Spremberg in alten Ansichten

Spremberg in alten Ansichten

Auteur
:   Marita Ihle
Gemeente
:   Spremberg
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5209-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Spremberg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Spremberg ist eine Stadt von einzigartiger landschaftlicher Schonheit. Die Altstadt befindet sich noch heute auf dem einstigen frühgeschichtlichen Siedlungsplatz, der im 13. Jahrhundert durch das planmäßige Anlegen von Markt und Straßen bereits seine heutige städtische Gestalt annahm. Die Verbindung von Fluß- und Stadtlandschaft mit ihren landschaftsparkähnlichen Zonen in der Stadt und um sie herum macht dieses Städtchen besonders anziehend.

Die Sp ree durchtließt die Stadt von Süden nach Norden. In die natürliche Spreeaue hincingewachsen, liegt Spremberg zwischen zwei Spreearmen auf einer Insel. Acht Brücken und Stege verbinden den Altstadtkern mit dem städtischen Umland. Der Georgenberg, Teil des Niederlausitzer Grenzwalls, eines Endmoränenzuges, bot den Siedlern, die sich an seinem Fuße im Durchbruchstal der Spree uiederließen, Schutz. In der ebenen Landschaft der Niederlausitz ist diese Lage ebenfalls eine Besonderheit. Spremberg ist somit die einzige Stadt der Niederlausitz, die man von oben betrachten kann, entschließt man sich zu einem Bergspaziergang.

Urn die Jahrhundertwende begarm die Stadt sich bis auf den Georgenberg hinauf auszubreiten. Die Lage Sprembergs an einer wichtigen Handelsstraße des Mittelalters, wie es die Niedere oder Zuckerstraße zwischen Hamburg und Breslau gewesen ist, beförderte die Besiedlung sowie die Entwicklung von Handel und Gewerbe. Vor allem die Tuchherstellung und die Funktion Sprembergs als Handelsplatz bewirkten ab dem 15. Jahrhundert einen gewissen Wohlstand für die Stadt. Einen enormen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung aber nahm die Stadt durch den Bau der BerlinGörlitzer Eisenbahnstrecke mit einem Haltepunkt in Spremberg. Als auf dem Georgenberg am 24. Oktober 1866 der erste von Berlin kommende Zug hielt, um ' ... um 3 Uhr 40 Minuten nachrnittags .. .' von Spremberg nach Weißwasser weiter zu fahren, war für das verträumte Spree-Städtchen eine Tür aufgestoßen worden.

Da der Bahnhof damals noch weit außerhalb der Stadt auf dem Berge lag, zog die Eröffnung dieser Bahnlinie weitere Bahnbauprojekte nach sich, die diesen Umstand verändern sollten. Ein ausgeklügeltes Stadtbahnnetz crmöglichtc bereits vor der Jahrhundertwende den Anschluß fast aller Industriebetriebe und Kohlengruben, wenn auch in zwei verschiedenen Spurbreiten, an die Preußischen Staatsbahnen. War die erste Dampfmaschine bei Tuchmacherrneister Wolf 1840 bereits ein Schritt zur industriellen Entwicklung in der Tuchmacherei, so beschleunigte die Bahn diesen noch erheblich. 107 Tuchtabrikanten benennt das Spremberger Adressenverzeichnis 1878. 1925 arbeiteten 1 600 Webstühle und 96 300 Spinnereispindeln in der Stadt. Die industrielle Entwicklung zog tausende Arbeitskräfte in die Stadt. Die 2 000 Einwohner von 1815 waren 1910 bereits auf 11 706 angewachsen.

Neben der Textilindustrie war es vor allem die KohleIörderung und die damit verbundene Energie-Erzeugung beziehungswcise die aus der Manufaktur hervorgegangene industrielle Glasherstellung, die Arbeitskräfte nach Spremberg zog.

Seit 1843 wird irn Gebiet um Spremberg nach Kohle geschürft. Die Kohleförderung hat die Stadt rnit geprägt, zumal irn heutigen Stadtgebiet um den Schornberg bereits im 19. Jahrhundert Kohle abgebaut wurde. 1890 war mit der 'Eintracht' im benachharten Städtchen Welzow die erste Bergwerksgesellschaft entstanden. Welzow ist westlich Spremberg gelegen und verdankt seine städtische Entwieklung ausschließlich der Kohle. 1899 etablierte sich die Niederlausitzer Kohlewerke AG und um 1900 gab es im Kreis Spremberg bereits sechs Brikettfabriken.

Von 1891 bis 1895 entstanden in Welzow rnehrere Glashütten. In Friedrichshain und Haidemühl entstanden Glasbetriebe , die auf alteren Hüttengründungen aufbauten. Sprembergs Bedeutung als städtisches Verwaltungs-

und Bildungszentrum wuchs. 1928 war in einer Publikation des 'Vereins zur Hebung des Fremdenverkehrs' folgendes Inserat zu lesen: Gute Schulbildung ist unverlierbarer Reichtum und erste Voraussetzung [ûr ein erfolgreiches Lebent Spremberg bietet mit seinen vielseitigen Schulsystemen allen, auch den wirtschaftlich schwachen Eltern, günstigste Gelegenheit, ihren Kindern eine gute Schulbildung mit auf den Lebensweg zu geben ... A. Hohere Schulen. Reform-Reelgymnasium. Vollanstalt mit Abiturientenexamen ... Lyzeum. Sexta bis Untersekunda ... zum Anschluß an das Realgymnasium Spremberg ... B. Fachschulen. Städtische Handelsschule. Staatlich anerkannte kaufmiinnische Fachschule ... Preußische Fachschule für Textilindustrie ... Vorbildung für Musterweber, Werkmeister, Betriebsassistenten, Betriebsleiter und Dessinateure .. , Gunstige Schulzugverbindungen van und nach Spremberg-Hauptbahnhof und Spremberg- West ...

Der Bau des Großkraftwerkes Trattendorf 1915 und der Ausbau der Kohleindustrie ließen die Bevölkerungszahl weiter ansteigen. Durch diese Entwicklung erhielt die Bautätigkeit in der Stadt wesentliche Impulse. Vor allem nach dem Ersten Weltkrieg entstanden im sozialen Wohnungsbau zahlreiche Siedlungsbauten wie beispielweise die Siedlung auf dem Georgenberg, die Kriegerheirnsiedlung oder die Siedlungen Trattendorfer Hof und Brigittenhof. Zwischen 1880 und 1930 entstanden auch zahlreiche Villen und Fabrikbauten, vornehmlich von der Spremberger Baufirma Mittag errichtet, die das architektonische Antlitz Spremberg wesentlich mitbestimmten.

Eine Besonderheit in der Industrielandschaft Sprembergs ist auch die Erzeugung von Preßstoffen. Die Firma Herrmann Römmler fertigte schon sehr früh PreßmasseBedarfsartikel in großer Vielfalt. Ausgehend von der Herstellung der Preßmasse für Grammophonplatten setzte diese Entwicklung bereits 1905 ein, Am bekarmtesten sind ne-

ben Haushaltsgeschirr und Halbfabrikaten für die verschiedensten Industriezweige die Volksernpfängergehäuse aus den dreißiger Jahren.

Einfluß auf die Stadtgestaltung hatten zwischen 1880 und 1930 die groß angelegten Notstandsarbeiten wie die Einebnung des Wilhelmsplatzes oder der Bau der Straße zum Bahnhof wie auch die nachfolgende Gestaltung solcher und anderer Gebiete zu Parks und Grünzonen durch den städtischen Verschönerungsverein.

