Stralsund in alten Ansichten

Stralsund in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Hans-Joachim Hacker
Gemeente
:   Stralsund
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5759-9
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Stralsund in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

EINLEITUNG

AU' Stralsunds Geschichte.

Stralsunds Geschichte ist seit dem 31. Oktober 1234, dem Ausstellungsdatum der Bewidmung des Ortes Stralow mit Stadtrecht nach Rostocker Vorbild durch Wizlaw I, Fürst von Rügen, nachweisbar. Für die Zeit davor sind leider keine schriftlichen Quellen überliefert. Begonnene archäologische Forsehungen können hier vielleicht Abhilfe schaffen. Denn daß es einen Vorgängerort in slawischer Zeit gegeben hat, beweist die Nennung des Ortes Stralow. In der Bestätigung der Bewidmung von 1240 heißt dieser dann allerdings bereits Stralesund, woraus schließlich Stralsund geworden ist. Dieses junge Gemeinwesen entwickelte sich in einem imponierenden Tempo. Steinerne Zeugen dieser Zeit prägen noch heute zu einem guten Teil der Silhouette der Stadt am Sund. Vor allem sind dies die drei Pfarrkirchen: St. Nikolai, St. Marien und St. Jakobi. Aber auch das Rathaus mit seiner imposanten Schauwand, zwei Klosteranlagen - die der Dominikaner und Franziskaner - und eine Reihe von gotischen Giebelhäusern lassen das Gründungsjahrhundert bzw. die Zeit der Hanse noch einmal wachwerden. Vor allem Kaufleute und Zünfte - hier Ämter genannt - bestimmten die Entwicklung.

In einer Seestadt erfolgte der größte Teil des Handels über See, also waren Schiffbau und Seeleute besonders gefragt. Zu der sich aus der Kaufmannshanse am Ende des 13. Jahrhunderts entwickelnden Städtehanse gehörte Stralsund von Anbeginn. Aber nicht nur erfolgreicher, weil profitabler Handel kennzeichnen Stralsunds Hansezeit. Die Hanse, mithin auch Stralsund, hatte sich gegen Feinde militärisch zu schützen. Das bekam das Gemeinwesen mehrfach zu spüren. Markante Ereignisse dieser Art waren die Belagerung durch eine Fürstenkoalition 1316, besonders aber die kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Dänenkönig zu Beginn der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, in deren Ergebnis am 24. Mai 1370 der Stralsunder Frieden geschlossen wurde. Dieser stellt sicherlich einen Höhepunkt in der Hanse- aber auch Stadtge-

schichte dar. Wie sehr Handel und Schiffahrt das Leben der Stadt prägten, ist unter anderem an einer 'Einrichtung' nachweisbar. Noch bevor Kolumbus Amerika entdeckte, gründeten Stralsunder Seefahrer 1488 die 'Schiffercornpagnie", die bis in die Gegenwart Bestand hat.

