St. Gallen in alten Ansichten Band 1

St. Gallen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Ernst Ziegler
Gemeente
:  
Provincie
:  
Land
:   Schweiz
ISBN13
:   978-90-288-1499-8
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'St. Gallen in alten Ansichten Band 1'

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St. Gallen in alten Ansichten Band 1

Ernst Zie gIer

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ISBN-Ia: 90 2881499 x ISBN-13: 978 90 28814998

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© 1980 Europäische Bibliothek - ZaltbommeliNiederlande © 2008 Neuauflage

Nachdruck und Vervielfáltigung jeglicher Art von Bild und Text nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlegers.

EINLEITUNG

Im 19. Jahrhundert erlebte die Stadt St. Gallen einen großartigen Aufschwung. Das beweist zum einen die Zunahme der Einwohner von etwa 8 000 im Jahre 1800 auf rund 11 200 in der Mitte des Jahrhunderts und 21 200 im Jahr 1880. Für die Zeit, aus welcher die vorliegenden Abbildungen stammen, mögen noch folgende runde Zahlen angeführt werden: 1900: 33 100 Einwohner, 1910: 37870 Einwohner, 1918: 34850 Einwohner. Die Einwohnerzahl hat also von 1880 bis 1918 um gut 64% zugenommen.

In diesem Jahr 1918 wurden die Außengemeinden Straubenzell im Westen und Tablat im Osten der Stadt eingemeindet, so daß sich die Bevölkerungszahl von Groß-St. Gallen 1920 auf 70437 verdoppelte; 1930 zählte man 64 079 Einwohner.

Dieser Aufschwung kann zum andern auch baugeschichtlich belegt werden, denn zwischen 1880 und 1918 hat sich die Häuserzahl der Stadtgemeinde St. Gallen beinahe verdoppelt. In Zahlen sieht die Zunahme der Häuser folgendermaßen aus: 1800: 890, 1860: 2290, 1880: 2710, 1900: 3790, 1910: 4970, 1928 (nach der Stadtvereinigung): 5496, 1930: 5 540.

Als Kommentar zu diesen trockenen Zahlen soll ein Zeitgenosse zu Wort kommen, der in der 'Schreibmappe für das Jahr 1904' unter der Überschrift 'Bil-

der aus dem 'neuen' St. Gallen' schrieb: Wohl nicht allzuviele Städte von der Grosse St. Gallens haben ihre Phy siagnomie in den letzten Jahrzehnten so sehr verändert, wie unsere gute alte Gallusstadt, die trotz ihres respektablen Alters von annähernd 1 000 Jahren ein ganz modernes Gepräge zeigt: Die altersgrauen Stadtteile sind hinsich tlich der Flächenausdehnung entechieden in der Minderheit gegeniiber den mit schimmernden neuen Bauten versehenen Quartteren. Nach allen Rich tungen hin hat sich das Häusermeer wesentlich ausgedehnt, ganz neue Quartiere sind, zumal in den letzten Jahren, gleichsam aus dem Boden geschossen und auch manche alte Baracke hat einem schoneren Neubau oder einem neuen Strassenzuge Platz machen müssen. Und 1907 konnte man in der 'Schreibmappe' lesen: An der baulichen Neurespektive Umgestaltung St. Gallens ist im letzten Jahre mit fast fieberhafter Tätigkeit gearbeitet worden, wofûr der iiberaus giinstige Geschiiftsgang in unserer Hauptindustrie und die dadurch hervorgerufenen Bediirfnisse nach neuen Geschäfts- und Wohnhdusern die notwendige Vorbedingung bildeten. Hieraus folgt, daß, viel mehr noch als durch bevölkerungs- und baugeschichtliche Daten und Fakten, die 'Blütezeit' der Stadt um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert mit Zahlen aus der 'Hauptindustrie', der

Stickereiindustrie, dokumentiert werden kann.

St. Gallen war seit dem Spätmittelalter das Marktzentrum der Ostschweiz. Leinwandproduktion und Leinwandhandel hatten die Stadt schon im 13. und 14. Jahrhundert zur 'Industriestadt' werden lassen und ihr Wohlstand und Ansehen verschafft.

