Stendal in alten Ansichten

Stendal in alten Ansichten

Auteur
:   Simone Eckhardt
Gemeente
:   Stendal
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5835-0
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Stendal in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

'Stendals Lage ist auf einer großen fruchtbaren Ebene, nahe bei einem luftigen und mit Wilde erfüllten Walde, ... und Joachim der I. war der Jagd wegen auch ganz besouders gern in Stendal. ' (Zitat aus einem alten geographischen Lexikon). Von dem schönen Wald um Stendal ist nicht mehrviel vorhanden. Die alte Hauptstadt der Altmark im Norden SachsenAnhalts wird im Jahre 1022 als Besitzung des Michaelisklosters im Bistum Hildesheim erstmals als Dorf Steinedal genannt. Die verkehrstechnisch günstige Lage wird Markgraf Albrecht den Bären um 1160 veranlaßt haben, dem Dorfe Steinedal einen öffentlichen Markt - das Marktrecht zu verleihen. Als bequemer Ort zur Niederlassung der Kaufleute bot sich die Uchteniederung zwischen dem Alten Dorf und Schadewachten, hier wählten sie ihren Marktplatz, gründeten um 1188 das Kaufhaus, welches zugleich die Räume des Rathausesumfaßt. Gefördert durch zahlreiche Innungen, der Zollermäßigung im 13. Jahrhundert, dem Münzrecht und dem Weinbau erwarb Stendal Ansehen im Handel und Gewerbe unter den askanischen Markgrafen.

Urn die Mitte des 13. Jahrhunderts hat sich eine Seefahrergilde gebildet, die die Ausfuhr nach den überseeischen Ländern auf eigenen Schiffen betrieb. Die Gilde war eng mit der der Gewandschneider verbunden. 1350 wird Stendals wirkliche Zugehörigkeit zum Hansebund erwähnt. Stendal kooperierte bereits seit dem 13. Jahrhundert eng mit der Stadt Lübeck, die enge Handelsbeziehung wurde 1457 zum ersten Mal durch einen Streit gestört, 1518 traten außer Berlin, Brandenburg und Frankfurt auch Sten dal und Salzwedel aus der Hanse aus. Eine spätere Bitte um Wiederaufnahme wurde abgelehnt. 1338 wurde in Stendal die erste städtische Schule gegen den Willen der Kirche eröffnet, wodurch die Kirche die Innungsmeister, die Gemeinde, die Mitglieder des Rates und die Schöppen mit dern Banne belegte. Zur Versöhnung schenkte die Stadt der

Kirche einen Ackerhof. Die spätere Lateinschule befand sich ab 1540 auf dem Mönchskirchhof Ecke Brüderstraße , wo im 13. Jahrhundert die Kirche der Franziskaner stand. Hier predigte im Juli 1530 der Mönch Lorenz Kuchenbäcker und forderte die Versammelten zu lutherischen Gesängen auf.

Die Auflehnung der Stendaler Bürger 1488 gegen die Bierziese brachte erhebliche Einbußen von Pivilegien. Sie weigerten sich, für sieben Jahre hintereinander Iür jede Tonne Bier 12 Pfennige Steuern zu zahlen. Die Aufständischen mußten so Johann Cicero Urfede schwören, 14 Jahre Biergeld zahlen, einen neuen Rat einsetzen, sämtliche Bündnisse mit anderen Städten entsagen, durften nicht mehr münzen und verloren das obere und niedere Gericht.

1488 wurde in der vermutlich ersten Buchdruckerei des Joachim Westpfal der Sachsenspiegel gedruckt.

Die erste Ratsapotheke gab es bereits 1576.

1255 wird das älteste und erste Hospital zum Heiligen Geist zur Aufnahme von Pilgern und Reisenden erwähnt. Nordöstlich vom Uenglinger Tor befand sich seit dem 13. Jahrhundert für Aussätzige und Arme das Sankt Georg Hospital. Die spätgotische Spitzbogenpforte als Zugang zum Friedhof ist als Zeuge erhalten geblieben. 1369 gibt es in der Großen Judenstraße/ Birkenhagen das Kleine Hospital zum Heiligen Geist zur Aufnahme armer Leute. Im 19. Jahrhundert erfolgte der Abbruch. Markgraf Otto bestätigt 1370 die Stiftung des Hospital's Sankt Gertrud, die Stifter waren Nikolaus von Bismarck, der Stendaler Arzt Magister Joharm Sweder und dessen Bruder Domherr Burchard Sweder. 1390 wird das Hospital der Marienbrüderschaft in der Weberstraße erwähnt. Die 'Scheune' in der Rohrstraße genügte 1464 für die armen Leute nicht mehr, so daß das Hospital Sankt Elisabeth am Sperlingsberg entstand. 1696 übergab man deren Kirche der französischen Gemeinde.

