Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues

Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues

Auteur
:   Ernst Laue
Gemeente
:   Staßfurt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6614-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

8 Blick aufBetriebsgebäude der ehemaligen Saline auf dem Schachthof um

1 900: Von links das Siedehaus, der Neubau vom 8. Mai 1855. Der Siedebetrieb war 1859 eingestelltwarden. Danach wurden in dem Haus Viehsalzlecksteine produziert. Anschließend das Salzmagazin, umfunktioniert zum allgemeinen Lagerhaus, angrenzend Wagenschuppen und Pferdeställe. Der viereckige Turm umschließt den großen Solbrunnen, aus dem seit 1858 keine Sole mehr gehoben wurde. Die Brunnentiefe konnte wegen des in vierhundertjahre langem Betrieb entstandenen N achfalls nicht mehr genau festgestellt werden.

Ursprünglich war der Solbrunnen nach der Teufe, in rechteckiger Farm, nur 53 Meter tief. Hinter den Gebäuden verläuft die Schlossfreiheit, heute die Geleitstraße.

9 Die Ansichtskarte 'StassfurtTotal' erschien etwa

19 1 0, sie hat im vorderen Blickfeld den Salinen- und Schachthof. In der Mitte steht noch ein Schornstein von den Kesselhäusern und rechts daneben das Maschinenhaus vom Schacht Von-der Heydt. Weiter von links unten betrachtet das Salinenhaus mit angrenzendem Magazin und Stallungen. Unter dem viereckigen Turm befindet sich der alte Solbrunnen. Außerhalb, an der Schlossfreiheit, steht noch ein Schornstein der ehemaligen Zuckerfabrik auf dem Sockel einer Warte aus der Stadtbefestigung. Es folgen zwei Wohnhäuser für die

Bergbaubeamten, die in der Berginspektion, dem großen hellen Gebäude an der Steinstraße, tätig sind. Ganz unten im Bild die Wohn- und Geschäftshäuser in der Schlossstraße,

heute die Kottenstraße. Nicht zu übersehen sind neben den Kirchtürmen van St. Petri und St. Marien die vielen Schornsteine der Chemiefabriken und anderer Betriebe, die Wahrzei-

chen der Industriestadt Staßfurt.

Stassfutt

. .. ' ?

10Blick auf den' Achenbach Schacht' vor 1900. Das vorübergehende Anwachsen der Steinsalzförderung 1858 versprach eine günstige Weiterentwicklung. Die Errichtung einer zweiten Schachtanlage wurde geplant. Diesmal sollte eine neue Förderschachtanlage im freien Gelände, mitAnschluss an die seit 1857 in Betrieb befindliche Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn angelegt werden. Die ersten Schächte auf dem engen Salinenhof ließen keine Erweiterungen zu.

Es folgten drei misslungene Schachtansatzpunkte, 1859, 1866und 1872.Bei diesen Abteufversuchen offenbarten sich bereits die

schwierigen Wasserverhältnisse in den Deckgebirgsschichten, die dem Bestand des Staßfurter Kalibergbaues noch sehr gefährlich werden sollten.

Der Anstieg der Kalisalzför-

derung ab 1861 ließ die Forderung nach einem neuen Schacht, trotz der Misserfolge ab 1859 und der ersten Kaliabsatzkrise 1864, nichtruhen.Am 16. März 1 874 wurde der vier-

te Versuch' angeschlagen' , der schließlich zur Abteufung des später genannten Achenbach-Schachtes am Athenslebener Weg führte.

Slassjurl

(// Itt A lunlJat!l

11 'Clûck Auf! Stassfurt' vom 31. Dezember 1901 mit dem Achenbachschacht.

1874,16. März: Beginn der Teufe, Schachtröhre mit rundem Querschnitt, ausgemauert, an wasserführenden Stellen abgedichtet mit gusseisernen Tübbinge.

1877: 338 MeterTeufe (Tiefe) erreicht. Durchgängig mit dem Durchschlag vom SchachtVon-derHeydt. Namensgeber:

Heinrich von Achenbach (1829-1899). Professor für Bergrecht, Preuß. Handels- und Landwirtschaftsminister (1873-1878). Die Kosten für die Errichtung des Schachtes an Löhnen, Bauten und Betriebsmate-

rialien betrugen 1 192 92 6 Mark.

1878: Förderungsbeginn des sehr reinen Jüngeren Steinsalzes. Den Totalabbau im Schacht, ohne Pfeiler, nur mit Bergeversatz, aus-

zuführen, zeitigte unangenehme Folgen.

1880: Druckbewegungen im Grubengebirge lösten Erderschütterungen und Erdoberflächensenkung en aus.

1883: Erstnach demVordringen durch neun Firstensohlen konnte das begehrte Kainit aufgeschlossen und gefördert werden.

12 Der Königl.-Preuß. AchenbachschachtaTI1 Athenslebener Weg. lTI1 Vordergrund die Aufbereitungsfabrik für Carnallit auf Chlorkalium. Unter den schrägen Dächern stehen die Kühl- und Kristallisierungskästen.

Fortsetzung von 11:

1884, 1. September: Das königliche Oberbergamt in Halle verfügt das Versetzen (Verfüllen) von leergeförderten Kalifirsten (Hohlräumen).

1887: Bau einer eigenen Fabrik zur Verarbeitung von Carnallit, UTI1 nicht weiter von Privatfirrnen abhängig zu sein.

1888: Inbettiebnahme der Verfahrenstechnik in der Fabrik.

1901: Nach Einstellen des Wasser haltungs betri ebes auf den Schächten Von-der-

Heydt und Von Manteuffel aTI1 9. Oktober 1900, erreichten die Wasser das Grubenfeld van Achenbach. Der Gewinnungsbetrieb iTI1 Schacht von Carnallit und Kainit wurde trotz Ansteigen der Wasser,

eingeschränkt weitergeführt.

1902,28. September: Förderung eingestellt, das gesarrite Grubenfeld musste wegen Ersaufens aufgegeben werden. Der Fabrikbetrieb blieb erhalten. Die

Versorgung TI1it Carnallit ûbernahm der BerlepschSchacht. Die Anlieferung erfolgte über eine Untergrund - Lokomotiv -Strecke, in der pro Schicht 500 t Rohsalz, bis 1954, befördert wurden.

13 Die Schächte I und II der Gewerkschaft Ludwig II, von Süden gesehen über die Bodeniederung.

Am LöbnitzerWeg, etwa

1 ,6 km von den ersten Schächten entfernt, wurde ab 22. Dezember 1873 erfolgreich nach Salz gebohrt. Unternehmer war aus Halle der BraunkohlenBergwerksbesitzer CarlA. Riebeck (1821-1883). 1876: Beginn der Teufe von Schacht I, links im Bild.

1877: In 262 mTiefe das Jüngere Steinsalz erreicht. Nach 300 mTiefe Abteufung vorläufig eingestellt. Man befand sich im gleichen über den Kalisalzen lagerndem Steinsalz, das bereits vom

Achenbach-Schacht durchteuft war. Riebeck wollte daraufhin aufgeben.

1 880: Die Vereinigten Chemisehen Fabriken Leopoldshall verfügten über die meisten Kuxe (Anteile,

ähnlich wie Aktien) der zu erschließenden Salzlagerstätte. Es kam zur Gründung der 'Gewerkschaft Ludwig 11'. (Der Name 'Gewerkschaft' stand für ein privates Unternehmen

mit mehreren Gewerken.) Wiederaufnahme der Abteufung bis 540 m. Schacht bis 262 min Bolzenschrotzimmerung ausgeschlagen. 498-Meter-Sohle zur Förderstrecke ausgerichtet.

StafHurt

Schaebt Ludwlg 11

14 Salzbergwerk Gewerkschaft Ludwig II, von Osten gesehen mitAbraumkippe und Wasserturm.

Fortsetzung von 13:

1884: Beginn der Förderung.

1886: Schacht II, Beginn derTeufe von überTage und von der 350-MeterSohle im Schacht I, bis 640 Meter.

1891, August: Förderbeginn von Stein- und Kalisalze. Grubenbaue dehnten sich über die Grenze nach Anhalt aus. Der flache Einfall der Salzschichten zwang, in 700 m Tiefe vorzudringen.

