Spaichingen in alten Ansichten

Spaichingen in alten Ansichten

Auteur
:   Angelika Feldes
Gemeente
:   Spaichingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5775-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Spaichingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Daß Spaichingen ehemals ein Straßendorf war, ist der kleinen Stadt heute noch anzusehen. Die Bundesstraße 14 führt von Stuttgart her mitten durch den langgezogenen Ort in Richtung Bodensee. Bereits in früheren Zeiten hatte Spaichingen einen Durchreiseverkehr , denn die sogenannte Schweizer Straße führte durch den Ort und brachte viele Händler und Reisende in das Dorf. Vermutlich verdankte der Ort seiner zentralen Lage im Primtal zwischen Baar und Heuberg gelegen, den Aufstieg zur Oberamtsstadt.

Auch heute noch hat Spaichingen als Verwaltungsmittelpunkt seine zentrale Funktion beibehalten. Im Jahr 1828 - über zwanzig Jahre nach dem Übergang vom vorderösterreichischen in württember-

gisches Herrschaftsgebiet - bekam Spaichingen die Stadtrechte. Dennoch prägte das Stadtbild Spaichingens bis in die fünfziger Jahre dieses Jahrhunderts mehr ein ländlicher, als ein städtischer Charakter. Die in der Hauptstraße angelegten Gebäude bestanden bis auf die wenigen Verwaltungsgebäude aus kleinen Bauernhäusern, Selbst die zahlreichen Gasthäuser und Handwerksbetriebe bargen unter ihrem Dach Scheuern und Ställe. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen Stadthäuser, Laden- und Handelsgeschäfte und elegantere Gasthäuser hinzu. Die Industrialisierung kam erst spät und in eher bescheidenem Umfang, so daß es in Spaichingen keine der in anderen württembergischen Industrieorten gängigen Gründerzeitvillen gibt. Erst um die Jahr-

hundertwende entstanden in der Bahnhofstraße dreigeschossige Stadthäuser und in den zwanziger Jahren wurden an den allmählich entstehenden Seitenstraßen, vor allem am Hang des Dreifaltigkeitsberges, auch großzügig gestaltete Wohnhäuser gebaut. Denn schließlich hatten die Fabriken der Möbel- und Tabakbranche doch auch Geld und zunehmend auch eine steigende Bevölkerung nach Spaichingen gebracht. Aus dieser Zeit, vom ländlichen, langsam sich entwickelnden Spaichingen bis zum Ende der zwanziger Jahre, stammen die Bilder, die die vielfältigen Facetten dieser Stadt zeigen:

Straßen und Menschen, Arbeit und Feste und Gebäude, die längst abgerissen oder umgestaltet wurden, oder eben noch genauso dastehen, wie vor achtzig Jahren. Dieser Bliek zurück ist sicherlich nur eine unvollständige Dokumentation des ehemaligen

Spaichingen. Vieles wurde nicht fotografiert, weil es nicht interessant genug erschien oder das Geld dazu fehlte. Fotografen wurden nur zu besonderen Anlässen bestellt und nicht jeder hatte genug Geld übrig, um den durchkommenden Wanderfotografen eine Aufnahme abzukaufen. Auch später war das Fotografieren mit der Rollfilmkamera für die meisten Leute zunächst ein zu luxuriöses Vergnügen. Von den Bildern, die gemacht wurden, existieren heute viele nicht mehr. So kann der Bliek zurück nur der sein, den uns das überkommene Bildmaterial freigibt. Die in diesemBand veröffentlichten Bilder wurden dem Fotoarchiv des Gewerbemuseum Spailingen entnommen. Der Heimatverein hatte die Sammlung in jahrenlanger Arbeit für das Museum zusammengetragen.

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1. Um die Jahrhundertwende war die beliebteste Form der Ansichtskarte die Gesamtansicht, in die verschiedene Sehenswürdigkeiten in oft reichverzierten Rahmen einmontiert waren. Ziemlich schlicht allerdings zeigt diese Karte, was um 1900 in Spaichingen als sehenswert galt: Das Rathaus neben der alten Stadtpfarrkirehe, das 1895 in der Bahnhofstraße erbaute Schulhaus, das 1876 ebenfalls in der Bahnhofstraße erbaute Gewerbemuseum und natürlich das Wahrzeichen Spaichingens: Die Dreifaltigkeitsbergkirche. Im Vordergrund der Gesamtansicht ist die Verenamühle zu sehen. Die Postkarte wurde von der M. Kupferschmidschen Buchhandlung in Spaichingen herausgegeben; vor 1898.

2. Anläßlich eines Namenstages, der im katholischen Spaichingen früher eine größere Bedeutung hatte als der Geburtstag, wurde diese Ansichtskarte von einer Spaichinger Familie im Jahr 1903 nach Tuttlingen gesandt. Die kunstvoll gestaltete Karte zeigt das damals noch zweigeschossige Schulgebäude in der Bahnhofstraße und die beiden neugebauten Kirchen. Die Hofener Kirche wurde 1897, die Stadtpfarrkirche im Jahr 1900 eingeweiht.

3. Eine sehr ungewöhnliche Postkarte zeigt Spaichingen in der wohl beliebtesten Perspektive - mit dem Dreifaltigkeitsberg im Hintergrund. Im Vordergrund ist die noch unbefestigte Chaussee zu sehen, die nach Hausen ob Verena führte. Um die Jahrhundertwende wurde Spaichingen als Luftkur- und Wintersportort entdeckt. Zur Förderung des jungen Tourismus wurde sogar ein Fremdenverkehrsverein gegründet, der offensichtlich Herausgeber dieser faitbaren Doppelkarte war. Ein Urlauber des Jahres 1904 notierte auf der Vorderseite seine Ausflüge zum Dreifaltigkeitsberg und zu verschiedenen Heubergdörfern.

Kath Stadtpfarrkirehe.

Ver!. v. M. Kupferschmid'sc1e Buchhandlung, Sp a ichin~en.

4. Die Aufnahmen dieser Ansichtskarte entstanden kurz nach der Jahrhundertwende. Sie zeigen neben der Gesamtansicht von Spaichingen und Hofen das Gewerbemuseum, in dem zu dieser Zeit noch neben der Gewerbeschule die Handwerkerbank untergebracht war und den Neubau der Stadtpfarrkirche St. Peter und Pau!. Mit der Stadt war auch die katholische Kirchengemeinde gewachsen und die alte Kirche zu klein geworden. Der neogotische Neubau wurde 1900 eingeweiht.

Spaichingen

Total

5. Nach 1910 setzten sich immer mehr Ansichtskarten durch, die auf der Bildseite Fotografien anstatt Farblithografien zeigten. Diese Karte , ebenfalls abgesandt als Namenstagsgruß, trägt den Poststempel von 1911. Die Stadt hat sich durch viele Neubauten, vor allem im Bereich des Bahnhofs (weißes Gebäude in der Bildmitte), stark vergrößert. Die auf dem Foto noch freien Hänge des Dreifaltigkeitsberges sind nun bis zur halben Höhe bebaut, im Bildvordergrund finder sich heute ein großes Industrieareal.

6. Um 1910 zeigte der Bliek in die Bahnhofstraße auf der linken Straßenseite ein Büro- und Ausstellungsgebäude der Möbelfabrik Gustav Bühler. An dieser Stelle befindet sich seit 1936 die Bühler-Villa. Daneben steht das Haus, von dem aus Bühler 1902 begann, im Laufe der Jahre ein riesiges Betriebsgelände auf den dahinter liegenden Kirchwiesen zu erschließen. Auf der rechten Straßenseite steht das Bahnhofshotel. Es wurde zweigeschossig erbaut; erst in den zwanziger Jahren wurde es um ein weiteres Stockwerk erweitert, um die zahlreichen Reisenden aufnehmen zu können. Kutschen, Passanten und Radfahrer wurden in das Bild hineinmontiert, um die Straße zu beleben.

Spaichigen - Bahnhofslrabe

7. Nach dem Bau des Bahnhofs im Jahr 1869 entstand die Bahnhofstraße als Verbindung zur Hauptstraße. Die Straße wurde schnurgerade angelegt und im Laufe der Zeit mit schönen Stadthäusern und öffentlichen Gebäuden gesäumt. Gegenüber dem Gewerbemuseum stehen die Realschule, das neue Pfarrhaus und die Stadtpfarrkirche .

Spaichjng~), Bahnhof~Îlsse

8. Die Bahnhofstraße war die erste Straße, die der Reisende in Richtung Stadt beging. Die Gehwege waren im Verhältnis zur unbefestigten Straße breit angelegt, von Straßenverkehr konnte man um 1910 noch nicht sprechen! Der Gepäckträger stellt sich dem Fotografen neben einer Gaslaterne. Seit 1905 gab es in Spaichingen Gaslaternen. Allerdings wurden bereits 1902 in der Bahnhofstraße die ersten beiden elektrischen Straßenlaternen aufgestellt. Diese wurden von der Trikotfabrik Manz & Haller probeweise durch den hauseigenen Generator gespeist.

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