Der Kreis Spremberg liegt im slawischen Altsiedelgebiet, das 1130 unter deutsche Herrschaft fiel. Die Niederlausitzer Sorben sind aus dem Stamm der Lusizi hervorgegangen. Die sorbische Sprache hat sich in den Dörfern des Kreises Spremberg bis weit in das 19. Jahrhundert erhalten. In der Stadt setzte sich die deutsche Sprache schneller durch als auf dem Lande. Die Industrialisierung um die Jahrhundertwende beförderte diese Entwicklung auch in den Landgemeinden. Heute weisen Folklore, Familiennamen sorbischen Ursprungs sowie einige umgangssprachliche Begriffe auf diese Besonderheit des Gebietes hin.

Fast ein halbes Jahrhundert nach dem Zweiten Weltkrieg und im ersten Jahr des vereinten Deutschland rüstet sich die einstige 'Perle der Lausitz' zum Wiederaufbau. Noch zeigt Spremberg auch Kriegsschäden. Die Auswahl von 76 historischen Ansichten soll dem Beschauer den Charakter dieser Stadt nahebringen, den sie fast schon verloren hatte. Sie soll helfen. der Stadt neue Freunde zu gewinnen und den Einheimisehen Mut, Kraft und Stolz zurückzugeben.

Die Auswahl der Ansichten erfolgte aus den umfangreichen Beständen des Niederlausitzer Heidemuseums Sprernberg. Besonderer Wert wurde auf die Zusammenstellung möglichst seltener Fotografien gelegt. Das Büchlein will keine Stadtgeschichte sein, sondern lediglich eine Plauderei überBilder.

Sp rem berg )1.-01:.

c: atolansicht

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1. Stadtansicht von Osten. Die 1903 den Altstadtkern noch zahlreich umschließenden Spreewiesen und -äcker vertiehen damals den Totalansichten von der Stadt romantisches Flair. Neben den bekarmten Türrnen sind zahlreiche Fabrikschornsteine in dieser Zeit ein begehrtes Markenzeichen. Es gibt Bildvorlagen für den Druck, auf denen durch Retuschen die tatsächliche Anzahl der Schornsteine 'aufgebessert' wurde. Zeitweilig über vierzig Fabrikschlote waren der Stolz der Stadt und verwiesen auf einen gewissen Wohlstand und auf eine geschäftstüchtige Industrie. Diese Ansichtskarte sendet Grüße von einer Radpartie an den Spreeufern von Spremberg nach Berlin-Lichtenberg,

Jfarkt mld Rathaus

Sprcmbcrg (Lauszïz)

2. Rathaus. Der Rathausbau hat im Laufe der Jahrhunderte mehrere Umbauten erfahren, auch der Turm ist rnehrmals erhöht worden. Sieben Stadtbrände zwischen 1429 und 1705 zogen jedesmal auch das Rathaus in Mitleidenschaft. Mit der Ausbreitung der Stadt und mit dem Anwachsen der Bevölkerungszahl im Zusammenhang mit der Entwicklung der Kohle-, Glas- und Textilindustrie war ein größerer Rathausbau notwendig geworden. Der Ausbau des Dachgeschosses 1821 und die Hinzunahme von fünf angrenzenden Grundstücken bis 1934 schufen Abhilfe. Seine architektonische Ausprägung der Gründerzeit (die Ansicht zeigt das Rathaus um 1900) ist durch Fassadenkorrekturen des 20. Jahrhunderts immer mehr verlorengegangen .

3. Der Halleysche Komet ûber Spremberg. Ein Naturereignis, angesiedelt auf dem historischen Markt, dem Stolz der Stadt, verbunden rnit dem Stadtwappen, dem Hinweis auf Befestigung und Ritterschaft. und verbunden mit dem Mittelpunkt vom Deutschen Reiche sollten Käufer dieser Karte anlocken, mit welcher der Turnverein 'Eichenkranz ' aus Slamen bei Sprernberg, heute eingerneindet , seine Turnplatzweihe arn 18. Juni 1911 finanzierte. Der englische Astronom Edmund Halley entdeckte 1676 den später nach ihm benarmten periodischen Kometen und berechnete als erster dessen Bahn.

4. Sogenannter Prinzentausch. Im Eckzimmer in der ersten Etage des 1910 fotografierten Thumannschen Hotels am Markt soll der sogenannte Prinzentausch stattgefunden haben, der Austausch eines gerade dort geborenen Jungen gegen ein Mädchen. Die Eltern des Jungen, Angehörige des sächsischen Königshauses, sollen diesen Tausch aus Glaubensgründen vollzogen und das Mädchen als ihr leibliches Kind ausgegeben haben. Der betrogene Prinz, inzwischen des Namens Lehmann und bei einfachen Leuten aufgewachsen, tauchte 1852 in Sprernberg aufund erzählte seine Geschichte, die ihm wohl aberniemand glaubte. Er siedelte nach Hoyerswerda über, wo er 1858 starb. Das Grabkreuz trug einen Hinweis auf seine hochedle Herkunft.

5. Die lOOO-Jahr-Feier. 1893 wurde mit großem Aufwand die IOaO-Jahr-Feier begangen. Ein Professor des städtischen Gymnasiums sorgte für glaubhafte Urkunden und Geschehnisse als historische Grundlage für das große Fest, das die Stadtkasse etwas aufbessern sollte. Schon kurze Zeit nach der großen Festlichkeit gab man die eigene Großzügigkeit bei der Beurteilung der Geschichte zu. Das alles aber tut der Erinnerung an das bisher größte Spremberger Fest keinen Abbruch. Viele Fotografien sind überlieIert, ebenso Festprogramm und Ablauf des Festumzuges, der zahlreiche Wagen, historische Szenen, kostümierte Vereine und Kapellen zusammenführte, am Schloß seinen Anfang nahm und durch die ganze Stadt zog.

Sprem5eru (Lausüz.)

Modi und 'Försl,rslross,

6. Markt. Die Nord- und die Ostecke des Marktes rnünden in die Forster Straße, eine an den Marktplatz grenzende rege Geschäftsstraße, die in früher Zeit durch das Forster Stadttor begrenzt war und in die Georgenschlucht führre, einen steilen Anstieg, der durch Fuhrwerke nicht zu bewältigen war. 1833 wurde deshalb die Georgenbergschluchtstraße tief in den Berg eingebrochen und als Ausfallstraße nach Osten ausgebaut. Die Ansicht zeigt dieses Gebiet um 1900 und läßt linker Hand am Ende der Straße Fabrikbauten der Textilindustrie erkennen.

Spremberg- L. Martuptatz,

7. Marktplatz. Ein Hotelbesitzer mit Restaurant, ein Fleischermeister, ein Conditorei- und Cafébesitzer sowie ein Wirtshausinhaber teilten sich 1916 die fünf Häuser auf der Ostseite des Marktplatzes, gegenüber dem Rathaus. Das Hotel 'Zum Rautenkranz' beherbergte bis 1929 das Städtische Finanzamt. Der 1910 gegründete Museumsverein legte 1927 ein Projekt vor, nach welchem das Museum, das seit 1918 ohne Räumlichkeiten war, im Hotel 'Zurn Rautenkranz' ein neues Domizil erhalten sollte. Da das Finanzamt länger als vorgesehen auf seinen Umzug in einen Neubau warten mußte, scheiterte dieses Vorhaben. Der hinter dem Wirtshaus sichtbare Bismarckturm wurde am 1. April 1903 eingeweiht. Mit seinen 23 Metern Höhe dient er als Aussichtsturm.

8. Café Marx. Spremberger Liebespaare verlebten im Café Marx schöne Stunden, wie diese und andere Ansichtskarten aus den zwanziger Jahren über das am Markt Nr. 10 gelegene sehr bekannte Café berichten. Im Spremberger Adreßbuch von 1913 bereits ist die Konditorei Carl Marx im gleichen Haus verzeichnet. Es gehörte zu den wenigen Gebäuden am Spremberger Markt, die den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überlebt hatten. Es stand den Ideen von einer großflächigen 'modernen' Marktbebauung der fünfziger Jahre im Wege und wurde deshalb zusammen mit den anderen dieses Konzept störenden Häusern abgerissen.

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