Stühlingen in alten Ansichten

Stühlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Günter Kurth
Gemeente
:   Stühlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3407-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Stühlingen in alten Ansichten'

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37. DAS KAPUZINERKLOSTER LORETO, 1923 (im Hintergrund rechts das Kalkwerk Stühlingen, die heutige Schraubenfabrik Heimburger), wurde im Jahre 1743 mit einem kleinen Konvent für fünf Patres eingerichtet. Durch die Säkularisation wurde das Kloster aufgelöst und gelangte 1802 in den Privatbesitz der Fürsten zu Fürstenberg, blieb jedoch bis zum Tode des letzten Kapuzinerpaters Max Jakob Rehm von Amtenhausen im Jahre 1831 bestehen. Durch Schenkung kam das Kloster 1829 in den Besitz der Gemeinde. - Im Revolutionsjahr 1849 wurde es Kaserne für preußische Truppen, von 1857 bis 1927 diente es als Krankenhaus. Die Klosterkirche wurde ab 1874 den Altkatholiken überlassen, bis diese 1927 in der Sebastianskapelle ein neues Gotteshaus fanden. -1927 gelangten die Kapuziner wieder in den Besitz von Kirche und Kloster. Noch im gleichen Jahr begannen sie mit dem Bau des Noviziatsflügels, in dem die jungen Kapuziner ihr Probejahr zu verleben hatten. - Heute ist es zwar stiller geworden im Kloster - aber die seelsorgerliehe Betreuung Stühlingens erscheint ohne das Kloster unvorstellbar.

38. IM KAPDZINERKLOSTER: NOVIZEN DES JAHRES 1934. Während dereinjährigen Novizenzeit, die den Beginn des Ordenslebens darstellt, kann der Ordenskandidat seine Berufung prüfen und die klösterliche Lebensform erproben. Nach Beendigung des Noviziats wird er, falls er geeignet ist, zur Profeß zugelassen, d.h. er legt das öffentliche Verspreehen ab, das angestrebte Leben im Orden führen zu wollen. - Das Foto zeigt sowohl die Novizen des Jahres 1934, die ihre erste Profeß abgelegt haben, als auch die neuen Orderiskandidaten, die am gleichen Tag eingekleidet worden sind. Von den abgebildeten 52 Personen leben heute nur noch neun Kapuziner. In der unteren Reihe sehen wir in der Mitte den damaligen Guardian, Pater Ignatius; er ist am 10. Januar 1948 in Stühlingen gestorben und hier auch begraben. Links neben ihm sitzt der seinerzeitige Novizenmeister Pater Aurelian, der am 20. September 1934 in Kleve verstarb und dort begraben liegt. Rechts neben Pater Ignatius finden wir Submagister Pater Gabriel, den Helter des Novizenmeisters. Er wurde am 30. Januar 1948 in Dim bei einem Verkehrsunfall getötet und liegt in Deggingen begraben. - Im Zuge der vom Konzil geforderten Neugliederung der priesterlichen Ausbildung wurde das Noviziat 1973 von Stühlingen nach Werne (Westfalen) verlegt.

39. VON DEN 'BALBACHSCHEN GÄRTEN' hatte man damals wie heute einen herrlichen Bliek auf das Städtchen. Das Gelände konnte dem Fürsten zu Fürstenberg nach dem Ersten Weltkrieg abgekauft werden. Heute steht darauf das 1928/29 erbaute Krankenhaus Loreto.

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40. KRIEGSANLEIHEN zeichneten im Ersten Weltkrieg nicht nur Leute, die Geld hatten. Auch der sogenannte 'Kleine Mann' wurde zur Kasse gebeten! Aber nicht ganz freiwillig! Rosel Fischer erinnert sich in diesem Zusammenhang, daß sie und ihre Mitschüler zum 'Laubheueinsatz' verpflichtet wurden. Dabei mußten von den Kindern die Blätter von Eschen und Haselnußstauden gesammelt und ins Schulhaus gebracht werden, wo sie auf dem Speicher getrocknet und anschließend der Kavallerie als Pferdefutter zugeleitet wurden. Für ihre Arbeit bekamen die Kinder indes kein Geld, sondern Anrechtsscheine, die zwei Jahre nach Kriegsende nebst Zinsen auszuzahlen waren. Das Geld haben sie indes nie zu sehen bekommen!

41. RUSSISCHE KRIEGSGEFANGENE IN STüHLINGEN (1917): Das Bild entstand vor dem Schloßtor. Rosel Fischer erzählt hierzu: 'Mein Vater Kar! Grüninger war viele Jahre 'Holzakkordant' beim Fürst zu Fürstenberg. Beim Holzmachen halfen ihm immer junge Männer aus Stühlingen und Mauchen. Als die letzten jungen Leute im Ersten Weltkrieg zum Militärdienst eingezogen wurden, erhielt er zehn russische Kriegsgefangene als Ersatz. Diese waren von zwei Wachsoldaten begleitet und bekamen Wohnung und Logis im Schloßhof. Als die Wachsoldaten eines Tages kurzzeitig nach Donaueschingen abkommandiert wurden und mein Vater auf der Ruckebene alleine mit den Gefangenen war, versuchten diese zu meutern. Anführer war der Russe Wassili in der Mitte mit der Pelzrnütze. Sie legten die Arbeit nieder und kamen alle drohend auf meinen Vater zu. Da sprang dieser auf einen Baumstumpf, schwang seine schwere Axt und rief: 'Dem ersten, der mir in die Nähe kommt, spalte ich den Schädel!' Da wiehen alle Gefangenen zurück und liefen davon. Sie wurden am nächsten Morgen ins Gefangenenlager zurückgebracht.'

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42. STÜHLINGER NOTGELDSCHEINE: Da die Reichsbank von der Verpflichtung befreit war, ein Drittel aller Banknoten durch Goldvorräte zu decken, druckten die Staatsdruckereien Papiergeld in Hülle und Fülle, um das Geld für die Kriegslasten aufzubringen. Die Deckung für das gedruckte Papiergeld wurde indes immer geringer. Hatte 1919 ein Dollar noch 4,20 Mark gegolten, so waren es im Oktober 1923 bereits 252 602 000 000 Mark. Da die Staatsdruckereien bald nicht mehr genügend Papiergeld liefern konnten, mußten die Städte eigenes Notgeld herausgeben. So auch in Stühlingen, wo die 'Milliardenscheine' die Unterschrift von Bürgermeister Johann Maier trugen, der von 1914 bis 1933 amtierte.

43. VOLKSSCHAUSPIELE STÜHLINGEN 1925: Eine Glanzleistung der gesamten Einwohnerschaft war das im Jahre 1925 autgeführte Volksschauspiel 'Bauernaufstand 1524/25'. Von Hauptlehrer Emil Müller verfaßt, der von 1905 bis 1912 in Stühlingen tätig war, hier Therese, die einzige Tochter des 'Hirschen-Post'-Wirtes Karl Fechtig heiratete, und als Schriftsteller den Namen Hans Brandeek trug, erlebte dieses von 200 Mitwirkenden bestrittene Schauspiel mehrere glanzvolle Aufführungen mit Tausenden von Zuschauern. Brandeek hatte es, so schreibt die damalige Presse, 'meisterhaft verstanden, die Bauernrevolte ... , die von Stühlingen aus ihre Ausbreitung durch fast ganz Deutschland nahm, in 3-aktigem Aufbau lücklenlos ... zu vergegenwärtigen'. Die Spielleitung lag in den Händen des Kunstmalers August Schmid aus Diessenhofen.

44. FAHNENWEIHE DES KRIEGERBUNDES 1927: Nach dem Kriegvon 1870/71 hatte sich in Stühlingen ein 'Militärverein' gebildet. Er umfaßte aber nicht nur die Kriegsteilnehmer, sondern auch die sogenannten Reservisten. Dieser Militärverein wurde nach dem Ersten Weltkrieg aufgelöst. Die Kriegsteilnehmer fanden indes wieder zusammen und gründeten den 'Kriegerbund' . Sein langjähriger Vorsitzender war Friedrich Strittmatter. Als dieser im Zweiten Weltkrieg als Offizier eingezogen wurde, übernahm Oberlehrer Gustav Häusler die Vorstandschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg mußte sich der Kriegerbund auf Anordnung der Besatzungsmacht auflösen. Die Kriegsteilnehmer sammelten sich dann im 'Heimkehrerverband' . Ihr Vorsitzender seit rund 25 Jahren ist Altbürgermeister Leo Utz.

45. KRANKENHAUS LORETO: RICHTFEST 1929. Das Krankenhaus auf der Loretohöhe wurde auf den ehemaligen Balbachschen Wiesen errichtet. Hier, beim Richtfest, der damalige Gemeinderat: von links nach rechts sehen wir die Herren Friedrich Schüle, EmiI BrogIe, Ratsschreiber Amann, Theodor Fischer, Emil Stadier, Bürgermeister Johann Meier, Max Würth, Friedrich Schölderle, Franz Steinweg und Franz Wessbecher. - Das 'Städtische Spital' befand sich bis 1927 im Kapuzinerkloster. Der nun daneben erstellte Neubau wurde von den Architekten Lienhard (Waldshut) und Heim (Laufenburg) geplant, die Bauausführung lag in den Händen von Baumeister Bäumlin.

46. ERNTEDANKFEST 1933: Am 18. Juni 1933 wählte die Gemeinde den ihr schon im Mai beigegebenen politischen Kornissar Allons Würth zum neuen Bürgermeister, Gegenkandidat war der bisherige Bürgermeister Johann Meier, der indes mit 292 zu 381 Stimmen unterlag und Stühlingen bald darauf unter politischem Druck verlassen mußte. - Das 'Tausendjährige Reich' hinterließ auch in Stühlingen seine Spuren: 99 Tote und Vermlßte des Zweiten Weltkriegs sind zu beklagen!

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