Der Niedergang des Leinwandgewerbes im 18. Jahrhundert steht im Zusammenhang mit der Verbreitung der Baumwollfabrikation, die nach 1721 in St. Gallen eingeführt wurde. In der Mitte des 18. Jahrhunderts kam dazu noch die Stickereiindustrie, welche einen raschen Aufschwung erlebte (Kettenstichstickerei, später Plattstichstickerei). Nach einer Krise in der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es durch die Erfindung von Stickmaschinen zur eigentlichen 'Stickereiblüte' in St. Gallen, wobei die Stadt vor allem für den Export der Waren (England, USA) besorgt war. Der Rückgang von Stickereiindustrie und -handel begann nach dem Ersten Weltkrieg, und in den zwanziger und dreißiger Jahren folgte eine Krise, 'die alle bisherigen Depressionen' übertraf', so daß von 1922 bis 1929 sogar große Bestände an Stickmaschinen vernichtet werden mußten. (Im Jahre 1885 wurden 36 600q St. Galler Stickereien ausgeführt, 1913 über 91 700q; 1920 waren es noch gut 55 700q, 1928 schließlich bloß noch 32 832q.)

Die hier mit Ansichten aus dem St. Gallen der Jahre 1880 bis 1930 illustrierte Epoche ist also politisch (Stadtvereinigung), wirtschaftlich (Stickereiblüte), dernographisch (Bevölkerungszunahme) und baugeschichtlich (Ausdehnung der Stadt) von großer Bedeutung für die Geschichte unserer Stadt, und sie ist es damit wohl wert, auf diese Weise in Bildern festgehalten zu werden.

Der Bearbeiter dieses Bändchens konnte 1978 'Vier Pläne zur baulichen Entwicklung der Stadt St. Gallen aus den Jahren 1828, 1830, 1860 und 1880' herausgeben. (Da zeigt der Grundriß der Stadt St. Gallen von Johannes Zuber aus dem Jahre 1828 zum Beispiel das Gebiet westlich der Altstadt, das Kugelmoos, zwischen dem Broderbrunnen und dem 'HelvetiaPlatz", von wo aus die Schrägstraße (später Zollhausstraße) zur Landstraße nach Zürich (Rosenbergstraße) abzweigt und durch sozusagen unbebaute Gegend führt. Er dokumentiert auch, wie die alten Leinwandbleichen nach dem Niedergang des Gewerbes nach und nach aufgehoben wurden und während der großen Hungersnot von 1817 in sogenannte Gem eindsböden umgewandelt und als Pflanzplätze (Familiengärten) an die Bürger vermietet wurden. Bleichen gibt es um 1825 nur noch im Osten der Stadt. Das Wachsen der Stadt zeigen dann besonders schön die Pläne

zur baulichen Entwiekhing der Jahre 1860 und 1880, die zusammen mit zwei anderen für die Schweizerische Landesausstellung in Zürich 1883 geschaffen wurden. Neben neuen Bauquartieren, vor allem westlich der Altstadt, sind neu erstellte einzelne Gebäulichkeiten deutlich auszumachen, wie zum Beispiel die Bahnhofanlage, die Kornhalle, die 'Helvetia' usw.) Die hier zusammengestellten Abbildungen können gewissermaßen als Ergänzung oder Fortsetzung der genarmten Plan-Edition betrachtet werden; sie sind denn auch in erster Linie als Dokumentation der Baugeschichte der Stadt St. Gallen gedacht, obwohl einige Aufnahmen auch den Menschen, die in dieser Stadt lebten, gewidmet sind.

Diese Ansichten-Sammlung schließt bewußt mit 'Verkehrsabbildungen'; Der 'St. Galler Rennbahn' und einern 'Auto-Unglück'. Es ist nämlich neben der oft sinnlosen, größenwahnsinnigen Bauwut der Jetztlebenden vor allem der Verkehr, welcher unsere Städte zerstört. Diesem 'Goldenen Kalb' unserer Zeit wird mit Parkplätzen, breiten Straßen, Autobahnen jedes Opfer gebracht, und jährlich fallen ihm auf den 'Rennbahnen' landauf und -ab Tausende von Menschen zum Opfer. (Im Jahre 1978 wurden in der Schweiz 32 305 Personen bei Straßenverkehrsunfällen verletzt und 1 268 getötet, in der Stadt St. Gallen

316 verletzt und 5 Menschen getötet.)

