Staßfurt in alten Ansichten Band 1

Staßfurt in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Ernst Laue
Gemeente
:   Staßfurt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6561-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Staßfurt in alten Ansichten Band 1'

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Vorwort

Die folgenden Bilder stammen aus einer Zeit, die noch nicht allzu fern ist aber doch schon droht, in Vergessenheit zu geraten. Damit soll dieses Buch ein Dokument und Zeugnis der Vergangenheit und ein Wiedersehen mit Verlorenem sein.

Mein Wunsch ist, mit diesem Bildband die Staßfurter/innen mit ihrer Heimat vertraut zu machen.

Ernst Laue

Geschichtliches

Das Dorf Alt-Staßfurt muß als die Urzelle für das karolingische 'Starasfurt' gesehen werden. Als offene Siedlung entstand Staßfurt im 8. Jahrhundert und hatte für die Ortsgründung zur Voraussetzung die Furt durch die Bode. Eine gewisse Bedeutung muß der Ort schon gehabt haben, denn Karl der Große befahl im Juni 802 hier an der Bode eine Heeresversammlung. Damit ist Staßfurt zum erstenmal urkundlich erwähnt. Ebenfalls überliefert ist ein fränkischer Wirtschaftshof mit dem Namen 'Ostersalthusen in Stasfurdi' aus dem [ahr 806. Der Wirtschaftshof, eine befestigte Anlage, befand sich vermutlich an der Stelle der ehemaligen Amtsschäferei auf dem Schäfereiberg.

Im [ahr 1 180 wird erstmalig die Stadt Staßfurt erwähnt. Mit der Stadtrechtsverleihung gab es nun zwei Orte mit dem gleichen Namen: das 'Dorf Alt-Staßfurt' am nördlichen Bodehochufer und die 'Stadt Staßfurt' auf dem Wendelitz, südlich der Bode. Zu dem Dorf gehörte die Burg am südlichen Bodeufer, sie war für die Gerichtsbarkeit des Dorfes zuständig.

Die Entwicklung Staßfurts verdankt es seinen Salzlagerstätten und seiner günstigen Lage. Am Südrand der Magdeburger Börde gelegen, bot Staßfurt in alter Zeit einen bequemen Bodeübergang über die weithin versumpften Ufer dieses Flusses.

DerWeg von Thüringen um den Ostrand des Harzes, über Aschersleben nach Magdeburg, über die EIbe nach Zerbst und in dasWendenland, führte über Stoßfurt. Zu allen Zeiten war die 'Salznahrung' die Haupterwerbsquelle der Einwohner Staßfurts. Das aus den Solbrunnen durch Sieden gewonnene Salz fand hauptsächlichAbsatz inAnhalt, Thüringen, Sachsen, Franken, der Mark Brandenburg, Polen und Böhmen. Diese Absatzgebiete wechselten im Laufe der [ahrhunderte mehrfach. Die Abnehmer waren an ihre Sorte Salz so gewöhnt, daß die Fuhrleute sogar zur Pestzeit im [ahre 1682 aus dem verseuchten Staßfurt ihr Salz holten.

Staßfurt war bis zum 16. Jahrhundert eine bedeutende und befestigte Stadt geworden. Der Rat der Stadt, in dem nur die Vornehmsten und Reichsten von wenigstem vierschildrigen Adel

gewählt werden konnten, hatten größere Einkünfte als der zu Hamburg.

Staßfurt wurde 1277 dem Erzbistum Magdeburg einverleibt. Zuvor übten die Askanier aus dem Ballenstedter Grafenhaus,

als Nachfolger der Grafen von Plötzkau, die Herrschaft über Staßfurt aus. Von etwa 1313 bis 1363 war Staßfurt vorübergehend vom Erzbischof an die Grafen von Hadmersleben verpfändet. Die ersten Stadtstatuten, die 'Willkûr' genannt, erhielt die Stadt Staßfurt 1366 vom Erzbischof Dietrich bestätigt. Im Dreißigjährigen Krieg, ab 1625, wurde die Stadt in den Strudel dieses Krieges hineingerissen. Von dieser Zeit an hatten der Rat und die EinwohnerTruppendurchmärsche, Einquartierungen, Krankheiten und Brandschatzungen zu erleiden. Die namhaften Feldherren dieses aberwitzigen Krieges ließen sich nacheinander vom Rat beschenken und in der Stadt sich und ihre Landsknechte fürstlich bewirten. Von einer totalen Ausplünderung und Zerstörung der Stadt sahen die hohen Herren huldvoll ab. 1680 wurde Staßfurt bis 1807 Brandenburg-Preußisch. Nach dem Frieden von Tilsit kam Staßfurt dann zum Königreich Westfalen und wurde 1808 bis Oktober 1813 Cantons-Stadt für die Gemeinden Alt-Stoßfurt, Löderburg,Athensleben, Rothenförde und Atzendorf. Anschließend übte Preußen wieder die Hoheitsrechte aus. Ab 1815/16 gehörte Staßfurt zum Landkreis Calbe/Saale, von wo auch die Gerichtsbarkeit wahrgenommen wurde. Dieser verwaltungspolitische Zustand hielt bis Juni 1950.

1794 begann der Niedergang der pfännerschaftlichen Saline, die dann 1797 vom preußischen Staat erworben wurde. 1839 begannen auf dem Salinenhof, im Zentrum der Stadt, die ersten

Tiefbohrungen nach Steinsalz, die sich bestätigten. Daraufhin wurden 1852 die ersten zwei Salzschächte bis zu einerTiefe von 581 Metern abgeteuft und 1856 mit der bergmännischen Förderung begonnen. 1859 war der Salinenbetrieb eingestellt worden.

Über die zu Tage geförderten Abraumsalze, die anfangs nur als Abfall galten, mußten Erkenntnisse gewonnen werden. Den Chemikern Dr. Adolph Frank und Hermann Grüneberg gelang die Aufbereitung der Kalisalze als Düngemittel für die Landwirtschaft nach der Idee von [ustus von Liebig. Damit legten sie den Ursprung für die Weiterentwicklung des Kalibergbaues. Eine Unzahl von Fabriken wurden in Staßfurt-Leopoldshall gegründet und nahmen sich der Verarbeitung der verschiedenen Kalisalze an.

1861 begann die Geschichte der Kaliindustrie, sie brachte Aufschwung, Wohlstand, Rückschläge und Niedergang in über hundert [ahren. Die Schächte bescherten der Bebauung in der Stadt erhebliche nicht wieder gutzumachende Schäden und Verluste die noch heute nach wirken. Die umfangreiche Stadt- und Bergbaugeschichte in über tausend [ahre kann hier in dem zur Verfügung stehende Rahmen nur verkürzt gestreift werden.

1 'Ich habe die Ehre Ihnen ein glückliches neues [ahr zu wünschen! Ihr ergebener Freund.' Diese 'Gruss aus Stassfurt' -Karte wurde am 29. Dezember 1894 von Bernardo W nach Zwischenahn, im Großherzogtum Oldenburg geschickt. Die Karte, stilistisch mit Bergleuten aus dem Staßfurter Salzbergwerk geschmückt, zeigt in Kleinmotiven das Rathaus, das Königliche (Preußische) Salzbergwerk Schacht Achenbach, und das Postamt in der Bahnhofstraße 15, heute Gollnowstraße. Hier war das abgebildete Kaiserliche Postamt 1. Klasse von 1. Oktober 1879 bis zum 25. November 1899.

2 'Gruss aus Stassfurt und die besten Gückwünsche zum Jahreswechsel von 3.12.95 (1895)'. Auf der schmuckvollen Postkarte sind in Kleinmotiven dargestellt das Rathaus am Großen Markt, die (neue) St.-Petri-Kirche in AltStaßfurt, vom Luisenplatz aus gesehen die Fürstenstraße, heute zur Steinstraße gehörend, und das 'HerzoglichAnhalt. Salzwerk Leopoldshall' an der Bernburger Straße. Die Karte kam aus dem 'Verlag van R. Weicke, Staßfurt, Buch-Kunst u. Musikalienhandlung', ausgeführt von 'Druck WinkIer u. Voigt, Leipzig'.

3 Original-Fliegeraufnahme vom Zentrum der alten Stadt 192 7. Alle Baulichkeiten überragt der 60 Meter hohe Turm von der St.-JohannisKirche. Im Schatten der Kirche der spitze Turm des Rathauses von 1888, davor die Schulgebäude der Johannisschule. Links oben, hinter dem Kirchturm und zwischen dem Postamt, ragt die Baustelle für das neue Modehaus H. Taeger in der Steinstraße hervor.

4 Blick vom Schiefen Turm ca. 1947 über den Mühlgraben und die Bode auf das ehemalige Dorf Alt -Staßfurt. An der Peripherie die chemische Fabrik Achenbach und das Sodawerk. Vorn links die Ruine vom sogenannten Schloß und daneben der bereits geräumte 'Kohlenhof' von Bennecke. Das Grundstück rechts unten gehörte zum Salinenhof mit den ersten Schachtanlagen.

5 Dieser weite Ausblick, in nordöstliche Richtung, bot sich dem Beschauer von der Galerie des schiefen Turmes der Johanniskirche 1940. Unten links ist erkennbar die Bodebrücke umsäumt von den Gasthöfen 'Grûner Baum', 'Landhaus' und 'Kaiserhof' (vorne links). Rechts die katholische St.-MarienKirche auf dem Schäfereiberg. Weiter geht der Blick, über die Dächer von Alt -Staßfurt, zu einem Teil der Betriebsanlagen, Kraftwerk und Gießereihalle, des IG-Farbenwerkes an der Atzendorfer Straße, erbaut 1935/36 und demontiert 1947.

6 'Stassfurt Total' um 1910, mit den bemerkenswerten vielen Schornsteinen (Essen) von chemischen Fabriken und anderen Industriewerken. Im Vordergrund fällt der Blick auf den ehemaligen Salinenhof und den übrig gebliebenen Betriebsgebäuden von den Tiefbauschächten 'Von der Heydt' und 'Von Manteuffel' . Beide Schächte, die ersten ihrer Art weltweit, fördertennur - von 1856 bis 1893 Kali und Salze. Infolge nicht aufzuhaltender Wassereinbrüche unterTage, mußten diese im Oktober 1900 aufgegeben werden. Zum Beginn der feierlichen Abteufung der Schächte, am 3 1. [anuar

1852, wurde dieser geschichtliche Vorgang mit fol-

genden Worten begrüßt: 'Hab Acht! Halt mit Wacht an diesem Schacht, Du liebe Vaterstadt! Daß er niemals untergehe, daß er fort und fort bestehe zum Wohle der Stadt.' Die Staßfurter Bergbau- und

Industriegeschichte ist so geschichtsträchtig und umfangreich, daß dafür ein selbständiger Bildband folgen soll.

Stassfurt

T'Otal

7 Ein Blick auf die Johanniskirche und den Eulenturm stimmt immer wieder wehmütig ob der verlorengegangenen historischen Bauten. Davor Reste der Stadtmauer an der Neuen Zwingerstraße, die noch vorhanden sind. Mit Einführung und Verbesserung der Wirksamkeit von Feuerwaffen, verloren Stadtbefestigungen im 17. Jahrhundert an Wert und Bedeutung, Befestigungswerke drohten zu verfallen. Teile des Zwingers das sind die Räume, etwa drei bis sechs Meter breit, zwischen der äußeren und inneren Stadtmauer - wurden ab 1780 von der Stadtverwaltung an Anwohner verpachtet. Die Mauern konnten in die Bebauung von Grund-

stücken, zur Begrenzung und als Hauswände mit einbezogen werden, blieben jedoch Eigentum der Stadt.

STASSFURT.

Johannisl<irche - Eulenlurm

8 Im Zuge einer Verstärkung der Stadtbefestigung entstand 1450 dieserTurm, in der Stadt als Eulenturm bekannt. Die Aufnahme vom damaligen Hirtenhof aus gesehen,

wurde etwa 1910 gemacht. Nach dem großen Wehrturm an der Johanniskirche war der Eulenturm der zweitgrößte Späh- und Warteturm in der Stadt. Er stand an der inneren Stadtmauer, im V. Verteidigungsviertel, auch Neuer Zwinger genannt. Hier lehnte sich die Neue Zwingerstraße an. Als die Stadtbefestigung sich überlebt und die Eulen sich dauerhaft eingenistet hatten, erfuhr derTurm nacheinander die unterschiedlichsten Verwendungen. Wohnung für den Stadtknecht,

Unterbringung für Seuchenkranke, Stadtmagazin für Gerümpel, Werkstatt für einen Schneider und von 1869 bis 1875 gab es hier eine Schmiedewerkstatt. 1915, beim Bau der Gasse zur Heck-

linger Straße, wurde derTurm noch einmal renoviert und 1971 verfiel der Turm, ohne Gespür für den historischen Wert, dem Abriß.

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