Straßenbahn in Schwelm im Bild

Straßenbahn in Schwelm im Bild

Auteur
:   Gerhard Kleinhempel
Gemeente
:   Schwelm, Straßenbahnen in
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5482-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Straßenbahn in Schwelm im Bild'

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van

Gerhard Kleinhempel

Europäische Bibliothek - ZaltbommellNiederlande

Zum Titelbild:

Dieser Postkartengruß vom Schwelmer Brunnen ging am 24. August 1903 nach Stockerau in Niederösterreich. Die Karte zeigt das Restaurant 'Zur Post', das von Gustav Feldhaus bewirtschaftet wurde. Hier lief die Straßenbahn der Barmer Bergbahn aus. Rechts im Bild einer der ersten Straßenbahnwagen vor der Gaststätte 'Feldhaus' am Brunnen.

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REIHE

rSBNlO: 90 288 5482 7 rSBN13: 978 90 28854826

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EINLEITUNG

Wenn man winkte, hielt sie.

1897 erste Straßenbahn in Schwelm. 1969 verschwand sie aus dem Stadtbild.

Laut Verträge vom 5. Juni und 21. Oktober 1895 nahm die Barmen-Schwelm-Milsper Straßenbahn, später Wuppertal-Schwelm-Milsper Straßenbahn, am 1. September 1897 die Strecke Barmen-Schwelm in Betrieb. Diese Strecke wurde damals von der Barmer Bergbahn AG verwaltet.

Ein Prophet hatte einige Jahrzehnte vorher noch verkündet: wenn die Wagen ohne Pferde fahren, geht die Welt unter. Aber nachdem die Dampflokomotive ihre Jugendzeit gut überstanden hatte, bedeutete auch die erste elektrische Straßenbahn, die die Pferdebahn ablöste, keine 'Gefahr' mehr für die Menschheit. Auch die Schwelmer Bürger standen dieser ersten elektrischen Bahn, die damals ihre Endstelle in der Brunnenstraße vor der Restauration Tillmann hatte, sehr skeptisch gegenüber.

Nachdem erhobene Einwendungen beseitigt waren, begann man am 7. April 1897 innerhalb der Stadt Schwelm mit der Gleisverlegung. Im Laufe der Bauzeit hat das Projekt der Straßenbahnlinie BarmenSchwelm viele Abänderungen erfahren müssen. In einer Versammlung vom 28. Mai 1897 befaßte sich der Bürgerverein mit einer Verlegung der Weiche in der Barmer Straße.

In der Schwelmer Zeitung ist darüber zu lesen: Das Projekt der Straßenbahnverbindung Barmen-Schwelm hat im Laufe der Bauzeit verschiedene Abänderungen erfahren, die hier und da in der Bürgerschaft Unwillen erregt haben. Speziell kommt der Fall zur Sprache, daß das Gleis bzw. die Weiche in der Barmer Straße, beginnend vor dem Lohmannschen Wohnhause auf Ansuchen des Herrn Fabrikanten Lohmann um ca. 35 Meter weiter verlagert worden ist. Diese Weichenverlegung ist dadurch entstanden, daß auf Protest verschiedener Anwohner der Barmer Straße das Gleis von der Südseite der Straße auf die Mitte derselben gelegt worden ist, wodurch die auf der Nordseite wohnenden Herren Lohmann, Hammel und Frau Burbach an ihrem Besitz geschádigt wurden.

Die Herren des Bürgervereins vertraten damals die Meinung, daß es durchaus nicht notwendig gewesen wäre, die Gleise auf die südliche Seite der Barmer Straße zu verlegen. Wäre man damals bei diesem Vorsatz geblieben, hätte sich der spätere schwierige Verkehrspunkt an der Potthoffstraße niemals ergeben.

Die Eröffnung der Strecke war für den 1. August 1897 geplant. In der Ausgabe vom 10. Juni 1897 schrieb die Schwelmer Zeitung über die Zügigkeiten der Bauarbeiten: Mit der Verlegung der Starkstromleitung für die elektrische Straßenbahn Barmen-Schwelm ist gestern Vormittag an der Zentrale in Barmen begonnen worden. Diese Arbeiten sollen sehr beschleunigt werden, und man beabsichtigt täglich 300 bis 400 Meter von dem Kabel zu verlegen. In den nächsten Tagen werden auch die Gitterträger angeliefert, selbige kommen bekanntlich da innerhalb der Stadt zur Verwendung, wo ein Befestigen des Leitungsdrahtes an den Häusem nicht möglich ist. Außerhalb der Stadt kommen hierfür Holzmasten zur Verwendung. Mit der Errichtung der Gitterträger und Masten wird in den nächsten Tagen begonnen werden. An der Verlegung der Fernsprech- und Telegraphenleitungen von der Chaussee Schwelm-Barmen nach dem Jesinghauser Weg wird flott gearbeitet und bald dürften diese Arbeiten beendet sein. Nach all diesen Arbeiten ist anzunehmen, daß die Straßenbahn, wie geplant, am 1. August d.J, dem Verkehr übergeben werden kann.

Durch auftretende Schwierigkeiten bei der Verlegung der Stromkabel am Rauentaler Berg verschob sich allerdings die Eröffnung der Strecke bis zum 1. September. Mitte August war man noch mit der Montierung der Stromleitungen beschäftigt. Laut einer Zeitungsnotiz waren die ersten Probefahrten und die polizeiliche Abnahme der Strecke für den 24. August vorgesehen, zunächst aber nur bis Schwelm Bahnhofstraße. Am 24. August 1897, 11 Uhr morgens, durchfuhren zwei Straßenbahnwagen mit der landespolizeilichen Abnahmekommission die Stadt. Die Abnahme ging ohne Störung vonstatten. Die Schwelmer Zeitung schrieb in ihrer Ausgabe vom 25. August 1897: Gestern Vormittag fand, wie bereits in gestriger Nummer gemeldet, die landespolizeiliche Abnahme der elektrischen Straßenbahn Barmen-Schwelm statt. Die Schwelmer Teilnehmer an dieser Abnahme fuhren mit einem elektrischen Wagen vom Rathaus gegen 9 Uhr nach Barmen. Im Barmer Rathaus fand sodann mit der Barmer Kommission und sonstigen Interessenten eine gemeinsame Sitzung statt.

In der kurzen Sitzung wurden nur die wichtigsten Punkte besprochen, im besonderen die Fahrgeschwindigkeit. Die Fahrgeschwindigkeit, so heißt es in der Schwelmer Zeitung, ist für die Linie auf 25 km festgestellt, in belebten Straßen und besonders bei der Durchfahrt der Straßen von Langerfeld und Schwelm ist eine verminderte Geschwindigkeit vorgesehen.

Nachdem man in flotter Fahrt und ohne irgendwelche Behinderung bis zum Brunnen in Schwelm gekommen war, fand im Hause Friedrichsbad nochmals eine Besprechung über die Geschwindigkeit statt. Die Vertreter der Königlichen Regierung und der Eisenbahndirektion wollten unter allen Umständen die Geschwindigkeit auf dieser Strecke noch mehr beschneiden. Es kam zu erregten Diskussionen. Schließlich einigte man sich derart, daß bei Steigungen von 1:20 nur 9 km, bei beiderseitig bebauten und stark frequentierten Straßen 18 km und auf freier unbebauter Strecke 25 km Fahrgeschwindigkeit als Maximum festgesetzt wurde. In Schwelm an den Straßenkreuzungen Kirchstraße, Drosselstraße an Möllenkotter Straße durfte nur mit einer Geschwindigkeit von 9 km gefahren werden.

Regierungsassessor Böttner gab nach der endgültigen Festsetzung der Fahrgeschwindigkeit bekannt, daß gegen die Inbetriebsetzung der Straßenbahn nichts einzuwenden sei. Im Anschluß setzte man die Haltestellen für die gesamte Strecke fest: Brunnen-Friedrichsbad, Nöcker, Bahr, Kaiserstraße, Friedrichstraße, Rathaus, Kirchstraße, Altrnarkt, Burbach, Kirchhof, Korte, Röttgen, Pülsoehde, Deus-Langerfeld, Beyeroehde, Holzmann, Markt, Henkels, Neuer Weg, Grüner Baum, Rauentaler Berg, Rauenthaler Straße, Remscheider Straße, Zollstraße, Mohrenstraße, Werlestraße, Querstraße, Alexanderstraße, Industriestraße, Schnurstraße, Feuerstraße, Hubertusstraße, Krebsstraße, Oberheidterstraße, Schillerstraße, Sehlhofstraße, Albertstraße, Heidterstraße, Turnstraße, Herzogstraße, Wupperstraße, Bollwerkstraße, Theater.

Die Wagenfolge setzte man auf 20 Minuten fest, beginnend um 7 Uhr; der letzte Wagen ab Schwelmer Brunnen abends 11.10 Uhr. Für Sonn- und Feiertage und Tage mit starkem Fremdenverkehr (Mittwoch) wurde ein lO-Minuten-Verkehr festgesetzt. Als definitive Inbetriebstellung der Bahn wurde der 1. September 1897 bestimmt.

Anläßlich der Eröffnung der Straßenbahnlinie Schwelm-Barmen schrieb die Schwelmer Zeitung am 2. September 1897: Die elektrische Straßenbahn hat gestern am Eröffnungstage schon eine Kraftprobe ablegen können, denn der Andrang von Fahrgästen war derartig, daß die Wagen auf der ganzen Linie schier überfüllt waren und sehr viele Menschen überhaupt nicht mitkommen konnten. Bis auf einige kleine Entgleisungen, die kleine Verspätungen verursachten, ist der erste Tag gut verlaufen.

Der Ansturm auf die Schwelmer Straßenbahn war auch weiterhin gewaltig. Beispielsweise, am 6. September 1897 wurden 1 100 Fahrgäste befördert. Man hätte noch bedeutend mehr leisten können, aber leider fehlten die Anhänger. Diese wurden erst im Jahre 1898 eingesetzt. In der Zeit vom 1. September bis 15. Oktober 1897 wurden zwischen Barmen und Schwelm 96 680 Personen befördert, die Einnahmen betrugen 16 806 Mk und insgesamt wurden 40 034,1 km von den Straßenbahnwagen zurückgelegt.

Der Fahrpreis betrug auf der Straßenbahnstrecke Barmen-Schwelm am Eröffnungstag von SchwelmBrunnen bis zur Haltestelle 'Rathaus' Ecke Haupt- und Drosselstraße und zur Potthoffstraße 10 Pfennig, bis Beyeröde und Langerfelder Markt 20 Pfennig. Bis Haltestelle 'Grüner Baum', Rauentaler Brücke und Schillerstraße in Barmen kostete es 30 Pfennig und bis zum Stadttheater mußte man 40 Pfennig zahlen. Stieg man am Schwelmer Rathaus ein, so bezahlte man bis Beyeröde 10 Pfennig, bis Rauentaler Brücke 20 Pfennig und bis Stadttheater 30 Pfennig.

Offiziell war die Elektrische am 1. September 1897 gegen 9 Uhr dem öffentlichen Verkehr übergeben worden. Zwar hatten viele Schwelmer erwartet, daß die Straßenbahn den Betrieb, wie nach Fahrplan vorgesehen, bereits um 6 Uhr früh aufnehmen würde, und hatten sich in Erwartung der Dinge, die da kommen sollten, in der Barmer Straße postiert; leider blieben aber die Frühwagen aus, und so mußte mancher, so schreibt die Schwelmer Zeitung in ihrer Ausgabe vom 1. September 1897, der es nicht vorzog, mit der Staatsbahn ins Wuppertal zu fahren, den Weg dorthin per pedes apostorum machen. Sicherlich wird die Linie, so heißt es in der Meldung weiter, in erster Zeit trotz des verhaltnismäßig hohen Fahrgeldes stark benutzt werden, lohnt doch schon das herrliche Panorama, welches sich dem Naturfreund auf der Barmer Chaussee bietet, die Fahrt.

Es bieten sich an Wochentagen etwa 106 und an Sonntagen etwa 212 Fahrgelegenheuen pro Tag.

Verschiedene Schwelmer Bürger hatten damals starke Bedenken gegen die Straßenbahn bei Gewitter. Sie waren der Meinung, daß eventuell ein Blitz über die Oberleitung in die Straßenbahn geführt werden könne. Auch meinten sie, daß bei der 'rasenden' Geschwindigkeit - sie war durch die Stadt nicht viel höher als 9 km die Stunde - die Fußgänger in der engen Straße, die durch die Stadt führte, gefährdet und die Pferde - damals gab es ja noch viele Pferdegespanne - scheu gemacht würden. Ganz besonders skeptische Bürger wiesen darauf hin, daß die Milchproduktion in Frage gestellt sei, denn durch den 'frei in der Luft herumfliegenden' elektrischen Strom würde bei den Kühen die Milch versiegen. Nun, es ging alles viel besser, als man dachte. Bald hatten sich die Schwelmer mit der 'Elektrischen' auf guten Fuß gestellt.

Mit den Haltestellen hielt man es in den ersten Wochen nicht so genau. Ging man durch die Stadt und es kam einem gerade eine Bahn entgegen, dann winkte man mit dem Hut oder Schirm, und die Straßenbahn hielt, um den Winkenden, der mitfahren wollte, einsteigen zu lassen. Man hatte es nicht eilig. Autos gab es damals so gut wiekeine.

Die Fahrer und Schaffner der damaligen Zeit trugen mächtige Schnauzbärte. Die Mütze saß korrekt steif und gerade auf dem Kopf, und die Jacke mit hohem Kragen war bis obenhin zugeknöpft. Jeden Tag wurden vor Dienstantritt die blanken Knöpfe an der Jacke gewienert, bis sie blitzten. Besonderen Wert legten die Schaffner auf die Messingteile ihrer Geld- und Fahrscheintaschen. Sie wetteiferten untereinander, wer die blankeste Tasche hatte.

Wenn der letzte Wagen um 23.10 Uhr vom Brunnen abfuhr, gingen die Schaffner vorher in die Wirtschaften am Brunnen - es sollen damals fünf an der Zahl gewesen sein - und holten die letzten Spätfahrer heraus. Diese letzten Fahrgäste, 'Spätheimkehrer' wurden sie scherzhaft genannt, waren beim Fahrpersonal bestens bekannt. Als Belohnung gab es für diesen Service dann stets ein 'Hälfken'. Die Fahrgäste ließen derartige 'Trinkgelder' bei den Wirten für Fahrer und Schaffner gutschreiben. Nach Dienstschluß oder am sogenannten freien Tag ging es dann in der Runde durch die Gaststätten, um die 'Gutschriften' zu verkonsumie-

ren. Die Arbeitszeit betrug in der damaligen Zeit, bei einem sehr geringen Gehalt, oft über zwölf Stunden. Doch flossen die Trinkgelder reichlicher als in den letzten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Es störte sich auch niemand daran, wenn sich an kalten Wintertagen Fahrer und Schaffner einen kleinen Korn 'kümmelten'.

Lange Jahre wurde die Strecke Barmen-Schwelm nur eingleisig befahren. Es dauerte immerhin bis zum Jahre 1925, bis man endlich auch den Streckenabschnitt Barmen-Werlestraße bis zum Gut Röttgen in Langerfeld zweigleisig ausbaute. Ältere Schwelmer Bürger werden noch die Ausweichstellen der Linie 8 (früher Linie 5) bei Holzmann (Langerfeld) und am 'Grünen Baum' (Rauenthaler Berg) in Erinnerung haben.

Weitere Ausweichstellen gab es in Schwelm an der Potthoffstraße, Wilhelmstraße sowie am Sportplatz 06, die aber nach dem Zweiten Weltkrieg ausgebaut wurde. In Milspe konnten die Straßenbahnzüge kreuzen an der 'Weiche Aufsicht' und am 'Schwarzen Weg'.

Im Winter des Jahres 1907 fuhr der erste Straßenwagen über die neuausgebaute Strecke vom Schwelmer Brunnen bis nach Milspe. Von dort aus hatte man Anschluß an die Straßenbahnen der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr in Richtung Gevelsberg, Altenvoerde, Voerde.

1948 rollten erstmals die alten 'Zeppelinwagen' und solche vom Typ 'Weyer' von Schwelm-Wilhelmstraße bis Elberfeld-Tannenbergstraße. Diese durchgehende Straßenbahnlinie 18 erfreute sich bald beim Publikum großer Beliebtheit. Einige Zeit später verlängerte man sie vom Elberfelder Telegrafenamt bis zur Schwelmer Wagenhalle, schließlich bei Wuppertal-Sonnborn. 1954 wurde am Brunnen eine Gleisschleife gebaut und die ersten Vierachser-Großraumwagen wurden eingesetzt, die später von Achtachsern abgelöst wurden. Nach einigen Jahren wurde die Strecke der Straßenbahnlinie 18 gekürzt. Sie fuhr nur noch bis Barmen. Die Linie 8 fuhr anfangs bis Bahnhof Barmen, einige Jahre bis Hatzfeld und später bis Barmen Herzogstraße. Am 3. Mai 1969 rollte die letzte Straßenbahn durch Schwelm. Eine 72jährige ereignisreiche Straßenbahngeschichte war damit beendet: die Ära der Linienbusse begann.

1. Dieses Foto aus dem Jahre 1897 zeigt eine Straßenbahn mit Anhänger auf der Fahrt durch die damalige Ostenstraße in Schwelm. Die ersten Anhänger hatten noch keinen Perronschutz. Das Foto zeigt den Altmarkt und die Bahnhofstraße mit der katholischen Kirche links im Hintergrund. Links im Bild Schwelms älteste Apotheke, die Adler-Apotheke. Gegenüber stand das große Geschäftshaus der Textilhandlung Stern. Links im Bild ist ein großer Balken zu sehen. Hier banden die Bauern, wenn sie zum Einkauf in die Stadt karnen und in der Gaststätte sich mit einern Schluck Bier erfrischten oder einen Imbiß zu sich nahmen, ihre Pferde fest.

2. Straßenbahnwagen vom Typ 'Siemens' vor der Restauration Tillmann am Schwelmer Brunnen. Der Fahrerstand ist bereits mit Glasscheiben versehen. Die ersten Triebwagen (Typ 'Siemens') der Barmer Bergbahn waren sehr klein, hatten nur drei kleine Fenster links und rechts und die Fahrerstände waren offen. Straßenbahnfahrer und Fahrgäste waren schutzlos den Unbillen des Wetters ausgesetzt. Im Winter trugen die Fahrer dicke Mäntel und gefütterte Handschuhe. Auf Grund zahlreicher Proteste aus den Reihen der Fahrgäste wurde im November 1898 mit der Verglasung der Fahrerstände begonnen.

Die Schwelmer Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom 1. November 1898:

Als Schutz gegen Wind und Wetter sollen an den Perrons der Straßenbahnwagen der Schwelmer und Ronsdorfer Linie Vorrichtungen, wie sie an den Wagen der Elberfelder-Nevigeser Straßenbahnwagen von Anfang an bestanden, angebracht werden. Diese Vorrichtungen bestehen in Glasgehäusen, in deren Mitte ein Fenster zum Schließen und Oeffnen für den Fahrer angebracht ist. Die Seiteneingänge können durch ein aus Segeltuch bestehendes Rouleau geschlossen werden. Auf der Strecke Toelleturm-Ronsdorf werden gegenwärtig mit einem Wagen, an dem diese Vorrichtung angebracht ist, Probefahrten unternommen.

Mitte Dezember 1898 liefen die ersten Wagen mit verglasten Fahrerständen auf der Schwelmer Strecke. Nun konnte der Wind keinen Regen oder Schnee mehr in den Fahrerstand blasen.

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