Storkow in alten Ansichten Band 1

Storkow in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Erich Oehring
Gemeente
:   Storkow
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5545-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Storkow in alten Ansichten Band 1'

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Einleitung

Storkow in der Mark ist eine bekannte Kleinstadt, die Seen und Wäldern reizvoll umschließen. Ihre Geschichte verlief ebenso wechselvoll wie sich ihre landschaftliche Umgebung abwechslungsreich und vielgestaltig darbietet.

Schon 1209 wird in einer Urkunde des Kaisers Otto IV Sturkuowe erwähnt, als er dem Kloster pforta die kleine Siedlung gemeinsam mit einem See und Waldbesitz schenkt.

Ihr Burgward schützte damals einen alten Handelsweg von der Havel zur Oder, der hier inmitten einer weithin sumpfigen Landschaft eine schmale Furt überquerte. In ihrer Nachbarschaft entstanden bald eine kleine städtische Siedlung, die Altstadt, und unmittelbar am Ufer des Storkower Sees gelegen, der Fischerkiez; ihn bewohnten wendische Fischer, die den Fischreichtum nutzten. Ihre Siedlung gab der Stadt den Namen, für den es mehrere Deutungen gibt.

Aus der frühen Stadtgeschichte ist wenig überliefert, weil immer wieder verheerende Brände die Urkunden und Zeugnisse vernichteten. Im ältesten Stadtteil steht die Kirche. Sie wird schon 1336 erwähnt. Nach dem Brand von 1570 wurde sie im Spitzbogenstil wieder errichtet.

Die Wasserburg der Herren von Strele entstand im 13. Jahrhundert. In Notzeiten war sie ein sicherer Schutz für die Einwohner, weil in dem sumpfigen Gelände die Anlage einer Stadtmauer nicht möglich war. Eines der Storkower Wappen zeigt einen gespaltenen Schild. Darauf sind auf der rechten Seite zur Hälfte der rote askanische oder brandenburgische Adler und auf der linken Seite der Storch auf grüner Wiese in natürlichen Farben zu sehen. Damit ist die Zuordnung Storkows zur Mark Brandenburg eindeutig. Im Jahre 1370 wurde die Niederlausitz, zu der auch die Herrschaften Beeskow und Storkow gehörten, an Böhmen angegliedert und kam an die Herren von Biberstein. 1518 erfolgte der Verkauf an den Bischof von Lebus, der in Fürstenwalde an der Spree amtierte. 1555 wurden beide Herrschaften an den Markgrafen Johann

von Küstrin weiterverkauft und gelangten so in den Besitz des brandenburgischen Kurhauses. 1653 wurden die beiden Städte der kurmärkischen Amtskammer zugewiesen und 1799 endlich Bestandteil der Kurmark.

Schlimme Zeiten brachen für Storkows Einwohner an, als während des Dreißigjährigen Krieges plündernde Heerhaufen immer wieder die Stadt heimsuchten und brandschatzten. Zu dem verheerenden Treiben der Soldaten und der Teuerung der Lebensmittel gesellte sich die furchtbare Pest. Viele Wohnstätten wurden aufgegeben und verfielen. So glich das 'platte Land mehr einer Wüste' als einer bewohnten Gegend, heißt es in einer Chronik dieser Zeit.

Kaum hundertjahre waren vergangen, als die Kriegszüge des Siebenjährigen Krieges die geschundene Region erneut verwüsteten. Daher blieb das Leben der Einwohner trotz ihres Fleißes lange Zeit ärmlich und unsicher. Obwohl die Gewerke der Bäcker und Brauer, der Fleischer und Müller, der Böttcher und Tuchmacher schon früh zur Stadt gehörten, lebten ihre Bewohner oft in beklagenswerten Verhältnissen und litten selber Not. 1640 fügten die Schuhmacher noch ein neues Gewerk hinzu und begründeten damit eine Tradition Storkows; ihre Spezialität waren wasserdichte Stiefel für die Fischer.

1742 erreichte Friedrich H. im Breslauer Frieden den endgültigen Verzicht der böhmischen Krone auf die Lehnshoheit über Beeskow und Storkow.

Einen spürbaren Aufschwung verdankte Storkow danach dem Wirken von Friedrich dem Großen. Zum Flößen des Bauholzes nach Berlin ließ er ab 1746 einen Kanal vom Scharmützelsee aus anlegen, um den schnell wachsenden Holzbedarf in Berlin zu decken. Zur raschen Vergrößerung der Einwohnerzahlließ er Siedler aus dem Süden und Westen anwerben und siedelte sie gemeinsam mit entlassenen Soldaten in der Stadt 'auf dem Damm', vor allem aber in ihrer Nachbarschaft auf

sogenannten Kolonistenstellen an. So entstanden in der Nähe Storkows Mitte des 18. Jahrhunderts auch 'Philadelphia' und 'Neu Boston' in der Mark.

1748 erging ein Schreiben des Königs an den Oberamtmann Wilke, in dem dieser aufgefordert wurde, 'das pflanzen derTartüffeIn (Kartoffeln) in dero churmärkischen Landen gleichfalls einzuführen, so hat dasAmt Storkow zur Befolgung des Königlichen Befehls den Bau der TartüffeIn sich angelegen sein zu lassen .. .'

Eine verbesserte Schafzucht eröffnete neue Möglichkeiten für die einheimischeTuchfabrikation. Während derWeinanbau und die Seidenraupenzucht in der Storkower Gegend nur kurze Zeit existierten, blieben die Bienenzucht, der Flachsanbau und die Obstplantagen auch weiter bestehen; daran hatte der Oberamtmann Carl Friedrich Bütow einen bedeutenden Anteil.

Dem heutigen Besucher fällt auf dem Storkower Marktplatz die wuchtige Eiche besonders auf Die Einwohner pflanzten sie 1814 am ersten Jahrestag des Sieges über Napoleon 1. als 'Friedenseiche'. Die Kriegsentschädigung für die Leiden der Bevölkerung ließ allerdings lange auf sich warten. Als sie endlich gezahlt wurde, verwendeten die damaligen Stadtväter sie 1845 mit zum Bau der Schule in der Altstadt.

1844 geriet die Stadt ins Zwielicht, als der ehemalige Storkower BürgermeisterTschech auf den preußischen König Friedrich Wilhelm IV ein Attentat verübte. Er schoß daneben, auch die zweite Kugel verfehlte ihr Ziel und streifte nur den Rock der Königin. Tschech büßte dafür mit dem Leben, und Storkow verlor seinen Ruf

Die Eisenbahn kam 1898 endlich nach Storkow und brachte vor allem Berliner Ausflügler hierher, die sich in der Stadt und ihrer schönen Umgebung bald wohlfühlten. Hier setzte ein spürbarer Aufschwung nach der Jahrhundertwende ein. Dieses erfreuliche Bild gedeihlicher Entwicklung erhielt dunkle Schatten durch die beiden Weltkriege, die

ihre tiefen Spuren in der kleinen Stadt hinterließen. In den letzten Kriegstagen für Storkow im April 1945 brannten das Rathaus und die große Mühle aus, sanken das Hotel 'Stadt Berlin' , bekannte Geschäfte und Wohnhäuser in der Altstadt und am Markt in Schutt und Asche. Der einst weithin sichtbare Kirchturm wurde getroffen, und die brennende Helmspitze stürzte ins Kirchenschiff und brannte es aus.

Der Elan und der Fleiß, mit dem die Storkower ansWerk gingen, die Trümmer wegräumten und nach neuen Wegen beim Wiederaufbau der Stadt suchten, sind besonders hervorzuheben. Sie entwickelten dabei völlig neue Erwerbszweige und verschafften auch dem Sport und der Erholung wieder einen hervorragenden Platz.

Inzwischen verfügt Storkow nicht nur über ein modernes Gewerbegebiet, sondern liegt noch immer in einem attraktiven Umland, das viele Möglichkeiten für Entspannung, Erholung und einzigartige Naturerlebnisse in stillen Wäldern und an schönen Seen bietet: Es empfiehlt seine 'Ansichten' zu jeder Jahreszeit.

1 Eine Stadtansicht von Storkow/Mark (1907). Um die Jahrhundertwende war Storkow eine reizvolle Kleinstadt inmitten einer abwechslungsreichen Landschaft. Knapp 3 000 Einwohner gehörten damals zur Stadtgemeinde. Vom Dolgensee aus blieken wir auf die einst markanten Wahrzeichen der Stadt. Der Kirchturm, die Dampfmühle und der Rathausturm sind deutlich zu erkennen. Unmittelbar am Seeufer liegen die beiden Sägemühlen sowie einige Fischerhäuser.

2 Der Storkower Marktplatz, eine Aufnahme aus demjahre 1907.Den rechtwinklig angelegten Marktplatz schloß ein bemerkenswertes Rathaus aus demjahre 1850 ab. Die Friedenseiche hatten 1814 die Storkower Einwohner gepflanzt. Junge Lindenbäume umrahmten die Längsseiten des Marktes.

Storkow i. M.

Marktplatz

3 Das Storkower Rathaus um 1905. Das eindrucksvolle Rathaus wurde im Iahre 1850 in Form eines Kastells errichtet. Im Erdgeschoß lagen die Amtsräume, das Bürgermeisterzimmer und das Standesamt; darüber befand sich der große Sitzungssaal der Storkower Stadtverordneten. DerTurm diente auch als Feuerwache. Im Anbau war bis 1904 die Storkower Feuerwehr untergebracht, und im Keller gab es ein sicheres Arrestlokal. 1945 brannte das Rathaus aus; 1964/65 wurden seine massiven Mauern niedergerissen.

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Rathau

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4 Kriegerdenkmal auf dem Storkower Marktplatz (1874). 1 873/74 errichteten die Storkower zur Erinnerung an die Opfer der drei Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 neben der Friedenseiche von 1814 auf dem Marktplatz ein Denkmal mit den

N amen der Gefallenen. 1945 wurde das Denkmal vom Marktplatz entfernt.

Kriegerdenkmal.

5 Der Storkower BürgermeisterTschech. Drei Iahre nach seinem Weggang aus Storkow verübte der ehemalige Bürgermeister Heinrich Ludwig Tschech am 26. Juli 1844 aus persönlichen Motiven ein Attentat auf den preußischen König Friedrich Wilhelm IV Jedoch verfehlten beide Kugeln ihr Ziel, stattdessen beschädigten sie den Rock der Königin. Während Tschech für seine Tat mit dem Leben büßte, entstand das Lied vom Tschech, dessen Anfangsverse lauteten: 'Aber keiner war so frech / wie der Bürgermeister Tschech. / Denn er traf fast auf ein Haar / unser teures Königspaar. / Ja, er traf die Landesmutter / durch den Rock ins Unterfutter.'

6 Eine Stadtansicht um 1920 zeigt den Markt nach N orden. Eine Reihe schöner Geschäftshäuser bildet seine westliche Seite, die nur durch sogenannte Brandgassen unterbrochen wird. Diese sind nach dem großen Stadtbrand van 1712 angelegt worden, um die Ausbreitung des Feuers aufzuhalten. Einige dieser Geschäfte werden noch heute in guter Farnilientradition weitergeführt.

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7 Der Blick in die Altstadt, aufgenommen 1934.Vorn links stand die moderne Dampfmühle der Gebrüder Kampffmeyer; dahinter wohnte der bekannte Pferdehändler Wolf Rosenberg , danach folgte das kleine Café' Am Fließ', anschließend die Buchhandlung und Buchbinderei von Wilhelm Ehlert. Die Altstadthäuser wurden vom 54 m hohen Turm der evangelischen Kirche Storkow überragt.

8 Das Storkower Mühlenfließ 1912. Das Mühlenfließ führte das Wasser vom Storkower See zurWassermühle, die bis zum Brand von 1882 bestand. Nach einem Großfeuer, das fünf Häuser zerstörte, wurde

die nördliche Marktseite neu gestaltet. An der Stelle der ehemaligen Wassermühle entstand nun die moderne Dampfmühle der Gebrüder Kampffmeyer. Seit 1896 nutzten sie die Dampfmaschine auch zur Erzeugung von elektrischem Strom für Wohnungen und Werkstätten. Im Mühlenfließ spülten die Storkowerinnen früher

ihre Wäsche.

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