Stuttgart in alten Ansichten

Stuttgart in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Wolfgang Müller
Gemeente
:   Stuttgart
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2936-7
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Stuttgart in alten Ansichten'

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ZUMGELElT

'Siehe vom Berge die Stadt,

wie sie wachsend mit heiteren Straßen Bald bis zum Rande des Tals grünendes Becken erfiillt!'

Ja, doch seh ich nicht mehr der Kindheit trauliche Pfade, Wieder ein Stück Paradies find'icn mir heute verbaut.

'Hörst du den munteren Pfiff der brausenden Lokomotive? Silbern wälzt sich des Dampfes riesige Schlange durchs Grün. '

Aber icn höre nicht mehr der Vogelein holdes Geplauder, Ach! und die Nachtigall floh längst aus den Schatten des Parks.

'Toricht, dem Rade der Zeit

in die rollenden Speichen zu greifen, Vorwärts schreitet die Welt über das Alte dahin!'

Wohl, doch verzieh man stets die bescheidene Klage der Muse, Wenn sie, was Schönes verschwand, liebend im Bilde bewahrt.

Karl Gerok (1867)

Dieser dem schönen Stuttgart gewidmete Band ist in erster Linie ein Bilderbuch. Die alten Ansichten aus den Jahren 1884 bis 1930 sollen zeigen, wie es damals in der württem-

bergischen Hauptstadt aussah. Sie sollen uns aber auch ein wenig von der damaligen Lebensart vermitteln. Die Texte zu den Bildern erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und wissenschaftliche Genauigkeit. Sie enthalten zwar die wichtigsten Daten und Tatsachen, beruhen jedoch vor allem auf spontanen Eindrücken, wie sie mancher Betrachter und Leser ebenso haben dürfte.

Bei den eingeborenen Stuttgartern und bei denen, die schon lange Jahre in den Mauern der Stadt wohnen, werden sich Erinnerungen an eigene Erlebnisse oder Erzählungen und Überlieferungen einstellen. Bewußt wurden nicht nur Ansichten repräsentativer Bauten und Sehenswürdigkeiten, sondern auch Bilder aus dem Alltag aufgenommen. Dabei war eine strenge Ordnung nach Themen und Motiven nicht möglich und auch gar nicht gewollt. Der rasche Wechsel und die Kontraste schaffen vielleicht etwas Spannung.

Von der Literatur wurden vor allem die bekarmten Chroniken und Darstellungen der Stuttgarter Geschichte herangezogen. Die Angaben zu den Baulichkeiten stützen sich vorwiegend auf die unübertrefflichen Werke von Gustav Wais, von denen das umfangreichste (Alt-Stuttgarts Bauten im Bild, 1951) vor kurzem in einem guten Nachdruck erschienen ist.

Gezeigt und beschrieben werden soll 'das, was und wie es war'. Wenn dadurch überwiegend der Eindruck einer 'guten alten Zeit' entstanden ist, so muß korrekterweise an dieser Stelle gesagt werden, daß unsere Großväter und Urgroßväter noch vieles entbehren mußten, was für uns selbstverständlicher wirtschaftlicher und sozialer Besitzstand ist.

Viel Vergnügen nun beim Gang durch Stuttgarts vergangene Tage!

Wolfgang Müller

VON STUTTGART UND DEN STUTTGARTERN

~ 1160: Erste urkundliche Nennung Stuttgarts im Traditions-Kodex des Klosters Hirsau.

. 1229: Stuttgart wird in einer Urkunde Papst Gre-

. gors IX, über den Besitz des Klosters Bebenhausen

erwähnt.

1286: Das Stuttgarter Stadtgericht erscheint erstmals urkundlich.

1519: Ulrich von Hutten schreibt an seinen Freund Piscator:

Deutschland hat kaum eine schönere Gegend als diese. Der Boden ist vortrefflich, das Klima ausgezeichnet gut und gesund. Berge, Wiesen, Thäler, Flüsse, Quellen, Wälder, alles voll Anmut. Die Früchte so leicht wie kaum anderswo gedeihend. Weine nach Landesart. Stuttgart nennen die Schwaben das Paradies der Erde. So schon gelegen ist es.

1592: In der Vignette zur Radierung von J. Sauter: Stuttgart im Würtemberger Landt, Die Hauptstatt ist gar wol bekant. Ligt also in eim schonen ThaI, Mit Weinbergen Ziert überal. 1797: Goethe schreibt nach seinem zweiten Aufenthalt in Stuttgart an den Bildhauer Dannecker: Nun habe ich Tage hier verlebt, wie ich sie in Rom lebte!