Der Dreißigjährige Krieg brachte der emporblühenden Stadt

schwere Schicksalsschläge. Armut durch die Abgaben an die einquartierten dänischen Truppen, deren Unterhalt und die rote Ruhr (auch Pest) hatten mehrere verlassene Feuerstellen zur Folge. Große Feuersbrünste vernichteten im südlichen Stadtteil 1666 33 Häuser in der Hallstraße , Karlstraße und Schadewachten. 1680 wurden Häuser im südlichen Teil der Breiten Straße, 1687 wiederholt in der Hallstraße, im Schadewachten und das Katharinenkloster ein Opfer der Flammen. 1682 grasierte abermals die Pest in Stendal.

Dieser trostlose Zustand war das größte Hindernis am Wiederemporkommen der Stadt Stendal. Die verlassenen Häuser und wüsten Stellen in der Stadt wurden 1688 den aus Frankreich vertriebenen Waldensern aus den piemontesischen Hochalpen zur Verfügung gestellt. Von 840 waren 1690 noch 150 in Stendal geblieben. 1691 kamen weitere Flüchtlinge - Schweizer, Wallonen, Pfälzer und Franzosen. Sie sollten beim Aufbau der Stadt helfen.

Zur Stadtbefestigung wurden das Tangermünder Tor, Uenglinger Tor, Arneburger Tor, Viehtor, der Wendenturm und Torturturm am Westwall errichtet. Mit Abbruch der Stadtbcfestigung fielen 1771 zur Erbauung von Häusern der Wendenturm und der Torturturm. Das Bollwerk vom Tangermünder Tor, das Arneburger Tor und Viehtor wurde 1784-1785 beseitigt.

1800 zählte Stendal5 230 Seelen.

Unter der französischen Besatzung marschierte am 26. Oktober 1806 das Corps unter Marschall Soult in Stendal ein und blieb sechs Tage , das wiederum Verpflegung und Unterhalt forderte. Danach marschierten noch mehrere Truppen ohne zu plündern durch Stendal. 1807 wurde die Altmark durch den Tilsiter Frieden vom preußischen Staate getrennt und kam zum Königreich Westfalen. Die bittere Stimmung gegen die Gewaltherrschaft und das brutale Treiben der französischen

Machthaber riefen geheime Verbindungen ins Leben. 1809 fanden sich im Zuge des früheren Offiziers des Tschammerschen Regiments Hauptmann Karl Friedrich von Katte gegen die Fremdherrschaft auch einige Stendaler. Nach der Niederschlagung des Aufstandes wurde der Maurer Josef Manns zwischen den Stadtwällen von den Franzosen erschossen. Ihrn zu Ehren steht heute noch das Manns Kreuz auf dem Hof der Diesterweggschule. Unter stürrnischern Jubel rückten im April 1813 die ersten Preußen in Stendal ein.

Durch den Wiener Kongress 1814/15 zur Neuordnung Deutschlands und leichteren Verwaltung wurde die Altmark von der Provinz Brandenburg abgetrennt und der Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Magdeburg zugeteilt.

1849 zählte Stendal 7 062 Einwohner.

1872 verleiht der Magistrat der Stadt Stendal Otto von Bismarck das Ehrenbürgerrecht der Stadt.

In einer kleinen Grünanlage vor dem Tangermünder Tor in der Bahnhofstraße stand von 1891 bis ca. 1960 als Andenken an den Afrikaforseher Gustav Nachtigal eine Büste. Am 7. Oktober 1969 wurde schräg gegenüber das Lenindenkmal eingeweiht und bereits 1991 demontiert. Seit dem 22. Dezember 1991 steht das Nachtigaldenkmal wieder auf seinem Platz.

An Fabriken und Einrichtungen entstanden 1887 das Städtische Schlachthaus, 1889 die Eisenmöbelfabrik Arnold, 1902 die Walzenmühle am Ostpark , 1906 Kaufhaus Ramelow (Erweiterungsbau 1930),1920 die Hansa Brauerei, 1923 die Obstund Konservenfabrik der Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine.

Mit der zunehmenden Industrialisierung steigt die Einwohnerzahl1900auf22 108, 1929sindes 30 731.

Von 1909 bis Juli 1950 war Stendal ein eigener Stadtkreis.

1. Dieser Situationsplan der Stadt Stendal aus dem Jahre 1861 ist kaum bekannt und wird nach dem Wissen des Autors das erste Mal veröffentlicht. Hierauf sind die einzelnen Häuser noch von 1 bis 980 durchgehend numeriert, diese wurde dann um 1875 so umgeändert, wie wir sie heute kennen. Aufgenommen wurde der Plan (gezeichnet und herausgegeben vom geographisch-lithographischen Institut von W. Platt in Magdeburg Breiteweg 105) in einem Maßstab von 50 Ruthen. Auf ihm ist der Bahnhof noch an der Stelle eingezeichnet, wo sich heute das RA W befindet.

