Staßfurt in alten Ansichten Band 1

Staßfurt in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Ernst Laue
Gemeente
:   Staßfurt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6561-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Staßfurt in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

29 Schloß-Café an der Ecke zur Schloßstraße. So sah der 'Ersatzbau' für den bescheidenen Altbau 'Goldener Adler' nach der Fertigstellung aus. Bevor das café einzog gab es nacheinander das Hotel und Restaurant Goldener Adler und die Cigarren- und Weinhandlung von G. Schneider. Fritz Hilbig richtete dann für einen langen Zeitraum hier seine Conditorei Schloss-café ein und machte das Haus stadtbekannt. Nebenan unterhielt der Hauseigentümer Hans Tausendschön ein Feinkostgeschäft mit Frühstücksstube. Das Haus, ein mit Ornamentmotiven - auch Kartuschen genannt - reichlich verzierter Großbau, ist ein

Abbild der auslaufenden Gründerjahre gegen Ende des 19. [ahrhunderts.

, ·

30 Gegenüber dem SchlossCafé das 'Hotel Steinkopff' , später umbenannt in Hotel 'Zurn goldenen Ring'. Erstes Haus am Platze, Hotel 1. Ranges mit allem Komfort der Neuzeit eingerichtet. Elektrische Beleuchtung, Zentralheizung, fließendes Wasser, Bäder, Gesellschaftssäle, Hackerbräu, Weinhandlung, heizbare Kraftwagenhalle, Ausspann, alles Angebote für gehobene Ansprüche aus der Zeit vor hundert [ahren. Guido Steinkopff war 1880 der Gründer und Inhaber dieses Hauses, 1910 folgte ihm Heinrich Fuhrmeister und 1927 Kurt Richter. Das Haus wird heute von der Stadtver-

waltung genutzt. Die Aufnahme von 1928 mit Blick in die untere Steinstraße.

3 1 Blick in die Steinstraße um 1936. Das Schloss-café gastierte nur noch in den Räumen an der Schloßstraße, heute Kottenstraße. Im vorderen Teil des großen Eckhauses hatte das Schuhhaus Conrad Tack, vordem seit 191 1 im Nebenhaus, sich hier etabliert und dabei vergrößert. Von nun an dominierte das Haus nur noch als 'Conrad Tack' und wurde zu dem bekannten 'Punkt' in der Stadt. Vor dem Hotel 'Zurn goldenen Ring' der Eingang zur Stadtschänke, dazwischen die Einmündung "Trànental' , eine alte Gasse in der Stadt.

32 Teute's Etablissement 1912. Die wechselvolle Geschichte des ältesten Hauses in der Steinstraße zu beschreiben würde ein ganzes Buch füllen. Hier nur die herausragenden Begebenheiten und Veränderungen. 1 575 erbaut als Bürgermeisterhaus für die Salzgrafen van Werdensleben. Während des Dreißigjährigen Krieges, 1618-1648, waren hier einige große Heerführer, die sich selbst eingeladen hatten, zu Gast in der Stadt. Um

1 770 herum gehörte das Anwesen dem Gutsbesitzer K. S. Bertram und wurde auch Bertram'scher Ackerhof genannt. 1873 von Wilhelm Bach zum Gesellschaftshaus mit Restaurant umgebaut und 1885 erweitert. 1910 übernahm das Haus Johannes Teute und richtete auch ein Café ein. Die Freimaurerloge von der 'Loge Glück auf zur Einigkeit und Treue' erwarb das Haus 1921.

Aus der Gaststätte machte Gusta v Krause das 'Logenhaus' . Die Freimaurerloge wurde 1935 verboten und 1936 mit Haus und Grundstück enteignet. Von da an wurde das 'Erst« Speise- und Gesellschaftshaus am Platze", unter dem Gastwirt Paul Drasdo, als 'Stadtschánke' bekannt.

33 Geradewegs auf die Fassade des größten Kaufhauses am Sandplatz - gehört heute zur Steinstraße - 'knipste' der Fotograf 1904 seine Aufnahme, neugierig von Passanten und Kindern betrachtet. Die reichhaltige Eisenwaren- und Hausgerätehandlung gründete M. E. Fischer 1851. Dieses Haus in der Mitte, mit der prächtigen Fassade, bestimmte das Gesicht des Sandplatzes bis 1978.Indenletzten]ahren, vor dem unvermeidbaren Abriß, war es bekannt als das 'Haus der 1 000 kleinen Dinge' und als Verwaltungssitz der 'HO' (Handelsorganisation).

34 Blick vom Sandplatz in die Fürstenstraße in Richtung Luisenplatz an einem Wochentag. Das Haus links war seit 1725 nur als 'AdlerApo theke' bekannt. Zur Zeit der Aufnahme 1935 gehörte sie dem Apotheker Kurt Friderici. Das Haus soll 1550 erbaut sein, doch der Giebel mit dem niedersächsischen Fachwerk entstand erst nach einem Umbau 1680. Im Geschäftshaus rechts - gehörte zum Holzmarkt - sieht man die Filiale der Großhandelsgesellschaft 'NavermaHaus'. Diese Lebensmittelkette machte mit ihren preiswerten Angeboten - es gab fünfFilialien in der Stadt - große Umsätze und den Einzelhändlern erhebliche Konkurrenz. Im

gleichen Haus die arn 30.April1908 gegründete 'Staßfurter Bücherei und Lesehalle e. v.'.

35 Die Fürstenstraße 1899 vor dem Sandplatz, überragt von der St. - Johannis- Kirche. Das weiße Haus an der Ecke zum Holzmarkt zählt mit zu den ältesten Häusern in der Stadt. Bekannt wurde es durch 'Till Eulenspiegel'; der niederdeutsche 'Erzschelm' soll hier im 14. Jahrhundert ein Schelmenstückchen in der Bäckerei geliefert haben. Das Haus war seit 1900 bekannt als Bäckerei A. Rust, C. Manegoldt und Heidenreich. Im gleichen Haus waren ansässig die Schneidermeister Gebr. Wimmer. Früher, wenn der Straßenfotograf Aufnahmen für Ansichtskarten machen wollte, gab er dies in der Straße vorher bekannt. Dadurch wurden Neugierige angelockt

die dann auch die potentiellen Käufer wurden und so manches Kind wollte auch gern 'geknipst' werden.

-----p-7

36 Eine historische Aufnah me von der nicht mehr existierenden St.-]ohannis-Kirche, 1900. DerTurm der Kirche bestimmte bis August 1964 die Stadtsilhouette, erbaut als Wehrturm für die Stadtbefestigung von 1420

bis 1430. Erst 1484 war das Kirchenschiff fertiggestellt. 1852 wurden hier in unmittelbarer Nähe die ersten Tiefbauschächte für den Abbau von Salz und Kali niedergebracht. Diese Schächte verursachten bis 1900 und nachfolgend erhebliche bergbauliche Erdbewegungen und Senkungen in der Stadt, der auch die Kirche zum Opfer fiel. Ab 1906 konnte hier kein Gottesdienst mehr abgehalten werden. Zu allem Übel machte

1948 ein Großfeuer diesen wuchtigen sakralen Bau zur unrettbaren Ruine. Das Kirchenschiff verfiel dem sofortigen Abriß. Der schiefe Turm mußte von 1964 bis 1966 in aufwendiger Handarbeit abgetragen werden.

Stassfurt

Johannlsklrchc

37 Blick auf die alte ehrwürdige St.-Johannis-Kirche zur Weihnachtszeit 1938.

Von Scheinwerfer angestrahlt wird ein Hauch winterlicher Romantik in der mittelalterlichen Stadt erzielt. Vier große Glocken sorgten für ein volltöniges Geläut in einem wunderbaren B-Akkord. 1943 mußten drei Glocken zum Einschmelzen für Kriegszwecke abgegeben werden. Die größte Glocke, aus legiertem Bronzeguß, hatte einen Durchmesser van 186 cm und wog 3 750 kg. Bis zum Brand 1948 läutete allabendlich noch die letzte belassene Glocke. Unterhalb der großen Kirche ist am Luisenplatz die Interimskirche zu sehen und

das Handelshaus von Gustav Hedermann, das schon zur Ritterstraße gehört.

38 Die Johanniskirche fristete seit dem letzten Gottesdienst, am 9. September 1906, nur noch ein Dasein als Baudenkmal. Die Neigung des Doppelturms, schon seit der Jahrhundertwende teils liebevoll teils abwertend, nur noch als der 'Schiefe Turrn' benannt, nahm von [ahr zu [ahr zu. Bis zum Beginn des Abrisses 1964 hatte die Schräglage zur Senkrechten, bemessen auf die Gesamthöhe van 60 Metern, schon 440 cm erreicht. Nach dem Großbrand im Mai 1948 war nur noch der ausgebrannte Turm übriggeblieben und drohte einzustürzen, da das Gegengewicht vom Kirchenschiff fehlte. Übriggeblieben in der Reitbahn ist nur noch das

weiße Wohnhaus hier auf der rechten Seite dieser Aufnahme van 1947.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2022 Uitgeverij Europese Bibliotheek