Spandau

Spandau

Auteur
:   Dr. Gustav Sichelschmidt
Gemeente
:   Spandau
Provincie
:   Berlin
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3445-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Spandau'

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EINLEITUNG

Im letzten Menschenalter hat Spandau wiederholt wegen seines Kriegsverbrechergefängnisses in der Weltpresse Schlagzeilen gemacht. Sonst zeigte sich diese Siedlung an der Peripherie Westberlins nicht sonderlich um Publizität bemüht. Zwar hat Spandau ein gestrichenes Maß vom Schicksal der geteilten Stadt mitzutragen gehabt, aber selbst über dieses betrübliche Faktum der Spaltung ist man heute ohne alle Tendenz zum Heroisieren zur Tagesordnung übergegangen. Märkische Sachlichkeit hat die Spandauer, die geborenen wie die gelernten, dazu disponiert, ihren Part im politischen Satyrspiel dieser Jahre tapfer durchzuhalten.

Der Erfolg war dann auch mit ihnen: ihr Bezirk ist heute Berlins vitalster Industriedistrikt. Zwanzig Prozent aller in der Industrie tätigen Westberliner finden in den mehr als zweihundertfünfzig Spandauer Industriebetrieben ausreichend Arbeit, und vielleicht hat Spandaus wirtschaftliche Zukunft sogar erst begonnen; denn seinen Expansionsmöglichkeiten, lange durch Rayonbestimmungen der alten Festungsstadt

unziemlich abgedrosselt, scheinen derzeit kaum Grenzen gesetzt zu sein. Es verfügt als räumlich größter Bezirk über ansehnliche Baulandreserven, und was sich über Jahrhunderte als ärgerliches Handicap im Wettkampf mit dem kühn aufstrebenden Berlin erwies, nun stellt es sich mit einem Male als gern wahrgenommene Chance heraus.

Seit seiner Eingemeindung als achter Verwaltungsbezirk in den 1920 errichteten Gemeindeverband von Groß-Berlin hat Spandau erstaunlich schnell seine Ressentiments gegenüber dem jüngeren Berlin abgebaut. Das bitterböse Wort von den Spandauern, die lange schon vor den Berlinern Geschichte gemacht hätten, hat seinen Stachel verloren, obwohl man es diesen Beute-Berlinern nicht verdenken kann, wenn sie zuweilen die Erinnerung an die Tatsache, daß die Markgrafen von Brandenburg ihnen schon 1242 das Stadtrecht verliehen, aufpolieren, ehe sie Patina ansetzt. Hier am Zusammenfluß von Havel und Spree hatten die Askanier eine Burg angelegt, aus der sich dann die Zitadelle herausmauserte, auf die inzwischen

emige Jahrhunderte keineswegs immer idyllischer Geschichte herabblicken.

Mit gutem Recht haben die Spandauer ihr Geschichtsbewußtsein gegenüber einer parvenühaften Weltstadtattitüde zu kompensieren verstanden, und wirklich weht einen immer noch ein Hauch von Tradition in den Kopfsteinpflaster-Gäßchen zwischen Havel und Mühlendamm an, wenn auch mancher städtebaulicher Fauxpas sich neuestens der musealen Romantik AltSpandaus nicht gerade förderlich erwies. Trotzdem gibt es noch manches Indiz für das ehrwürdige Alter dieser Stadt, die demnächst ihren vor siebenhundertfünfzig Jahren vollzogenen Eintritt in die Geschichte sicher mit berechtigtem Selbstgefühl begehen wird. Wenn die Spandauer bisher auch kein prosperierendes Kulturleben entwickeln und mit dem opulenten Berliner Kulturangebot konkurrieren konnten, so bewegen sie sich doch ganz auf der Höhe der Zeit. Wer daher den Lokalpatriotismus von 200 000 Spandauern als kleinkarierten Provinzialismus herunterspielen möchte, ahnt nicht, wieviel Berlin

märkischer Solidität zu verdanken hat. Aber Spandau kann nicht nur mit einer florierenden Industrie und historischen Schaustücken, die einen Stern in Bädeker verdienten, aufwarten, es ist auch von der Natur mit einigen Kostbarkeiten verwöhnt worden.