1856: Die Beschreibung des Stadtdirektions-Bezirkes Stuttgart, herausgegeben vom Königlichen statistisch-topographischen Bureau, über die 'Moralischen Eigenschaften der Einwohner': Um auf die moralischen und intellectuellen Eigenschaften zu kommen, so spiegelt sich Schwaben in seiner Hauptstadt ab, deren Einwohner stch durch Gemiithlichkeit, tiefes und feines Gefühl, Treuherzigkeit, Geselligkeit und Arbeitsamkeit kennzeichnen; die Weingärtner insbesondere sind ein rastlos arbeitendes abgehärtetes Geschlecht. Der Stuttgarter liebt sein Vaterland und ganz besonders seine Vaterstadt; er hangt seinem angestammten Fiirsten an und weiß die Freiheiten seiner Verfassung zu würdigen. Ist er auch nicht leicht in Ekstase zu versetzen, so zeigt er doch auf Impuls Lebendigkeit, Heiterkeit und Witz.

1900: Der Amerikaner R. Hanschke schreibt nach einem Besuch Stuttgarts in der 'Freien Presse von Texas': Stuttgart ist

als Stadt mit seiner unvergleichlich schonen Lage und seinen reichen Villenvierteln ein Juwel - das wäre die Stadt, um sten mit einem ausreichenden Einkommen fûr den Rest des Lebens zurückzuziehen,

1905: Theodor Fischer, Professor an der Königlichen Technischen Hochschule in der 'Geschichte der Stadt Stuttgart' zur Einweihung des neuen Rathauses: Eineweg aber ist und bleibt Stuttgarts Lage in seinem Tale so unvergleichlich, daß die Hoffnung nicht zu Schanden werden darf, das Interregnum des Ungeschmacks werde der Stadt keinen dauernden Schaden zugefûgt haben und dem Jahrhundert kurzblickender Tagesniitzlichkeit werde ein freieres und schonheits[roheres folgen, in welchem Groß-Stuttgart mit seinen an den Neekar ausgestreckten Gliedern sich entwickeln möge würdig seines schonen kleinen Altstadtkernes und würdig seines von kunstsinnigen Fûrsten geschaffenen klassischen Teiles ...

1979: Im Prospekt des Verkehrsamtes der Stadt Stuttgart über Südwestdeutschlands schöne Hauptstadt: In der Tat kann die Stadt, die ihren Namen - und ihr Wappen - von einem vor über 1 000 Jahren von Herzog Liutolf von Schwaben im Talkessel angelegten 'Stuotgarten' herleitet, heute geradezu als Muster filr eine moderne 'Stadtlandschaft' gelten. Keine endlosen Häuserzeiien prägen das Gesicht der Stadt, sondern überall zwischen den 23 Stadtbezirken die großzügigen Parks, die Weinberge an den Hügeln und ein Gürtel von Wäldern, der allein 23% des 207 qkm großen Stadigebiets ausmacht.

Sei uns hold!

Dem Gast und dem Sohn, o Fûrstin der Heimat, Glûckliches Stuttgart!

Nimm freundlich den Fremdling mir aufl

Friedrich Hölderlin (1770-1843)

1.

Da liegst du nun im Sonnenglanz Schön wie ich je dich sah,

In deiner Berge grûnem Kranz Mein Stuttgart wieder da.

So dichtete Kar! Gerok, der Stuttgarter Oberhofprediger (1815-1890), als er von einer Reise, die ihn zu der Insel Helgoland geführt hatte, in seine Heimatstadt zurückkehrte. Diese Stimmung spricht auch aus dieser Ansicht der - wie es spater hieß - Großstadt zwischen Wald und Reben (1905).

Kaiser 'Vi helm Denkmal

2. Aber nicht nur wegen seiner reizvollen landschaftlichen Lage, sondern auch wegen seiner wohlgestalteten Plätze, Anlagen, Denkmäler und Sehenswürdigkeiten erhielt Stuttgart das Prädikat der 'schönstgelegenen Großstadt Deutschlands'. Einiges davon, das uns zum Teil auf den folgenden Seiten begegnen wird, ist auf dieser Grußkarte zusammengestellt. Es ist kein Wunder, daß eine solche Stadt eine Menge von Besuchern anlockt, die auf der Durchreise oder bei einem längeren Aufenthalt sich in ihr umsehen - und meistens auch wohlfühlen, Die Stadt hatte deshalb schon immer eine beachtliche Zahl von übernachtenden Frernden, die zwischen 1910 und 1925 im jährlichen Durchschnitt über 250000 lag. (Urn 1915.)

3. Diese 'Gruss aus Stuttgart-Karte zeigt neben Stadtansichten mehrere Schiller-Motive, Fr. Rumetseh, der Besitzer des Luftkurhotels 'Zur Schiller-Eiche', verkaufte sie seinen Gasten, die auf dem Spaziergang über die Bopserhöhen bei ihrn Einkehr hielten. Schöne Aussicht auf die Stadt im Talkessel, gutes Vesper, Bier und Wein hatten immer ihre Anziehungskraft auf die Stuttgarter (1899).

4. Der Stuttgarter Schloßplatz galt als einer der schönsten Plätze in Europa. Er war und ist bis in unsere Tage ein würdiger Mittelpunkt der früheren württembergischen Haupt- und Residenzstadt. Die dreißig Meter hohe Jubiläumssäule wurde von den Ständen Württembergs ihrem König Wilhelm I. aus Dankbarkeit zu Ehren seines 25jährigen Regierungsjubiläum (1841) errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte am Geburtstag des Königs, dem 27. September 1842. Die runden Granitblöcke wogen dreihundert Zentner und mehr, sodaß beim Transport teilweise über dreißig Pferde vorgespannt werden mußten. 1844 wurden sie mit einem riesigen Gerüst, das 12 500 Gulden kostete, aufgezogen. Der Guß der Deckplatte gelang 1845, aber es dauerte bis 1863, bis endgültig über den Abschluß der Säule entschieden und die in Erz gegossene Konkordia vollendet werden konnte (1884).

5. Die herzlichen Glückwünsche für das neue Jahrhundert zeigen den winterlichen Schloßplatz mit dem Alten Schloß in der Mitte. Die Sanduhr als Syrnbol des Zeitenlaufes und der Nachtwächter, der um Mitternacht das Jahr 1900 mit seinem Horn begrüßt, sind verbunden mit schwungvollen Jugendstilornamenten. Am Beginn des neuen Jahrhunderts hatte es Stuttgart auf rund 176000 Einwohner gebracht. Die württembergische Haupt- und Residenzstadt lag unter den deutschen Großstädten damit erst an 17. Stelle (1900).

6. Auch hier ein Hauch von Jugendstil in Ornament und Schrift auf einer einfachen Grußkarte mit drei Bildern. Der Residenz-Automat auf der Abbildung rechts unten war die seinerzeit recht fortschrittliche Schnellgaststätte im Bahnhofhotel gegenüber dem alten Bahnhof in der Schloßstraße. In der Gegend um den Bahnhof gab es viele gute Hotels und vielbesuchte Gaststätten, von denen heute nur noch recht spärliche Reste vorhanden sind (1906).

7. Schwalben, die Boten lieber und geftihlvoller Grüße, zieren diese Aufnahme des Neuen Schlosses mit dem See in den Königlichen Anlagen. Das neue Schloß, erbaut zwischen 1746 und 1807 von den Baumeistern Retti, Leger, de la Guêpière und Thouret, war die Residenz der württembergischen Könige Friedrich (1806-1816), Wilhelm 1. (1816-1864) und Kar! (1864-1891). Im Krieg 1944 zerstört, wurde es nach einigem Hin und Her schließlich in seinem alten Rokokostil wiederaufgebaut und 1964 fertiggestellt. Ursprünglich enthielt das Schloß im Hauptbau und den beiden Flügeln 276 Räurne, zum Teil in hervorragender Empiregestaltung (1906).

8. Mit ihrem letzten Königspaar, Wilhelm II. und Charlotte, fühlten sich die Stuttgarter Bürger besonders herzlich verbunden. Vor allem die Leutseligkeit und das bürgerliche Auftreten des Königs hatten es den Untertanen Seiner Majestät angetan. Noch heute wird von seinen Spaziergängen mit seinen Hunden erzählt und manche Anekdote kursiert bis in unsere Tage. Der 'Herr König', wie er von vielen Bürgern schlicht gegrüßt wurde, kam 1891 als 43jähriger auf den Thron und regierte bis zur Ausrufung der Republik im November 1918. Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau, Marie zu Waldeck und Pyrmont, heiratete er im April 1886 Prinzessin Charlotte zu Schaumburg-Lippe (1898).

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