Steyr in alten Ansichten Band 1

Steyr in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Raimund Locicnik
Gemeente
:   Steyr
Provincie
:   Oberösterreich
Land
:   Österreich
ISBN13
:   978-90-288-1408-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Steyr in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Einleitung

Steyr: das bedeutet in den vergangenen hundert Iahren Industrie, Monokultur, Schwerarbeit, Wirtschaftskrisen und Arbeitslosigkeit. Aber natürlich auch Hochkonjunktur und wirtschaftliche Blüte. Letztere vergessen die Menschen dieser Stadt allerdings schneller, weil sie noch immer jener Zeit nachtrauern, in der, trotz härtester Arbeit, die Sozialromantik des florierenden Kleineisengewerbes wie eine selig machende Glocke über der 'Eisenmetropole' hing.

Doch blieken wir zurück zu den allerersten Wurzeln dieser sagenumwobenen Stadt. Einst ritten zwei Edelmänner, vermutlich kurz vor Ende des 10. Jahrhunderts, durch die Weiten der obderennsischen Wälder. Plötzlich standen sie am Abhang über dem Zusammenfluß von Enns und Steyr und sahen eine herrliche Landschaft vor sich. Da beschlossen sie seßhaft zu werden und eine Burg zu errichten. Doch bald schon gerieten sie darüber in Streit, wo wohl der beste Platz dafür sei. Ihm folgte ein Schwertkampf und der Sieger wählte das Felsplateau oberhalb der beiden Flüsse als Bauplatz für die Burg.

Den Ruf als wohlhabende Eisenhandelsstadt verdankt Steyr den Ottakaren, j enen Markgrafen, die später die noch heute existierende 'Steierrnark' regierten und deren Resi-

denz für einige Zeit die erstmals im Iahre 985 urkundlich erwähnte 'stirapurhc' war. Im Schutz der mächtigen Burg entstand nach und nach eine Siedlung die sich später zum Zentrum der Stadt ausformte.

Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts läßt sich eine ständige Zunahme an Bedeutung, Wirtschaftskraft und Bautätigkeit beobachten, die letztlich in der Verleihung von Handelsprivilegien gipfelte, die Steyr zum geistigen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt der 'Eisenwurzen' machte.

Ausdruck desWohlstandes ist der Bau der mächtigen, spätgotischen Stadtpfarrkirche, zu dem kein Geringerer als derWiener Dombaumeister Hans Puchsbaum verpflichtet wurde. Auch die Tatsache, daß Kaiser Maximilian 1. mehrmals bei Steyrer Bürgern um Kredite vorstellig wurde, zeugt vom damaligen Reichtum der Stadt.

Fatale Folgen zeitigte die Reformation: als große weltanschauliche und religiöse Neuerung gefeiert, bekannte sich der Großteil der Steyrer Bevölkerung zur neuen Lehre.

Als sich Ende des 16. Jahrhunderts die katholische Kirche vom ersten Schock erholt hatte, folgte der gewaltsame Gegenschlag, der direkt in den Dreißigjährigen Krieg und

den großen oberösterreichischen Bauernaufstand führte. Dabei standen Steyrer Bürger als Drahtzieher im Mittelpunkt des Geschehens, was zur besonders 'gründlichen' Verwüstung der 'Eisenstadt' beitrug. Die protestantischen Geschäftsleute und Unternehmer wanderten daraufhin ab, was zur Folge hatte, daß 1652 von sechshundert Häusern 141 leer standen und 70 eingestürzt waren.

Die Stadt erholte sich nur langsam von dieser Katastrophe und erst im ausklingenden Zeitalter des Barock gingen die Steyrer Bürger wieder daran, ihre Stadt neu zu gestalten. Als besondere Baujuwele dieser Epoche gelten das neuerrichtete Rathaus und das völlig umgebaute und renovierte Schloß, das beim großen Stadtbrand von 1727 ein Raub der Flammen wurde.

Kaum neu erblüht, schlitterte die Stadt durch die Franzosenkriege am Beginn des 19. Jahrhunderts erneut in eine Krise, die ihre Fortsetzung im Zusammenbruch des bis dahin so erfolgreichen Kleineisengewerbes fand. Grund dafür war die von England auf den Kontinent übergreifende Industrialisierung des Eisenwesens und die damit verbundene bessere Konkurrenzfähigkeit der Betriebe auf dem internationalen Markt.

In dieser Zeit der Depression erwuchs der Stadt eine Persönlichkeit, die sie von Grund auf umformte und zu einer ungeahnten Blüte brachte: Josef Werndl. Mit ihm, dem 1831 Geborenen, treten wir auch in jene Zeit ein, von der

dieses Büchlein handelt. 'Steyr in alten Ansichten' bezieht sich also weitgehend aufFotografien aus der Zeit von 1850-1945 und umfaßt somit stilistisch den Neoklassizismus, die Gründerzeit, den Jugendstil und die Moderne. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, daß Steyr aufgrund seiner Bedeutung bereits ab dem Spätmittelalter häufig abgebildet und dargestellt wurde, was zu einem umfangreichen Bestand an Veduten führte.

Der Aufbau des vorliegenden Bandes erfolgte in Form eines Rundganges der beim Bahnhof beginnt, durch alle bedeutenden Altstadtviertel führt und wieder bei der Bahn endet. Somit wurde einer logischen, topografischen Route Folge geleistet, die auch heute noch nachvollziehbar und begehbar ist.

Für die Unterstützung bei der Realisierung des Buches bedanke ich mich bei Dr.Volker Lutz undJosefGegenhuber vom Magistrat Steyr. Gewidmet sei der Band allen Steyrer Bürgerlinnen und all jenen die diese schöne Stadt besuchen.

Raimund Locicnik

lObwohl Steyr der Anschluß an die Westbahn verwehrt blieb, war doch der Bau der Verbindungsstrecke van St. Valentin nach Kleinreifling und

weiter nach Selzthal ein verkehrstechnisch wesentlicher Fortschritt. Nun konnte die 'alte Eisenstadt' einfach und bequem erreicht werden.

Auf der Abbildung von 1904 überquert das 'Dampfroß' gerade den Viadukt über den Ramingbach.

2 An der Schwelle zum

3. Jahrtausend fast nicht mehr vorstellbar: Zwischen

Bahnlinie und der Hafnerei 'Sommerhuber' breitet sich eine landwirtschaftliche

Nutzfläche aus. Die bedeutende Fabrik im Stadtteil Ennsdorf wurde ab 19 1 0

sukzessive ver- und umgebaut und ist 1999 fast nicht mehr wieder erkennbar.

3 Etwa um 1905 entstand dieses Foto vor dem Steyrer Hauptbahnhof. Stolz posieren die Eisenbahner mit ihren 'schicken' Unifor-

men vor dem stählernen Ungetüm, das ihr Leben bedeutet. Das 'mobile' Zeitalter hatte somit auch in Steyr Einzug gehalten.

4 Nicht immer ging es mit solchem Pomp und Aufwand am Bahnhof zu, wie hier auf dem Foto zu sehen ist. Der Aufmarsch

der Bürgergarde und vieler Schaulustiger hat mit der Ankunft des Erzherzogs zu tun, der Steyr einen Besuch abstattete.

5 Die Bahnhofstraße mit einem außergewöhnlichen Anblick: Um 1903 war es durchaus noch üblich, Langholzfuhren mit Pferdegespannen durch die Innenstadt zur Verladung auf die Bahn zu transportieren. Bei der Breite dieser, im

19. Jahrhundert erbauten Straßen- und Häuserzeile auch keine besondere Angelegenheit. Im mittelalterlichen Altstadtteil kam es allerdings häufig zu schwierigen Rangiermanövern.

6 Ebenfalls 1903 entstand dieses Bild an der Ecke Bahnhofstraße / Lange Gasse (jetzt Haratzmüllerstraße) . Ein spätmittelalter liches Gebäude mußte dem modernen neoklassizistischen Bau weichen. Bemerkenswert die Abschrägung der Eingangsfront als städtebaulich interessantes Gestaltungsdetail der Iahrhundertwende.

7 Nahezu der selbe Blickwinkel auf die Straßenecke, um 1850 fotografiert. Vor dem einfachen, spätmittel-

alterlichen Baukörper befindet sich einer der damals zahlreichen Steyrer Brunnen. Auch der befe-

stigte Gehsteig, der auf der Aufnahme von 1903 zu sehen ist, fehlt noch.

8 Von den zahlreichen Steyrer Statdttoren, die im Zuge der mittelalterlichen Stadtbefestigung errichtet wurden, überlebten nur ganz wenige. Während die meisten schon Ende des vorigen Jahrhunderts geschliffen wurden, überstand das Johannestor sowohl den Ersten und fast auch den Zweiten Weltkrieg. Aber eben nur fast. Bei einem der letzten Luftangriffe den die Allierten gegen Oberösterreich flogen, wurde das Tor so schwer beschädigt, daß es Ende 1944 abgebrochen werden mußte.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek