Storkow in alten Ansichten Band 2

Storkow in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Erich Oehring
Gemeente
:   Storkow
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6552-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Storkow in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

'Zwischen dem Spreewald und der Wendischen Spree (der Dahme) liegt das Land Beeskow-Storkow, ein wenig gekannterWinkel, der nichtsdestoweniger seine Schönheit und seine Geschichte hat. Beiden beschloß ich nachzugehen .. .', schriebTheodor Fontane 1881 über seine Osterfahrt in unsere Region.

Inzwischen ist über ein Jahrhundert vergangen, und ungezählt sind die Besucher, die in diese herrliche märkische Landschaft gekommen sind und festgestellt haben, dass die Entdeckungsreise noch immer so wie damals reizt, zumal die Reisemöglichkeiten seitdem erheblich bequemer geworden sind.

Und das bestätigt wohl auch die Feststellung eines Berliners: 'Das Beste an Berlin ist seine Umgebung', und dann kehrt er der Großstadt, dem 'steinernen Meer', den Rücken und zieht mit Kind und Kegel hinaus ins Grüne, und dazu gehört Storkow mit seiner wald- und wasserreichen Umgebung.

Wie sah es um die Jahrhundertwende bei uns aus?

1898 hatte endlich auch die Eisenbahn Storkow erreicht. Gleich neben dem Bahnhof stand der Wasserturm, der den Durst der Lokomotiven stillte, und in seiner Nachbarschaft war das auch für die Ausflügler im schönen Gartenlokal des Bahnhofs möglich. Wer länger bleiben wollte, für den gab es in der kleinen Stadt eine Reihe neuer Hotels und Restaurants, die die Besucher umwarben.

Bis die Bahnhofsallee fertiggestellt war, ging man den kleinen Umweg bis zur Schranke und dann die Wilhelmstraße entlang in die Stadt hinein, die übrigens mit Eintritt der Dunkelheit beleuchtet war. In den Abend- und Nachtstunden besorgte das seit 1897 die Dampfmaschine der modernen Mühle der Gebrüder Kampffmeyer am Mühlenfließ. 'Wer an einem heißen Sommertage durch die Stadt wandert, dem wird es nicht entgehen, daß die wohlgeordneten Bürgersteige überall, wo es der Raum zuläßt, von Linden beschattet werden', schrieb Lehrer Hennig 1907. Denn eine der erstenAmtshandlungen von Robert Runge,

Storkower Bürgermeistervon 1897 bis 1923, galt der Befestigung der Gehwege und dem Verlegen von Gehwegplatten zur Verschönerung des Stadtbildes. Danach erfolgten die Neuanlage einer Straße nach dem Ortsteil Karlslust, die Pflasterung der viel befahrenen Poststraße und die Anpflanzung von Bäumen an der Karlsluster Straße und der Bahnhofsallee.

In der Nähe des Bahnhofs präsentierte sich das 'Bahnhofshotel' , und in den Sommermonaten erwartete dort ein herrlicher Garten die Gäste unter Kastanien- und Lindenbäumen.

Von hier führte der Weg unter Linden bis zum 'Wirtshaus zur Schmiede' und durch die Poststraße gelangte man zum Markt, der mit dem Rathaus und den vielen Geschäften den Mittelpunkt der Stadt bildete.

Am Marktplatz teilten sich die Wege. Der Weg nach Osten führte nach Karlslust, auf dem zweiten gelangte man an der Dampfmühle vorbei in die Altstadt mit der Kirche und ihrem neuen Turm von 1896, danach über die Zugbrücke mit dem Blick auf die Schleuse des Storkower Kanals und weiter zu den Gasthäusern 'Schützenhaus' oder zum 'Alten Weinberg'.

Die landschaftlich reizvolle Lage lockte bald Großstädter auf der Suche nach einer attraktiven Wohngegend hierher, so entstanden um 1900 nacheinander die neuen Wohnplätze Hubertushöhe und Karlslust inmitten ausgedehnter Wald- und Heideflächen. 192 2 folgte in Wolfswinkel die Agfa -Wohnsiedlung, und schließlich baute die Deutsche Reichsbahn in den 30er Jahren eine Siedlung in der Nähe des Küchensees.

