St. Gallen in alten Ansichten Band 1

St. Gallen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Ernst Ziegler
Gemeente
:  
Provincie
:  
Land
:   Schweiz
ISBN13
:   978-90-288-1499-8
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'St. Gallen in alten Ansichten Band 1'

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65. Charaktertstiscn fûr St. Gallen ist das bewegte Leben in den Strassen zu Anfang und Schluss der Geschäftsstunden des Vor· und Nachrnittags, Doch dies kommt auch anderwärts vor. Hingegen Mittwochs und Somstags Vor· und Nachmittags bietet sich dem Fremden beim ehemaligen Multerthore ein ungewohnter Anblick dar: da stehen nämlich die Kaufleute und Fabrikanten unter freiem Himmel, bei Regen unter den Regenschirmen, in Gruppen umher; es ist die Borse der Handelsstadt St. Gallen, die in Ermangelung eines Gebiiudes ihre Geschafte im Freien abmacht. (Otto Henne Am Rhyn: St. Gallen, 1887.)

66. 1915 berichtete die 'Schreibmappe ': In der neuen Baugeschichte unserer Stadt wird als eines der wichtigeren Ereignisse des Jahres 1914 die Fertigstellung des Neubaues zum 'Rosslitor' aufgefûhrt werden. Am 10. Mai ist es an die Museumsgeseilschaft St. Gallen übergegangen und von dieser mit einem glänzenden Festabend in der Tonhalle eingeweiht worden. Am 3. Juli 1912 erwarb diese Gesellschaft das alte Laemmlinsche Haus zum 'Rosslitor' (vergleiche Abbildung 21) und im gleichen Jahre schon wurden die Pläne zum Neubau von der Generalversammlung genehmigt, Am 7. Februar 1913 begann man mit dem Abbruch des Hauses und am 2. April mit den Maurerarbeiten fûr den Neubau. Heute steht hier der 'Globus'; im Hintergrund die Häuser am Oberen Graben.

67. Dieser Blick in den Oberen Graben dürfte um 1900 aufgenommen worden sein. Die 'St. Galler Handelsbank' (am rechten Rand) wurde um 1885 erbaut; mit dem Bau der westlichen Häuserzeile am Oberen Graben hatte man schon 1802-1807 begonnen. Von diesen dreigeschossigen BiedermeierHäusern steht noch ein einziges (Ex Libris); die andern fielen zum Teil vor dem Ersten Weltkrieg, zum Teil nach dem Zweiten Weltkrieg Neubauten zum Opfer. Auf den verschiedenen Tafeln sind folgende Inschriften zu lesen: 'Schritt fahren', 'Grosse Waarenhalle', 'Hamburg-Amerika Linie', 'Norddeutschcr Lloyd Bremen', 'Versicherungs-Bureau E. Rusconi', 'Ch, Schalch & Ebinger"; ein Wegweiser zeigt nach 'Falkenburg, Nest, Freudenberg, St. Georgen, Fröhlichsegg, Teufen'.

68. In den Jahren 1886/87 wurde unter Leitung von Direktor Emil Wild das Industrie- und Gewerbemuseum an der Vadianstraße gebaut. In einem Stadtführer aus dieser Zeit steht: Ebenfalls nach St. Leonhard führt die neue Vadianstraße, deren Beginn der imposante Neubau des 'Seidenhofes' [Han.delsbank ) und das 'an denselben anstossende neue Gewerbemuseum bez eichnen, welcb letzteres mit einer Zeichnungsschule für Industrie und Gewerbe, unter besonderer Rücksicht auf St. Gallens Lieblingszweig, die Stickerei, Ausstellungen von Erzeugnlssen des Gewerbefleisses verbindet.

69. Auf dem Lindenplatz vor dem Multertor wurde 1896 zur Erinnerung an die Vollendung der Wasserversorgung der Stadt St. Gallen aus dem Bodensee, unter Verwendung eines Legats von Kantonsrichter Hans Broder, ein Brunnen aufgestellt. Um Wasser aus dem Bodensee in die Häuser der Stadt zu leiten, mußte im Rietli bei Rorschach ein mächtiges Pumpwerk errichtet werden. Der BroderBrunnen, welcher 'die lebensspendenden Segnungen des Wassers' versinnbildlichen und personifizieren soll, ist das Werk des Toggenburger Bildhauers August Boesch, Im Hintergrund der 'Lindengarten' vor 1924, der siidliche Kopfbau einer Häuserreihe, an deren Stelle 1966 ein GJas-Metall-Ungetüm eingeweiht wurde.

