Stavenhagen in alten Ansichten

Stavenhagen in alten Ansichten

Auteur
:   Thomas Zahn
Gemeente
:   Stavenhagen
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5994-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Stavenhagen in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Einleitung

Die Geschichte von Stavenhagen, der Kleinstadt mitten in Mecklenburg- Vorpommern, am Rande der Mecklenburgischen Schweiz gelegen, reicht bis in das 13. jahrhundert zurück. Erstmals im Iahr 1230 erwähnt, ist der Ort wohl eine Gründung deutscher Siedler (wie die Endung' -hagen' verrät) im Siedlungsgebiet slawischer Stämme. Die Ritter von Stove (oder Stoue) bewohnten die Burganlage und gaben der Siedlung ihren Namen - Stovenhage(n), woraus dann 'Stavenhagen' wurde. Gründungsdokumente sind nicht erhalten; eine Inschrift in einer Ivenacker Glocke von 1555 besagt, daß Reinbern (oder Rembern) von Stove(n), Bewohner der Burg Stavenhagen, im [ahre 1252 das Kloster Ivenack gründete.

Das Stadtrecht hat Stavenhagen schon wenige [ahre danach erhaltenspätestens im Iahr 1264, dern Todesjahr des Pommernherzogs Wartislaw IIL Dieser war Mitunterzeichner der Stadtprivilegien, wie eine Urkunde von 1282 bestätigt.

Nach mehrfachem Besitzerwechsel gelangte das ursprünglich pommersche Stavenhagen im Iahre 1 3 1 7 durch einen Heiratsvertrag zum FürstenhausWerle und somit zu Mecklenburg. Über die Geschichte des Mirtelalters sind kaum Informationen erhalten. Kriege und die Großbrände von 1 72 7 und 1 746 haben die Stadt und viele Dokumente zerstört. Die Burg und eine Anfang des 1 7. Iahrhunderts darüber errichtete Schloßanlage verfielen; auf den Grundmauern wurde um 1740 das heutige Schloß erbaut. Massive Befestigungsanlagen wie in vielen anderen norddeutschen Städten sind nicht bekannt; die schlichten Holztore und Wallanlagen verschwanden Ende des 18. jahrhunderts. Auch die alte Fachwerkkirche aus dem 13. [ahrhundert mußte nach Brandschäden in der zweiten Hälfte des 18. [ahrhunderts abgebrochen werden. Der Neubau, zwischen 1774 und 1790 entstanden, ist noch heute in seinen wesentlichen Gestaltungsformen erhalten.

Der Amtsbereich Stavenhagen erreichte im 16. [ahrhundert seine größte Ausdehnung - vom Schloßberg herab verwalteten die Vögte und Amtshauptleute auch die Länder Penzlin, Malchin und Waren.

Die Stadt selbst bemühte sich lange um vollständige Unabhängigkeit vom Amt; sie erwirkte erst nach 1781 eine eigene Gerichtsbarkeit und errichtete 1785 ein Rathaus. Der sogenannte Amtsbrink war [ahrhundertelang eine eigene Verwaltungseinheit und wurde erst Anfang des 20. Iahrhunderts eingemeindet.

Einen ersten Aufschwung erlebte Stavenhagen in der Amtszeit von Gearg johann Iakob Reuter (1776-1845), der als Bürgermeister 37 Iahre lang bis zu seinem Tode für das Wohl der Stadt (und natürlich auch das eigene) wirkte: Er sorgte für den Anbau neuer landwirtschaftlicher Kulturen (Futter- und Gewürzpflanzen, Färbereirohstoffe), führte die Stallfütterung ein und gründete die erste Lagerbierbrauerei Mecklenburgs. Als Bürgermeister und Stadtrichter wußte er das Grundeigentum der Stadt durch Erbpachtkontrakte zu erweitern - in den folgenden Iahrzehnten konnte dadurch die Stadt über ihre bescheidenen Grenzen hinauswachsen, die seinerzeit von derWallstraße, der Neubrandenburger Straße und der Malehitier bis zur Basepohler Straße gebildet wurden.

