Stühlingen in alten Ansichten

Stühlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Günter Kurth
Gemeente
:   Stühlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3407-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Stühlingen in alten Ansichten'

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7. STÜHLINGEN VOR DEM ERSTEN WELTKRIEG, VON SCHLEITHEIM AUS GESEHEN (etwa um 1910): Im Vordergrund liegt die Obstplantage von Gärtner Mäder aus Schleitheim, die indes nicht lange Bestand hatte. Gärtner Mäderwar ein gebürtiger Schleitheimer, der einige Jahre in Amerika verbracht hatte, voll neuer Ideen zurückgekommen war und sich hier eine neue Existenz aufbauen wollte. Nach dem Fehlschlag seines Unternehmens kehrte er wieder in die Vereinigten Staaten zurück.

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8. SCHWEIZER GRENZE BEI STÜHLINGEN: Im Jahre 1839 wurden vom Kanton Schaffhausen vorbereitende Gespräche mit dem Großherzogturn Baden geführt, die eine Grenzbereinigung zum Gegenstand hatten. 1843 wurde schließlich eine verbindliche Regelung erzielt. Seither verläuft die Landeshoheitsgrenze zwischen Stühlingen und Schleitheim in der Mitte des Wutachbettes ('Abzielsteine'). Beim Gasthaus 'Napoleon' stand ab 1880 ein grünes Schilderhäuschen mit dem badischen rotgelben Wappen. Ein Zöllner in Uniform wies die Leute, die zollpflichtige Waren mit sich führten, zur Abfertigung an den Bahnhof. Dieses Schilderhäuschen stand dort bis 1928. In jenem Jahr wurde das steinerne Zollamtsgebäude errichtet, das heute Dienstwohnungen enthält. Neue Abfertigungsräume des Zollamtes auf der gegenüberliegenden Straßenseite entstanden 1968.

9. DIE WIRTSCHAFT ZUM NAPOLEON (hier ein Foto aus dem Jahre 1912), auch 'Deutscher Hof genannt, ist direkt an der Grenze gelegen. Im Vordergrund sieht man das hölzerne Zollhäuschen, das erst 1928 abgebrochen wurde. Das heute stattliche Gasthaus war ursprünglich eine einfache Wirtsbaracke mit Wohnung, die 1874 beim Bau der Eisenbahn aufgestellt worden war. Der Gastwirt Anton Eggert aus Münchingen, der das Anwesen 1881 erwarb, hatte eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem französischen Kaiser Napoleon Ill , der 1870 bei Sedan in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten war. Eggert wurde deshalb allgemein 'Napoleon' genannt und dieser Name ging auch auf die Wirtschaft über. Als Eggert sich mit einer Blumeggerin, einer geborenen Kaiser, verheiratete, ließ der alte Posthalter Wanner aus Schleitheim folgende Notiz im 'Bonndorfer Anzeiger' erscheinen: Der Napoleon von Mûnchingen ist mit der Kaiserin von Blumegg im 'Deutschen Hof in Stûhlingen eingezogen. 1912ließ der Nachbesitzer Johann Geng die Wirtsbaracke abreißen; der heutige stattliche Gasthof entstand. Gengs Tochter Liesel Müller und deren Tochter Hannelore Henninger führen das Haus noch heute.

Haupt.-Bahnhof, Stühlingen Baden

10. ZUM 'BAHNHÖFLE' gehörten früher außer Güterschuppen und Bürozimmer auch eine Lokomotivremise mit Werkstätte und Wohnung; letztere wurden indes bereits 1888 abgebrochen, im gleichen Jahr, in dem durch Alois Würth das Bahnhofsrestaurant eröffnet wurde. Da man zur Zeit des Bahnbaues (1875) zunächst noch mit einer Querverbindung Bonndorf-Stühlingen-Schaffhausen rechnete, erstellte man hier nur einen provisorischen Bahnhof. Der ins Auge gefaßte neue Bahnhof sollte weiter talaufwärts zu liegen kommen, an den Kreuzungspunkt der beabsichtigten beiden Bahnlinien. Doch die neue Eisenbahnlinie kam nicht zustande und aus dem provisorischen Bahnhof wurde ein bleibendes. architektonisch armseliges Gebäude, das mehrfach bauliche Veränderungen erfuhr. - Unsere Nachbarn, die Eberfinger, haben dagegen einen großen und repräsentativen Bahnhof. Sie foppen daher gerne die Stühlinger und meinen, beim Bahnbau seien wohl die Pläne verwechselt worden: der schöne Stühlinger Bahnhof stehe daher heute in Eberfingen, das bescheidene Eberfinger Bahnhöfle in Stühlingen. - Der Fahrkartenschalter am 'Bahnhöfle' in Stühlingen wurde 1975 geschlossen.

11. BAHNHOFSTRASSE mit Bliek zum Schloß im Jahre 1912: Rechts sehen wir das 1911 von Malermeister Friedrich Blatter erbaute Wohnhaus, links das Gebäude des heutigen Forstamtes. Letzteres wurde 1904/05 auf einem Platz errichtet, auf dem bis 1904 noch die einstöckige Werkstätte der Steinhauer Anton und später Wilhelm Hägele gestanden hatte. Diese Werkstätte wurde 1904 von dem praktischen Arzt Dr. Hermann Lossen, einem Schwiegersohn des Fabrikanten Denzler (Zwirnerei), abgerissen; ein Neubau entstand - das heutige Forstamtsgebäude. Dr. Lossen verließ Stühlingen bereits 1907 wieder. - In der Lücke zwischen den Häusern steht heute das 1913 errichtete evangelische Kirchlein.

