Staßfurt in alten Ansichten Band 2

Staßfurt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Ernst Laue
Gemeente
:   Staßfurt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6710-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Staßfurt in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Im Anschluss an den 1998 erschienenen 'Staßfurt in alten Ansichten' Band I folgt hier mit dem zweiten Band eine weitere Auswahl historischer, mit geschichtlichen Angaben versehener Bilder.

Der Betrachter und Leser begibt sich wieder auf einen Spaziergang durch die Stadt.

Ältere Staßfurter werden auf diesem imaginären Spaziergang viel Bekanntes und Vertrautes wieder entdecken und die - besonders durch Bergschäden - verloren gegangenen Bauten etwas schmerzlich vermissen.

Mögen ältere und jüngere Einheimische sowie Ortsfremde bei diesem Streifzug durch die Stadtgeschichte viel Interessantes finden und beim Suchen nach noch Vergleichbarem Freude haben.

Ernst Laue

Geschichtliches

Natürlich zu Tage tretende Solequellen bescherten der Siedlung - seit 1 180 Stadt - die Grundlage für eine aufblühende Saline. Der Reichtum machte begehrlich und zog Eroberer an; die Stadt baute zur Verteidigung mächtige Wehranlagen, wovon Überreste noch zu sehen sind. Viel Weltbewegendes hat sich aber in und um Staßfurts Mauern nicht abgespielt.

Die Salzgrafen an der Spitze der adligen Pfännerschaft haben über sechshundert [ahre Salz gesotten und gegen Waren eingetauscht. Als in der Nähe der Stadt Magdeburg gelegener Ort musste Staßfurt bedauerlich viele Unbillen des Dreißigjährigen Krieges hinnehmen. Mit dem Auslaufen des Krieges zeichnete sich auch der Niedergang der Saline und des Salzhandels ab. Als die Saline bis zur lokalen Bedeutung herabgesunken war und nur noch Verluste einbrachte, wurde sie 1797 an den preußischen Staat verkauft. Durch den Übergang in die Hände des Staates löste sich die Pfännerschaft auf und die Adligen verließen die Stadt. Zurück blieben die Salinenarbeiter, die in ihrer Interessenvertretung St. - Laurentii - Brüderschaft vereint waren und sich erst später auflösten. Aber auch bei den fiskalischen Besitzern unter bürgerlicher Leitung und trotz des rationelleren Betriebes rentierte sich die Saline nicht mehr.

Nun versuchte man in die Erde selbst einzudringen und das

längst vermutete Salzlager duch Bergbau zu erschließen. Die dann folgende Geschichte derTiefbauschächte die Gewinnung von Salz und Kali betreffend ist im gleichen Verlag erschienenen Buch 'Staßfurt - Wiege des Kalibergbaues' nachzulesen. Mit weiteren neuen Schächten setzte eine rapide Entwicklung ein. Aus den Salzbergwerken erwuchsen weitere Erwerbs- und Industriezweige. Selbständige chemische Fabriken entstanden für die Verarbeitung der Kalisalze und beschäftigten sich mit der Verwertung der Produkte. Vielzählige Schornsteine zeugten in der Stadt von der neu aufstrebenden, salzverarbeitenden Industrie. Eine Maschinen- undApparatebaufabrikation zur Ausrüstung und Einrichtung von Kaliwerken trug zum Aufblühen des Ortes bei.

Arbeitsuchende, viele aus den östlichen Regionen, strömten herbei. Die Einwohnerzahlen schnellten in die Höhe und der Bau von Arbeiterwohnungen und kommunalen Einrichtungen konnten kaum Schritt halten. Soziale Probleme und Umweltbelastungen brachten den entstandenen Industriestandort zeitweilig in argen Verruf.

Im Zentrum wurden großstädtische Geschäfts- und Wohnhäuser und für die Unternehmer und leitenden Beamten der Kaliwerke aufwendige Villen gebaut. Diese Gebäude verhalfen der Stadt zu einer unverwechselbaren historischen Bausubstanz, die - soweit noch vorhanden - heute noch anziehend wirkt.

Unzureichende gebirgsmechanische Kenntnisse im Kalibergbau führten in der Anfangszeit zu Gebirgsschlägen. Die Folge waren untertägige Wassereinbrüche undAuf1ösungen im Kalilager. Diese wiederum führten überTage zu Tagesbrüchen, Rissen und Senkungen.

Die erste große Schadenswelle machte sich von 1880 bis 1883 im Stadtgebiet bemerkbar. Trotz aufwendiger Abwehrmaßnahmen gegen den unter der Stadt erfolgten Abbau vollzog sich 1906 die nächste große Senkungs- und Schadenswelle, die besonders den alten Stadtteil erfasste.

Bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 ging die wirtschaftliche Entwicklung des Staßfurt - Leopoldshaller Kalibergbaus, begünstigt durch das Monopol der Kaliverarbeitung, bergauf. In den Bergschadensgebieten blieb es nicht aus, dass immer wieder senkungsgeschädigte Wohn- und Industriebauten, die jeweils vom Bergfiskus aufgekauft waren, abgebrochen werden mussten. Auch der für das Stadtbild erhaltungswürdige, 60 Meter hohe 'Schiefe Turru' von der 1948 abgebrannten Johanniskirche hatte durch Senkung eine Lotabweichung von 4,50 Metern erreicht. Die baulichen Sicherungen der Schiefstellung und der Risse reichten nicht mehr aus und führten von 1964 bis 1966 zum bedauerlichen Abbruch.

