Stühlingen in alten Ansichten

Stühlingen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Günter Kurth
Gemeente
:   Stühlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3407-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Stühlingen in alten Ansichten'

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47. FRA U DR. SCHWÖRER - GROSSE HILFE IN SCHWERER ZEIT: Als Dr. Hermann Preuss sen. 1939 aus Krankheitsgründen nach einern Vertreter für seine Arztpraxis Ausschau hielt, alle verfügbaren männlichen Ärzte jedoch für den Kriegsdienst benötigt wurden, kam Dr. Elisabeth Schneider nach Stühlingen, um die 'Lücke' in der ärztlichen Versorgung auszufüllen. Eigentlich sollte ja ihr damaliger Verlobter, Dr. Richard Schwörer, diese Stelle antreten; aber auch er wurde eingezogen und so war es an ihr, als junge Ärztin eine große Landarztpraxis zu übernehmen. Zunächst mit einem befristeten Vertrag, wurde ihre Tätigkeit nach dem Tod von Dr. Hermann Preuss im Jahre 1943 und ihrer Verheiratung mit Dr. Richard Schwörer während eines Kriegsurlaubs im gleichen Jahr zu einer fast lebenslangen Aufgabe. Die schwere Kriegs- und Nachkriegszeit hindurch war sie, völlig auf sich selbst gestellt, ungeheuren Belastungen ausgesetzt. Die Arztbesuche in den Dörfern machte sie mit dem Fahrrad, im Winter oftmals mit Skiern, die ärztlichen Instrumente und Medikamente im Rucksack auf dem Rücken mit sich führend. Nur bei sehr großen Entfernungen benutzte sie wegen der großen Benzin-, Reifen- und Ersatzteilknappheit den altersschwachen BMW ihres Vorgängers bzw., nach dem Krieg, einen Fiat Topolino mit Holzvergaser. Ihre Hilfsbereitschaft, ihre freundliche und doch zupackende Art, sowie ihre hohe fachliche Kompetenz machten sie für die Stühlinger Bevölkerung zu einer großen Hilfe in schwerer Zeit. Als ihr Mann, Dr. Schwörer, aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, konnte sie zunächst nicht weiterpraktizieren, da es nach einer damals geltenden Bestimmung Ärzten gleicher Fachrichtung untersagt war, eine gemeinsame Praxis zu betreiben. Nur in Notfällen durfte sie vertretungsweise für ihren Mann einspringen. Erst 1962 wurde ihr gestattet, mit ihrem Gatten gemeinsam zu praktizieren. 1976 gab das Ehepaar Dr. Schwörer die Praxis aus Alters- und Gesundheitsgründen auf. Bereits am 22. Januar 1978 verstarb die tüchtige und allseits geschätzte Ärztin.

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48. SZENE AUS DEM FREILICHTSPIEL 'ALS STÜHLINGEN STADT WARD': Wie andere kleine Stadtgemeinden, so war auch Stühlingen während des Dritten Reiches das Stadtrecht entzogen worden (1935). Die Wiedererhebung zur Stadt erfolgte in festlichem Rahmen im Beisein von Staatspräsident Wohleb am 30. Juli 1950. Dabei wurde das von dem Baden-Badener Rektor Friedrich Singer geschriebene Festspiel mit 'lebenden Bildern in drei Akten' aufgeführt. Sämtliche Rollen lagen in den Händen von Stühlingern. Spielleiter dieser beeindruckenden Gemeinschaftsleistung war Berthold Winterhalder. Die Namen einiger Darsteller auf dem Foto: Hugo Würth (1), Walter Eiermann (2), Hermann Amann (3), Hanni Böger (4) und Anneliese Maier geborene Bührer (5). Rund 1 500Personen wohnten der Erstaufführung bei! Im Judenwinkel wurde eine 'Stadtlinde' gepflanzt, die noch heute an diesen besonderen Tag erinnert!

49. EINWEIHUNG DER SIEDLUNG AN DER RAPPENHALDE: Am gleichen Tag, an dem Stühlingen sein Stadtrecht wieder erhielt, nämlich am 30. Juli 1950, fand auch die Richtfeier der ersten Siedlungshäuser an der Rappenhalde statt. Am Rednerpult sehen wir den seinerzeitigen Bürgermeister Jakob Limberger, den nachmaligen Stühlinger Ortschronisten. Die ständige Zuweisung von Heimatvertriebenen hatte die Stadtverwaltung bewogen, dieses Projekt anzugehen und auf einem bisher unbebauten Gelände insgesamt 18 Siedlungshäuser zu erstellen. Die Bauarbeiten wurden in drei Bauabschnitten (Frühjahr 1950, Herbst 1950 und Frühjahr/Sommer 1951) unter der Leitung des Stühlinger Architekten Kar! Wehle als Notstandsarbeiten durchgeführt.

50. EINWEIHUNG DES HEIMKEHRERKREUZES AUF DEM KALVARIENBERG am Himmelfahrtstag 1952: Als Dank für ihre gesunde Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft, sowie als 'Mahnmal' für kommende Geschlechter wurde von den Teilnehmern des Zweiten Weltkriegs auf Initiative von Josef Limberger (Kalvarienberg) und dem Kronenwirt Willi Schüele das Heimkehrerkreuz errichtet. Frau von Briel, deren Mann im Krieg gefallen war, hatte den Platz dazu gestiftet. Bürgermeister Leo Utz hielt die Ansprache, Pfarrer Ulrich zelebrierte eine Messe, die Kriegsteilnehmer Fritz Fechtig und Dr. Fischer ministrierten.

51. DAS SCHWIMMBAD IM WEILERTAL, von S OOOqmLiegewieseurogeben, wurde am 6. August 1961 eröffnet. Bürgermeister Leo Utz sprach die Begrüßungsworte. Planung und Baudurchführung des 146 000 DM teuren Bades lagen in Händen des Architekten Karl Grewing. Stadtmusik und Mitglieder der Tiengener Ortsgruppe der Lebensrettungsgesellschaft trugen zum Programm bei.

52. SIEBENHUNDERTJAHRFEIER DER STADT IM JULI 1962: Fünftausend Besucher erfreuten sich am Stadtjubiläum in Stühlingen. Ein farbenfroher Festumzug, in dem wichtige Stationen der Stadtgeschichte dargestellt waren, bewegte sich durch die geschmückten Straßen. Auf der Ehrentribüne (verg!. Foto) saßen Regierungspräsident Anton Dichtel (2. von links), neben ihm die Gattin von Landrat Schäfer, neben ihr Fürst Joachim und Fürstin Paula zu Fürstenberg mit Kindern. Stehend sehen wir (von links nach rechts) den Landtagsabgeordneten Hilbert, neben ihm Bürgermeister Leo Utz und (mit Brille) Landrat Schäfer. - Im vollbesetzten Festzelt wurde später unter der Regie von Hermann Amann das von Oberlehrer Vetter verfaßte Festspiel 'Obervogt Balbach' aufgeführt. Die Herstellung der Szenerie hatte Walter Berg übernornmen, tragende Rollen spielten Berthold Winterhalder (Peter Schellenbuch), August Rutschmann (Schultheiß Schölderle), Paul Maier (Bürgermeister Büchin), Inge Krichbaum (Frau Vev), Anton Stoll (Stadtknecht) und Helmut Maier (Aktuarius Meggle). - Auf dem zweiten Foto sehen wir in der Mitte (mit Korb) Elli Schwarz, die Schwester von Adolf Schwarz von der Kalvarienbergsiedlung.

53. EINWEIHUNG DER NEUEN SCHULE am 12. Juni 1966: Es war die 55. neue Schule, die seinerzeit im Kreis Waldshut eingeweiht wurde. Bürgermeister Leo Utz konnte vom Architekten Thoß (Waldshut) die Schlüssel entgegennehmen und an Rektor Elmar Zimmermann weitergeben. Festredner waren Landwirtschaftsrat Dl. Gabele als Vorsitzender des Elternbeirates, Oberschulrat Seiterle als Vertreter des Staatlichen Schulamtes Waldshut, Landrat Schäfer, Landtagsabgeordneter Dr. Eberle (der spätere Wirtschaftsminister), Mitglied des Landtags Duffner, sowie die Stadtpfarrer Ullrich (rk) und Williger (ev). Der Festakt im großen Pausenhof wurde musikalisch umrahmt von der Jugendkapelle der Stadtmusik StühIingen unter Leitung von Ekkehard Morath.

54. MITGLIEDER DER LESEGESELLSCHAFf IM JAHRE 1861: Erstmals 1853 erwähnt, als der Stühlinger Oberamtmann DL Matthias Schmieder nach Waldshut versetzt wurde und hierbei als Abschiedsgeschenk ein Aquarell von Stühlingen erhielt (vieles deutet daraufhin, daß Dr. Schmieder der Gründer der Lesegesellschaft war), bestand die Lesegesellschaft nachweislich noch im Jahre 1928, vermutlich aber bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die Lesegesellschaft unterhielt einen Bestand an Zeitschriften, Büchern belletristischen und wissenschaftlichen Inhalts, sowie Musikalien (Noten). Es gab für Mitglieder ein gedrucktes Buch- und Zeitschriftenverzeichnis; eine Ausgabe vom Jahre 1895 ist in der Ortschronik vorhanden. In diesem Exemplar findet sich auch ein die Buchausleihe betreffender Auszug aus den Statuten. Auf dem vorliegenden Foto sehen wir u.a. in der ersten Reihe (von links nach rechts) Zollverwalter Lumpp, Arzt DL Enz, Hotelier Fechtig, fürstlicher Verwalter Diler, Oberförster Laute-Mann, Konditor Feederle, Notar Bär und Hauptamtsassistent Kiefer. In der oberen Reihe finden wir als Fünften von links den späteren Stühlinger Ehrenbürger Straßenmeister Gref und als Vierten von rechts den Arzt DL Preuss. Die 'Lesegesellschaft' darf nicht verwechselt werden mit dem 1872 gegründeten 'Leseverein' und dem 1928 gegründeten 'Katholischen' Leseverein. Wann beide aufgehört haben zu existieren, ist nicht mehr feststellbar.

55. DIE STADTMUSIK IM JAHRE 1870: Basierend auf einer Rechnung aus dem Jahre 1785, in der 'dem hiesigen Posthalter Martin Fechtig wegen Zehrung am Fronleichnamsfest den Musikanten ... 13 Gulden, 20 Kronen' aus der Gemeindekasse angewiesen wurden, konnte die Stadtmusik 1985 ihr 200jähriges Jubiläum feiern. - Im Jahre 1870, dem Zeitpunkt des obigen Fotos, war sie demnach 85 Jahre alt. Dirigent war damals Michael Kehl, der dieses Amt bis zu seinem Tode im Jahre 1892 innehatte. - In unserer Zeit ist Adolf Amann Stadtkapellmeister. 1934 schon Dirigentenstellvertreter, übt er das Amt des Dirigenten seit 1936 aus und hat sich große Verdienste um die Stadtmusik erworben. 1986 hat er sein Amt aus Altersgründen zur Verfügung gestellt.

56. DER GESANGVEREIN 'FIDELIA' 1887: Die 'Fidelia' ging aus einer Stammtischrunde im 'Drechsler' hervor. Da für Vereine die Polizeistunde nicht galt, gründete man, um möglichst lange zeehen zu können, am 4. Oktober 1880 einen Verein, die 'Fidelia' . Am Dreikönigsfest 1885 trat erstmals ein Chor der 'Fidelia' auf. 1888 meldete sich der Verein beim Kreissängerbund Waldshut mit einer Gesangsabteilung von 16 Sängern an. 'Fidelia' und 'Männergesangsverein Stühlingen' waren sich nicht immer wohlgesonnen: 1894 fand sogar ein Prozeß wegen ehrenrühriger Behauptungen zwischen den beiden Vereinen statt. 1920 jedoch schlossen sie sich zusammen zum 'Sängerbund'.

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