12. DREI BILDER UND DREI ABSCHNITfE IN DER GESCHICHTE DER EVANGELISCHEN KIRCHENGEMEINDE. Bild 1 zeigt die Grundsteinlegung des Kirchleins gegenüber dem Bahnhof im Jahre 1913, Bild 2 den Festumzug anläßlich der Einweihung des Gotteshauses am 29. November 1913, bei der die Waldshuter Stadtkapelle und die Kirchenchöre aus Waldshut und Tiengen mitwirkten. Der Bau wurde unter beträchtlichen finanziellen Opfern (u.a. auch mit Spenden der altkatholischen Kirchengemeinde) errichtet. Die evangelische Kirchengemeinde Stühlingen zählte damals rund 130 Gläubige! - Einige Jahre danach (Bild 3): Stühlingen ist inzwischen (seit 1933) evangelischer Pfarrsitz und besitzt auch ein eigenes hinter der Kirche gelegenes Pfarrhaus. Als erster Geistlicher amtierte Pfarrer Ludwig Graf. Heute (1986) wird die Gemeinde von Pfarrer Jürgen Ringling geleitet.

13. DAS GROSSHERZOGLICHE HAUPTSTEUERAMT, 1837/38 erbaut, hier auf einer Ansicht aus dem Jahre 1912. Rosel Fischer erzählt hierüber. aufErinnerungen aus ihrer Jugendzeit zurückgreifend: 'Das großherzogliehe Hauptsteueramt war ein Schrecken für die gewöhnlichen Sterblichen, die da hineingehen mußten. Die Beamten waren steif und überheblich gegenüber den Leuten. Da ging es so richtig militärisch zu: Hacken zusammenschlagen war oberstes Gebot.' - War das also die vielgerühmte 'gute alte Zeit'? Das Hauptsteueramt wurde 1922 aufgehoben und nach Waldshut verlegt. - Das Gebäude befindet sich seit 1967 im Besitz der Familie Blatter (Busunternehmen).

14. DAS HOTEL POST im Jahre 1896. Am 10. März 1809 wurde der Stühlinger 'Hirschen-Wirt' Fidel Fechtig von Carl Alexander Fürst von Thurn und Taxis zum Großherzoglich Badischen Posthalter in Stühlingen ernannt. In der sogenannten 'Alten Post', jenem heute rechts der Carossa-Klinik gelegenen Gebäude, das ehemals mit Freskenmalereien und einem stattlichen Erker aus dem Jahre 1607 geschmückt war, übte er seinen Doppelberuf als Wirt und Posthalter aus. 1835 erbaute er das Hotel Post (zunächst den westlichen Teil, in den Vierzigerjahren dann den Mittelbau und den Ostflügel), früher zunächst 'Hirschen-Post' genannt. Die Großherzogliche Posthalterei wurde 1849 in das Gebäude des 'Schwarzen Adlers' verlegt. Dies war als Strafmaßnahme gegenüber dem 'Hirschen-Post'<Wirt Fechtig gedacht, der in der 1848er-Revolution offen mit den 'Revoluzzern' sympathisiert hatte. Er wurde deshalb sogar wegen Hochverrats angeklagt, mußte jedoch mangels Beweises freigesprochen werden. Das Haus blieb im Farnilienbesitz und wurde 1961-1963 von seinem heutigen Besitzer Fritz Fechtig zu einer Privatklinik (Carossa-Klinik) umgebaut!

15. DIE STADTKIRCHE 'HEIL! G KREUZ' wurde 1785 von Franz Xaver Fritschi aus Hüfingen nach den Grundrißvorgaben des Fürstlichen Rats und Baudirektors J.F. Salzrnann geplant und errichtet, der in Donaueschingen ansässig war. Sie entstand an Stelle der alten Pfarrkirche im 'Dorf' , die in einen baulich sehr schlechten Zustand geraten war. Die Altäre sind nach den Plänen des bekarmten Künstlers Johann Georg Wieland vom Bildhauer und Stukkateur Johann Friedrich Vollmar aus Riedlingen an der Donau gefertigt worden. Das Foto stammt aus dem Jahre 1927. 'Hirschen-Post', 'Alte Post' (mit stattlichem Erker aus dem Jahre 1607, der bei Umbauarbeiten 1955 entfernt wurde) und die ursprüngliche Fassade der 1953 umgebauten Waisen- und Sparkasse sind noch zu sehen, desgleichen die Sandsteinfigur auf dem Brunnen, die irn Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

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16. INVESTITUR VON PFARRER LUDWIG SCHENKEL 1911: Als Ehrengäste waren auch Patronatsherr Fürst Max Egon von Fürstenberg und Gemahlin anwesend. Wir sehen sie im Vordergrund, die Fürstin mit hellern Kleid und hohem Hut. Pfarrer Schenkel wirkte bis 1930 in Stühlingen.

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