Spaichingen in alten Ansichten

Spaichingen in alten Ansichten

Auteur
:   Angelika Feldes
Gemeente
:   Spaichingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5775-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Spaichingen in alten Ansichten'

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49. Die Innenansicht des Restaurants des Hotels Oswald-Alte Post zeigt einen eleganten Raum mit Jugendstilfenstern und Palmen. Großstädtisches Flair der Jahrhundertwende erinnerte an Vorbilder aus Berlin oder Paris und hob sich von den übrigen Bauernwirtschaften und Gaststätten ab, die mit kleineren Schankräumen und einfachen Holztischen vor allem die Spaichinger Bevölkerung zum Verweilen einlud. Auch Speisekarte und Preise dürften sich deutlich von den anderen Gastwirtschaften unterschieden haben,

50. Gemütlich wirkt der Schankraum der Wirtschaft 'Zum Sternen' in Hafen. Spaichingen lag früher auf der Reisestrecke in die Schweiz und hatte bereits aus diesem Grund Anlaß für eine Vielzahl an gastronomischen Einrichtungen. Auch hatte jede der um die Jahrhundertwende noch existierenden neun Brauereien eine Schankwirtschaft. Die regelmäßigen Stammtische der männlichen Bevölkerung, die Rast durchreisender Händler und gelegentliche Familienfeiern wie Hochzeit, Taufe und Leichenschmaus, erbrachten in der Regel nicht genug Einnahmen, um auch ohne das zusätzliche Betreiben der Landwirtschaft existieren zu können.

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Spaichingen. Gasthof zum Kreuz. Inh. Bernh. Renk.

51. 'Wir sitzen so fröhlich zusammen am runden Tisch und finden nicht, wo die Ecke ist,' schreiben 1925 die Zeeher Albert und Alois an eine Dame in Schwenningen. Die Ansichtskarte vom Gasthof Kreuz am Kreuzplatz haben sie vermutlich direkt beim Wirt Bernhard Renk erstanden. Das Gasthaus wurde 1771 von Johann Braun gegründet und war eines der größeren in Spaichingen. Vor allem der später angebaute Saal diente Familienfesten, Vereinsfeiern, Tanzveranstaltungen und Theateraufführungen. Die Säle, über die außer dem Kreuz auch das Gasthaus 'Zu den sieben Winden', das Gasthaus 'Zum Hasen', das Hotel Oswald-Alte Post und die Traube-Neue Post verfügten, waren als Veranstaltungsorte unentbehrlich, denn öffentliche Festhallen gab es auf dem Land erst seit dern 20. Jahrhundert.

52. Schon von weitem war der Hinweis auf das 'Rössle' auf dem Dach des Gasthauses zu sehen. Das Restaurant wurde 1747 von Martin Grimm gegründet. Ab 1890 betrieb der Wirt Georg Keller zusätzlich eine Brauerei, die allerdings schon lange nicht mehr existiert, Das 'Rössle' war das Versammlungslokal für die Spaichinger Zünfte, bis diese 1861 durch die Gewerbefreiheit im Königreich Württemberg abgeschafft wurden. Auf der linken Seite des Lokals befand sich einmal ein Biergarten, in dem die Stadtkapelle nach der Fronleichnamsprozession aufspielte. In den 1920er Jahren baute der Tuttlinger Fotograf Kiener dort ein Attelier und in der 1950er Jahren der Tuttlinger Wilhelmein Kino.

53. Zum 1. Januar 1917 versandte die Wirtsfamilie Merkt Neujahrsgrüße an Freunde und Stammgäste der Brauereiwirtschaft 'Zum Engel'. Im Jahre 1665 von Jörg Ripp gegründet, gehört diese Wirtschaft zu den ältesten noch existierenden in Spaichingen. Die Brauerei gründete allerdings erst 1845 der damalige Wirt Andreas Schmid. Anton Merkt, der 1888 Brauerei und Wirtschaft übernahm, war vermutlich der Vater des Absenders. Wie die Handwerksbetriebe auch, wurden die Gasthäuser meist an die nächste Generation weitergegeben.

Grnss ans SP AIOHINGEN' &stanration' z. Scb.arleck lnh. A. Fischer.

54. Aus einer Bäckerei ging das Restaurant 'Scharfeck' , 1884 von Josef Merkt gegründet, hervor. Bei den zahlreichen, an der Hauptstraße gelegenen Gasthäusern machten auch Fuhrleute halt, die von Tuttlingen oder vom Heuberg aus landwirtschaftliche Produkte oder auch Langholz transportierten. Das Bild zeigt zwei Pferdefuhrwerke mit Fuhrleuten in ihrer um die Jahrhundertwende noch typischen Tracht.

55. Der Bäckermeister Josef Merkt richtete in seinem Haus in der Hauptstraße neben seiner Bäckerei 1849 eine Wirtschaft ein und nannte die 'Zur Rose'. Ein Scheunentor zeugt davon, daß selbst noch in den 1920er Jahren neben der Gastronomie der Landwirtschaft nachgegangen wurde.

56. Im Jahre 1929 wurde das Haus von Carl Kraft renoviert und umgebaut. Der Schankraum wurde erweitert, anstelle des Scheunentores zeigt die Fassade nun ein großes Fenster; auch im ersten Stock war ein weiteres Zimmer entstanden. Das Fenster links neben der Ladentüre wich einem kleinen Schaufenster, in dem, wie inzwischen üblich, die Backwaren ausgelegt wurden. Das 1929 noch sehr schmucke Häuschen mußte Anfang der siebziger Jahre einem Betonneubau weichen, der im Erdgeschoß die Bäckerei und im ersten Stock ein Café beherbergte.

57. Thomas Hauser, der Begründer einer Bauernwirtschaft in der Angerstraße nahe dem Friedhof, gab seinem Gasthaus den sinnigen Namen 'Zur Hoffnung'. Seit 1857 konnte man dort einkehren und vermutlich kam dort manche Trauergemeinde zum Leichenschmaus zusammen. Der Besitzer und Sohn des Gründers, Kar! Hauser, zeigt sich mit dem adrett weiß beschürzten Hauspersonal. Kutsche, Pferde und das Vieh zeigen einen wohlhabenden, stolzen Wirt.

58. Am Hang des Dreifaltigkeitsberges stehen in enger Nachbarschaft zwei Anwesen, die sich 'Die Bleiche' nennen: ein Wirtshaus, 1783 von einem Fabrikanten Bühler erbaut, und ein Bauernhof. Den Namen erhielt das Fleckchen, da die Familie auf dem Hof eine Bleicherei betrieb. Früher gab es in Spaichingen eine Vielzahl an Leinewebern, Die fertigen Stoffe waren von Natur aus grau und wurden in der Sonne zu blütenweißem Linnen gebleicht.

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