Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues

Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues

Auteur
:   Ernst Laue
Gemeente
:   Staßfurt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6614-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues'

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18 Staßfurt, Kgl. Berlepschschacht, Westseite, um 1905.

Fortsetzung von 17:

Mit der Teufe begann der Bau umfangreicher Tagesanlagen bis 1 895. 1888,31. Mai: In 225 m Tiefe söhliger Querschlag zwischen beiden Schächten.

1890, April/Mai:Teufarbeit der Schächte I und Il. bei 415 m Tiefe eingestellt. Ausbau der IV Sohle, 406 m tief, zur Hauptförderstrecke.

1892, 19. September: offizieller Beginn der Förderung von Hartsalz, Jüngeres Steinsalz, Carnallit, Kainit und Sylvinit.

1897: Zunahme der Förderlängen erforderte Einsatz von elektrischen Grubenlokomotiven.

1900, August: Baubeginn der Untergrundstrecke, 6,7 m tiefund 1,8 km lang, zur Versorgung der

Achenbach-Fabrik mit Kalisalz.

1900/0 1 : Aufbereitungsanlage für Düngesalz gebaut.

1901/02: Steinsalz- Lösestation für Sodawerk errichtet.

1 902: Transportbeginn durch die Untergrundstrecke, bis 1954.

5Jassfurt

Kg!. Benepsmsdiodu

19 Blick auf die Berlepsch - Maybach -Schachtanlage um 1930. Fortsetzung von 18:

1904: Speicher für

25 000 t Rohsalz gebaut. 19 1 9: Aus dem Königlichen Salzwerk wurde das 'Staatliche Salzwerk Staßfurt'.

1924, 1. April: Preuß. Bergwerks- und Hütten-AG Berlin (Preußag), übernahm das Salzwerk, neue Bezeichnung 'Kaliwerk Staßfurt' .

1927, 12. Mai: Weiterteufe auf 481 m (V Hauptsohle) abgeschlossen. 22. September, Wagenumläufe unter und überTage mit Umbau der Hängebank neu formiert. Fördereinrichtung für zweietagige Förderkörbe verstärkt.

1935: Steilabbau mit Strossenbetrieb eingeführt, Auffahren von Rolllochstrecken.

1951, 1.Januar: (VEB) Kaliwerk Staßfurt, (VVB Kali und Salze).

1963: Beginn des gelenkten Aussolens mittels Bohrungen im Älteren Steinsalz.

1968,31. Dezember: Gewinnung von festem Steinsalz beendet. Schachtanlage

Berlepsch-Maybach stillgelegt.

1973: Beginn der planmäßigen und langfristigen Flutung der Schächte.

20 Der Festsaal im Berlepsch- Maybach-Schacht auf der IV Hauptsahle 406 Meter unter Tage, wurde etwa 1 907 angelegt. An der Stirnwand prangte über der Galerie eine N achbildung der preußischen Königskrone, als Staatssymbol, darunter das Gezähe 'Schlägel und Eisen'. 192 7 wurde die Krone durch das beleuchtbare schlichte Bergmannssymbol Schlägel und Eisen ersetzt. 1934 huldigte man der Zeitepoche mit dem Anbringen von Hakenkreuzen.

Fast jede Schachtanlage hatte unterTage einen, den Gegebenheiten angepassten Festsaal in einer leeren Firste eingerichtet. Hier wurde, besonders wenn

hochgestellte Personen, Notabilitäten genannt, in einer Schachtfahrt, die Unter- Tage-Welt besuchten, der Festsaal vorgestellt. Mit bengalischer Beleuchtung wurde ein romantischer

Märchenzauber vorgeführt mit dem 'Berggeist' der die Besucher narrte. So wurde die harte und nicht ungefährliche Arbeit der Salzund Kalibergleute oft verklärt dargestellt.

21 Ehrenmal 406 munter Tage für die Gefallenen im Weltkrieg und der Opfer der Arbeit in der Berlepsch- Maybach-Anlage um 1934.

Zu besonderen Anlässen in der Stadt, Veranstaltungen von Verbänden und Vereinen und auch vom Kaliwerk selbst, anlässlich des Bergfestes, wurden Schachtfahrten durchgeführt.

Im Berlepsch-Schacht erfolgte die Einfahrt bis zur IV Hauptsahle 406 m tief. In der Lokomotivförderstrecke fuhr man mit dem Personenzug etwa 2 km. Zu Fuß ging es bis zum Streckenvortrieb und in die Firsten. Firste, die leer gefördert waren, andere die noch beräumt wurden und solche die mit Versatz wieder gefüllt wurden. Von der Ausfahrt wurden noch der

Festsaal und das Ehrenmal besichtigt.

Das Ehrenmal war die Besonderheit des BerlepschSchachtes. Es galt den im Weltkrieg gefallenen Bergleuten des Schachtes und

für die im Arbeitsleben tödlich verunglückten Kalikumpel. Die Tafeln mit

den vielen Namen waren rückseitig beleuchtet. Rote Lettern auf weißem Grund, alles aus Stein- und Kalisal-

zen von Bergleuten zur Erinnerung an ihre Kameraden geschaffen.

22 Mit dem Auffinden und Bekanntwerden der Staßfurter Kalisalzfunde und deren geglückte chemische Weiterverarbeitung setzte nach 1861

eine bedeutungsvolle Entwicklung ein. Der Bedarf an Kalisalzen war nicht nur in Deutschland gefragt. Die erhebliche Nachfrage aus dem Ausland und das kaum erwähnenswerte Vorkommen von Kalisalzen in der übrigen Welt bescherten der Kalisalzindustrie in Deutschland eine ungeahnte Weltmonopolstellung, dessen Mittelpunkt Staßfurt - Leopoldshall war, und das hielt über fünfzig Iahre an.

Das erste Schiff das mit dem Namen dieser weit über seine Mauern bekanntgewordenen Stadt die Weltmeere befuhr, war das VollschiffStassfiirt'. Die

'Stassfurt' , ein Dreimaster als Vollschiff getakelt, war für eine Ladung von 1 590 NRT (Nettoregistertonne) bemessen. Der Hamburger Reeder Robert S. Carr gab dem gekauften Frachtensegler 'Edinburgh', 1872 gebaut, am 20. Mai 1887

den Namen 'Stassfurt'. Ende 1 889 wurde das Schiff verkauft und umbenannt.

Einen zweiten Frachtensegler, die etwas kleinere 'Leopoldshall' hatte der gleiche Reeder ab 21. August 1 888 bis zu deren

Untergang am 31. März 1893 in seinem Schiffsbestand.

Der Name 'Stassfurt' setzte sich in Folge auf drei weiteren beachtlichen Schiffen über Jahrzehnte fort.

23 Der Herzogl.-Anhalt. Tiefuauschacht für Kali und Salz, Leopoldshall I und Il an der Bernburger Straße, vor 1900.

1857, 20.Juni: Die Saline Leopoldshall setzt Bohrloch zur Erkundung der Salzschichten, Ergebnis positiv. Der Staat, das Herzogtum Anhalt - Bernburg , kauft die Saline.

1858, l.Juli: Beginn der Teufe für den Maschinenund Fahrschacht und am

1. August für den Förderschacht. Abteufen erfolgt von Hand, der Ausbau in Bolzenschrotzimmerung. Die Entfernung vom Staßfurter Schacht beträgt nur

1 167 m. Es wurde angenommen, Staßfurt hätte nur das Ausgehende des Steinsalzlagers erreicht.

1861 : Ende der Abteufarbeit, Kosten 380 OOOTaler (1,2 Mio. Mark).

1862: Beginn der Förderung von Steinsalz, Carnallit und des besonders begehrten Kainits.

1872: Kosten für Teufe und Anlagen getilgt.

1873: Unrentabler Salinen-

betrieb eingestellt.

1878, September: Erste Erschütterungen im Grubengebirge und übertägige Bodensenkungen. Wasserzuflüsse stellen sich ein. 1879, August: Zusammen-

brüche in der Il. bis IV Abbausohle, Pfeilereinstürze, Abbaufläche von 20 000 m' geht zu Bruch. Standfestigkeit der Kalisalze wurde überschätzt.

Salzwerk

Leopoldshall

24 'Gruss aus Leopoldshall-Stassfurt' um 1900, Postkarte aus dem Verlag von Eduard Trolle in Staßfurt.

Fortsetzung von 23:

1881,9. März:Vorübergehen der Wassereinbruch versiegte wieder. Gesamtbruchfläche hat zugenommen auf200 000 mt.Wasserhaltungsanlagen verstärkt.

1882: Kleinere Tagesbrüche im 'Bruchfeld' südöstlich vom Schacht.

1883: Tagesbruch lässt 'Schwefelteich' entstehen, 25 Meter tief.

1884: Beschleunigtes Abbauverfahren mit Versatz, Anzahl und Stärke der pfeiler erhöht und Sicherheits-

abstände verringert.

1894: Wasserzuflüsse durch Querschlag im Salzton abgefangen.

1897, August und September: Erhöhte Wasserzuflüsse durch klüftige Schichten

im Nordflügel stammten nachweisbar aus dem Bodebett.

1899: Ab Frühj ahr verstärkt das Staßfurter Salzwerk die Sicherheitspfeiler gegen Wasser- und Laugenein-

flüsse aus dem anhaltischen Schacht.

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25 Leopoldshall Bruchfeld, südöstlich vom Schacht.

Am 25.Juni 1898 ging dieserTagesbruch nieder und füllte sich allmählich mit Wasser und nachfließender Sole. Die Wasserfläche erweiterte sich auf 10000 m'. Dieser Bruch wurde 1929 zum 'Strandsolbad'ausgebaut, 1999 wurde es 70 Iahre alt. Fortsetzung von 24-:

1900, Ianuar: Bruch des Saugkastens der 800-PSWasser haltungsmaschine, der Förderbetrieb läuft aus. 1900,10.April:Abschiedsstunde auf derV Sohle, 298 Meter unterTage, vier Förderwagen mit Kainit kommen als letztes Abbaugut zuTage.

1900, Mai: Wasser auf 21 0 Meter unterTage gestiegen. 1900,4-. Oktober: Nach Bergung von Maschinen und Einrichtungen aus den Grubenbauen hat der Laugenspiegel 4-0 Meter unter

derTagesoberfläche erreicht, fast gleich mit dem Grundwasserstand. Der Schacht ist ' ersoffen': 374Bergleute mussten auf anderen Schächten 'anlegen'.

26 Leopoldshall, Obelisk im Festraum (300 munter der Erde).

Auf der V Sohle, auch Etage genannt, in 298 Meter Tiefe hatten die Bergleute einen Festraurn, eine leergeförderte Firste, für sich und für Besucher errichtet. Der Obelisk mit Galerie war aus den verschiedenen im Grubenfeld vorkommenden Salzmineralien zusammengesetzt. In dem Raum, 150 mlang, 25 m breit und 10m hoch, war ein Wasserbassin eingelassen, darauf schwamm ein Kahn zum Rudern.

Wer nach Leopoldshall kam, trachtete danach, dieses 'Märchenbild aus Tausend und Eine Nacht' zu sehen. Wenn der Festsaal dann noch mit bengalischem Feuer und Magnesiumlicht erleuchtet war, brachte dieses in dem wei-

ten und hohen Raum einen wundervollen Effekt hervor. Von einer feenhaften Schönheit tief unten im Schacht schwärmten die Besucher.

Obelisk im feslraum (300 m unter der Erde) i.eopodshal

27 Herzogl.-Anhaltischer Schacht Leopoldshall III, 1915.

Das Herzogl.-Anhalt. Salzbergwerk Leopoldshall befasste sich ab 1878 mit der Schaffung einer Reserveanlage. Druckerscheinungen im Grubenfeld der Schächte I und II führten zu vermehrten pfeilereinstürzen, und zunehmende Wassereinbrüche ließen die drohende Gefahr des Ersaufens erkennen. An der Kreisstraße nach Rathmannsdorf (s. Bild) folgten drei, nur wenig voneinander entfernte Versuche, den Schacht III abzuteufen.

Alle drei Versuche, von Juni 1881 bis Juli 1882, April 1884 bis Juli 1885 und November 1885 bis Ianuar 1887 scheiterten an der Nichtbewältigung der Wassereinbrüche beim Schachtteufen. Ein anderer,

vielleicht günstiger gelegener Schachtansatz stand nicht zur Verfügung. Die Agrar -G roßgrundbesi tzer lehnten Landverkäufe für einen neuen Schacht ab.

1 887 wurde auf den zwei-

ten Schachtansatzpunkt zurückgegriffen. Abteufung übernahm die Düsseldorfer Firma Haniel & Lueg.

Mit Hilfe des teuren KindChaudron - Bohrverfahren, wurde der Schacht im vol-

len Durchmesser von 3,65 m in das Gebirge gebohrt.

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