Nach Verhandlungen mit dem pommerschen Herzog kam es 1615 und 1616 zu bedeutsamen Vertragsabschlüssen. Der Erbund der Bürgervertrag, vor allem letzterer, stellten für viele Jahrzehnte die rechtliche Grundlage der Stadtverfassung dar. Dem Willen des Pommernherzogs und des Kaisers widersetzte sich Stralsund im Herbst 1627, indem die Aufnahme kaiserlicher Truppen verwehrt wurde. Dieses Verhalten konnte der Kaiser sich nicht gefallen lassen. Nachdem Verhandlungen für ihn zu keinem positiven Ergebnis führten, wurde die Stadt von Mai bis Juli 1628 durch seine Truppen belagert, um sie so zur Aufgabe zu bewegen. Doch die Belagerung verlief erfolglos, obwohl sogar der kaiserliche Feldherr Wallenstein vor die Tore der Stadt kam, um sie einzunehmen. Der Stralsunder Rat hatte nämlich inzwischen bei den Königen von Dänemark und Schweden um Unterstützung gegen die Belagerer nachgesucht und diese auch sofort erhalten. Besonders Schweden zeigte großes Interesse an der Stadt, was durch den Abschluß eines Allianzvertrages auf zwanzig Jahre deutlich wird. Damit beginnt in der Geschichte Stralsunds die Schwedenzeit . Durch die Bestimmungen des Westfälischen Friedens endgültig unter schwedische Herrschaft gelangt, hatte Stralsund die Auswirkungen der schwedischen Politik immer direkt zu erdulden. Das war so, als 1678 der brandenburgische Kurfürst die Stadt belagerte und sie durch ein Bombardement stark zerstörte, und das war 1715 ebenso, als Preußen, Dänen und Sachsen Stralsund belagerten und einnahmen. Die Folge war ein fünfjähriger Herrschaftswechsel von Schweden zu Dänemark, um dann ab 1720 wieder zur schwedischen Krone zu gehören. Seit diesem Jahr war Stralsund auch Regierungshauptstadt für Schwedisch-Vorpomrnern. Neben den politisch bedingten Ka-

tastrophen gab es andere Ereignisse, die sich sehr nachteilig auf die Leistungsfähigkeit der Stadt auswirkten. Dazu gehörten unter anderem ein verheerender Großbrand 1680, eine Poekenepidemie 1704 mit sechshundert Toten und sechs Jahre später die Pest mit mehr als tausend Toten. In die Schwedenzeit fällt aber andererseits auch die Bildung von Manufakturen und 'Fabriquen', zu deren bedeutendsten die Fayencernanufaktur (1755) und die Spielkarten-Fabrique (1765) zählen. Als steinerne Zeugen dieser Tage stehen noch heute das Schwedenpalais in der Badenstraße (1726-1730) als ehemaliger Sitz der Regierung und am Alten Markt das Kommandantenhaus (1746).

Nach kurzzeitiger französischer Besetzung der Stadt und dem Ende Ferdinand von Schills am 31. Mai 1809 in der Fährstraße ging die Schwedenzeit Stralsunds durch die Bestimmungen des Wiener Kongresses 1815 zu Ende. Der neue Herr war der König von Preußen. In der Preußenzeit veränderte sich die Stadt. Die Zahl der Einwohner stieg von 15 000 im Jahr 1815 auf 32000 zur Jahrhundertwende. Dementsprechend mußten Wohnungen gebaut und Arbeitsplätze geschaffen werden. Besonders geschah das nach Aufhebung des Festungscharakters der Stadt im Jahre 1873. In den Vorstädten begarm eine rege Bautätigkeit. Das Baugeschehen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist vor allem mit dem Namen Ernst von Haselbergs - er war Stadtbaumeister - verbunden. In seiner Amtszeit wurden unter anderem folgende Neubauten errichtet:

Krankenhaus am Frankenwall, Post am Neuen Markt, Wasserwerk in Lüssow. Er sanierte 1881-1883 auch das Rathaus.

Der Hafen besaß für die Stadt nach wie vor noch große Bedeutung, doch war die Zeit der Segelschiffahrt vorbei, was in der Stadt am Sund aber zu spät erkannt wurde. Gleichfalls sehr spät, nämlich erst 1863, erreichte der Schienenstrang Stralsund. Bedeutsame überregionale Betriebe entstanden nicht. Große Bedeutung besaß hingegen nach wie vor das Militär. So wurde Stralsund erster Kriegshafen der preußischen Marine.

Der Preußenzeit folgte die Zeit der Herrschaft des Faschismus. Der Ausbau des Dänholm als Ausbildungsstätte der Marine und der Kasernenbau für das Heer zeigten die Richtung der Politik an. Wie in anderen deutschen Städten auch, wurden Juden, Sozialdemokraten und Kommunisten in Stralsund verfolgt und in die KZ gebracht. Als schwerer Schicksalsschlag für die Stadt und die hier wohnenden Menschen erwies sich, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, der anglo-amerikanische Bombenangriffvom 6. Oktober 1944, dem mehr als sicbenhundert Menschen zum Opfer fielen und der ein Drittel der Wohnungen zerstörte. Am 1. Mai 1945 rückte die Rote Armee in Stralsund ein. Wenige Stunden zuvor hatte die Wehrmacht noch die Ziegelgrabenbrücke gesprengt, um so den schnellen Übergang nach Rügen zu verhindern. Die ersten Maßnahmen der eingesetzten Stadtverwaltung waren auf die Normalisierung des Lebens ausgerichtet. Dabei waren viele Probleme zu lösen: Es galt die Versorgung der Bevölkerung zu sichern, Wohnraum, auch für die vielen Flüchtlinge, zu schaffen, die medizinische Betreuung, durch ausbrechende Seuchen und Epidemien erschwert, zu gewährleisten. Der in der sowjetischen Besatzungszone eingeschlagene Weg des Sozialismus prägte auch die Entwicklung Stralsunds. Es entstanden Industriebetriebe, wie zum Beispiel die Volkswerft, das Blechpackungswerk und die Technische Gebäudeausrüstung; es wurden auch 17 000 Wohnungen neu gebaut, doch gleichzeitig gab man beispielsweise die kulturhistorisch-wertvolle Altstadt dem Verfall preis. Die Historiker sind aufgefordert, vierzig Jahre sozialistische Entwicklung zu untersuchen.

Der Herbststurm des Bürgerprotestes 1989 blies auch kräftig in Stralsund. Er veränderte die bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in der Stadt am Sund. Im Mai 1990 wurde erstmals noch Jahrzehnten in freier Wahl eine demokratisch legitimierte Bürgerschaft gewählt.

1. Zu den beiden heute noch erhaltenen mittelalterlichen Stadttoren zählt auch das Kniepertor . Erstmals urkundlich erwähnt ist es 1293. Die heutige Form geht auf die Restaurierung von 1968 zurück. Der Name bezieht sich auf die Familie Kneper (= Knieper).

Stralsund

Kniepertor u. Kloster :>t. Jargen om :>t"," e,

2. Stralsund hatte bis zur Reformation ein St.-Jürgen-Kloster, das der Seuchenbekämpfung diente. Nach der Reformation wurde es abgebrochen. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden im Stadtbereich Gebäude, die als Feierabendheim genutzt wurden. So befand sich stadtseitig neben dem Kniepertor das kleine St.iJürgen-Kloster.

3. Bliek in die Knieperstraße am Ende des 19. Jahrhunderts.

STRAL~UND

4. Die moderne Belieferungsform zu Beginn unseres Jahrhunderts wird auf dieser Aufnahme durch einen handgezogenen Milchwagen in der Knieperstraße demonstriert.

5. Die Enge der Knieperstraße und des Kniepertores hielt die Planer der Stralsunder Straßenbahn nicht davon ab, hier ein Gleis in Richtung Brunnenaue zu verlegen (1903).

6. Außerhalb des Kniepertores, in der Kniepervorstadt, gab es diese Fachwerkhäuser. Die moderne Technik - in Gestalt der Gaslaterne - war aber bereits bis hierher vorgedrungen.

7. Das Kütertor, hier die Außenansicht, wird 1281 erstmals erwähnt. Die heutige Form erhielt es 1488. Der Name hat mit dem Handwerk zu tun. Hier befand sich das Quartier der Küter, unter denen man sich Schlächter und Fleischer vorzustellen hat.

8. Das Semlowertor, nach der Familie Semlow benannt, ist eines von sechs Wassertoren der Stadt gewesen. Es ist 1278 erstmals erwähnt. 1599 wurde es entsprechend der Renaissanceauffassung verändert. Beim Bombenangriff englischer und amerikanischer Flugzeuge am 6. Oktober 1944 ist das Tor stark zerstört worden. Die Reste fielen einer Sprengung am 29. Juni 1960 zum Opfer.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek