Stadtilm in alten Ansichten

Stadtilm in alten Ansichten

Auteur
:   R. Heunemann
Gemeente
:   Stadtilm
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5451-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Stadtilm in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

An den östlichen Ausläufern des Thüringer Waldes befindet sich die Kleinstadt Stadtilm. Sie liegt etwa 360 m über NN, am Flüßchen IIm. Mit seinen ungefähr 5 300 Einwohnern gehört der langgestreckte Ort zum Landkreis Arnstadt und ist fast gleichweit von den Städten Erfurt , Weimar und Saalfeld entfernt. Er ist über die B 87 oder mi t dem Zug zu erreichen.

Funde von frühgeschichtlichen Siedlungsspuren aus der näheren Umgebung Stadtilms reichen bis in die Zeit um 3000 vor Christo zurück. Und in der späten Bronzeoder frühen Eisenzeit entstand eine Volksburg auf dem südwestlich von Stadtilm gelegenen Singer Berg. Eine weitere Volksburg war in südöstlicher Richtung, auf dem Haunberg, allerdings ist deren Alter umstritten. 1893, beim Bau der Eisenbahnstrecke ArnstadtSaalfeld, entdeckte man in der Flur des Nachbarortes Geilsdorf ein slawisches Hünengrab, das um das achte Jahrhundert U.Z. angelegt worden war.

Stadtilm selbst wird wohl, wie viele Orte dieser Gegend, in der ersten Hälfte dieses Jahrtausends als Weiler an einer IImfurt entstanden sein.

Bereits 1114 tauchte der Name 'Ilmene' in einer Reinhardtsbrunner Urkunde auf, jedoch ist dieses Dokument eine Fälschung. Der erste unumstrittene Nachweis, in dem Stadtilm indirekt genannt wird, stammt vom 13. Mai 1268. In dieser Urkunde wird ein 'Civis Ilrnene' (Bürger aus Stadtilm) erwähnt. Aus dieser Zeit ist auch eine eigene Münzstätte bekannt.

Im 13. Jahrhundert war Stadtilm in eine 'Obere' und

'Untere Herrschaft' geteilt. Die eine Hälfte gehörte den Grafen von Schwarzburg und die andere Hälfte den Grafen von Käfernburg und deren Erben. Erst am 21. November 1599 wurden im 'Ilrner Vertrag' die Besitzverhältnisse geregelt und die Grenzen der späteren Fürstentümer Schwarzburg-Rudolstadt und SchwarzburgSondershausen festgelegt. Bis 1918 gehörte Stadtilm zu Schwarzburg-Rudolstadt. Im gleichen Jahr verzichtete der Fürst Günther-Viktor auf die Herrschaft. Daraufhin wurde das Fürstentum in einen Freistaat umgewandelt, bis es 1920 im Land Thüringen aufging.

Im Laufe seiner Geschichte geriet Stadtilm mehrmals in kriegerische Auseinandersetzungen. Im Jahre 1204 wurde es bei den Zwistigkeiten zwischen Kaiser Phillip von Deutschland und dem Landgrafen Herrmann von Thüringen zerstört. Inzwischen durch eine starke Stadtmauer geschützt, hielt es mit Unterstützung des Schwarzburgischen Fürsten im Sächsischen Bruderkrieg 1450 einer Belagerung stand. Hingegen kam es 1525, im Deutschen Bauernkrieg, zu keinen Kampfhandlungen, obwohl 5 000-8 000 Aufständische vor der Stadt lagerten. Die damaligen Stadtväter hatten die Stadttore öffnen lassen, und das Zisterzienserkloster übernahm die Verköstigung des Bauernhaufens. Trotzdem schlossen sich den Bauern Stadtilmer Bürger an. Vier von ihnen wurden, zusammen mit anderen, nach der Niederschlagung des Aufstandes, als Anführer auf dem Arnstädter Marktplatz geköpft.

Im Dreißigjährigen Krieg plünderten Landsknechte

Stadtilm dreimal, und einmal stürmten es schwedische Truppen. Während der Napoleonischen Kriege litten die Einwohner mehrfach unter Einquartierungen und Requisitionen.

In den vergangenen Jahrhunderten suchten Seuchen, Naturkatastrophen und Krankheiten die Stadt mehrfach heim. Die Pest wütete 1582, 1611 und 1625. Von 1609 bis 1714 wurde Stadtilm siebenmal überschwemmt. Und der verheerendste Brand war am 1. August 1780. Er vernichtete neben allen öffentlichen Gebäuden 173 Wohnhäuser von ehemals 312. Auch herrschten von 1772 bis 1847 vier Hungersnöte.

Seit frühesten Zeiten war in Stadtilm neben dem Ackerbau die Schafzucht ein Haupterwerbszweig. Auf Grund der reichlich anfallenden Wolle entwickelte sich vorwiegend das Tuch-, Rasch-, und Zeugmacherhandwerk, sowie die Wollweberei. Seit 1542 bestand eine Tuchmacherinnung, die während ihrer wirtschaftlichen Blüte rund 150 selbständige Meister zählte, die Wollweberzunft ungefähr vierzig Meister. Diese beiden Handwerksinnungen traf der große Stadtbrand 1780 am härtesten. Viele Webstühle und die meisten der frisch eingelagerten Wollvorräte fielen den Flammen zum Opfer. Von diesem Schlag erholte sich die Stadt nur sehr schwer. Zwar gab es noch um 1850 acht Wollspinnereien und 60-70 Tuchmachermeister, aber bald darauf erlag die Stadtilmer Zunft der billigeren ausländischen Konkurrenz. Daraufhin wurde das Leder be- und verarbeitende Handwerk immer mehr zum bestimmenden Wirtschafts-

faktor Stadtilms. Nachdem sich Anfang dieses Jahrhunderts mehrere Betriebe ansiedelten, entwickelte sich Stadtilm bis 1989 zu einem kleinen Industrieort.

Eine bisher noch relativ unbekannte Bedeutung erlangte Stadtilm gegen Ende des Zweiten Welktrieges. Als die anglo-amerikanischen Fliegerkräfte die Lufthoheit über Deutschland errungen hatten und sich die Bombardierungen deutscher Großstädte häuften, evakuierte man wichtige politische und wissenschaftliche Einrichtungen nach Süd- und Mitteldeutschland. Für eine Forschergruppe um Dr. Kurt Diebner wurden die Kellergewölbe einer alten Mälzerei, unter der Mittelschule Stadtilms, zum neuen Kernforschungslabor. Dort experimentierte Kurt Diebner mit Uranwürfeln und schwerem Wasser bis kurz vor Ankunft der amerikanischen Truppen. Die Fotografien, die in diesem Buch verwendet wurden, stammen aus dem städtischen Heimatrnuseum, aus dem Kirchenarchiv und von privaten Sammlern. Eine große Stütze beim Zusammenstellen der Untertitel bildeten das Kirchenarchiv und die im Heimatmuseum verwahrten Unterlagen, sowie private Archive. Auch möchte ich mich an dieser Stelle bei den Heimatfreunden bedanken, die mieh freundschaftlich berieten. Sollten in diesem Buch trotzdem Fehler enthalten sein, wäre ich für deren Berichtigung dankbar.

1. Diese Fotografie wurde 1908 von der Nordseite des mit 427 Meter über NN angegebenen Buchberges aufgenommen. Es zeigt eine Panoramaansicht von Stadtilm. Die markantesten städtischen Bauwerke: die doppettürrnige Kirche , das Schloß, rechts daneben der Zinsboden und ganz links der Viadukt, sind gut zu erkennen. Die gegenüberliegenden Höhenzüge und Äcker mit den einzelnen, weit verstreut auseinander liegenden Feldscheunen sind heute teilweise bewaldet.

2. So präsentierte sich Stadtilm um 1880 dem Wanderer, ebenfalls von der Buchbergseite aus. Beeindruckend ist die Größe des Marktes im Stadtkem, zwischen den engen Gassen. Der monumentale Kirchenbau überragt auffallend die dicht aneinander gedrängt um ihn stehenden niederen Häuser. Außerhalb, zwischen den Bäumen vor dem Erfurter Tor, leuchten gut sichtbar die Grabsteine des alten Friedhofes.

3. Stadtilm, vor Oktober 1897, von einem Kirchturm aus aufgenommen. Fast senkrecht unter dem Fotografen breitet sich der Markt mit dem ulmengesäumten Methfesseldenkmal aus. Der große Schloßturm hat noch die alte Schweifkuppel mit Tabernakelaufsatz und zwei kleinen Glocken. Das Gebäude ganz rechts, mit dem stadtwärts gewandten Stufengiebel, ist der ehemalige KlosterZinsboden. Am Vorstadtrand ist der Viadukt in voller Länge abgebildet. Das Wäldchen 'Tännreisig' im Hintergrund bot schon während des Dreißigjährigen Krieges flüchtenden Bürgern Schutz vor marodierenden Landsknechten.

4. Dieses Bild entstand 1898 vom gleichen Standort aus und zeigt die Ruine des im Vorjahr abgebrannten Schlosses. Als nunmehr imposantestes Gebäude seiner Urngebung, rückt der alles überragende Zinsboden in den Vordergrund. Wesentlich weniger auffallend wirkt der eisenbeschlagene Leiterwagen auf dem Marktplatz, Solche Gefährte wurden von Kühen oder Pferden gezogen und vorwiegend zu Erntezwecken eingesetzt.

5. Der Stadtilmer Marktplatz, wie er sich 1898 in seiner längsten Ausdehnung darbot. Durch die weiträumige Entfernung täuscht die Größe der gegenüberliegenden Häuserreihe. Ihre Maße entsprachen den einstöckigen Gebäuden im Vordergrund. Die Baumbepflanzung des Marktplatzes war bereits abgeschlossen, und die Umstellung der Petroleumlaternen auf elektrische Straßenbeleuchtung lag noch in weiter Ferne. Ebenfalls beachtenswert ist die über 1 Meter unterschiedliche Höhe der Kirchtürme, die damals noch Tatsache war.

6. Eine verträumte Marktansicht. aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Stadtilm besaß eine Vielzahl von kleinen Geschäften, Gaststätten und Pensionen. Davon konzentrierte sich ein beträchtlicher Teil um den Markt und strahlte die typische Kleinstadtatmosphäre aus. Mehrere , über den Platz verstreute ein- und dreiarmige Laternenkandelaber taten ein Übriges. Von den Laternensockeln ist einer erhalten geblieben und steht heute in der Kastanienallee, neben dem Feuerwehrhaus.

7. Am 1. August 1780 vernichtete ein großer Stadtbrand fast zwei Drittel aller Häuser. Auch das auf der südlichen Markthälfte stehende Rathaus brannte nieder. Aus Geldmangel entschlossen sich die damaligen Stadtväter notgedrungen. das Obergeschoß im Spritzenhaus als Ratsräumlichkeiten zu nutzen.

8. Nachdem sich Stadtilm vom großen Brand finanziell erholt hatte und ein neues Spritzenhaus errichtet worden war, ließ die Stadtverwaltung um 1889 ihren Sitz grundlegend verändern. Damit sich das Gebäude von den Häusern seiner Umgebung abhob, erhielt es einen Dachreiter als Glokkenturm. Und über der Vorderfront wurde zur Zierde ein Stadtwappen angebracht, das heute im städtischen Heimatmuseum besichtigt werden kann.

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