St. Gallen in alten Ansichten Band 1

St. Gallen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Ernst Ziegler
Gemeente
:  
Provincie
:  
Land
:   Schweiz
ISBN13
:   978-90-288-1499-8
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'St. Gallen in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

?

35. Als Marktgasse, Marktplatz und Bohl noch autofrei waren, durften die Fußgänger hier ungeniert zirkulieren, und die Marktgeschäfte konnten bis weit in die Gassen und Plätze hinein abgewickelt werden. In den lahren 1920-1921 wurde an der Ecke Marktgasse/Neugasse das Städtische Amtshaus, ein schloßähnlicher Bau, errichtet. Diese Marktszene dürfte zwischen 1921 und 1924 aufgenommen worden sein.

36. Oben an der Marktgasse stand bis 1919 das Haus 'Zum Kamel' mit seinem prächtigen Erker; es wurde im November jenes Jahres abgebrochen. Der Architekt Fritz Küfer, ein begabter Photograph, dem wir viele Aufnahmen aus dieser Zeit verdanken, hat ihn auf dieser Abbildung festgehalten. Der Erker selber liegt auf einem Dachboden und harrt einer ungewissen Auferstehung; wo er einst als Schmuckstück der Stadt prangte, verunziert jetzt eine dreckige, ungepflegte Fassade das Stadtbild.

37. Am nördlichen Ende der Marktgasse geht es über Marktplatz und Bohl einerseits via Magnihalden zur St. Mangenkirche, beziehungsweise hinunter in die Goliathgasse, andererseits in die Metzgergasse. Die Aufnahme dieses belebten Schnittpunktes dürfte um die Jahrhundertwende entstanden sein. Noch werden die Fußgänger nicht sonderlich vom rollenden Verkehr gestört; die Trambahn rattert seit 1897 durch die Stadt. Als Höchstgeschwindigkeitcn für Tramwagen galten damals 12 Kilometer pro Stunde im Stadtzentrum, 18 Kilometer pro Stunde außerhalb der Stadt; für eine Fahrt von Bruggen ins Heiligkreuz brauchte man mit Aufenthalten eine gute halbe Stunde, vom Bahnhof ins Krontal zwölf Minuten (also nicht länger als heutzutage ... ).

38. Der Bohl nach 1910 mit dem Hechtbrunnen, der 1928 dem Verkehr weichen mußte. Die Ecke Marktgasse/Bohl, beziehungsweise damals noch Theaterplatz, bildet das 'Rote Haus', wo seit 1911 das Spezialgeschäft 'Merkur' Kaffee, Tee, Chocolade, Cacao, Bisquits und Bonbons anbot. Daneben erhebt sich machtig das 1888 erbaute Haus der Eisenhandlung Gutknecht (ehemals 'Zum Tannenbaum' genannt). Das daran anschließende Haus Café 'Stein' mußte zusammen mit dem Sängerhüsli und dem Hotel 'Kinkelin' 1931 einem phantasielosen Neubau weichen. Das heutige Waaghaus im Hintergrund (links am Bildrand), damals noch Kaufhaus genannt, wurde 1963, nach einer glücklichen Renovation, eingeweiht und dient seither dem Gemeinderat als Versammlungsort.

39. Östlich des Sängerhüsli, das in den Bohl hineinragte, schlossen sich an: das Hotel 'Kinkelin', das Restaurant 'Zum grünen Baum' und das Café-Restaurant 'Zum Theater' an der Ecke Bohl/Brühlgasse. In diesern Haus befand sich seit 1903 beziehungsweise 1906 die 'Erste St. Galler Reinigungsanstalt' von Joharm Leitner-Ott. Diese drei Gaststatten fielen 1931 und 1961 der Spitzhacke zum Opfer.

40. Der 'Weinfalken' stand am südlichen Eingang zur Metzgergasse, in welcher das einzige noch erhalten gebliebene Zunfthaus der Stadt St. Gallen steht: Im 'Goldenen Schäf1i' hatten die Metzger einst ihre Zunftlokale. Das 'Goldene Schäfli' wurde 1978, nachdem es nicht ohne schweres Ringen hatte erhalten und restauriert werden können, wieder eröffnet. Auf der Rückseite dieser Innenaufnahme, vermutlich aus den dreißiger Jahren, sind Preise notiert: '5 Nachtessen 17.50 Fr., 1/2 Jeninser 2.- Fr., l Itr. Fendant 3.60 Fr., 1/2 ltr. Beaujolais 2.- Fr.'.

41. Von den ehemaligen Zünften existieren im Gegensatz zu Basel und Zürich in St. Gallen keine mehr. Nach ihrem Untergang übernahmen jedoch die Handwerkervereine mehr oder weniger die Aufgaben der Zünfte und wahrten die Interessen des Gewerbes. Die Glaser zum Beispiel waren zusammengeschlossen im 'Glaser-Pachverein St. Gallen und Umgebung', deren Mitglieder hier im Jahre 1898 abkonterfeit wurden. Heute gibt es neben anderen noch den Bäcker- und Konditorenrneister-Verein, den Malermeister-Verband, den Metzgerrneister-Verein, den Wirteverein, den Zimrnermeisterverband,

42. Das kirchliche Zentrum der unteren oder neuen Stadt ist die St. Mangenkirche, die Kirche des heiligen Magnus, auf dem Magniberg, wo sich bis 1903 ein Friedhof befand. (1911-1912 wurde in unmittelbarer Nähe der Kirche die für die Altstadt viel zu voluminös proportionierte Gewerbeschule hineingepfercht.) Bei der Außenrenovation 1913 erhielt die Kirche ein neues Geläute und eine neue Kirchenuhr, 'deren grosse Zifferblätter dem Turm zur architektonischen Zierde gereichen'.

43. Der Bliek über den Marktplatz, der früher Rindermarkt hieß, und den Bohl, der wegen des bis 1971 dort stehenden Stadttheaters mit den Rundbogenfenstern Theaterplatz, oder, nach dem bedeutenden Hotel 'Hecht' an der Abzweigung Bohl(Goliathgasse, Hechtplatz genannt wurde, um die Jahrhundertwende. An der Ecke TheaterplatzjMarktgasse rechts am Bildrand das Verkaufsmagazin von Eduard Sturzenegger: Fabrique de broderies fines et à la machine.

44. Auf dem Marktplatz um 1915 vor dem Haus der ehemaligen Stadtschreiberei unten an der Neugasse (Nr. 2), in welchem sich viele Jahre lang eine Filiale der Handschuhfabrik von Josef Böhny in Zürich befand. Im Hintergrund, von den Bäumen verdeckt, die östliche Häuserzeile der unteren Marktgasse, Aus großen Zainen verkaufen Bauersfrauen aus dem Thurgau, dem Appenzeller- oder Fürstenland den elegant gekleideten Städterinnen ErdäpfeL

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek