Stühlingen in alten Ansichten

Stühlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Günter Kurth
Gemeente
:   Stühlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3407-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Stühlingen in alten Ansichten'

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27. BLICK AUF OBERDORF UND SOMMERHALDE Anfang der Fünfzigerjahre. An der Abzweigung WeilertallKalvarienbergstraße stehen drei Holztürme, die zur Werkstatt von Küfermeister Eiseie gehören, der daraus Faßdauben herstellte. Dahinter sieht man das Anwesen von Zimmermann Schüle. Die Sommerhalde ist noch nicht bebaut, aber oben am Waldrand steht schon die 1949 erbaute Pension der Familie Gysi- Würth.

28. BLICK AUF DEN JOHANNISPLATZ, um 1930: Der Brunnen im Vordergrund war seinerzeit noch mit einer Sandsteinfigur gekrönt. Sockel und Figur wurden 1945 beim Einmarsch der Franzosen von einem Panzer angefahren; die Heiligenfigur stürzte herab und zerbrach. - Das linke Giebelhaus gehörte früher der Familie Portulazi. Das Haus rechts im Vordergrund (heute Haushaltswaren Würth) enthielt über viele Jahrzehnte die Schmiede der Familie Kettler. Das Anwesen ging 1887 auf einer Zwangsversteigerung an den Blechner Josef Würth über. - Im Hintergrund, wo heute der Kroneparkplatz ist, stand bis 1962 das sogenannte BermannIHägele-Doppelhaus. Der Hutmacher Fritz Bermann war in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts auf der Wanderschaft bis nach Rußland gelangt. Wegen seiner Locken nannte man ihn im Volksmund den 'Chruslifritz'. - Der Autobus beim Brunnen wurde 1925 von einem Teil der Einnahmen des Volksschauspiels 'Bauernaufstand' gekauft. Der Verkehrsverein hatte damit die Linie Stühlingen-Bettmaringen eingerichtet.

29. Das zuletzt als BERMANNIHÁGELE-HAUS bekannte Gebäude, unterhalb der 'Krone' und links von der inzwischen (1985) auch schon abgerissenen 'Bastiane Metzg' gelegen, hatte in den rund 140 Jahren seines Bestehens viele Besitzer. Von jeher ein Doppelwohnhaus, waren der östliche und der westliche Teil meist in verschiedenem Besitz, der westliche Teil sogar eine Zeitlang 'Stockwerkseigenturn'. - Den östlichen Teil besaß im Jahre 1801 der Schuster Martin Schellenbuch; er hat das Haus wahrscheinlich erbauen lassen, denn der Türsturz trug seine Anfangsbuchstaben. Dieser Teil des Hauses gelangte 1881 an die mit dem Arzt DL Meinrad Preuss verheiratete Tochter der Witwe Schellenbuch. DL Preuss verkaufte das Haus 1887 an den Hutmacher Fritz Bermann. Dessen Sohn veräußerte den Besitz 1940 an die Gemeinde Stühlingen. - Im westlichen Teil des Doppelhauses gehörte deruntere Stock im Jahre 1801 dem Büchsenmacher Michael Anton Meyer, dessen Sohn den Besitz 1837 an den Ziegier Alois Würth veräußerte. Unter dessen Nachkommen gelangten beide Stockwerke in eine Hand, gingen 1871 an den Steinhauer Wilhelm Hägele über, dessen Sohn Anton seine Doppelhaushälfte 1941 schließlich ebenfalls an die Gemeinde verkaufte. Da das stattliche Gebäude den Straßenverkehr behinderte, ließ die Stadt es 1962 abreißen. An seiner Stelle ist heute der 'Krone-Parkplatz'.

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30. WO HEUTE DAS CAFÉ JÄGERSTÜBLE IST, war ursprünglich lediglich ein zum Gasthaus 'Krone' gehörender Holzschopf mit einer kleinen Stallung. 1875 gingen Stall und Scheuer an den Schuhmacher Jakob Winterhalder über, der einen Umbau vornahm und neben der Schusterwerkstatt auch einen Kaufladen betrieb. Werkstatt und Lehrlingszimmer befanden sich unter dem Dach - im Winter, ohne Heizung, eine Tortur für die Lehrlinge! 1911 übernahm Ernst Kauffmann das Anwesen, das zunächst als Schuh-, Textil- und Kolonialwarenhandlung geführt, später um einen Taxiund Busbetrieb erweitert und dann von Hans Kauffmann, heute von Edith Kauffmann, als Busunternehmen und Tagescafé betrieben wird.

31. DAS GEBÄUDE DES HEUTIGEN GASTHAUSES ZUR KRONE, von 1878 bis 1891 'Drei-Sternen-Wirtschaft' genannt, wurde 1787 vorn Ratsmitglied und Strumpfwirker Konrad Schüele unter Mithilfe seiner Söhne Johann Schüele (Zirkelschmied) und Jakob Schüele (Strumpfwirker) erbaut. Ab 1788 besaßen Johann Schüele den unteren, Jakob Schüele den oberen Stock. 1828 gelangte das untere Stockwerk in den Besitz des Kupferschmieds Friedrich Feederle. Von 1868 bis 1929 wechselte das Haus insgesamt neunmal den Besitzer. Interessant ist, daß die ursprünglich neben dem oberen Tor im 'Städtle' gelegene 'Krone', aus der der bekannte Stühlinger Landschaftsmaler Joh. Martin Morat (1805-1867) seine Gattin, des Kronenwirts Tochter Appolonia Stadier , geholt hatte, im Jahre 1872 abbrannte, nicht mehr aufgebaut wurde, so daß Name und Senankrecht daraufhin (1892) ins 'Dorf karnen und auf die heutige 'Krone' übergingen, die 1929 in den Besitz von Wilhelm Schüele gelangte, dessen Nachkommen sie noch heute bewirtschaften.

32. AM STADTWEG (1939): Noch ist die Straße nicht geteert, aber die Strornleitungen sind schon gelegt. Im Haus vorne links, wie auch im gegenüberliegenden Gebäude auf der rechten Seite waren damals jeweils eine Glaserei mit Landwirtschaft untergebracht; die Besitzer hießen Stadler und Schwenk. Das dreistöckige Haus unten rechts war seinerzeit eine Bäckerei. Der Besitzer Schüele war im Nebenberuf Stadtrechner; darum nannte man ihn den 'Stadtrechnerbeck'. 1929 kaufte sein Sohn Wilhelm das Gasthaus 'Krone'. - Im Haus mit dem hellen Giebel in der Mitte links war damals das Friseurgeschäft Willin untergebracht.

33. KLEINKINDERSCHULE ('GV ATTERLISCHUEL') im Jahre 1925. Der Kindergarten war seinerzeit noch im 1897 erbauten Gebäude am Stadtweg unterhalb des Klosters untergebracht, das sich heute im Besitz von Bankdirektor Bruno Maier befindet. Das Bild zeigt die Kinder mit Frau Kaufmann Brogle, der seinerzeitigen Vorsitzenden des Kindergartenvereins. In der obersten Reihe steht als Siebter von links der nachmalige Tierarzt Dr. Fischer, der 1980 verstorben ist. - Der neue Kindergarten hinter der Metzgerei Schü!e wurde 1958 erbaut. Träger ist der Katholische Frauenverein.

34. DAS GASTHAUS SCHWARZER ADLER war wohl eine der ältesten Wirtschaften Stühlingens, die zusammen mit dem Niederen oder Unteren Tor und dem alten Gemeindeschulhaus das Städtchen gegen Südosten hin abschloß. Es wird bereits um 1750 urkundlich erwähnt und war die Zunftherberge der Schneider; beim Durchzug der Franzosen 1796 wurde deren hierin befindliche Zunftlade erbrochen und ausgeraubt. Am 7. August 1828, gegen Mitternacht, brach in der Scheuer ein Brand aus; das ganze Gebäude brannte nieder. Nach dem Wiederaufbau und mehrfachem Besitzerwechsel (im Gebäude war seit 1849 zeitweilig auch die Großherzogliche Posthalterei untergebracht, die man dem 'Hirschen-Post'-Wirt Fechtig weggenommen hatte, weil dieser in der 1848er-Revolution mit den 'Revoluzzern' sympathisiert hatte!), brannte das Gebäude schließlich am 13. September 1913 abermals ab (siehe Bild). Nach dem Wiederaufbau erwarb die Stadt Stühlingen 1931 den gesamten Besitz; die Wirtschaft hörte auf zu bestehen. Bis 1936 war das Gebäude an die Volksbank verpachtet; einige Jahre war auch die Kreislandwirtschaftsschule darin untergebracht. 1957 kam das Haus durch Kauf an den Weizener Strickwarenfabrikanten Steinmann und gelangte 1976 per Zwangsversteigerung in den Besitz der Sparkasse, die es noch im gleichen Jahr an den in Südafrika arbeitenden Dr. Wolfgang Heinze verkaufte. Letzterer veräußerte das Anwesen 1984 weiter an Frau Doris Nitzsche aus Grafenhausen, die es umfassend renovieren ließ.

35. DER JUDENWINKEL, heute Gerbergasse, erinnert an die alte Judengemeinde in Stühlingen. Der letzte Jude, Levi Bloch, verließ in den Zwanzigerjahren unseres Jahrhunderts das Städtchen. - Im Vordergrund sehen wir rechts das rund 300 Jahre alte Haus des Schreiners Feederle, das sich seit 1907 im Familienbesitz befindet. Im frühen 17. Jahrhundert war hierin die Wirtschaft 'Krone' untergebracht; als erster Kronenwirt gilt Lipp Dobler. Der Jude Marum Weil, in dessen Besitz das Haus später überging, bekam die Erlaubnis zur Bewirtschaftung der 'Krone' nicht; er veräußerte das Haus daher 1745. In der Folgezeit waren es rund 150 Jahre Gerber, die das Haus bewohnten (daher heute Gerbergasse). Als die Gerberei um die Jahrhundertwende einging, wurde das Haus zunächst an einen Wilhelm Kaiser aus Dogern, danach an den Schreinermeister Josef Feederle weiterverkauft. - Im weißen Haus hinten rechts gehörte der obere Stock um die Jahrhundertwende dem 'Oeler' Eduard Kehl, der Nuß- und Mohnöl herstellte. Die 'Nußhalde' im Weilertal erinnert noch heute an jene Zeit. Die schönen Nußbäume wurden indes alle im Ersten Weltkrieg gefällt, um Gewehrschäfte herzustellen. - Eingezwängt im Winkel liegt das Haus des seinerzeitigen Gipsermeisters Oberist, im Volksmund früher auch 'Haus mit der Siggen' genannt, was wahrscheinlich eine Verballhornung des Wortes 'Synagoge' darstellt, die sich unterhalb dieses Gebäudes befand; der Zugang zu ihr war nur durch das Haus Oberist möglich. Links an das Haus Oberist angebaut befand sich, mit einem schönen Staffelgiebel versehen, die Judenscheuer , die, baufällig geworden, 1955 abgerissen wurde.

Stühlingen

Rathaus

36. DAS STûHLINGER RATHAUS - vor und nach dem Brand 1904: In der Nacht vom 20. auf den 21. November 1904 schlugen Flammen, durch Kaminschaden verursacht, aus dem obersten Stockwerk des um das Jahr 1600 erstellten Rathauses. Da Stühlingen damals noch keine Wasserleitung besaß (diese wurde erst 1910 gebaut) stand den Feuerwehren aus Stüh1ingen und dem benachbarten Schleitheim nur das Wasser der beiden Brunnen im 'Städtle' zur Verfügung. Das Rathaus braante vollständig aus. Wertvolle Urkunden und Akten wurden vernichtet. Ebenfalls verbrannte die Rathausglocke, im Volksmund 'Lumpeglöckli' genannt. Sie soll die Jahreszahl1524, sowie die Namen Graf Sigismund von Lupfen und Gräfin von Montfort getragen haben und war 1846 beim Abbruch des Oberen Tors vom Torturm in den Rathausturm gebracht worden. Ihren Namen hatte die alte Glocke erhalten, weil man ihren um 22.30 Uhr ertönenden Ruf als 'Lump gang hei! Lump gang hei!' d.h. als Mahnzeichen für unentwegte Zeeher gedeutet hatte. Im Jahre 1905 erstellte die Stadt das jetzige Rathaus.

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