Der Sohn des Bürgermeisters, Fritz Reuter, 1810 im alten Rathaus geboren und 1874 in Eisenach gestorben, wurde schon zu Lebzeiten als der bedeutendste Schriftsteller und Dichter niederdeutscher Literatur gewürdigt. Sein Geburtshaus ist seit 1960 das Fritz-ReuterLiteraturmuseum und als Gedenk- und Forschungsstätte seinem Leben und Werk verpflichtet. Vor allern in Reuters Werken 'Ut de Franzosenud'. 'Ut mine Stromtid' und 'Meine Vaterstadt Stavenhagen' finden sich zahlreiche Hinweise aufStätten und Leute in und um Stavenhagen. Auch in der zweiten Hälfte des 19. Iahrhunderts dehnte Stavenhagen

sich weiter aus, nachdem 1864 der Anschluß an das Eisenbahnnetz erfolgte. Während der Amtszeit von Bürgermeister Dr. Fritz Schultetus (1840-1905), der von 1879 bis zu seinem Tode die Geschicke der Stadt lenkte, setzte die industrielle Entwicklung der Stadt ein - Zuckerfabrik, Molkerei, Schlachthof, Krankenhaus, Dampfmühle, Sägewerk, Ziegelei, Feuerwehrdepot und Energiezentrale wurden zwischen 1881 und 1901 errichtet.

Der akademische Maler und Illustrator Ernst Lübbert (1879-1915) verlebte ab 1886 seine Schulzeit in Stavenhagen und wurde später ein erfolgreicher Künstler. Er fiel im Ersten Weltkrieg. Ein Gedenkstein, ein nach ihm benannterWeg und eine ständige Personalausstellung im Reutermuseum erinnern an Lübbert.

Im [ahre 1913 wurde eine Kleinbahnstrecke eingeweiht, die von Dernmin über Stavenhagen nach Bredenfelde führte - sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg demontiert. Am Ende dieses Krieges harte auch Stavenhagen gravierende Verluste an historischen Gebäuden zu verzeichnen - die gesamte Westseite der Marktbebauung und einige weitere markante Gebäude brannten nieder, von menschlichem Leid ganz zu schweigen ...

In der Nachkriegszeit konzentrierte sich das Baugeschehen vorwiegend aufNeubausiedlungen am westlichen Stadtrand und auf den Eigenheimbau, während weitere traditionsreiche Gebäude im Stadtkern verfielen und teilweise durch unpassende Lückenbauten ersetzt wurden. Vielleicht helfen Bilder aus dem vorliegenden Band bei der Rekonstruktion von Straßen, Gebäuden und Plätzen ... Den Jüngeren und Zugezogenen wird er einige Informationen über die Geschichte ihres Wohnortes vermitteln, die älteren Stavenhagener finden vertraute Bilder aus ihrer Jugend vor.

Gezeigt wird natürlich nur ein Ausschnitt, der Stadt und Umgebung

vorwiegend im ersten Drittel unseres Jahrhunderts vorstellt - Anspruch aufVollständigkeit kann nicht erhoben werden. Es liegt schon Material für einen eventuell möglichen zweiten Teil vor, und weiteres wird ganz sicher nach Erscheincn dieser Ausgabe zur Ergänzung eintreffen ...

Stavenhagen, im November 1994

ThomasZahn

Stavenhagen um 1880

Eine der ältesten bekannten fotografischen Ansichten des kleinen Städtchens, aufgenommen wohl vom Standort der Reutereiche aus. Der Reisende, der die Neubrandenburger Chaussee entlangkam, sah von weitem den Turm der Stadtkirche und das Schloß. Links am Horizont sind noch schwach die Umrisse einer Windmühle zu erkennen.Vor der Stadt zweigte dieWarener Chaussee ab, und noch davor ist die Einmündung des alten Hütterweges auszumachen. Er führte nach Sülten, wo im Mittelalter eine Salzsiederei und eine Glashütte existierten.