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2. Kommt man von Nord-Westen nach Stendalliegt rechter Hand der Bürgerpark. Am 29. April 1895 wurde der Stadt Stendal vom Hauptmann und Lederfabrikanten Herrn Wilhelm Müller (Mitglied des Verschönerungsvereins und Stendaler), Land nordwestlich von Stendal geschenkt. 'Die Anlegung des Bürgerparkes ist ... nach den von Kunstgärtner O. Bertram anzufertigenden Plan, ... , so schnell zu fördern, daß auch noch die jetzige Generation ein Genuß an der herzustellenden Artlage gebeten werden kann.' So sein Wunsch im Testament von 1895. Durch Ratsbeschluß vom 14. Dezernber 1949 wurde der Bürgerpark in Puschkinpark umbenannt.

3. Das Schillerdenkmal hatte ehemals auf einer Anhöhe im Bürgerpark seinen Platz, heute steht von dem Denkmal nur noch das Mauerwerk in einem sehr traurigen Zustand. Es wurde etwa 1906 dort aufgestellt. Unter dem Aufruf 'Gebt Denkmäler und gießt Kugeln gegen den Feind!' laut Runderlaß vom 3. Mai 1942, wurde bereits am 22. April die Einschätzung gegeben: ' ... Bei Entfernung der Büste wäre ein Abriß der Gesamtanlage erforderlich, die keinen Anspruch auf künstlerischen Wert hat.'

4. Auf dieser Ansicht kann man die gesamte Anlage der Kaserne 'Albrecht der Bär' sehen. Am 8. Mai 1913, zum Jubiläum des Magdeburger Husaren Regiments NT. 10, sagte der Kommandeur Freiherr Treusch von Buttlar-Brandenfels 'Ein Denkmal hat sich die Stadt Stendal mit der von ihr errichteten Kaserne errichtet, die so oft als Musterkaserne bezeichnet wird.' Die Stadt hatte für diesen Bau einen Kostenaufwand von ca. 2 800 000 Mark. Die Kaserne wurde dann vom Militärfiskus gemietet.

5. Das Magdeburger Husaren Regiment Nr. 10 zog am 4. Oktober 1884 von Aschersleben kommend in Stendal ein. Der Bau eines neuen Kasemements in der damaligen Gardelegener Straße vor dem Uenglinger Tor hat 1903 begonnen. Am 30. September 1905 bezog nach Fertigstellung der Gebäude das Regiment die Kaserne. Vorher befanden sich die Ställe und Kasernen der 1. und 5. Eskadron im Schadewachten, das 2. Eskadron hatte sein Quartier in der Vogelstraße, das 3. Eskadron in der Bismarckstraße und das 4. Eskadron am Mönchskirchhof. Ihren Gottesdienst hielten die Husaren in der Domkirche ab.

6. EbenfalIs vor den Toren der Stadt befindet sich der Friedhof mit seiner unscheinbaren KapelIe. Bereits am 16. Juni 1884 beschlossen die Stadtverordneten einstimmig den Bau. Am 1. November 1903 mittags 12 Uhr fand die kirchliche Weihe durch den Superintendent Brunabend start. Zu dieser Feier wurden die Mitglieder der Friedhofs- und Gartenbau-Deputation, die Stadtverordneten, der Magistrat, die Domgemeinde, die Mariengemeinde, die Petrigemeinde, die Jakobigemeinde, die katholische Gemeinde, die jüdische Gerneinde, die reformierte Gemeinde und die beteiligt gewesenen Handwerker eingeladen. Das Kreuz davor trägt die Aufschrift: 'Hier ruhen Diakonissen des Adelbert-Diakonissen-Mutterhauses. '

7. Auf diesem Foto ist Schwester Kitsch abgebildet. Im September 1992 konnte das Diakonissen-Mutterhaus auf sein 130jähriges Bestehen zurückblicken. Heute versehen noch vier Ordensschwestern ihren diakonischen Dienst. Das Mutterhaus steht auf dem Gelände des Johanniter Krankenhauses. Der Johanuiter-Orden hat seit 900 Jahren das Ziel, Kranke zu pflegen und sich der Schwachen anzunehmen. Im Findbuch vom Stadtarchiv Stendal beginnen 1874 die Akten zum Johanniter Krankenhaus mit der' Aufnahme von Personen'.

8. Durch das Uengliger Tor von 1440 betritt man die Altstadt von Stendal. Es stellt eine kleine Festung im Zuge der Stadtmauer dar. Hier wohnte die Besatzung der Stadt, später diente es als Gefängnis und letztendlich als Wohnung eines Korbmachers. Arrangierten Stendalern ist es zu verdanken. daß das Uenglinger Tor Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der 'Plattmachung der Wal/anlagen' nicht wie das Arneburger Tor und das Viehtor dem Abriß zum Opfer fiel. Heute finden dort in der wärmeren Jahreszeiten Führungen durch die Mitarbeiter der 'Stendal Information' statt.

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