Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues

Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues

Auteur
:   Ernst Laue
Gemeente
:   Staßfurt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6614-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues'

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38 Schacht VI nördlich der Straße AtzendorfAthensleben, um 1930. Das Salzbergwerk NeuStaßfurt erwarb 1911 vom preuß. Fiskus das Grubenfeld 'Rudolf" 825 ha groß, nordöstlich von N eustaßfurt. Im Süd-Westfeld standen die Schächte I bis III vor dem Ersaufen. 1912 wurde mit dem Bau einer neuen Schachtanlage, dem Schacht VI, begonnen. Zeitgleich lief die Fertigstellung von Tagesanlagen (unter anderem Salzmühie) und des Gleisanschlusses.

1912, 1. April: Beginn der Teufe, Schacht - Durchmesser 5,5 Meter. 9. Oktober, Endteufe von 460 Meter in Rekordzeit von sieben Monaten und neun Tagen geschafft. Auf der 460- und 400-Meter-Sohle Querschläge nach dem Jünge-

ren Steinsalz aufgefahren und zum Abbau vorgerichtet.

1913, 1. Ianuar: Vorläufige Beteiligungsziffer erteilt. 1914,1.September:Endgültige Förderquote festgelegt.

1923: Auslaufen der Car-

nallit-Förderung, 1,5 Mio. Tonnen wurden zu Tage gebracht.

1924 bis 1954: Förderung nur noch von Jüngerem Steinsalz für Industrie und Le bensmitttelhers teller. Das Salz eignete sich vorzüglich als Speisesalz.

In eigener Sinteranlage mit Paketiereinrichtung wurde es in großen Mengen hergestellt. Als bestes Tafelsalz mit dem Namen 'AstraSalz' erfreute es sich lange Zeit einer großen Nachfrage.

39 Bergleute und Schachtarbeiter vom Schacht VI, 1939.

N eu-Staßfurt Schacht VI. Fortsetzung von 38:

1943: Das Reichsrüstungsministerium verfügte die 'Untertage- Verlagerung'. Die Grubenbaue der Schächte VI und VII wurden teilweise hergerichtet als Fertigungsstätten für die Luftwaffenrüstung. 1944: Ab Mai begann BMW aus Berlin untertägig mit der Entwicklung und Fertigung von Strahltriebwerken, Tarnname 'Kalag' . 1945, Juli: Übernahme der Schachtanlage durch die SMAD. September: Gründung der 'KALAG' unter sowjetischer Leitung. Der Entwicklungs- und Ferti-

gungsbetrieb wurde von unterTage in die umgebauten Tagesanlagen überführt und weiterbetrieben. 1946,22. Oktober: 'Verlagerung der Spezialisten' und einiger Betriebsteile in

die Sowjetunion, Auflösung der KALAG.

1 952/53: Vertiefung des Schachtes um Carnallit unter der 460-Meter-Sohle zu gewinnen, Abteufung bis auf 660 Meter.

1954, 3.Juli: Inbetriebnahme einer 6 km langen Seilbahn für den Transport des gefördeten Rohcarnallits in die Achenbach-Fabrik in Staßfurt, zur industriellen Aufbereitung.

40 Schacht VI mit Einstreben-Fördergerüst und Seilbahnanschluss von der Hängebank nach der Achenbach-Fabrik. Das Fördergerüst, 47 m hoch, das letzte sichtbare Wahrzeichen des Staßfurter Kalibergbaues, wurde am 20. Oktober 1982 gesprengt. Neu -Straßfurt Schacht VI. Fortsetzung von 39:

1 959: Ein Gebirgsschlag ließ die 530-Meter-Sohle zu Bruch gehen. Sechs Bergleute wurden verschüttet. Über ein Fahrrollloch auf der 460-MeterSohle konnten sie unverletzt geborgen werden. 1965,17. bis 23.Juni: In einem abgebauten Grubenfeld zwischen Schacht VI und VII bestand, infolge Gebirgsbewegungen, Einsturzgefahr. Grubenwehr und Hilfskräfte errichteten Schutzdämme, um einer

tödlichen Druckwelle begegnen zu können. Fünf Tage ruhte die gesamte Förderung.

1970: UnterTage waren 210 Bergleute tätig, die Tagesförderung betrug 2 100Tonnen.

1972, 3 1. Dezember: Nach planmäßiger Vorbereitung auf die Stilllegung wurde die Schachtanlage zusammen mit Schacht VII geschlossen. 1975,18.März:lmLaufe der unterirdischen Flutung, seismografisch überwacht, kam es unweit von Schacht VI zu einem Tagesbruch, der sich zu einem See ausweitete.

41 Blick auf Schacht VII um 1920.

Das Salzbergwerk NeuStaßfurt ließ als zweiten fahrbaren Ausgang zu Schacht VI den Schacht VII abteufen. Der Schachtansatzpunkt wurde 940 m nördlich von Schacht VI entfernt, gewählt.

1913,4. März: Beginn der Teufe, Schacht - Durchmesser 4,5 m.Wasserzuflüsse erschwerten die Abteufarbei ten bis 60 m Tiefe. Danach gingen die Teufarbeiten mit hohen Monatsleistungen schnell van statten. 1913,10.0ktober:Endteufe von 420 m erreicht. Auf der 225-Meter-Sohle war die Verbindung mit

Schacht VI hergestellt. Das Carnallit-Lager wurde in der gleichen Beschaffenheit wie im Schacht VI angetroffen.

1914, 2. Ianuar: Die vorläufige und am 2. Ianuar

1916 die endgültige Beteiligungsziffer (Förderquote) erteilt.

1923: Ende des Iahres, gemäß Stilllegungsabkommen, Carnallit-Förderung eingestellt.

1943 bis 1946: Zusammen mit Schacht VI für die Strahltriebwerks- Entwick1ung und -Fertigung beschlagnahmt.

1972: Zusammen mit Schacht VI stillgelegt.

42 ÜberTage warten auf die Einfahrt in die Grube. Alles hängt an einem Seil, das ganze Bergmannsdasein!

Die tägliche Ein- und Ausfahrt der Bergleute mit der Schachtförderanlage wird als Seilfahrt bezeichnet. Auf das Seil musste man sich hundertprozentig verlassen können. Diese Zuverlässigkeit wurde auch vom Fördermaschinisten verlangt, der konzentriert und doch gelassen verstand, seine Fördermaschine zu steuern. Runter ging die Personenförderung, raufkam die Güterförderung. Vom Tag in die Finsternis und zurück wieder zum Licht; dieses mehrmals in der

Stunde. Fördermaschinist und Anschläger, der Signalmann unten im Schacht, verständigten sich mit Glockenzeichen. Sie waren die einzigen Mittler zwischen den beiden Welten, oben und unten.

43 Blick in die oberste Etage des Fördergerüstes auf die Seilscheiben. Von der Seilbeschaffenheit hing das Leben der Bergleute bei der Personenseilfahrt ab. Der Fördermaschinist ließ täglich einmal das Seil zur genauen Kontrolle langsam im Scheinwerferlicht ablaufen. Jeder kleinste Drahtbruch, jeder 'Fleischhaken' wurde sofort im Seiltagebuch vermerkt. Temperaturschwankungen setzten der Seilspannung und -reibung zu. Alle vier Wochen war 'Seilschmieren' angesagt, mit Fett und Grafit, eine Schweinearbeit. Das Neuauflegen eines Seiles war Schwerstarbeit, dazu kam, es konnte

immer nur ausgeführt werden, wenn die Förderung ruhte. Am besten eignete sich dafür der 'Heilige Abend': Die Bergbehörde kontrollierte und schrieb den Seilwechsel vor.

44 Frühstückspause der Bergleute unterTage in einer Firste. Am Abbauort oder wo immer der Arbeitsplatz angewiesen war, meist nach einer Laufstrecke von mehreren hundert Metern, wurde erstmal ein kräftesparender Sitz-platz eingenommen. Die Grubenlampe hingestellt, die Stullen hervorgeholt und die Pulle mit Malzkaffee aufgemacht. Dabei hielt man eine kleine Besinnungspause ein, genannt 'Das Bergamt'. Es war gewissermaßen die unterweltliche Morgenandacht zu Ehren Sancta Barbaras. Nachher 'klotzte' man dafür doppelt ran.

Ist der Bergmann auch vom Salz im Überfluss umgeben, seine Speis' er nicht versalzen muss!

45 Blick in einen Örterbau. Im ersten angewendeten Abbauverfahren wurde von der Grundstrecke aus ein söhliger, schachbrettartiger Örterbau betrieben. Die Örter waren sechs Meter breit und etwa ebenso hoch. Dazwischen ließ man Sicherheitspfeiler von 6 x 6 Meter Grundfläche stehen. Die für den Abbau unabdingbaren Bohrlöcher für die Sprengtechnik musste der Hauer mit einem Fäustel und bis zu

2 m langen Meisselbohrern noch von Hand in das Salzgebirge treiben. Die Leistung vor Ort betrug etwa 8 m' in fünfTagen einschließlich der bis zu zwanzig Stunden dauern-

den Unterbrechung durch das Schießen. Das 'Besetzen' und 'Wegschießen' des Bohrloches war immer ein Risiko für den Bergmann. Geschossen wurde mit Schwarzpulver unter

nach dem Ruf' Angesteckt' oder 'Es brennt' noch nicht in Deckung gebracht hatte, lief Gefahr, von herabstürzenden und herumfliegenden Salzbrocken erschlagen zu werden.

Verwendung relativ kurzer Zündleitungen. Erst nach 1886 kamen Sicherheitssprengstoffe zum Einsatz. Trotzdem blieb beim Schießen Sicherheit das oberste Gebot. Wer sich

46 Die Bohrarbeit wurde mit Einführung der Handbohrmaschine 1 861 aus dem Saarrevier etwas erleichtert. 1 869 folgte die Lisbethsche Handbohrmaschine. Sie musste von zwei Mann gedreht werden. Der Vorschub der Bohrspindel wurde zwangsläufig mit der Drehung erzeugt. Im Carnallit erzielte man eine Bohrleistung van 10 cm/min. Das Bohren in festeren Salzen verlangsamte die Abbaufortschritte und führte schneller zur Ermüdung der zwei Hauer. Trotzdem blieb die vielverwendete 'Alte Lisbeth' etwa fünfzig Iahre im Einsatz.

47 Der Abbau im Carnallit, dessen Gewinnung ursprünglich nebensächlich war, geschah ab 1861 durch einfachen Streckenvortrieb. Die geringe Haltbarkeit der leicht verwitternden Stösse und das brüchige Hangende machten besondere Vorsichtsmaßnahmen notwendig. Wie im Steinsalzabbau ging man auch hier allmählich vom Strossenbau zum Firstenbau über. Anfangs noch ohne Bergeversatz.

Auf dem Bild sind deutlich die gefalteten Schichten im Carnallit zu erkennen. Das kalihaltige Doppelsalz 'Carnallit', benannt nach dem Geheimen Oberbergrat

von Carnall, wurde zum wichtigsten Kalisalz.

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