Stuttgart in alten Ansichten

Stuttgart in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Wolfgang Müller
Gemeente
:   Stuttgart
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2936-7
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Stuttgart in alten Ansichten'

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19. Die ebenfalls auf der Solitude 1775 im Barockstil erbaute evangelische Kirche ließ König Friedrich im Jahr 1808 abtragen und nach Stuttgart transportieren. An der Königstraße NI. 7, neben dem Olgabau, wurde sie in klassizistischer Form neu errichtet und 1811 als erste katholische Kirche geweiht. Sie erhielt den Namen des Patrons St. Eberhard. Die Stuttgarter Katholiken, bis 1806 ohne Bürgerrecht und Religionsfreiheit, hatten damit auch Gelegenheit zur praktischen Religionsausübung. Im Krieg wurde die Kirche zerstört und von 1953 bis 1955 in modernerer Form am gleichen Platz wieder erstellt. 1978 wurde St. Eberhard zur zweiten Domkirche des neuem Bistums 'RottenburgStuttgart', zur 'Konkathedrale' proklamiert. Damit residiert zum ersten Mal ein katholischer Bischof im ursprünglich protestantischen Stuttgart (1903).

20. Während der Kaisermanöver im September 1909 hatte Kaiser Wilhelm II. sein Hauptquartier im Kurhaus in Bad Mergentheim, von wo aus er auch den württembergischen König zu den vortrefflichen Leistungen der württembergischen Truppen beglückwünschte. Am 6. und 7. September weilte das Kaiserpaar in Stuttgart, wo es im Rathaus festlich empfangen wurde. Das Töchterlein von Oberbürgermeister von Gauß trug dabei ein Gedicht vor, in dem es in angemessener Hochachtung hieß:

So will das Land, so will das Tal Sich auftun wie ein Garten Den Kaiser und sein Ehgemahl

Nach Würden zu erwarten.

Am zweiten Tag fand bei schönstem Wetter auf dem Cannstatter Wasen die Parade des Württembergischen Armeekorps statt, das Herzog Albrecht von Württemberg als Kommandierender General dem Kaiser in einer Front von über ein Kilometer Länge vorführte (1909).

21. Am Sonntag, dem 17. Dezember 1916, war Seine Majestät der deutsche Kaiser in Stuttgart. Wilhelm Il. besuchte seinen königlichen Namensvetter. Dabei ging es vermutlich mehr um den nunmehr schon 124 Wochen währenden Weltkrieg und die große Politik als um den Austausch majestätischer Freundlichkeiten. Das Bild zeigt den in Feldgrau gekleideten Preußen in der Kutsche nach der Ankunft auf dem Bahnhof in der Schloßstraße. Einen allzu tiefen Eindruck dürfte der theatralischnaive Oberste Kriegsherr bei den kritisch-treekenen Stuttgarter Bürgern nicht hinterlassen haben. Wenngleich Oberbürgermeister Lautenschlager durch Extra-Blatt bekanntgeben ließ: Seine Majestät der Kaiser wird heute Mittag 12 Uhr in Stuttgart eintreffen und bis zur Wiederabreise um 3 Uhr im Residenzschloß Wohnung nehmen. Zur Begrüßung des Kaisers und zum Zeichen der Freude ilber seinen Besucb bitte ich die Häuser zu beflaggen (1916).

22. Am Freitag, dem 14. August 1914, berichtete die Schwäbische Kronik des Schwäbischen Merkurs ihren Lesern: Donnerstag mittag traf ein größerer Transport von etwa 400 deutschen und 100 franzosischen Verwundeten vom Kriegsschauplatz in Stuttgart ein. Die Transportarbeiten gingen glatt von statten und erbrachten den besten Beweis von der vorzüglichen Ausbildung und Bereitschaft der gesamten Mannschaften. Es muß erneut die dringende Bitte an das Publikum innerhalb und außerhalb des Bahnhofs gerichtet werden, zurückhaltender und weniger hinderlick bei so ernsten und wichtigen Anlässen aufzutreten. Man sieht: Sensationslust und Neugierde haben ihre Tradition (1914).

23. Auch die Republik hatte ihre Staatsbesuche. 'Die Fahnen heraus für Hindenburg!' so lautete der Appell im Schwäbischen Merkur am Vortag des für den 11. November 1925 in Stuttgart erwarteten Reichspräsidenten. Der mit dem Zug angekommene Hindenburg wurde von schlechtem Wetter, aber von Tausenden in Spalieren stehenden Zaungästen empfangen. Das Bild zeigt ihn in seinem Wagen vor dem Staatsministerium in der Villa Reitzenstein, wo er um halb zwölf von Staatspräsident Bazille empfangen wurde, In seiner Rede beim 'Frühstück' um ein Uhr appellierte der Reichspräsident an das württembergische Volk, in Geschlossenheit und Vertrauen, Gemeinschaftsgeftihl und Vaterlandsliebe auch in Zukunft ein Hort des Reichsgedankens zu sein. Aber das Reich ging unaufhaltsam seinem Untergang entgegen (1925).

24. Soldaten, Uniformen und Militärpferde - eigentlich waren sie immer Magnete für das Publikum. Aber nur wenige Zuschauer verfolgen, gelassen die Hände in den Taschen vergraben, den langen Zug der Dragoner über den Schloßplatz. Für übertriebenen militärischen Drill und hohlen Schneid à la Preußens Gloria waren die Leute im liberaleren Württemberg ohnehin nicht so zu haben (1903).

Gru~s vom Sebiessplatz DorBbalde bei Stuttgart Kantinenpächter J. Marquardt

25. Tausende von Rekruten und Soldaten haben auf dem Schießplatz auf der Dornhalde oberhalb von Heslach ihre Treffer und 'Fahrkarten' geschossen. Wichtiger Bestandteil dieser bedeutenden Abteilung der Schule der Nation war die Kantine. Zur Freude des Pächters - zur Zeit dieser Aufnahme ein Herr J. Marquardt - wurde dort bestimmt so manches Gläschen 'Zielwasser' geleert. (Urn 1910.)

Stuttgart, Rothcbiihlstr, mit grosser Infanterie- Kaserne

26. Auszug der Wachtparade aus der großen Infanteriekaserne an der Rotebühlstraße - auch das war außer für ein paar Schulbuben nur für wenige Stuttgarter Grund zu besonderer Aufmerksamkeit. Wahrscheinlich war es um die Mittagszeit, wo ein echter Stuttgarter entweder schafft oder ißt, jedenfalls keine Zeit hat, um den Soldaten nachzugaffen. Die Rotebühlkaserne wurde 1827 bis 1843 erbaut; sie besteht aus drei Flügeln von ieweils 150 Metern Länge. Bis 1918 beherbergte sie ruhrn- und traditionsreiche Regimenter: Königin ülga (Nr. 119) und Kaiser Friedrich König von Preußen (NI. 125). Heute bietet sie verschiedenen Dienststellen der Finanzämter schlecht und recht Unterkunft. (Um 1910.)

Stuttgart.

Grosse Jnfanteriekaserne.

27. Noch einmal die Rotebühlkaserne. Das winterliche Bild zeigt - gewiß völlig ohne Absicht - die ganze Trostlosigkeit und Menschenfeindlichkeit eines Kasernenhofes. Manchem Betrachter wird sich beim Bliek auf die Mauern und Fensterhöhlen der Kasernengebäude spontan der Eindruck eines Gefängnisses aufdrängen (1908).

28. Das Residenztheater in der Heusteigstraße 105 beim alten Zahnradbahnhof war aus dem früheren 'Apollotheater' hervorgegangen. Nach der Beschreibung im Stadtflihrer fllr 'Einheimische und Fremde' von 1902 war es elegant und bequem eingerichtet mit Logen und numerierten Klappsitzen. Durch ein 'erstklassiges Schauspielpersonal' brachte es Lustspiele, Schwänke, Konversationsstücke und moderne Schauspiele. Zum Theater gehörte ein Gaststättenbetrieb ('Pavillon-Restaurant'), der in dem niedrigen Gebäude am rechten Bildrand untergebracht war (1906).

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