Abschließend sei erwähnt, daß in den Legenden verschiedentlich Zeitgenossen zu uns sprechen, die Ansichten auf diese Weise durch Texte erläuternd.

Zum Schluß möchte ich jenen Institutionen und Personen danken, die Abbildungsmaterial zur Verfügung stellten: Je etwa einen Drittel lieferten das Stadtarchiv (Vadiana) St. Gallen und das Archiv der Bauverwaltung der Stadt St. Gallen; zwanzig Illustrationen wurden von der Kantonsbibliothek (Vadiana) St. Gallen zur Verfügung gestellt. Vereinzelte Aufnahmen erhielt ich vom Ansichtskarten-Archiv Kurt Kühne, St. Gallen (9), vom Archiv der Feuerwehr, St. Gallen (3), Foto Gross, St. Gallen (3), von der Schweizerischen Bankgesellschaft, St. Gallen (J ), von der Swissair Photo und Vermessung AG, Zürich (l), von der Zeughausverwaltung, St. Gallen (1), sowie von folgenden in St. Gallen wohnenden Herren: Samuel Baumgärtner (1), Maria Karrer (1), Hermann Mayer (1), Roland Müller (3), Max Schalch (1) und Hans Widmer (6).

1. Eine Flugaufnahme vom Juni 1918 des berührnten St. Gallers Walter Mittelholzer zeigt deutlich die alte oder obere Stadt, die bereits im 10. Jahrhundert eine schützende Mauer erhielt, und die neue oder untere Stadt, die nach dem Stadtbrand von 1418 ebenfalls mit einem Mauerring versehen wurde. Innerhalb dieser Stadtmauer zählte man um 1800 etwa 500, außerhalb gegen 400 Häuser. In der oberen Stadt standen neben dem Kloster die St. Laurenzenkirche, in der unteren die St. Mangenkirche und das nach der Reformation aufgehobene St. Katharinenkloster. Die Stadtmauer mit den Türrnen wurde im 19. Jahrhundert beseitigt, und von den acht Toren steht heute nur noch das Karlstor.

2. Die Stadt St. Gallen liegt im Hochtal der Steinach, 668 Meter über Meer, eingebettet zwischen Rosenberg und Rotmonten im Norden und Freudenberg, Bernegg und MenzIen im Süden. Diese Aufnahme von der Bernegg (Blauer Himmel) gegen die Altstadt und den noch wenig überbauten Rosenberg dürfte um 1900 entstanden sein. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der verftigbare Boden im Talgrund beinahe gänzlich überbaut; deshalb begarm um 1885 die Überbauung der Abhänge:

Am sonnigen Rosenberg entstand ein Villenviertel, der schattige Bernegghang blieb für Arbeiterwohnungen 'reserviert' ... Hinter dem Hügel von Rotmonten sieht man an klaren Tagen den Bodensee und weit hinaus nach Deutschland.

3. Wie andere mittelalterliche Städte war auch St. Gallen mit Graben und Mauern, Toren und Türmen befestigt. Die Ringmauer entlang der Moosbruggstraße gehörte der Stadt und dem Stift gemeinsam. Hier stehen der runde Turm und noch ein letzter Rest der alten Ringmauer. Bis 1903 floß die Steinach, von der Mühlenen-Schlucht bis zum Karlstor, noch offen durch die Moosbrugg. Diese Aufnahme dürfte zwischen 1890 und 1900 gemacht worden sein.

4. Das kirchliche Zentrum des katholischen St. Gallen ist die doppeltürrnige Kathedrale, welche hier an Fronleichnam 1922 vom Turm der evangelischen St. Laurenzenkirche herunter aufgenommen wurde. Die barocke Klosterkirche wurde von 1928 bis 1938 außen restauriert. Über den sogenannten Bischofsflügel, den Wohn- und Amtssitz des Bischefs von St. Gallen, geht der Bliek die Steinachschlucht oder 'Mühlenen' hinauf gegen St. Georgen, am rechten Bildrand gegen die Bernegg. Im Häusergewirr ist die 'Appretur Bächtiger & Co.' am Mühlensteg 8 auszumachen und die 1902-1903 von Robert Maillart erbaute Brücke über das MühlentobeJ.

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