70. Der 'Gasthof zur Linde' an der St. Leonhardstraße 3-5 vor dem Muitertor um 1885. Nach dem Adreßbuch von 1884 führte damals der Gastwirt Walter Zweifel die 'Linde'. 1886 wurde das hier dargestellte Gasthaus abgebrochen. Das klassizistische Wohnhaus daneben gehörte um 1880/90 dem Kaufmann Edmund Fehr; es war um 1840 erbaut worden. Dahinter, weiter westlich, sieht man noch das ehemalige Hotel 'Stieger' und die 'Helvetia', Alle die genarmten Gebäude stehen nicht mehr; sie sind und werden durch moderne Glas-Metall-Plastik-AlIerwelts-Zweckbauten ersetzt, die zum Teil so häßlichsind wie dieses Wortungetüm ...

71. Nach dem Abbruch des Rathauses am Markt 1877 siedelte die Behörde der Politischen Gemeinde in den 'St. Gallerhof' an der St. Leonhardstraße 15 über. Dieses ehemalige Hotel, das diese Artsichtskarte um 1910/20 zeigt, diente bis 1928 als Rathaus und wurde dann für die Technischen Betriebe der Stadt umgebaut. Das rechts daneben stehende Haus mit den Mansarden ist das Hotel 'Stieger'; es mußte 1977 dem Neubau der Kantonalbank weichen. Im links angebauten, niederen Häuschen betrieb Reinhold Käser von 1910 bis 1920 eine Glashandlung.

72. Der 'Thalgarten' vor dem Bau der Kantonalbank 1885·1887. Hier hatten von 1491 bis ins 19. Jahrhundert hinein die Büchsenschützen ihre Schießstatt, weshalb das Gässchen dort noch heute Schützengasse heißt. Auf dem Areal des 'Thalgarten' wurden im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts das Haus des Kaufmännischen Vereins, die Toggenburger Bank, das 'Océanic' und andere Geschäftshäuser errichtet. Wie ausgezeichnet die Geschäftslage hier war und ist, zeigt sich am Bau der zahlreichen Banken, Versicherungen und Geschäftshäuser und an der Höhe des Bodenpreises (1906 800 Franken für den Quadratmeter, 1974 bis 3 700 Franken).

73. Die 1887 fertiggestellte Kantonalbank des Kantonsbaumeisters Theodor Gohl noch ohne den Anbau von 1916. Über die Fassade 'im Stil barocker Klassik mit grobschlächtiger Bauplastik' (Hauser) schrieb OHo Henne Am Rhyn 1887: An der [ ... ] St. Leonhardstrasse steht nordlich das neue Gebäude der Kantonalbank, dessen Fassade leider nicht gelungene Geniënfiguren und Karyatiden schmücken. Immerhin schmückt noch etwas dieses Gebäude - im Gegensatz zu den modernen Konstruktionen dieser Gegend, die als reine Zweckbauten einer gänzlichen Schmucklosigkeit anheimgefallen sind.

St. Gaile ... ,St. Leonhardsfrasse ,,oceanic."

74. St. Gallen gilt dank der Blüte der Stickereiindustrie in jener Zeit als eine Stadt des Jugendstils (vergleiche Jost Kirchgraber: St. Gallen 1900-1914, Bauten des Jugendstils, St. Gallen 1979). 1904 wurde das Haus 'Océanic' an der St. Leonhardstraße 20 gebaut, das seit 1906 dem Kaufmann Karl Fenkart-Faoklam gehörte. Das zweigeschossige Häuschen im Hintergrund mußte 1906 dem Neubau der Toggenburger Bank (heute Schweizerische Bankgesellschaft) weichen. Diese Postkarte trägt den Stempel vom 22. November 1905 und dürfte 1904 entstanden sein.

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