1 'Staßfurt die tausendjährige Salzstadt' , eine Ansichtskarte aus dem Festjahr 1934. Kleinmotive vermittelten die markanten Stellen der Stadt: die ]ohanniskirche auf dem Marktplatz, die Bodebrücken als Verkehrsmittelpunkt, Fördertürme von der BerlepschMaybach-Schachtanlage, die Adler-Apotheke am Sandplatz, den Luisenplatz und den Eulenturm und ]ohannisturm von der Stadtbefestigung.

2 Eine Fliegeraufnahme von 1929 lässt das heute nicht mehr vorhandene dicht bebaute Zentrum der Stadt mit Rathaus und St.-]ohannis-Kirche erkennen. Links von der Kirche, an der Schlossfreiheit (seit 1952 Geleitstraße) sind noch einige Betriebsgebäude der ehemaligen Bennecke' schen Zuckerfabrik - gebaut 1837- zu sehen. Dahinter lugt das 'Schloss' hervor.

In der Mitte, nördlich der Kirche bis zur Bode, wurden 1851/52 die ersten Kalischächte der Welt, die Doppelschachtanlage 'Von der Heydt' und 'Von Manteuffel' , niedergebracht. Von den Übertageanlagen ist zum Zeitpunkt der Aufnahme kaum noch etwas vorhanden.

3 Die stadtbildprägende St.Johannis- Kirche mit dem Schiefen Turm und dem Rathaus mit dem Türmchen von Scheinwerfern angestrahlt in der Advents- und Weihnachtszeit vor 1939. Der große Turm, erbaut zwischen 1420 und 1430, war als Wehr- und Warteturm Bestandteil der bis ins 17. [ahrhundert intakten Stadtverteidigungsanlagen. Bis zur Galerie hatte der Turm, der auch als Glockenturm der Kirche diente, eine Höhe von 46 Metern. Zum Besteigen waren 194 Stufen zurückzulegen. Die gesamte Höhe einschließlich der Spitze betrug 60 Meter.

4 Der Marktbrunnen mit dem 1934 eingeweihten Denkmal für den Staßfurter Bergmann. Der Blick dahinter auf die aus Natursteinen errichteten Mauern undAußenpfeiler für das Langschiff der St. - Johannis-Kirche vermittelt schon in diesem Teilbereich den wuchtigen Kirchenbau. Der 'Bergmann' erfuhr am 7. Juli 1955 eine Umsetzung in den Garten der Kaliverwaltung in der Steinstraße.

5 Eine Brandkatastrophe, van Kinderhand ausgelöst, zerstörte am 27. Mai 1948 das von Neubauern zum Strohlager herabgewürdigte Kirchenschiff und beschädigte aufs Schwerste den Turm. Der weithin sichtbare trutzige Kirchenbau, das älteste Wahrzeichen der Stadt, verfiel nun vollends zur unrettbaren Ruine. Bis 1966 waren die letzten Bausteine der 497 [ahre alt gewordenen Kirche abgetragen worden.

(Foto H. Löhnert t)

6 Das Gebäude im Landhausstil, 'Schloss' genannt, an der Schlossfreiheit (heute Geleitstraße) wurde bis 192 4 von der Familie Bennecke bewohnt. Das Landhaus entstand etwa 1 840 auf dem Gelände der Burg die auch als Schloss bezeichnet wurde. Von der Burg ist das genaue Entstehungsjahr nicht überliefert. Bekannt ist, dass Kaiser Friedrich Il. (1194-1250) im Krieg gegen den 'Gegenkaiser' Otto IV. (t 1218) die Burg 1215 weitgehend zerstören ließ. Wiederaufgebaut widerstand die Burg 1278 der Belagerung durch den Markgrafen Otto IV. von Brandenburg. Bei einem Sturmangriff schoss ein Staßfurter Bogenschütze dem Markgrafen einen eisernen pfeil durch den Helm in die Stirn. 'Markgraf Otto mit dem pfeil' ergriff die Flucht und musste ein [ahr warten, bis der pfeil

aus der Stirn von selbst herausgewachsen war.

Der Mitbegründer und Namensgeber der Agrarfirma C. Bennecke, Hecker & Co., Carl- Wilhelm Bennecke (1795-1866) hattedasAreal mit dem Rest des Schlosses 1820 erworben. Hier ließ er

1836/37 die erste Zuckerfabrik im Gebiet der südlichen Börde bauen. Auf das Landhaus hatten die Staßfurter

in alter Gewohnheit die Bezeichnung 'Schloss' übertragen, um auf ein weiteres Schloss verweisen zu können.

7 Partie am Mühlgraben mit dem 'Schloss' hinter der Mauer. Nebenan steht noch ein großes altes Betriebsgebäude der ehemaligen Zuckerfabrik. Darüber lugt der Schiefe Turm der St.-Johannis- Kirche hervor. Alle drei Bauten wurden ein Opfer der Bergsenkungen, wie die Schiefstellungen hier schon sichtbar machen. Den Mühlgraben gibt es auch nicht mehr, er wurde hier zum Stadtgebiet zählend, 1974 verfüllt.

8 Über die alte Holzbrücke, den Mühlgraben überquerend, gelangte man in die Schlossfreiheit (seit 1952 Geleitstraße) vorbei am Kohlenhofund am 'Schloss' in die Schlossstraße (seit 1952 Kottenstraße). Die Brücke wurde 1957 in freiwilliger 'Aufbau arbeit' von der Feuerwehr abgerissen und später durch eine Stahlbetonbau-Konstruktion ersetzt. Nach dem 1970 begonnenen Zuschütten des Mühlgrabens wurde die Brücke überflüssig.

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