Stadtilm in alten Ansichten

Stadtilm in alten Ansichten

Auteur
:   R. Heunemann
Gemeente
:   Stadtilm
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5451-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Stadtilm in alten Ansichten'

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29. Ein 1905 noch gut erhaltenes Stück Stadtmauer, zwischen KeIlertor und Unterem Tor. Der vcrspringende runde Wehrturm hat einen Durchmesser von ca. neun Metern und eine etwa zwei Meter dicke Mauer. Die Schießscharten sind in drei Etagen übereinander angeordnet. Davor befindet sich der letzte zinnenbekrönte Maueraufsatz, leider von einem Schlauchturm der freiwilligen Feuerwehr verunziert. Solche Maueraufsätze sollen alle zwanzig bis dreißig Meter über die ganze Stadtmauerverteilt gewesen sein.

30. Dieser Stadtmauerteil befindet sich westlich vom ehemaligen KeIlertor und liegt dem Buchberg gegenüber. Aus diesem Grund war er der am meisten gefährdetste und am besten befestigste Verteidigungsabschnitt. Gleich hinter dem Turm beginnt der sogenannte Zwingerweg. Sein Name rührt daher, weil wenige Meter vor der Wehranlage noch eine vorgeschobene, mit runden Bastionen versehene Mauer stand. In der Nähe der kleinen Pforte befindet sich, zwischen den ansonsten rohen Steinen, ein behauener Sandstein. Auf ihm sind als Relief zwei Hämmer abgebildet. Man verrnutet, daß er an dieser Stelle als symbolischer Schlußstein der Ringmauer eingesetzt wurde.

31. Bis in die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg konnte man den komplett geschlossenen Nordteil der Stadtmauer besichtigen. Bedauerlicherweise ist in heutiger Zeit von diesem Mauerstück nur noch der runde Wehrturm erhalten. Deutlich zu erkennen sind die grasbewachsenen Reste vom Wehrgang auf der Mauer. Ganz klein im Bildhintergrund ist der sogenannte Tunnel zu sehen. Damit im Mittelalter und darüber hinaus die Verteidigung gewährleistet war, mußte innerhalb der Stadt ein eineinhalb bis zwei Meter breiter Weg neben der Mauer bleiben. Auch als die Stadtmauer ihre Aufgabe als Verteidigungsanlage verloren hatte, wurde dieser Brauch noch eingehalten. Deshalb setzte man das Wohnhaus mit der Hinterfront auf die Mauer auf', um einen Durchgang zu lassen.

32. Die Stadtilmer Fronfeste, von den Einwohnern 'Bastille' genannt, weil sie als Gefängnis diente. Das Gebäude überbrückte die Straße nach Weimar und stand mit dem hinteren Teil genau an der Stelle, wo sich das untere Stadttor befand. Die 'Bastille' wurde wahrscheinlich kurz nach dem großen Stadtbrand gebaut, aber schon 1892, also rund hundert Jahre nach der Fertigstellung , mit der Beauflagung für 1 210 Mark verkauft: 'Der Abbruch hat innerhalb von vier Wochen zu geschehen, und zwei Wochen später muß der Abraum beseitigt sein. '

33. Das alte Gasthaus 'Zum Löweu' war gleichzeitig eine Chaussee-Gelder-Hebestelle des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt. Es stand südlich neben der Fronfeste. Dieses Haus wurde später abgerissen und als neue , aber wesentlich größere Gaststätte 'Zurn Löwen' wiederaufgebaut. Unter anderem trug der 'Löwen' irn Volksmund den Beinamen 'Bahnhof", weil sich in ihm schon das Projektierungsbüro der Eisenbahnstrecke Stadtilm-Kranichfeld befand, die man dann allerdings nie verlegte.

34. Diese Chaussee-Gelder-Hebestelle stand am Erfurter Tor. Die Stadtmauer bildet gleichzeitig einen Teil der Rückwand dieses Hauses. Der Weg davor führte an ihr entlang zum 'Tiergraben' . Wie sehr viele Stadtilmer Häuser hatte auch dieses einen kleinen Krämerladen, der als Zweireinkommen zum Lebensunterhalt der Bürger beitrug.

35. Die Gedenktafel an diesem alten Pfarrhaus erinnert an Friedrich Fröbel. Von 1792 bis 1796 lebte der Kinderfreund darin bei seinem Onkel, dem Superintendenten Hoffmann. In der Stadtkirche 'St. Marien' wurde er konfirmiert. Über seine Kindheit soll Friedrich Fröbel später gesagt haben: 'Erst in Stadtilm kam Gleichgewicht in mein Leben.' Dieser Ausspruch hatte einen traurigen Hintergrund. Fröbels leibliche Mutter starb frühzeitig und sein Vater heiratete ein zweites Mal. Dem kleinen Friedrich gegenüber benahm sich die Stiefmutter sehr tyrannisch, bis ihn sein Onkel aufnahm.

36. Baubeginn dieser Schule war 1782, auf dem Kirchhof vor der Stadtkirche 'St. Marien'. Ein Jahr später wurde sie eingeweiht. Die Zimmer im Erdgeschoß dienten als Unterrichtsräume. Darüber befanden sich die Dienstwohnungen der Kantoren. In einer dieser Wohnungen wurde Albert Methfessel geboren. Zur Erinnerung erhielt die Schule später seinen Namen und eine Gedenktafel über das Mittelfenster der unteren Reihe. Während sich die Tafel heute im Besitz des Heimatmuseums befindet, zerstörte am 11. April 1945 ein Bombenvolltreffer das Schulgebäude.

37. Zu den alten Straßen Stadtilms gehörte die Breite Gasse. Eine ehemals weit verbreitete Bauweise weist das dritte Haus von rechts auf. Jedes Stockwerk wurde einige Zentimeter überstehend aufgesetzt, um größere Zimmerflächen zu gewinnen. In dem Haus mit den neugotischen Fenstern und Fensterläden war bis zum 26. Juni 1893 die alte Post. Der Schlußstein im Spitzbogen trägt Initialen und die Jahreszahl1785. Auch gehörte die Breite Gasse zu den drei Straßen, die der Stadtbach parallel zueinander in östlicher Richtung durchfloß.

38. Dieses Eckhaus, Markt - Obere Marktstraße, hat zwei typische Merkmale für Altstadtilm. Eines ist wieder der kleine KrämerIaden, das andere sind die mehrfach unterteilten Fenster. Die kleinen Scheiben waren ausnahmslos alle mundgeblasen, mit der dafür charakteristischen Wölbung. Zur Zeit hat in der Unteren Marktstraße noch ein Haus Fenster dieser Art.

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