Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues

Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues

Auteur
:   Ernst Laue
Gemeente
:   Staßfurt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6614-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues'

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48 'Abbau im Kainit', Kainit war ein hochwertiges und sehr begehrtes Kalimineral, salzig und nur schwach bitter. Im gemahlenen Zustand häufig direkt als Dünger an die Landwirtschaft verkauft. Der Abbau lief auch hier in einem gleichmäßigen Rhythmus ab. Auffahren, Bohren, Schießen, Abräumen und zu Tage fördern. Über die Rohsalzmühle in das Salzmagazin oder direkt an den Verbraucher.

49 Die weiterentwickelte Ullrichsche Handbohrmaschine kam mit einem Differential- Vorschubgetriebe ab 1872 zum Einsatz. Mit dieser Bohrmaschine konnte die Drehzahl den wechselnden Salzfestigkeiten angepasst werden. Dieses Grundprinzip war auch in den später eingeführten elektrischen Säulenbohrmaschinen beibehalten worden. Mit der 'Ullrichschen' konnte fast die doppelte Bohrleistung im Vergleich zur 'Lisbeth' erzielt werden. Ausschlaggebend blieb aber immer noch die Muskelkraft des Hauers.

50 Eine wesentliche Arbeitserleichterung für den Abbau brachten die 1893 von Siemens & Halske patentierten elektrisch angetriebenen Bohrmaschinen. Der Antrieb erfolgte aus dem transportablen etwa 100 kg schweren Motorkasten über eine etwa zwei Meter lange biegsame Welle. Die Antriebskraft war 350 Volt Gleichstrom. Die Bohrmaschine wurde in einen Schlitten in der ausziehbaren doppelrohrigen Spannsäule eingehängt. Mit einem mittleren Bohrvorschub von 40 cm/min wurden etwa acht Bohrmeter in einer Stunde erzielt. Verwendet wurden Schneckenbohrer, je nach

Bedarf in 0,5 bis 4 Meter Länge. Tiefe der Bohrlöcher für die Sprengung betrug 3 bis 4 Meter und hatten einen Durchmesser von 35 mmo Die Bohrlöcher mussten nach wie vor mit der

Spitzhacke 'angehackt' werden.

51 Vortrieb einer Strecke (Sohle). Die Säulen- Drehbohrmaschine, mit Kastenmotor und biegsamer Welle, wurde im Streckenvortrieb bis etwa 1924 eingesetzt.

Beim Vortrieb einer zwei Meter hohen und vier Meter breiten Strecke konnten damit Monatslei stungen von zwanzig Metern erreicht werden. Mit der Ullrichschen Handbohrmachine lag die Leistung im günstigsten Fall bei 11 Meter Streckenvortrieb im Monat.

52 Einbruch in das Salzlager. Die Gewinnung des Steinsalzes und der Kalisalze wurde von Schachtquerschlägen aus wechselnd in das Liegende und in das Hangende vorgetrieben. Der Einbruch in das Salzlager geschah von zwei zickzackförmigen Gängen aus, etwa 40 Meter lang. Dafür gab es ein Sprengschema und genau dosierte Sprengsätze (Schüsse), die vom Sprenghauer peinlich genau eingehalten wurden. Das durch die Explosion in Blöcken und Schollen zertrümmerte Salz musste von Hand abgeräumt werden. So wurde Schritt für Schritt zunächst ein flacher Hohlraum, die Eröffnung zu einer First, ausgeschossen.

53 Das 'Wegbringen der Salze' unterTage geschah bei den kurzen Förderlängen auf ebener Sohle von Hand mittels Förderwagen. Ein Förderwagen, auch Grubenwagen genannt, fasste etwa 650 kg. Bis vor das Abbauort verlegte man die Gleise provisorisch. Wenn ein Abschnitt freigeschaufelt war, musste das Gleis verlängert werden. Stücke über ein Meter Durchmesser mussten mit der Spitzhacke oder dem dicken Fäustel zerkleinert werden. ÜberTage konnten die Brecher vor der Mühle nur bis zu 60 cm große Stücke zerkleinern. Ungefähr 300 Ztr. Salzgestein schaufelte der Förder-

mann in der Acht-StundenSchicht in die Förderwagen. Vom Abbauort wurden die Wagen nach dem Schachtfüllort, je nach Entfernung, geschoben oder von pferden gezogen.

Den Förderwagen 'Hund' oder 'Hunt' zu nennen ist eine weit verbreitete falsche Meinung. In früheren Zeiten verstand man darunter nur den Grubenwagen, der mit zwei Radpaa-

ren unterschiedlicher Durchmesser ausgestattet war um damit die Kurvengängigkeit zu verbessern.

54 Das Ausschießen einer First in der Höhe geschah von einer aus Holzstapeln provisorisch errichteten Arbeitsebene aus. Hier auf dem Bild arbeiten zwei Hauer noch mit einer älteren Drehbohrmaschine zum Setzen von Sprenglöehern. Von der Plattform aus wurden nach dem Schießen locker hängende Salzstücke mit der Brechstange abgeschlagen. Insgesamt hieß diese Arbeit das 'Berauben der Decke'. Die Haufwerkshöhe im Vordergrund, 'Schleppe' genannt, entspricht etwa einer Höhe von 15 Meter.

55 Bergstudenten hatten die praktische Ausbildung vornehmlich unterTage zu absolvieren. Hier auf dem Bild Bergstudenten, die auf der Lehrsohle mit der Drehbohrmaschine und der ausziehbaren Bohrsäule vertraut gemacht werden. Zur Ausbildung gehörte

die Arbeit in den Semesterferien als Schlepper vor Ort.

56 Schwere Säulenbohrmaschine, von Hand geführt und auf der Schulter abgestützt.

Eine der ersten schweren Säulenbohrmaschinen in der Bohrspindel und Getriebe eine konstruktive Einheit bildeten. Diese Bohrmaschine, ebenfalls versetzbar in der Bohrsäule aufgehängt, gab es ab

1 920. Je nach Festigkeit der Salzschichten wurden hiermit Bohrvorschübe bis 1 ,7 mi min erreicht. Zwischen1890 und 1914 gab es, außer den elektrischen Bohrmaschinen, keine entscheidenden Neuerungen, die die Gewinnungsarbeiten unterTage maßgeblich beeinflusst hätten.

57 Der gesamte Unter-Tage-Betrieb war anfangs ein reiner Handbetrieb. Die vollen Förderwagen wurden vom Abbauort zum Schachtfüllort geschoben. Den Rollwiderstand eines beladenen, etwa 800 kg schweren Förderwagens zu überwinden, verlangte die ganze Kraft eines Fördermannes.

Waren in der Förderstrecke pferde eingesetzt, dann schaffte der 'Ein-PS-Motor' (Pferd), vier bis sechs volle Förderwagen zu ziehen. Am Schachtfüllort wurden die Förderwagen von Hand auf das Fördergestell geschoben und auf der anderen Seite die leeren Wagen herausgezogen.

Das Bild zeigt einen Füllort unter Tage aus der Anfangszeit der Förderung.

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