Solingen in alten Ansichten

Solingen in alten Ansichten

Auteur
:   Bernd Neufurth
Gemeente
:   Solingen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3090-5
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Solingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Zwischen Düsseldorf, Wuppertal und Remscheid, wo das Rheinland aufhört und das Bergische Land beginnt, liegt die Stadt Solingen, Deutschlands berühmte Klingenmetropole. Seit alters her wurden hier Eisen- und Stahlwaren hergestellt und verarbeitet, insbesondere Messer, Scheren, Rasierklingen und Waffen. Im Jahre 1925 waren 72% der Solinger Arbeiter und Angestellten in der Stahlwarenbranche beschäftigt. Zum größten Teil wurden die Stahlwaren in Heimarbeit hergestellt. Ende 1928 arbeiteten 15 832 Heimarbeiter in der Klingenstadt Solingen, von denen über 60% Stahlwaren anfertigten.

Aufgrund ihres Spezialistentums gehörten die Solinger Arbeiter zu den höchstbezahlten des Reiches. Ihr ausgeprägtes Bewußtsein, unabhängig und selbständig sowie als Spezialist unersetzlich zu sein, führte schon früh zu einer gewissen Aufsässigkeit gegen jede Art von Obrigkeit, die sich politisch in einer starken Linksorientierung niederschlug. Bereits 1776 streikten Solinger Arbeiter, sie nahmen lebhaften und regen Anteil an der Revolution von 1848/49 und im ausgehenden 19 . Jahrhundert besaßen die Sozialdemokraten in der Klingenstadt einen sicheren Reichstagswahlkreis. Nach dem Ersten Weltkrieg wählten die

Solinger Arbeiter überwiegend kommunistisch. Als einzige Großstadt in der Weimarer Republik wählten die Solinger Stadtverordneten zweimal einen Kommunisten zum Oberbürgermeister ihrer Stadt. So war Solingen nicht nur als Klingenmetropole berühmt, sondern ebenso als 'rotes Solingen'.

Anders als im nahegelegenen Ruhrgebiet, dessen verrußte Häuser und verschmutzte Luft dem Besucher einen tristen und trostlosen Eindruck hinterließen, dominierten in Solingen die sauberen schwarz-weißgrünen Fachwerkhäuser. Zwischen den zahlreichen Hügeln und Höhenzügen, auf denen sich die Stadt erstreckte, lagen grüne Wiesen und größere Mischwälder. Ebenso sauber waren die Fabrikräume und Kotten der Heimarbeiter, die inmitten der Wälder an den zahlreichen Wasserläufen standen.

Die in alle Welt verkauften Solinger Stahlwaren gaben der Stadt eine weltoffene, liberale Komponente. Diese Aufgeschlossenheit verband sich mit einem starken Solidaritätsgefühl für alle benachteiligten Personen und Gruppen, das verbunden war mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitsgefühl. Neben ihrer täglichen Arbeit fanden die Solinger immer noch die Zeit, sich in Volkshochschulkursen weiterzubilden, ausge-

sprochen viel zu lesen und in zahlreichen Vereinen aktiv mitzuarbeiten. Dies beschränkte sich keineswegs nur auf das Bürgertum der Stadt, sondern umfaßte in besonderer Weise auch die Arbeiterschaft. Insgesamt sechs verschiedene Tageszeitungen befriedigten in den zwanziger Jahren das Informationsbedürfnis der Solinger. Von Sport- und Gesangsvereinen, freiwilligen Sanitätskolonnen, Esperantogruppen bis hin zu proletarischen Freidenkerbünden reichte das Vereinsspektrum der Stadt. Über 700 verschiedene Vereine hatten insgesamt etwa 70 000 Mitglieder. Zu ihnen gehört auch der älteste Männergesangverein in Deutschland.

Die Solinger galten als ausgesprochen schwierige Leute, die recht eigen waren, worunter eine stark ausgeprägte Individualität zu verstehen ist beziehungsweise der Wunsch, sich so zu geben, wie man ist, ohne irgendwelche gesellschaftlichen Zwänge. Neben ihrem Fleiß und ihrer Genügsamkeit wurden besonders ihr Erfindergeist und ihre Ausdauer gerühmt.

Im Jahre 1374 wurde der Gemeinde Solingen das Stadtrecht verliehen. Nachdem zunächst 1889 die Nachbargemeinde Dorp nach Solingen eingemeindet wurde und 1929 die Städte Ohligs, Wald, Höhscheid

und Gräfrath hinzukarnen, hatte die Stadt 140 000 Einwohner und war damit zur Großstadt geworden. Schließlich kam 1975 bei der letzten kommunalen Neugliederung noch die Stadt Burg an der Wupper zu Solingen. Heute leben etwa 170 000 Menschen in der Klingenstad t.

Im November 1944 versank die Solinger Altstadt bei einem Bombenangriff in Schutt und Asche. Der vorliegende Bildband vermittelt somit den älteren Einwohnern das Bild ihrer Heimatstadt, wie sie es aus ihrer Kinder- und Jugendzeit her kennen. Den nach dem Zweiten Weltkrieg geborenen Solingern soll er zeigen, wie ihre Vaterstadt einmal ausgesehen hat.

Für die freundliche Hilfe, die dem Autor insbesondere durch die Mitarbeiter des Stadtarchivs Solingen bei der Erstellung dieses Buches zuteil geworden ist, möchte er sich auch auf diesem Wege recht herzlich bedanken. Sein Dank gilt auch Herrn Bruno Unterbühner, der so freundlich war, die Bilder NT. 2, 3, 23, 40, 43, 45, 50, 129, 130, 131, 132, 133,134, 135 und 155 aus dem Archiv des Fotoateliers Unterbühner zur Verfügung zu stellen.