Nach Storkow kam man aber vor allem, um den Sonntag, später auch das Wochenende zu genießen. Im Sommer lockte der See zum Wassersport und im Winter die glitzernde Eisfläche zum Schlittschuhlaufen. Der Berliner Architekt Emil Schaudt kaufte 1910 der Stadt die Burg ab und veränderte sie durch den Anbau eines Turmes und eines Erkers. Alljährlich trafen sich Pfingsten die Storkower zum großen Schützenfest.

Die 'Schützengilde' kürte seit 1848 ihren Schützenkönig und feierte seit 1860 im Schützenhaus und dessen schattigem Garten am Stadtrand. Ganz in der Nähe begann der Stadipark. An der Schiemannschen Windmühle vorbei führte der Weg auf die Bismarckhöhe, und von dort ging es sanft bergauf zu den Waltersbergen, einer der größten Binnendünen Deutschlands, mit einer prächtigen Aussicht auf den See und weiter zu dem dahinter liegenden Hirschluch.

So plante man um 1905 eine großzügige Erweiterung der Stadt, neue Straßenzüge, sogar eine Ortsumgehung für den Durchgangsverkehr und eine zweite Haltestelle für die Eisenbahn waren vorgesehen, bis der Kriegsausbruch 1914 all diese Pläne in einem Nichts zerrinnen ließ. 1919 war die alte Kanalbrücke in der Stadt dem zunehmenden Verkehrsstrom nicht mehr gewachsen und wurde erneuert und mit einer elegant geschwungenen Fußgängerbrücke versehen. Von dort betrachteten Schaulustige oft das Schleusen und die Boote auf dem Kanal.

Für die Ausflugsdampfer hatten die Gastwirte am Seeufer Anlegestege errichten lassen.

Im Restaurant 'Karlslust' wurde der 'Storkower Ruderverein 1919' gegründet. 1925 begannen die Sportler in der Seestraße mit dem Bau eines eigenen Bootshauses, das sie ein Iahr später einweihten.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Storkows erfolgte 1901. Wie notwendig sie war, bewiesen ihre häufigen Einsätze bei Bränden. Einer der schlimmsten war der Brand der beiden Schneidemühlen am Kanal am 1. Mai 1913. Aber auch für eine ganz andere Seite war die Feuerwehr zuständig. Das waren die großen Feuerwehrbälle im 'Rathaushotel' , wo die Storkower selbstTheater spielten und wo mancher von ihnen die ersten Tanzschritte auf dem Parkett wagte. Die Feuerwehr führte 1930 hier auch den Film 'Großfeuer' dem Publikum vor. Das Kino wurde aber wegen des größeren Saales im 'Bahnhofshotel' eingerichtet, später nannte es sich 'Capitol-Lichtspieltheater'.

Wolfswinkel, Karlslust und Hubertushöhe wurden bevorzugte Wohn-

gebiete mitten im Wald. 1910 zählte die Stadt 3 113 Einwohner. Die Ausflugslokale mussten nicht lange aufBesucher warten. Viele kamen nun regelmäßig hierher, kostete doch die Sonntagsrückfahrkarte BerlinStorkow damals nur 2.50 RM. Für 3.50 RM erhielt der Gast in Storkow sogar eine Übernachtung mit Vollpension.

In den Buchhandlungen gab es Reiseführer und Wanderkarten in großer Zahl. Sie machten neugierig auf die kleine Stadt, die seit 1930 in ihrem Poststempel 'Ruhe und Erholung an schönen Seen und in Wäldern' versprach, das hatte der Oberpostmeister Hermann Kaschner veranlasst. Auf vielen Ansichtskarten warb nun der neue Stempel für Storkow.

In den 20er Jahren begann etwas völlig Neues: Viele Stadtbewohner kauften sich ein Fahrrad für etwa 35.- RM oder ein Faltboot, packten ihr Zelt und ihren Verpflegungskorb dazu und fuhren mitten hinein in eine wunderschöne Landschaft, die Wasser, Wald und Wanderwege im Überfluss darbot.

So lockten bald beliebte Zeltplätze am Storkower See, am Scharmützelsee, am Glubigsee, an dem idyllisch gelegenen Springsee und an vielen anderen Stellen, die nur die Wanderer kannten.

Prominente des Theaters, des Films und des Sports entdeckten Storkow und seine Umgebung. Für kürzere oder längere Zeit wohnten sie nun hier. Der jüdische Komponist und Kapellmeister MarekWeber (18881964) bezog mit seiner Frau Claire 192 7 die schöne Villa am Küchensee, aber nur kurze Zeit durfte er da bleiben. 1933 musste er Deutschland verlassen. In den USA konnte er sich eine neue Existenz aufbauen, durch Filmmusiken wurde er bekannt und als 'Waltz King of Radio' berühmt. Nicht nur der Sport und die Erholung entwickelten sich in Storkow erfolgreich, sondern auch die Wirtschaft nahm einen Aufschwung. Das repräsentative Gebäude der Kampffmeyerschen Mühle war mitten in der Stadt seit 1883 ein Beweis dafür.

Den großen Holzreichtum derWälder verarbeiteten die beiden modernen Schneidemühlen an der Kanaleinfahrt. Sie waren wichtige

Lieferanten vor allem für die Bauwirtschaft. Der Maurer- und Zimmermeister Johannes Neumann führte in Storkow ein bekanntes Baugeschäft, ständig suchte er nach neuen Wegen beim Bauen.

Der Wunsch junger Leute, schnell zu einer eigenen Wohnung zu kommen, brachte ihn auf die Idee, ein Haus nach dem Baukastenprinzip zu entwerfen, das mit geringem Aufwand und ohne kostspielige Fachkräfte aufgebaut werden konnte.

Für viele neue Wohn- und Fabrikgebäude lieferte die Storkower Baustofffirma Rengert nicht nur Kies und Mörtel, sondern ab 1911 auch Ziegelsteine und Dachpfannen aus eigener Produktion.

Die traditionelle Schuhherstellung in Storkow nahm einen großen Umfang an. In den Betrieben von Hermann Schliewe & Friedrich Buller, Willy Schliewe, Karl Kolbatz und den Gebrüdern Gutsche wurden mit modernen Maschinen preiswerte Schuhe hergestellt. Am Storkower See bezog 1900 der Kommerzienrat und Buchdruckereibesitzer Georg W Büxenstein (1857 -1924) das Jagdschloss Hubertushöhe, das 1916 der Gründer desVerbandes der Modekonfektion Hermann Bamberg erwarb. Zehn Jahre später feierte der Achtzigjährige dort seinen Geburtstag, mit lobenden Worten hochgeehrt. Die Stadt Berlin hatte ihn für seine Verdienste zum Ehrenbürger ernannt.

Aber die Idylle am See trog, schlimme Zeiten brachen auch hier an. Am 15. Mai 1933 durchsuchten Landjäger und etwa 2 0 SA-Männer in Hubertushöhe den Wohnsitz seines Sohnes, der ein bekannter jüdischer Kinderarzt war.

Der Zigarettenkonzern Reemtsma KG erwarb 1935 das wunderschöne Anwesen als Erholungsheim. Nur kurze Zeit diente es diesem Zweck; im Krieg wurde es in ein Lazarett umgewandelt.

Anfang der dreißiger Jahre hatte die Wirtschaftskrise auch die kleine Stadt erreicht. Arbeitslosigkeit und Konkurs bedrohten die Existenz der Menschen. Sorgen plagten sie. Viele Storkower glaubten das, was nun geschrieben und geredet wurde. Was als Ausweg angepriesen

wurde, erwies sich als Weg in die Katastrophe. Statt der Schuhe mussten sie nun Munition und Kriegsgerät herstellen. Wohin sollte all das führen? Die Apriltage des Jahres 1945 zeigten es erbarmungslos: Über 2 000 Menschen verloren in dieser kleinen Stadt und ihrer nächsten Umgebung ihr Leben. Große Teile der Altstadt sanken in Schutt und Asche, darunter die Kirche und die Mühle, Wohnungen und Betriebe. Das, was einst die Stadtansicht auszeichnete, blieb für Jahre nur ein fernes Wunschbild.

Es spricht für die Storkower, dass sie sich nicht entmutigen ließen; aus Trümmersteinen errichteten sie wiederWohnungen, sogar eine neue Schule und sie bauten von 1948 bis 1951 ihre Kirche wieder auf Sie lernten dazu und verdienten erneut mit Schuhen ihr täglich Brot - wie einst, aber im größeren Umfang. Bemerkenswert und erfreulich ist es, dass in Storkow mit viel Engagement und noch größerem Fleiß Wertvolles bewahrt werden konnte. Vielleicht wecken die 'alten Ansichten' Erinnerungen an vergangene Zeiten und regen dazu an, einen Spaziergang durch Storkow und seine Umgebung zu unternehmen. Denn diese Gegend, die einst als 'wenig gekannterWinkel' galt, ist längst wieder ein lohnendes Ziel für 'Ruhe und Erholung' geworden.

An diesem Bildbändchen haben viele Storkower durch Hinweise und ihre Erinnerungen mitgewirkt, manch einer steuerte sogar seine 'wohlbehütetenAnsichten' bei. Ihnen allen danke ich herzlich. Mein besonderer Dank gilt Dr. Jürgen pfeiler für seine Unterstützung und Beratung.

1 Viele Verlage druckten um 1900 auf ihre neuen Postkarten schöne Ansichten, die zu Reisen und zu Wanderungen in die reizvolle Umgebung Berlins aufforderten. Es war damals üblich, auf einer Karte möglichst viel Sehenswertes unterzubringen.

2 Der Bahnhof Storkow um 1900. Der Wasserturm ist bereits in Betrieb. Der Personenzug hielt am 23. September 1898 zum ersten Mal in Storkow. Von nun an stand Ausflügen in die nähere Umgebung nichts mehr im Wege.

3 Am Taxistand warteten in den zwanziger [ahren schon die Wagen von Albert Sperling, Edmund Dux und Fritz Baschin auf die Ankommenden, um sie schnell und sicher zu den gewünschten Zielen zu befördern.

4 Die Bahnhofsallee war als Promenade zwischen dem Bahnhofsvorplatz und der Wilhelmstraße angelegt. Ihre dichten Baumreihen wirkten sehr einladend auf die Besucher.

5 Der Blick von der Bahnhofsallee zur Schillerstraße ließ noch viele freie Räume erkennen. Im Hintergrund ist das Gebäude des Amtsgerichts in der Poststraße zwischen den beiden Bäumen in der Mitte zu sehen.

6 Das kurz nach der [ahrhundertwende erbaute Bahnhofshotel betrieb ab 1907 OUo Kupper. Im Sommer war das Gartenlokal unter den großen Kastanien und Linden ein beliebter Aufenthalt. Über dem Restaurant boten die Hotelzimmer auch Übernachtungsmöglichkeiten.

7 Der 'größte Saal am Platzc' wurde für viele Veranstaltungen genutzt. Hier gab es Konzerte und Theateraufführungen ebenso wie die großen Bälle oder die Turnvorführungen des 'Männerturnvereins Storkow 1891'. Viele Versammlungen erlebte der Saal. Anfang der dreißiger [ahre richtete Fritz Dux ein Lichtspieltheater ein. Lange Zeit blieb das 'Kino' der einzige große Versammlungsraum. Nach der Zerstörung der Kirche 1945 fanden im 'Capi tor bis 195 1 auch Gottesdienste statt.

8 Der 'MTV Storkow IMark' turnte nicht nur vorzüglich, sondern spielte auch Theater im 'Vereinslokal Kupper', wie es der Theaterzettel aus dem [ahre 1926 beweist. Die Mitwirkenden an dem Schwank waren Mitglieder der Turnriege. Ein Kuriosum war, dass sich der Verein weiterhin als 'Männerturnverein' bezeichnete, obwohl seit 1919 auch eine Frauenriege dazugehörte, die mit ihren guten Leistungen nicht unwesentlich zum Ansehen des Vereins beitrug.

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