1901, 11. November: Gebirgsschlag auf der 693Meter-Sohle, von der Anfahrt etwa 800 m in Richtung Hohenerxleben, stürzte Grubenfeld ein und

verschüttete achtzig Bergleute, es gab 17 Tote. Es war das erste aufsehenerregende Massenunglück im Kalibergbau.

1913/14: Schacht III, Reserveschacht, in der Feld-

flur van Hohenerxleben, geteuft bis 675 m. Ausrichtungsstrecken aufgefahren, moderne Tagesanlagen gebaut mitWerkbahnanschlüssen. Nach Verlust des Weltkalimonopols nicht

mehr in Betrieb genommen.

1924: Gewerkschaft Ludwig II stellte den Förderbetrieb ein. Schächte dienten nur noch der Wasserhaltung.

Staßfurt - Salzbergwerk O~rk.ch.1t lud ?? lg IJ.

15 Salzbergwerk Gewerkschaft Ludwig Il, links Schacht I mit der Kettenbahnbrücke für den Förderwagenumlauf, dahinter die Eisenbahn- Verladebrücke. Rechts im Bild die Grubenwehr (Rettungsmannschaft) bei einer Übung. Im Hintergrund das Einstreben - Fördergerüst van Schacht Il. Fortsetzung von 14-:

1937, 1. Dezember: Das OKH (Oberkommando Heer) übernahm das Salzbergwerk als HMNA-Staßfurt (Heeresmunitionsnebenanstalt). UnterTage wurden außer Munition auch Ausrüstungsgegenstände und Wehrmachtsuniformen eingelagert. Rüstungswerke betrieben in

den leeren Firsten Fertigungsräume und unterhielten Materialmagazine. 194-5, April/Mai: Anlage ausgebeutet und geplündert.

194-7: Gewerkschaft Lud-

wig Il van VEB Kaliwerk Staßfurt übernommen und endgültig stillgelegt.

1973: Planmäßige Flutung des restlichen Grubenfeldes, Abriss der verfallenden Tagesanlagen.

161m Festsaal der Gewerkschaft Ludwig II, gemeinsam für die Schächte I und II, 478 Meter unter Tage, stand dieser 'Salzturrri'. Der Turm war eine maßstabgerechte Nachbildung vom Leuchtturm auf der Ostseeinsel Hiddensee. Der Turm, zusammengesetzt aus den Gesteinen und Salzen des Bergwerks, war acht Meter hoch.

In dem Festsaal, eine leergeförderte Firste, etwa 10 m hoch, befand sich außerdem eine hufeisenförmige Tafel mit Sitzbänken davor und einer kleinen Galerie an der Wand.

Zu besonderen Anlässen und für Besucher wurde der Festsaal mit dem Turm

bengalisch beleuchtet, was mit den buntschillernden Salzen traumhafte Lichteffekte erzeugte.

17 FeierlicherTaufakt am 8. September 1890 für die Königl.-Preuß. Schächte I 'Berlepsch' und II 'Maybach'. Namensgeber waren: Hans Hermann Freiherr von Berlepsch (1843-1926), Minister für Handel und Gewerbe (1890-1896), preuß. Sozialpolitiker.

Albert von Maybach

( 1 822 -1 89 1 ) , Minis ter für Handel, öffentliche Arbeiten und Eisenbahn (18781890).

Das Königliche Salzbergwerk sah sich gezwungen, eine leistungsstarke Doppelschachtanlage ab 1878 in Aussicht zu nehmen. Die Kainitvorräte im Grubenfeld des alten Werkes gingen zur Neige. Einstürze im Leopoldshaller Baufeld, verbunden mit Bodensenkungen, ließen die

Gefahr des Ersaufens befürchten. Der anhaltische Grenzpfeiler garantierte nicht die Verschonung der preußischen Schächte. 1886, 15. März: Zwischen Calbeschen und Löbnitzer Weg Erwerb eines Grund-

stückes. 13. April: Aufnahme von Tiefbohrarbeiten, Ergebnis positiv. 2 1 . Dezember: Werkgelände,

16 ha groß, gekauft. 1887, 12. September:

Schacht I, später Berlepsch, Beginn des Abteufens unter

vorläufigem Förderturm aus Holz.

16. November: Schacht II, später Maybach, 20 m westlich von Schacht I entfernt, aufBohrloch angesetzt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek