Stühlingen in alten Ansichten

Stühlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Günter Kurth
Gemeente
:   Stühlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3407-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Stühlingen in alten Ansichten'

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Dr. phil. Günter Kurth

Europäische Bibliothek - ZaltbommellNiederlande MCMLXXXVI

GELEITWORT

Dem Autor ist für die Erarbeitung dieses gelungenen Bildbandes über unsere Stadt zu danken. Durch Bild und Text erfahren wir Interessantes aus Vergangenheit und Gegenwart unserer Heimatstadt. Als Siedlung ist Stühlingen uralt. Dank seiner günstigen Lage und der Quellwasserversorgung war es von der frühesten Zeit an zum Siedlungsland geeignet. So bebauten schon Menschen der jüngeren Steinzeit (etwa 3000 bis 2000 v. Chr. ) den Boden, weideten ihr Vieh, jagten und fischten. Funde zeugen von der Anwesenheit der Menschen in der Bronzezeit, in der älteren Stein- oder Hallstattzeit, von Kelten und schließlich von Römern, Sie errichteten hier eine Kleinstadt, die der 21. Legion als Stützpunkt diente. Es handelte sich um die Stadt Juliomagus, von der in unserer schweizer Nachbarschaft wesentliche Teile vor ein paar Jahren ausgegraben und zugänglich gemacht wurden. Außerdem soll das Stühlinger Schloß auf dem Sockel eines römischen Wart- und Signalturms stehen.

Mit dem Vordringen der Germanen nach Süden zogen sich die Römer allmählich zurück und verloren nach dem Jahre 400 n.Chr. dieses Gebiet vollständig aus ihrer Verwaltung. Nach ihnen kamen die Alemannen hierher, führten ihre Dorfsiedlungsweise ein, verteilten das Land und bezeichneten die Ansiedlung nach dem Sippenältesten. Stühlingen gehörte zu dem von den Alemannen gebildeten Albgau, der das Gebiet zwischen dem Rhein im Süden, der Wutach im Norden und Osten und der Murg im Westen umfaßte.

Zu dieser Zeit werden die ersten Edlen von Stühlingen genannt, so im Jahre 1084 ein Gerung, als 'comes de Stulingen' bezeichnet und 1131 ein Luitpold von Stüelingen.

Als erster Graf der Landgrafschaft Stühlingen tritt Rudolf von Lenzburg auf. Die Grafen hatten hier ihren Sitz und saßen hier zu Gericht.

Über 300 Jahre lang bestimmte das aus dem Württembergischen stammende Geschlecht der Grafen von Lupfen die Geschicke dieses Gebietes. Nach ihnen ist das Wahrzeichen von Stühlingen, das Schloß Hohenlupfen, benannt. Sie verliehen 1262 die Stadtrechte. In ihre Herrschaftszeit fallen so bedeutende Ereignisse wie die fast völlige Zerstörung der Burg und Stadt im Schweizerkrieg 1499 und 1524 der Ausbruch des Deutschen Bauernkrieges, jener gewaltigen Erschütterung des europäischen Völkerlebens, die Leopold von Ranke als 'das größte Naturereignis des deutschen Staats' bezeichnet hat.

Nach dem Aussterben des Grafengeschlechts Lupfen 1582 kommt die Landgrafschaft in den Besitz der ErbrnarschälIe von Pappenheim. Sie gaben der Burg ihre heutige Gestalt. 1639 fielen Stühlingen und die Landgrafschaft an das Haus Fürstenberg. Noch heute ist das Schloß 'Hohenlupfen' im Besitz des Fürsten zu Fürstenberg, während die Ländereien 1806 staatsrechtlich an das Großherzogtum Baden übergingen.

Stühlingen ist aber nicht nur ein historisches, es ist auch ein lebendiges Städtchen. Seine Bürger waren immer wieder gezwungen, aber auch in der Lage, mit Fleiß, Geduld und

Regsamkeit die Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben zu bewältigen. Denn Probleme gab es von jeher. Sie reichten von Naturkatastrophen über politische und militärische Wirren, bis zu Seuchen, die fast die gesamte Bürgerschaft auslöschten oder die Stadt in grenzenlose Verarmung stürzten.

Auch politische Entscheidungen trafen Stühlingen oft hart. Sie führten z.B. zum Abzug einer ganzen Reihe von öffentlichen Einrichtungen und Dienststellen und zur Stillegung der Wutachtalbahn, der seinerzeit aus strategischen Gründen erbauten Bahnlinie, die heute als Museumsbahn betrieben wird und als 'Sauschwänzlebahn' weit bekannt ist.

Stühlingen schaffte es immer wieder, ein reges Geschäftsund Kulturleben zu entwickeln. So wurde das Städtchen schon sehr früh zu einem bedeutenden Mittelpunkt dieser Gegend, wie z.B. die früher sehr bedeutenden Märkte zeigen. Handwerker vieler Berufe machten sich seßhaft, Handel und Gewerbe hatten gute Zeiten. Handwerks-, Handels-, Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe sind auch heute ausreichend vorhanden. Neben der gewerblichen und der Landwirtschaft hat sich der Fremdenverkehr im staatlich anerkannten Luftkurort Stühlingen gut entwiekelt,

Reges kulturelles Leben und die guten schulischen Möglichkeiten haben die Bedeutung Stühlingens als Mittelpunkt des oberen Wutachtals gestärkt.

Eine bedeutende Veränderung der Gemeindestruktur in unserer Heimat brachte die Gemeindereform in den Jahren 1973-1975 mit sich. Durch sie wurden die ehemals selbständigen und durchweg sehr alten und einst bedeutenden Orte Bettmaringen, Blumegg, Eberfingen, Grimmelshofen, Lausheim, Mauchen, Oberwangen, Schwaningen, Unterwangen und Weizen mit Stühlingen vereinigt. Stühlingen wurde mit der Gemarkungsfläche von 9341 ha die größte Flächengemeinde des Landkreises Waldshut. Die reiche Geschichte dieser Stadt und ihrer Ortsteile verpflichtet uns alle zur Erhaltung der vorhandenen historischen baulichen Substanz und zur Pflege der örtlichen Kultur und des Brauchtums.

Der vorliegende Bildband ist geeignet, diesem Ziel zu dienen. Auch alteingesessene Stühlinger werden auf den folgenden Seiten manches sehen und lesen können, was ihnen bisher unbekannt war und die 'neuen' Stühlinger werden durch die Lektüre des Buches sicherlich eine noch engere Beziehung zu ihrer Stadt bekommen.

Ebenso können interessierte Fremde einen anschaulichen Eindruck von den Besonderheiten und Eigenarten Stühlingens gewinnen. Auch deshalb wünsche ich diesem Bildband eine weite Verbreitung und viele aufmerksame Betrachter.

Ernst Rees Bürgermeister

VORWORT

Als ehrenamtlichem Ortschronist Stühlingens war es mir schon immer ein Anliegen, alte Fotografien aus unserem Städtchen und seinen heutigen Teilgemeinden zu sammeln, um so ein Stück der 'guten alten Zeit' (die ja gar nicht immer so 'gut' war!) gleichsam zu konservieren mit dem Ziel, der jungen Generation damit einmal zeigen zu können, wie es hier um die Jahrhundertwende und in den ersten Jahrzehnten danach ausgesehen hat.

Dabei hatte ich in mehrfacher Hinsicht besonderes Glück:

Zum einen, weil ich bei der Suche nach alten Bildern auf die Sammlung fotografischer Platten des 1883 geborenen StühIinger Fotografen Franz wüRTH zurückgreifen konnte, die mir seine Tochter Hanni Würth freundlicherweise zur Verfügung stellte; zum anderen aber auch, weil mir einige der wenigen noch lebenden 'Zeitzeugen' bereitwillig halfen, die alten Bilddokumente zu 'entziffern'.

Es war höchste Zeit, daß diese Arbeit geleistet wurde! Nur noch einige wenige Jahre - und mit dem Ableben der letzten 'alten Stühlinger' wäre die Chance unwiederbringbar verloren gewesen, aus verblaßten Bildern so manche Gesichter und Geschichten wieder lebendig werden zu lassen. Mein besonderer Dank gilt daher vor allem Frau Rosel

Fischer geborene Grüninger, die seit vielen Jahrzehnten in ihrem fast schon zum Museum gewordenen kleinen Haus an der Steig wohnt. Aus Liebe zu unserem Städtchen ist sie zur Heimatforscherin geworden, die aus ihrem mehr als 80jährigen reichen Erlebensschatz Vieles interessant zu erzählen weiß.

Ebenfalls zu großem Dank verbunden bin ich dem hochbetagten StühIinger Altbürgermeister Jakob LIMBERGER, meinem verehrten Vorgänger im Arot des Ortschronisten, der viele Jahre intensive Nachforschungen zur Stühlinger Geschichte angestellt hat und mir bei so manchen Fragen beratend zur Seite gestanden ist.

Liebe Leserin, lieber Leser!

Das vorliegende Bändchen will kein Geschichtsbuch sein, eher ein Steinchen im großen und farbigen Mosaik der Historie unserer Gemeinde! Nehmen Sie es als solches und entdecken Sie beim Durchblättern ein Stück Alltagsgeschehen aus der Vergangenheit unserer liebenswerten kleinen Stadt, Ich wünsche Ihnen dabei gute Unterhaltung!

Dr. Günter Kurth

1. Das erste Foto dieses Bildbandes (1920 entstanden) zeigt mit Absicht den Stühlinger Fotografen Franz WüRTH, dem die meisten Bilder dieses Büchleins zu verdanken sind. 1883 geboren, entstammt er einem alten Stühlinger Geschlecht, das schon vor mehr als 560 Jahren urkundlich erwähnt wurde. Sein Vater war Buchbindermeister, Die Eltern unterhielten an der Kalvarienbergstraße neben der Buchbinderei auch ein kleines Lebensmittelgeschäft. Hier verbrachte Franz Würth seine Kindheit, ehe die Familie um die Jahrhundertwende in das von ihr erworbene heutige Anwesen umzog, in dem seit damals das Papierwarengeschäft besteht.

In Villingen erlernte Franz Würth das Fotografenhandwerk und war anschließend als Gehilfe und Kopierer in Oberstdorf, Mörchingen, Stuttgart, Konstanz, ja sogar in Dresden tätig. 1910 erkrankte sein Vater. Franz Würth kehrte heim und eröffnete im elterlichen Geschäft ein Foto-Atelier. Bis zum Ersten Weltkrieg war er außerdem für einen Verlag als Landschaftsfotograf tätig. Nach der militärischen Ausbildung in Straßburg wurde er beim Einsatz vor Verdun verwundet; nach der Genesung erlebte er die schweren Kämpfe am Isonzo und die Marneschlacht, ehe er 1918 heimkehren konnte. Im Jahre 1922 verheiratete er sich mit Columba geborene Wagner aus Pfaffenweiler. Von den beiden Töchtern führt Frau Hanni Würth den Beruf des Vaters und das bis 1936 zunächst von Max Würth betriebene väterliche Geschäft weiter (heute: Foto-, Schreib- und Spielwaren, Bastelbedarf). Bis ins hohe Alter hinein widmete sich Franz Würth seinen vielen Liebhabereien: dem Zeichnen und Malen, dem Gitarrespiel und der klassischen Literatur. Bis zuletzt geistig rege und aktiv, verstarb der Fotograf vieler Stühlinger Ansichten 1976 im gesegneten Alter von 93 Jahren,

2. Viele dieser um die lahrhundertwende entstandenen Ansichts- und Glückwunschkarten zeugen vom Stolz der Bürger auf ihr geliebtes Städtchen im Wutachtal. Im vom Verfasser der Stühlinger Chronik, Gustav Häusler (von 1925-1959 Lehrer und Schulleiter in Stühlingen) gedichteten 'Stühlinger Lied' wird die Verbundenheit mit der Heimatstadt wie folgt beschrieben:

Von hohem Berg ein stolzes Schloß grüßt weit hinaus ins Land;

zu Fûßen ihm gebreiiet liegt

der Wutach grûner Strand ...

Mein Lupfen stolz, ich grûße dich! Dich Städtlein an dem Hang!

Ihr bleibt mir teuer, bleibt mir wert mein ganzes Leben lang ...

ram ncuen èlt:hr~!

lühlingen

Schlo Hoheniup en

3. WAHRZEICHEN STüHLINGENS ist das 600 m über dem Meer gelegene Schloß Hohenlupfen. Wahrscheinlich einstiges Römerkastell, war es Mitte des 12. Jahrhunderts im Besitz der Herren von Küssenberg, ging aber schon rund 100 Jahre später an die Grafen von Lupfen über (daher der Name 'Hohenlupfen'). Unter dem Grafen Sigismund n war es 1524 Ausgangspunkt des Bauemkriegs. 1605 gelangte es in den Besitz des Reichsmarschalls Maximilian von Pappenheim, wurde unter diesem zwischen 1620 und 1623 umgebaut und ging 1643 auf dem Erbwege an die Grafen (später Fürsten) zu Fürstenberg, in deren Besitz es sich heute noch befindet.

Landwirtschaft!. Schule. Hohenlupfen

4. ABSCHLUSSFEIER EINES KURSES DER LANDWIRTSCHAFTSSCHULE IM JAHRE 1929: Ab Herbst 1920 war die Landwirtschaftsschule im Schloß untergebracht. Das Internat wurde von drei 'Niederbronner Schwestern' geleitet .Das Foto zeigt die Teilnehmerinnen eines achtwöehigen Kurses, der im Frühjahr durchgeführt wurde. In der 2. Reihe von oben sehen wir (6. von links) Rosel Fischer geborene Grüninger, Mitarbeiterin an diesem Büchlein. In der 3. Reihe von oben finden wir u.a. Bürgermeister Johann Maier (2.v.1.), Landwirtschaftsrat Dr. Köbler (3.v.l.) und ganz rechts Heila Ludwig, die Ehefrau des Tierarztes Dr. Ludwig. - Als die NS- Wohlfahrt das Schloß 1937 für die Einrichtung eines Kinderheimes beanspruchte, wurde die Landwirtschaftsschule zunächst in das ehemalige Gasthaus 'Adler' verlegt, bis sie endlich 1956 und 1961 in schöne neue Gebäude umziehen konnte. Die LandwirtschaftsschuIe wurde 1970 aufgelöst, die Landwirtschaftliche Beratungsstelle 1974 nach Waldshut verlegt. Letzter Leiter war Oberlandwirtschaftsrat Kurt Hübner. Heute werden die Räume der ehemaligen Landwirtschaftsschule von der Hohenlupfenschule (GHS) genutzt (Rektor Dr. Kurth).

5. BLICK AUF STÜHLINGEN UM 1910. Bemerkenswert: Das Kapuzinerkloster steht noch alleine da; (das heute links davon gelegene Krankenhaus Loreto wurde erst 1928/29 gebaut). In der Bildmitte, links der Kirche, sehen wir das sage und schreibe ca. 1 Morgen große Dach (unglaublich aber wahr!) des 1878 von Nepomuk Fechtig erbauten Okonomiegebäudes des Hotels 'Hirschen-Post'. Das große Gebäude brannte 1914 völlig ab. Bei den Löscharbeiten verunglückte der Feuerwehrmann Kar! Büche, Vater von fünf Kindern, tödlich. Auf einem Teil dieses Geländes erstellte die Vereinsbank (heute Volksbank) 1936 einen Neubau.

6. BLICK AUF üBERWIESEN um 1910: Das im Vordergrund gelegene Haus am Behaghelweg wurde vom Maurermeister Jakob Sperandio erbaut; mit diesem Gebäude begann die Bebauung der Sommerhalde. Links in der Mitte, unmittelbar vor der Wutach, sieht man noch eine der vom Bahnbau her übriggebliebenen Baracken. Darüber, auf Schweizer Gebiet, wo sich heute die Firma Gonon befindet, war damals eine Spinnerei und Weberei. In dem kleinen niedrigen Haus gegenüber der Schweizer Zollstation befand sich seinerzeit ein gut gehendes 'WirtschäftIe', in dem man gut und viel zu essen bekam und das daher gerade bei 'einfachen Leuten' sehr beliebt war. Rechts im Hintergrund sehen wir die Obstplantage von Gärtnermeister Mäder.

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