Sonneberg in alten Ansichten

Sonneberg in alten Ansichten

Auteur
:   Jürgen Luthardt
Gemeente
:   Sonneberg
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5232-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Sonneberg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Werte Leser und Betrachter dieses Buches! Um das verliegende Werk zeitlich richtig einordnen zu können, muß man rnit der regionalen historischen Entwicklung von Sonneberg in Thüringen bekannt sein. Der nachfolgende kurze Abriß zur Entwicklung der Stadt Soaneberg solt dabei helfend zur Seite stehen. Der hier in Wort und Bild festgehaltene Zeitabschnitt (1880-1930) war für das Wachsen und Werden der Stadt Sonneberg besonders bedeutsam.

Die Heide, welche sich zu Füßen des Thüringer Waldes ausdehnt, war noch im 12. Jahrhundert ein abgelegener Teil des fränkischen Herzogtums, als eines der führenden Geschlechter des süddeutschen Hochadels, die Herzöge von Meranien, ihre Besitzungen am Obermain nordwärts ausdehnten und von Kronach her in den Raum von Neustadt und Coburg übergriffen. Eines ihrer Dienstmannengeschlechter aus dem Bamberger Land gründete um 1200 oberhalb des wohl schon aus der Zeit der fränkischen Besiedlung stammenden Dörfleins Röthen auf dem Schloßberg die Burg Sonneberg. Mit der Hennebergische Zeit setzte die Entwicklung der Siedlung zur Stadt ein. Am heiligen Dreikönigstag 1349 bekam Sonneberg in dem Befreiungsbrief der Schwiegertochter Berthold des VII., der Gräfin Jutta von Henneberg. städtische Rechte. 1380 setzte sich endlich der Name Sonneberg für die Stadt durch.

1353 erfolgte der Tod der Gräfin Jutta und mit dem Coburger Land fiel die Stadt Sonneberg an die Wettiner, einem mitteldeutschen Fürstengeschlecht, Sie waren Besitzer der Markgrafschaft Meißen und der Landgrafschaft Thüringen und spätere Kurfürsten zu Sachsen. Die alten engen Verbindungen mit den Mainlanden wiehen immer mehr einer Orientierung nach Norden. Die Steinbrüche am Stadtberg und der Holzreichtum des Waldes boten karge Lebensmöglichkeiten. Über die Entwicklung bis zur Reformationszeit, die hier frühzeitig eingeführt wurde, ist wenig be-

kannt. Mit der Belebung der Handelsverbindungen und der wachsenden finanziellen Bedeutung des Waldes wuchs auch die Einwohnerzahl. In zahlreichen kleinen Handwerksbetrieben wurden damals Gebrauchsgegenstände aus Stein, Holz und Eisen, die in der nächsten Umgebung der Stadt gefunden wurden, angefertigt und von den Herstellern auf Geschäftsreisen in ganz Deutschland abgesetzt. Der Dreißigjährige Krieg warf die Aufwärtsentwicklung jäh zurück, aber Sonneberg erholte sich rasch. Neben ihren Haupterzeugnissen haben die Wald- und Steinbrucharbeiter in den langen Wintermenaten für ihre Kinder primitive Spielsachen hergestellt. Im Laufe der Zeit haben die Kinder ihre Spielzeuge ausgetauscht, Auf diese Weise kamen sie in immer größere Kreise und schließlich bekamen sie auch Nürnberger Kaufleute zu Gesicht. Sie erkannten sehr bald den hohen wirtschaftlichen Wert. Die Produkte aus den Uranfängen der späteren hochqualifizierten Holzspielzeugindustrie wurden auf den nordischen Märkten gern gekauft. Auch andere frernde Länder zeigten sich aufnahmebereit.

Das 'Provisorische Regulativ vom 26. September 1839' setzte die alte Stadtverfassung von 1829 außer Kraft und ein Magistrat und ein zehnköpfiger Gemeinderat wurden von der Bürgerschaft gewählt, Diese neue Stadtverfassung blieb bis nach dem Ersten Weltkrieg in Kraft. Auch äußerlich änderte die Stadt ihr Gesicht. Als der große Brand vom 27. August 1840 engbebaute Straßenzüge des Stadtkerns vernichtete, wurde das Gebiet in allein von Zweckmäßigkeit bestimmter Weise wiederhergestellt, Die Stadtkirche, die seit dem 13. Jahrhundert auf dem Marktplatz gestanden hatte, wurde ganz außerhalb der Stadt, am Hange des Schönbergs, wiederaufgebaut. Mit der Errichtung des Bahnhofs 1858 als Koptstation einer von Coburg abzweigenden Nebenstrecke der Werrabahn weit im Süden, tritt Sonneberg immer mehr

aus der Enge des Röthentales heraus, Als der Sonneberger Handel um die Wende zum 20. Jahrhundert seinem Höhepunkt zustrebte, entstanden in rascher Folge die Straßenzüge östlich der Bahnhofsstraße. Die Einwohnerzahl, um die Jahrhundertwende 4800, betrug im Jahre 1900 schon 13 200 und vor dem Ersten Weltkrieg etwa 16000 Mensehen. Eine Poststation befand sich seit 1807 in Sonneberg. 1850 war das Gründungsjahr der Senneberger Feuerwehr. Die Spielwarenindustrie bestimmte vollends das Leben der Stadt, Zu dem Rohstoff Holz kam die Bossiermasse, und rnit der Einführung von Papiermaché war eine Massenproduktion möglich geworden.

1825 wurde das alte Amt Sonneberg autgelöst, als Verwaltungsgebäude entstand ein Kreisamt, welches 1829 in 'Verwaltungsamt' umbenannt wurde und 1870 die Bezeichnung 'Herzoglicher Landrat' erhielt. Es entstanden ein Kreisgericht und ein Forstarnt. Aus privaten Anfängen entstand einer der kostbarsten Schätze Sonnebergs, das Deutsche Spielzeugmuseum. 1920 ging Sonneberg rnit dem Land Meiningen an Thüringen über. 1919 erfolgte die Eingemeindung des Ortes Bettelhecken, dem 1922 Höhnbach und 1923 Neufang folgten. In den Blütejahren von 1926 bis 1930 wurden als soziale Einrichtungen die Ortskrankenkasse und das Kreiskrankenhaus errichtet. Es entstanden Einkaufshäuser der amerikanischen Großfirmen Kresge und Woolworth sowie das Parkhotel und das· Gesellschaftshaus, Etwas außerhalb entwickelte sich die Sternwarte auf dem Erbisbühl in Neufang zu einem Forschungssinstitut von hohem Ruf. Die Vorbereitung zum Zweiten Weltkrieg und der Krieg selbst zerstörten schließlich die Grundlagen der Sonneberger Spielzeugindustrie .

Am 1. Juli 1950 wurde Oberlind erneut in die Stadt Sonneberg eingerneindet, nachdem es 1922 ein- und 1924 wieder ausgerneindet worden war. Von 1945 bis 1952 gehörte Son-

neberg zum Land Thüringen, Mit der Verwaltungsreform von 1952 entstand der Kreis Souneberg. Senneberg wurde Kreisstadt und gehörte bis 1990 zum Bezirk Suhl. Mit der Länderbildung kam Sonneberg wieder zum Land Thüringen, einem der fünf neuen Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland.

Durch die grenznahe Lage wurde Sonneberg nach dem Bau der Berliner Mauer Sperrgebiet. Der Besuch konnte nur noch rnit Passiersehein erfolgen. Ein Rückgang des Geschäfts- und Kulturlebens war die Folge. Erst Antang der siebziger Jahre war Sonneberg für den Besucherverkehr wieder geöffnet.

Neben der Spielzeugindustrie sind auch noch andere Industriebereiche vorhanden. Maschinenbau, chemische Industrie, Elektroteehuik/Elektronik und Leichtindustrie sind die wichtigsten. Hier finden die meisten der etwa 28 000 Einwohner von Sonneberg ihre Beschäftigung.

Die Stadtfarben von Sonneberg sind schwarz-gold. Das Stadtwappen zeigt seit dem Übergang der Stadt 1353 an Meißen den aufrechtstehenden, doppelgeschwänzten, rotbezungten und bewehrten schwarzen Löwen im goldenen Feld und zwei Sterne als Beizeichen.

Durch das verliegende Werk 'Sonneberg in alten Ansichten' sollen die Eigenarten und Schonheiten Sonnebergs, sowie das Leben und Treiben, die Sitten und Gebräuche der Bewohner in einem bestirnmten Zeitabschnitt (1880-1930) wiedergegeben werden. Es soll den Sonnebergern selbst ihre Heimat lieber und werter machen, andererseits auch bewirken, daß Sonneberg von Menschen aus aller Welt gem und immer wieder autgesucht wird.

SonnebergimJuni 1991

Jürgen Luthardt

~onneberg i. f:nir. Schloßoerç.

1. Auf dem heutigen Schloßberg stand einst die Burg Sonneberg. Sie wurde seit 1207 so genannt nach dem Geschlecht derer 'von Sonneberg' , welche aber kurz nach 1306 aussterben. 1347 ist die Burg unter den gekauften Vesten der Grafen von Henneberg. 1349 wohnt die Gräfin Jutta von Henneberg auf der Burg und erteilt Sonneberg die Stadtrechte. Im Jahre 1384 brennt die Burg ab und wird wieder aufgebaut. Urn 1600 ist die Burg in sehr schlechten baulichen Zustand. Am 19. Februar 1639 wird das Burggebäude durch ein Unwetter völlig zerstört, die Mauersteine zu Hausbau und Ausbesserungsarbeiten verwendet. 1844 erwirbt der Augustenverein das Gelände, der Schloßbergturm und ein Wirtschaftsgebäude werden neu erbaut. 1928 erfolgt der letzte große Anbau durch den Augustenverein. 1945 geht der Schloßberg in den Besitz der Stadt über und wird 1952153 vollständig erneuert. Der Schloßberg ist auch heute noch das Wahrzeichen der Stadt Sonneberg.

2. Das Sonneberger Wahrzeichen, der Schloßberg, um 1910.

3. Bliek von der evangelischen Stadtkirche über die Eller zum Schloßberg. (Aufnahme um 1910.)

4. Bliek vom Schloßberg auf die obere Stadt, um 1910. (Grüntal. )

5. Eines der schönsten und ältesten Häuser Sonnebergs, die sogenannte Türkenburg, steht im Stadtteil SonnebergIWehd am Fuß des Schloßberges. Ihre Grundmauern wurden aus Steinen der eingefallenen Burg der Ritter von Sonneberg, welche einst auf dem Schloßberg stand, erbaut (1664). (Aufnahme um 1910.)

6. Als bei dem Großbrand am 27. August 1840 auch die Kirche den Flammen zum Opfer gefallen war, wurde das jetzige Gotteshaus, dessen Standort der Meininger Herzog Bernhard Erich Freund selbst gewählt hatte, in Angriff genommen und Pfingsten 1845 eingeweiht. Erbauer war der namhafte Architekt Prof. Heideloff aus Nürnberg. Die doppeltürmige Kirche, im romantischen Stil der Neugotik des vorigen Jahrhunderts gehalten, ist ein würdiger und edler Bau von schönen Proportionen, einschiffig, mit zwei Längs- und zwei Breitemporen einem Vorraum und erhöhtem Chor. Sie liegt am Fuß des Schönberges, (Aufnahmeum 1900.)

7. Kommerzienrat Adolf Fleischmann (1819-1895) war zu seiner Zeit ein würdiger Repräsentant der Sonneberger Kaufmannschaft. Durch seine gesunden Anschauungen und Anregungen, gepaart mit realistischem Geschäftssinn und Unternehmungsgeist, erwarb er sich große Verdienste um die Entwicklung der Hausindustrie im gesamten Sonneberger Industriebezirk und seiner Heimatstadt Sonneberg. Der Meininger Herzog Georg, mit welchem Kommerzienrat Adolf Fleischmann befreundet war, schätzte seinen Rat und seine Meinung. Adolf Fleischmann war auch schriftstellerisch tätig und besaß einen urwüchsigen, kernigen Humor. Da er sich in seiner Jugend einige Zeit in Rußland geschäftlich aufgehalten hatte, nannte man ihn auch den 'Fleischmanns- Ruß' .

8. Das Lutherhaus um 1880. Das Lutherhaus, ein aus dem Mittelalter stammendes Block- oder Schrothaus, das typische Wohnhaus der Wäldler. Kommerzienrat Adolf Fleischmann (1819-1895) ließ es im Bergdorf Judenbach abreißen und im Jahre 1874 in unserer Stadt Sonneberg wieder aufbauen. Es wurde seit dieser Zeit als Wirtshaus und Gaststätte genutzt. Durch Judenbach führte im Mittelalter die alte Handels- und Heerstraße Nürnberg-Coburg-Saalfeld-Leipzig. Diese Straße hat auch Martin Luther auf seinem Ritt Ende Oktober 1518, wahrscheinlich am 26. Oktober, von Coburg kommend durch den Sonneberger Kreis über ludenbach nach Gräfenthal benutzt. Dafür gibt es sichere Nachrichten. Martin Luther soll noch öfter durch ludenbach gekommen sein und Speise und Trank in eben diesen Lutherhaus zu sich genommen haben. Doch diese These ist wissenschaftlich nicht haltbar. Deshalb heute noch der Name Lutherhaus. (Aufnahme um 1900.)

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek