Zilly, geboren am 13. Juli 1847, lernte Sattler und wurde 1867 zu den Dragonern einberufen. Zu Beginn des DeutschFranzösischen Krieges nahm er am 24. Juli 1870 an einem legendären und wagemutigen Ritt unter der Führung des Grafen Zeppelin in das untere Elsaß teil. Die Patrouille hatte Stellungen und Stärke feindlicherTruppen zu erkunden. Beim Schirlenhof überfiel sie ein französischer Reitertrupp. Zilly, der verwundet wurde, geriet mit den übrigen Kameraden in Gefangenschaft. Nur Graf Zeppelin konnte entkommen und entscheidende Meldungen abgeben. Nach Befreiung aus der Gefangenschaft kehrte der Söllinger am Kriegsende in seine Heimat zurück. Die Erkundungsdragoner erhielten hohe Auszeichnungen und den Ehrentitel 'Zeppelinreiter'. Das Foto zeigt den jungen Zilly um das [ahr 1880.

7 In dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 nahmen aus Söllingen 39 Männer teil. Sie kehrten nach Kriegsende alle wieder heim. Der danach gegründete Militärverein ließ zu ihren Ehren im [ahr 1890 ein Denkmal errichten. Es stand bis 1948 an der Pfinzstraße und wurde dann auf den heutigen Platz versetzt. Auf dem Foto von [ahr 1914 sind vierzehn Veterane von 1870/71 abgelichtet. Es sind von links: Josef Wenz (Bürgermeister), Franz Giesinger, Gottlieb Rupp, Wilhelm Weiß, Eduard

Giesinger, Jakob Mall, Jakob Dörfler, Karl Zilly (Zeppelinreiter), Leopold Vogel, [ohann Wenz, Michael Rau, Jakob Zilly, Karl Mall und [ohann Georg Zilly.

8 Der Bürger und Bauer Christoph Zilly war Gastwirt vom Lokal 'Zurn Prinz Karl' und von 1860 bis 1876 Bürgermeister. In seine Amtszeit fiel der Krieg von 1870/71. Als Bürgermeister setzte sich Zilly vorbildlich für die Belange der Gemeinde ein. Tatkräftig vertrat er die Interessen der Kinderschule. Hilfreich waren seine vielfältigen Kenntnisse in der tierärtzlichen Kunst. Vom Dorf und von auswärts kamen die Bauern zu ihm und baten um seine Hilfe. Christoph Zilly lebte von 1825 bis 1895. Die Chronik überliefert: 'Er war ein Mann von schöner stattlicher Gestalt, dem das Wohl der Gemeinde am Herzen liegt.' Das Foto ist um 1890 entstanden.

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