1. Am Anfang dieses Jahrhunderts hatte die Stadt Solingen etwa 45 000 Einwohner. In der Stadt hatten ein Arntsgericht, ein Zoll- und Katasteramt, ein Wehrbezirkskommando, eine Handelskammer und eine Reichsbanknebenstelle ihren Sitz. In Solingen wohnten damals auch ein Konsul und ein Vizekonsul der Vereinigten Staaten von Amerika. In der überwiegenden Mehrheit waren die Einwohner evangelisch. Die katholische Minderheit umfaßte knapp 11000 Gläubige. Außerdem wohnten 301 Juden in Solingen. Die Aufnahme aus dem Jahre 1929 zeigt die Solinger Altstadt aus der Vogelperspektive.

2. Diese Aufnahme aus dem Jahre 1895 zeigt die Klingenstadt Solingen aus dem Südosten. Links ist die Ziegelei auf der Felderstraße zu sehen. Auf der rechten Seite kann man die Klingenstraße erkennen. Der linke Kirchturm gehört zur evangelischen Stadtkirche. Auf der rechten Bildseite sieht man die beiden Türme der katholischen St.C1emens-Kirche. Wo heute Siedlungen und Fabrikanlagen stehen, waren vor einhundert Jahren noch Wiesen und Felder, auf denen die Bauern Getreide und Kartoffeln ernteten.

3. Von der Friedrichstraße aus wurde diese Aufnahme im Jahre 1893 gemacht. Im Mittelpunkt des Bildes kann man die Weyersberger Straße sehen. Rechts biegt die Augustastraße vor ihr ab. Auf der großen Wiese im Vordergrund stehen heute das Elektrizitätswerk des RWE und die Klingenhalle. Die Baumreihen rechts und links an der Weyersberger Straße gaben ihr damals einen alleeartigen Charakter. Die beiden massiven Türme der St.Clemens-Kirche bilden den Hintergrund des Bildes.

4. Oberbürgermeister August Dicke regierte fast 32 Jahre lang die Klingenstadt Solingen. Insgesamt dreimal wurde er von der Stadtverordnetenversamrnlung einstimmig zum Oberbürgermeister gewählt. 1896 trat er sein Amt an. Als er am 1. April 1928 zurücktrat, war er der dienstälteste Oberbürgermeister der Rheinprovinz, wenn nicht ganz Preußens. Die Stadt verlieh ihm den Titel eines Ehrenbürgers, und noch heute trägt ein Gymnasium seinen Namen. Seinen Lebenstraum, die Städtevereinigung Solingens mit den vier Nachbarstädten zu erleben, blieb ihm jedoch versagt. Nur wenige Wochen vorher starb August Dicke im Frühjahr 1929.

5. Ende des 19. Jahrhunderts, als dieses Foto aufgenommen wurde, überquerte die Eisenbahnlinie Solingen-Ohligs noch die Grünewalder Straße. Erst vor dem Ersten Weltkrieg wurde ein Tunnel gebaut, dem zahlreiche alte Fachwerkhäuser zum Opfer fielen. Rechts im Bild kann man die Gaststätte Lehnhoff sehen. In dem Haus wohnte früher die Familie Linder. Es war das Stammhaus der Firma Linder 'Deltawerk'. In der Bildmitte sind die Fabrik- und Bürohäuser der Firma J .A. Henckels zu sehen.

6. Die größte Solinger Stahlwarenfabrik ist die Firma J.A. Hencke1s auf der Grünewalder Straße. Nach ihrem Firmensymbol dem Zwilling wird die Firma oft auch nur kurz 'Zwillingswerk' genannt. Im Jahre 1731 wurde sie gegründet. Das Foto aus dem Jahre 1900 zeigt das große, verschieferte Fabrik- und Bürogebäude der Firma, das 1840 gebaut wurde. Im Jahre 1928 begarmen die ersten An- und Umbauten an dem Haus. Teile des Fachwerks wurden mit einer Steinwand verkleidet und gaben dem Gebäude -das Aussehen wie wir es noch heute kennen.

7. Die Firma Henckels beschäftigte nicht nur festangestellte Arbeiter, sondern auch zahlreiche Heimarbeiter. Viele Arbeitsplätze wurden an sie vermietet, sodaß man sie allgemein nur als 'Stellenmieter' bezeichnete. Wie ein solcher Arbeitsplatz aussah, zeigt dieses Foto, das Mitte der zwanziger Jahre aufgenommen wurde. In diesem Arbeitsraum war die Taschenmesserreiderei untergebracht. Neben den Besteeken trugen auch Taschenmesser den Zwilling und den Städtenamen Solingens um die ganze Welt.

8. Am 14. Juli 1898 wurde der Grundstein zum Bau der Martin-Luther-Kirche gelegt. In nur dreijähriger Bauzeit wurde das Gotteshaus vollendet. Sie stand damals an der Ecke Kölner Straße/Jägerstraße (heute Martin-Luther-Straße), die wir im Bildvordergrund sehen. Links neben dem Kirchturrn (im Hintergrund des Bildes) kann man das Bürogebäude der Firma Kieserling & Albrecht erkennen. Wo heute Hochhäuser stehen, standen in den zwanziger Jahren, als diese Luftaufnahme gemacht wurde, noch zahlreiche Bäume (rechts neben dem Kirchturm).

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