Jln~fi1n &fm;rnrIDgrn

2 Der nebenstehende Stadtplan aus den zwanziger [ahren verdeutlicht die Ausdehnung des kleinen Städtchens zu jener Zeit. Das Luftbild - etwa von Süd

nach Nord aufgenommen veranschaulicht den Eindruck: Im Zentrum Markt und Stadtkirche, rechts Schloß und Schloßgarten, all oberen Bildrand die Schultetusstraße und die Zuckerfabrik. Die Zahlen auf dem alten Stadtplan benennen Stätten, die in den Werken von Fritz Reuter Erwähnung finden.

3 Stavenhagen hatte mindestens drei Herrschersitze auf dem Schloßberg nacheinander: Die mittelalterliche Burganlage der Ritter von Stove aus dem 13. Iahrhundert, deren Fachwerkgebäude durch Kriege und Brände verfielen. Im [ahre 1606ließ Herzog Carl 1. von Mecklenburg-Güstrowan gleicher Stelle ein Schloß errichten, das einige Iahrzehnte später, im Dreißigjährigen Krieg, erheblich beschädigt wurde. Berichte aus [ener Zeit benennen den Zustand: 'dern Verfall nahe' (1661), 'stark verfallen' (1696), 'schon gantz ruiniret' (1702) und 'äußerst baufällig'

(1 7 14). Der große Stadtbrand von 1 72 7 hatte auch die Schloßruine erfaßt, so daß

1738 nur noch 'zwei turmartig vorspringende Fundamente' zu finden waren. Um 1740 dann wurde das jetzt noch stehende Schloß erbaut - zum Teil auf den alten Grundmauern.

4 Der Schloßneubau aus der Mitte des 18. [ahrhunderts wird als typisch franzósische Anlage betrachtetleider ist der Name des Baumeisters nicht überliefert. Ursprünglich wurde das Schloß wohl als herzoglicher Jagdsitz errichtet, nach der Fertigstellung aber als Amtssitz des Landdrosten - des Amtshauptmannes - genutzt. Von hier aus wurde das Domanialamt Stavenhagen verwaltet. Der Schloßgarten war dicht mit Bäumen bestanden, wie die Luftaufnahmen belegen, und noch in den zwanziger [ahren unseres Jahrhunderts werden Überreste von Burggräben und Wällen erwähnt.

5 Zu Zeiten der 'Franzosentid' in Deutschland zwischen 1806 und 1813 war auch das Stavenhagener Schloß Schauplatz der Geschichte. Fritz Reuter setzte dem gewitzten Widerstand der Stavenhagener und ihrer Verbündeten gegen napoleonische Marodeure in seinem Roman 'Ut de Franzosentid' ein literarisches Denkmal. Der Treppenturm in der rechten Schloßecke, der auf einigen Illustrationen zur 'Franzosentid' auftaucht, wurde allerdings erst um 1870

angebaut. ..

6 Vom Schloßhofführt die eindrucksvolle Schloßallee hier noch zu beiden Seiten von großen Kastanien gesäumt - hinab zum großzûgig angelegten Marktplatz.

7 Der Bau des Rathauses wurde irn jahre 1785 vom Maurermeister c.A. Müller vollendet. Von diesem Hause aus leitete Georg [ohann Jakob Reuter (177 6-1845) van 1808 an bis zu seinemTode die Geschicke der Stadt - als der erste juristisch ausgebildete Bürgermeister Stavenhagens. ' ... er war fast vierzig jahre hindurch Triebfeder und Unruh in der Uhr des städtischen Lebens, und was mehr sagen will: er war auch ihr Pendel und Regulator .. : charakterisierte Fritz Reuter rückblickend seinen Vater. Er selbst wurde am 7. November 1810 im Stavenhagener Rathaus geboren und schon zu Lebzeiten als bedeutendster Autor der niederdeut-

sehen Literatur seines Iahrhunderts geschätzt: Eine Erinnerungstafel wurde 1873 an seinem Geburtshaus 'nach Beschluß von Rath und Bûrgerschaft' angebracht. Fritz Reuter starb am 12.Juli 1874

in Eisenach, wo sich auch seine Grabstätte befindet.

STAVENHAGEN

Reuter', Geburtshaus

Verlag: aeholtz'sche Buchb., Stavenhagen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek