Sonneberg in alten Ansichten

Sonneberg in alten Ansichten

Auteur
:   Jürgen Luthardt
Gemeente
:   Sonneberg
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5232-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Sonneberg in alten Ansichten'

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49. Bereits im letztem Jahr vor dern Ersten Weltkrieg betrug der Erzeugniswert des Sonneberger Spielzeugindustriebezirkes rund 45 Millionen Mark. Dies stellte rund 40% der deutschen, 25% der europäischen und 20% der Gesamt-Spielzeug-Produktion der ganzen Erde dar. Die überragende nationalökonomische und weltwirtschaftliche Bedeutung der deutschen Spietzeugindustrie geht aus der Tatsache hervor, daB sie zur selben Zeit in der deutschen Exportstatistik an 13. Stelle stand. Aber erst die Hochkonjunktur nach dem Ersten Weltkrieg hat Sonneberg aus der oft noch kleinstädtischen Enge herausgehoben und es zur 'Weltspielwarenstadt' gemacht. An Stelle des Ausfreierhand-Modellierens der Bossierer trat ein ein neues rascheres Formverfahren, nämlich das Drücken und Pressen der Rohteigrnassen in Schwefel und Gipsformen. So war eine Art Massenproduktion möglich. Ein Bliek in der Arbeitsstube eines Drückers (Sonneberg um 1910).

50. Findiger Kaufmannsgeist und unermütliche Kleinarbeit der Heimarbeiterfamilien brachten Geld aus allen Erdteilen. Freilich verteilte sich der Wohlstand nicht gleichmäßig unter die Bewohner der Stadt. Während sich die Vermögen in den Händen von führenden Kaufleuten befanden, konnte sich der Großteil der von ihnen abhängigen Heimarbeiter nicht über ein bescheidenes Leben erheben. In der Arbeitsstube eines Maskenmalers (Familie Specht 1911, Oberer Graben).

51. Im Zusammenhang mit der Puppenindustrie entwickelte sich im Sonneberger Bezirk die Porzellanindustrie, die zunächst hauptsächlich Porzellanerzeugnisse für die Puppen- und Spielwarenindustrie herstellte: Puppenköpfe, die sogenannten Buiscuit-Köpfe, kleine Porzellanpüppchen, dann Puppenteile, wie Arme und Beine. Es wurden aber auch andere Porzellanwaren gefertigt: Gebrauchsgeschirr, technische und elektrotechnische Artikel, Porzellanmärbel, Figuren, Nippsachen. Auch die Porzellanmalerei war weit verbreitet. Gruppenbild der Dreher aus der Porzellanfabrik Schoenau (um 1910).

52. Mit dem Land Meiningen war Sonneberg 1920 an Thüringen übergegangen und wurde damit noch stärker als bisher in den mitteldeutschen Raum einbezogen. Wenn auch Volkstum und Landschaft nach wie vor die Verbindung mit dem Süden aufrechterhielten, so richteten sich die Blicke der fast ausschließlich auf den Export eingestellten Sonneberger Industrie eindeutig auf die großen Überseehäfen der Nordseeküste. Auf dem Bild sehen wir Lieferfrauen vor dem Sonneberger Bahnhof (um 1914).

53. In dieser geschäftigen Stadt, 'wo alles klopft, hämmert, sägt, formt, malt, packt, Fakturen schreibt, rechnet, die Weltkonjunktur erwägt, und die Ehre mit dem Maßstab der Geschäftsgröße mißt', stand alles im Interesse der Industrie und war auf das Geschäft ausgerichtet. Unter diesem Gesichtswinkel ist die Aufwärtsbewegung im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts zu sehen. Der liberale Fortschritt räumte alle Hemmnisse aus dem Weg. Die Senneberger Industrie bot Existenz und Aufsteigsmöglichkeiten für den Mittelstand, für die kleinen Fabrikanten. Ein Bliek von Firma Bergheim, Puppenkleidernähstube (um 1930).

54. In den Blütejahren der 'Weltspielwarenstadt' Sonneberg, von 1926 bis 1930, änderte sich das innere städtebauliche Bild von Sonneberg entscheidend. Als soziale Einrichtung wurde das neue Verwaltungsgebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Amtsgerichtsbezirk Sonneberg errichtet. Großartige Geschäftsgebäude, wie die europäischen Einkaufshäuser der amerikanischen Großfirmen Woolworth und Kresge, entstanden, und schließlich wurden das Parkhotel und das Gesellschaftshaus als Stätten des geselligen Beisammenseins erbaut. Den Höhepunkt dieser Bauphase aber bildet die im Jahre 1928 erfolgte Einweihung des neuen Rathauses. 1932 wurde das neue fünfstöckige Postgebäude in Betrieb genommen. Im Vordergrund dieser Luftbildaufnahme sehen wir: in der Mitte das Rathaus, rechts das Woolworth-Gebäude, links das Gebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse und dahinter den Neubau der Deutschen Post.

55. Der imposante Bau des Sonneberger Rathauses. Am 4. August 1927 wurde der Grundstein gelegt. am 1. November 1927 wurde bereits das Richtfest gefeiert und im Oktober 1928 war der neue Rathausbau fertig (rechte Bildkante, ein Teil des WoolworthGebäudes),

56. Das Verwaltungsgebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Sonneberg, welches am 12. November 1927 eingeweiht wurde. Irn Einweihungsjahr konnte die Allgemeine Ortskrankenkasse in Sonneberg ihr 29jähriges Bestehen feiern.

57. Das Woolworth-Gebäude, 'Das größte Einkaufshaus Europas war ursprünglich in einer elfgeschossigen Höhe geplant, wurde aber in der Baudurchführung nur mit fünf Stockwerken in den Jahren 1924-1926 errichtet. 1945 wurde es durch zurückgehende deutsche Truppen gesprengt.

58. Der Bahnhofsplatz wird asphaltiert. Im Hintergrund das Rathaus und das Woolworth-Gebäude. Das Gebäude des Bahnhofs und der Ortskrankenkasse rundeten das einmalige bauliche Ensemble um den Bahnhofsplatz noch ab. (Aufnahme um 1930.)

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