Ein Rückblick ins Spandau der guten alten Zeit, wie es sich in diesen Ansichtskarten noch einmal von seiner besten Seite zeigt, ist daher auch so etwas wie ein Einstieg in die heile Welt der deutschen Provinz von vorgestern, ehe das große Debakel zweier Weltkriege auch über sie hereinbrach. Der nostalgische Enthusiasmus, der heute so gern geschichtlichen Schutt beiseite räumt, um zu einer besonnteren Vergangenheit vorzustoßen, ist, meinen wir, durchaus legitim, solange er nicht zu einer Flucht vor den Forderungen des Tages ermuntert. Der nostalgisch eingestimmte Betrachter findet daher an diesen Darstellungen der alten Festungsstadt an der inselbetupften Havel ausreichend Material, um in opulenten Erinnerungen zu schwelgen.

I. Das Bezirkswappen von Spandau wurde bereits seit dem 13. Jahrhundert verwandt und im Jahre 1957 amtlich bestätigt. Es zeigt eine Stadtmauer mit dem brandenburgischen Adlerschild und über den Zinnen der Torburg einen Helm mit einem Adlerflug als Zierde.

Spandau

90m Qarnisonkirchturm aus gesehen

2. In der wilhelminischen Zeit hinterließ das Zentrum von Spandau noch den Eindruck einer märkischen Kleinstadt, die von dem dominierenden architektonischen Akzent der Nikolaikirche geprägt war. Im Vordergrund der Abbildung ist das Kaiser-Wilhelm-Denkrnal südlich der Garnisonkirche zu erkennen.

3. Diese Ansichtskarte aus dem Jahre 1898 bietet eine Auswahl von Kasernen an, die den Ruf Spandaus als einer Garnison- und Soldatenstadt bestätigt. Damals lagen in Spandau ein Garderegiment zu Fuß, ein Garde-Grenadierregiment, ein Garde-Fußartillerieregiment , ein Pionierbataillon und ein Trainbataillon. Die staatliche Rüstungsindustrie war mit einer Artilleriewerkstatt, einer Geschützgießerei und einer Gewehr-, Arrneekonserven-, Munitions- und Pulverfabrik vertreten.

4. Im Jahre 1886 wurde an Stelle einer erst zwei Jahrzehnte zuvor errichteten Holzbrücke eine massive Brücke aus Eisen im Zuge der Charlottenstraße über der Havel errichtet. Sie war fünfzig Meter lang und hatte eine Durchfahrtshöhe von 9.50 Meter. 1926 bis 1929 wurde sie durch einen Neubau ersetzt.

Spandau

5. Die Charlottenstraße führt von der Charlottenbrücke in die Stadt hinein und endet an der Kinkelstraße. Die meisten Häuser aus der Mitte des 19. Jahrhunderts waren zweigeschossig und bestanden aus verputztem Fachwerk. Die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges haben das Bild dieser Straße grundlegend geändert.

Charlottenstr. 25127

6. Das ehemalige Zuchthaus an der heutigen Carl-Schurz-Straße diente dem um Spandau so verdienstvollen Grafen Rochus zu Lynar als Wohnsitz, als er 1578 in brandenburgische Dienste trat. Lange verschaffte das Gebäude als Zuchthaus Spandau den Ruf eines 'preußischen Sibiriens'. Im November 1850 befreite Carl Schurz den Bonner Professor und Dichter Johann Gottfried Kinkel aus diesem Gewahrsam.

7. Die Breitestraße ist eine der drei Parallelstraßen, die das Altstadtoval von Südwesten nach Nordosten in Richtung zum Behnitz durchziehen. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wurden hier viele Bauernhäuser durch mehrgeschossige Geschäftshäuser ersetzt.

Breitestralle

8. Der alte Marktplatz war seit dem Mittelalter bereits das Zentrum des städtischen Geschehens. An seiner Südwest-Ecke wurde das Rathaus errichtet, das dem Platz seinen bestimmenden Schwerpunkt verlieh. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde er völlig neu gestaltet.

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