Sulingen in alten Ansichten

Sulingen in alten Ansichten

Auteur
:   Erich Plenge
Gemeente
:   Sulingen
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2062-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Sulingen in alten Ansichten'

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Die in diesem Buch veröffentlichten Bilder von 'AltSulingen' lassen beirn Vergleich mit dem heutigen Sulingen erkennen, wie sehr sich die Ortsbilder seit früher verändert haben und welch erstaunlicher Wandel im Wirtschaftsleben und in der städtebaulichen Gestaltung Sulingens in den letzten 80 Jahren vor sich gegangen ist,

Ergänzend seien einige Eckdaten der Ortsgeschichte wiedergegeben, die die Entwicklung Sulingens bescnders beeinflußten. Eine umfassendere Zeittafel ist in der Sonderausgabe der 'Sulinger Kreiszeitung' zur 950-Jahrfeier Sulingens vom 30. Mai - 3. September 1979 aus der Feder von Stadtarchivar Detlev Pape, Sulingen, erschienen:

400: Völkerwanderungszeit. Eindringen der Sachsen in das hiesige Gebiet des germanischen Stammes der Angrivarier, eines Nachbarstammes der Cherusker. Bildung des sächsischen Entergaues.

772: Christianisierung - War Sulinger Kirchenhügel altgermanische Kultstätte?

787: Der Sulinger Raum untersteht dem Bistum Minden. Grenze zwischen den Bistümern Minden und Bremen am 'Volkweg' nördlich Neuenkirchen.

1029: Älteste bekannte Urkunde, in der der Ortsname Sulingen erscheint. Sie wurde am 30. Mai 1029 ausgestellt vom deutschen Kaiser Konrad 11. 1200-1582: Sulinger Gebiet gehört zur Grafschaft Hoya mit Grafensitz in Hoya, später Nienburg.

1305: Sulingen Archidiakonat des Bistums Minden. 1527-1529: Einführung der Reformation in Sulingen. Aufhebung des Archidiakonats Sulingen.

1581: Bestätigung der Fleckensrechte Sulingens. 1582: Aussterben der Grafen von Hoya und Übernahme der Grafschaft durch das Welfenhaus.

1583: Zwei Landtage in Sulingen.

1588: Der aus Sulingen gebürtige Pastor Valerius Dencker erster Sulinger Superintendent.

1589: Neufestlegung der Sulinger Fleckensordnung. 1685: Preußische Reitpost Minden-Sulingen-Bremen. 1699: Burgfestdienste in Ehrenburg für die Sulinger Bürger umgewandelt in Geldzahlung.

1704: Reitende Post Hamburg-Sulingen-Arnsterdarn. 1705: Erster Brand in Sulingen (Schäd en an Kirchturm, Ratskeller, Kantorhaus, Superintendentur), 1719: Zweiter Brand am 12. September 1719 - 82 Wohnhäuser und 44 Nebengebäude zerstört.

1749: Rectorschule.

1757/58: Erste französische Besetzung Sulingens. 1788-1791: Chausseebau Nienburg-Sulingen-Diepholz.

1791: Posthalterei Lüning (Station mit Relais).

1803: Am 3. Juni 1803 Konvention von Sulingen zwischen dem napoleonischen General Mortier und der kurhannoverschen Regierung in der Superintendentur. Anschließend erneut französische Besetzungen.

1810-1813: 13. Dezember 1810 - 4. November 1813 Zugehörigkeit zum französischen Kaiserreich unter Napoleon.

1814: Slegesfest - Hannover wird Königreich.

1821: Der Flecken Sulingen verliert 'Kleine Gerichtsbarkeit'.

1852: Sulingen Sitz eines Amtsgerichts.

1862: Am 23. Juni 1862 Besuch des Königs Georg V. von Hannover in Sulingen.

1866: Am 27. Juni 1866 Schlacht bei Langensalza. Das Königreich Hannover von Preußen annektiert. 1885: Am 1. April 1885 Bildung des Kreises Sulingen.

1900: Am 29. September 1900 Eröffnung der Bahnstrecke Sulingen-Rahden, ein Jahr später SulingenBassurn.

1905: Das Katasteramt von Diepholz nach Sulingen verlegt. Eröffnung der Landwirtschaftsschule.

1920: Sulingen wird Sitz eines Finanzamtes.

1923: Eröffnung der Bahnstrecke Nienburg-SulingenDiepholz. Landbundhaus errichtet.

1925: Gehobene Abteilung wird Mittelschule.

1927: Neubau Kreiskrankenhaus, Schmelingstraße. 1929: 31. August - 2. September Feier des 900jährigen Bestehens. Am 25. Oktober Übergang zur städtischen Verfassung.

1932: Am 1. August Gesetz über die Zusammenlegung der Kreise Sulingen und Diepholz zum Kreis Grafschaft Diepholz. Zunächst Sitz Sulingen, dann Diepholz.

1941: Erste Industrie kommt nach Sulingen:

Maschinenfabrik Ley, Wü1frath, und Möbelfabrik Schäfer (Propellerbau), Bremen.

1942: Kreishandelsschule eingerichtet.

1943: Lloyd-Schuhfabrik , Bremen, nach Sulingen. 1948: Bonbonfabrik Witte, Cottbus, nach Sulingen. 1950: Neubau und Einweihung der katholischen Kirche.

1951: Märkische Kabelwerke statt Schäferwerke.

1954: Neue Volksschule an der Schmelingstraße. 1955: Oberschule genehmigt - Haus des Handwerks. 1957: Kanalisation und mechanische-biologische Kläranlage.

1959: Neues Bahnhofsgebäude errichtet.

1963: Friedhofskapelle auf dem alten Friedhof. 1964: Städtisches Wasserwerk.

1966: Städtisches Friedhof an der Linderner Straße. 1967: Mittelpunktsonderschule - Neuapostolische Kirche - Märkische Kabelwerke gehen auf in Bergmann Kabelwerke.

1968: Kirchenkreis und Superintendentur Sulingen aufgelöst, neuer Kirchenkreis Diepholz gebildet.

1969: Sulingen als Mittelzentrum bestimmt. Bahnlinie Sulingen-Nienburg eingestellt.

1970: Altenheim, Memelstraße. Schule, Edenstraße. 1971: Friedhofskapelle auf dem städtischen Friedhof eingeweiht. Evangelisches Gemeindezentrum an der Edenstraße.

1972: Amtsgerichtsbezirk vergrößert um Orte der Amtsgerichte Uchte und Vilsen. Lackdraht Union statt Bergmann Kabelwerke.

1974: Ab 1. März Einheitsgemeinde Sulingen durch Zusammenlegung der Stadt Sulingen mit den bis dahin selbständigen Gemeinden des Kirchspiels. Neue Einwohnerzahl der Stadt: 11 648. Tagesstätte der 'Lebenshilfe' .

1977: Hallenbad - Müllabfuhr privatisiert.

1982: Ab 1. Februar Amt für Agrarstruktur Sulingen.

Erich Plenge, Sulingen

1. Auf dem oberen Bild dieses 'Grußes aus Sulingen' befindet sich der Sulinger 'Rathskeller' noch als Fachwerkbau mit grünumrankter Laube vor dem Ersten Weltkrieg. Die Sulinger 'Alte Wache' (gegenüber dem Ratskeller) steht ebenfalls noch in unveränderter Architektur als reines Fachwerkgebäude. Eine Eisensäule als massiver Wegweiser weist in alle vier Himmelsrichtungen. Und ein hoher Lampenmast, dessen Lampe zur Freude der Jugend heruntergedreht werden konnte, sorgte für die Straßenbeleuchtung. Das untere Bild zeigt gleich drei historische Gebäude aus Alt-Sulingen: Das Fachwerkgebäude des Rittergutes Lüning (Hintergrund), die Superintendentur (BiIdmitte) und das Bürgermeîster-Windelssche-Haus. Letzteres wurde früher meistens kurz 'Magistrat' genannt. Auf dem Bild ist an der linken Hausecke noch der Aushangkasten ersichtlich, in dem Bekanntmachungen und Aufgebote der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich das Rathaus im Gebäude des Ratskellers. Die Familie Windels, die von 1847 bis 1880 und von 1880 bis 1913 zwei Generationen hindurch die Bürgerrneisterstelle des Fleckens innehatte, verlegte die Dienststelle des Bürgermeisters vom Ratskeller in ihr Wohnhaus, das immer noch als Teilfachwerkhaus (heutiger Eigentümer ist Dr.iur. Ludolf Rottmann) zum Stadtbild der Ortsmitte gehört.

2. Das Motiv dieser alten Ansichtskarte hat sich bis heute völlig verändert. Der Kirchturm hat seit 1908 eine hohe, spitze Kirchturmhaube, und das alte Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1870/71, das rechts hinter dem Buschwerk stand, ist später zweimal verlegt worden.

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3. Sulingens Ortsmitte an der Kreuzung Lange Straße/Lindenstraße, wo heute der Verkehr durch Ampeln geregelt werden muß, war in früheren Zeiten der Marktplatz, An Marktragen wurden hier auch beiderseitig Jahrrnarktsstände aufgebaut. Diese Ansichtskarte 'Am Marktplatz' zeigt die drei Fachwerkgebäude, die nach dem großen Brand 1719 errichtet wurden und nun schon seit mehr als 250 Jahren die Ortsmitte Sulingens beherrschen, zusammen mit der uralten Sulinger Kirche. Es sind dies das Lüningsche Haus (Hintergrund), das Superintendenturgebäude (Bildmitte links) und das Biirgermeister-Windelssche-Haus (heute Dr.iur. Ludolf Rottmann). Zu allen drei Gebäuden wurde die Sulinger Ortsgeschichte mitgestaltet. Es sei hier auf die Einzeldarstellungen in den Bänden der 'Chronik von Stadt und Land Sulingen' verwiesen. Das auf der rechten Bildseite hoch herausragende alte Kriegerdenkmal für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71 hat auf diesem Bild schon seinen zweiten Standplatz. Zunächst war es weiter rechts errichtet worden, aber auch vor der Kirche stehend. Bei der Errichtung des Ehrenmals für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges 1914-1918 wurde das 1870/71er Kriegerdenkmal dann mit dem 1914-1918er Ehrenmal etwas mehr zur Mitte des Kirchenvorplatzes hin zu einer Gedenkstätte zusammengefügt. Im Zuge der Neugestaltung des Kirchenhügels in den sechziger Jahren wurde die Staket-Einfriedigung entfernt. Die hohe Säule des alten 1870/71er Kriegerdenkmals wurde einige Meter westlich vom Kirchturm aufgestellt.

4. Dieses Bild von einer Feuerwehrübung in früheren Zeiten im Ortszentrum zeigt noch die alte Fachwerkfassade des Richard Ranckschen Geschäftshauses. Der linke Flügel des Gebäudekomplexes war aufgestockt auf der 'Alten Wache', dem ehemaligen Arrestantengebäude des Fleckens Sulingen. Nach Verkleidung der Fachwerkfronten und dem Einbau weiterer Schaufenster bietet sich heute ein verändertes Bild.

5. Aus längst vergangenen Zeiten stammt dieses Bild. Ein Hund steht seelenruhig an der Stelle der Kreuzung Lange Straße/Lindenstraße, wo heute der Straßenverkehr nach Nord und Süd und West und Ost pulsiert. Der Bliek ist auf den Lindenhof mit seiner begrünten Wand gerichtet und auf die Lindenbäume an der Straßenseite. Um die Kirche herum stehen noch einige Grabsteine als Reste des alten Friedhofs, der sich früher rund um die Kirche herum befand und im Jahre 1831, also vor 150 Jahren, an den heutigen Platz zwischen der Straße nach Nordsulingen und dem Schwafördener Weg verlegt wurde. Das 1831 eingerichtete neue Friedhofsgelände war vordem eine zum Meierhof gehörende Freifläche gewesen 'Meiers Dresch' genannt, dessen mit dicken alten Eichen bestandenes Teilstück vor dem Friedhof heute noch immer zum Meierhof gehört und als öffentlicher Parkplatz an die Stadt verpachtet ist.

6. Die 'Alte Sulinger Wache' am Marktplatz (rechter Bildrand) war ein Fachwerkgebäude und früher immer ein Bestandteil der fleckenseigenen Häuser. Sie diente der Aufnahme von Arrestanten. Vor dem Eingang waren Schilderhäuser aufgestellt. Das Gebäude der alten Wache ging später in das Eigentum der Familien Falk und Ranck über. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die alte Wache umgebaut und einbezogen in das Geschäftshaus der Firma Richard Ranck. Zwischen der 'Alten Wache' und dem alten Ratskellergebäude vor dem letzten Umbau (linker Bildrand) standen früher der große Laternenmast mit der herunterdrehbaren Lampe und der eiserne Wegweiser, dessen Richtungsarme an dieser Stelle in alle vier Straßenrichtungen zeigten. Die Ortsnamen "leubruchhausen, Vilsen. Uchte und Kirchdorf kann man auf der Ansichtskarte erkennen.

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7. So sah der Sulinger 'Rathskeller' noch emïge Jahre vor dem Ersten Weltkrieg aus. Der Ratskeller war nach den letzten Vorbesitzern (Wilcke, Dohrmann und Lichte) im Jahre 1908 in den Besitz von Wilh, Hörmann übergegangen, welcher seinerseits das von ihm bis dahin geführte Gasthaus, Lange Straße 47, an die Familie Bückmann verkauft hatte. Auf dem Bild zeigt sich der alte linke Teil des Ratskellers noch als Fachwerkgebäude. In die Lindenstraße hinein stand ein noch älteres Gebäude, vermutlich der ursprüngliche Ratskeller nach dem Wiederaufbau Sulingens nach dem großen Brand 1719. Und noch weiter in die Lindenstraße hinein folgte dann als nächstes Gebäude das Küsterhaus der Kirchengerneinde, Alle diese Gebäude stehen heute nicht mehr. Die Familie Hörmann hat den linken Flügel völlig erneuert und den im ersten Stock gelegenen Saal auf 400-700 Personen - je nach Bestuhlung - erweitert und mit der größten Bühne Sulingens versehen. Heute wird der Saal als Möbelverkaufslager benutzt, weil die Unterhaltung als Saal nicht mehr wirtschaftlich erschien. Alle größeren Versammlungen und Tanzveranstaltungen im alten Sulingen wurden im Ratskeller abgehalten. Sogar ein Klub, der 'Ratskellerclub', benannte sich nach ihrn, Der Ratskeller stand ursprünglich im Eigenturn des alten Fleckens Sulingen und wurde 1852 verkauft. Der Kaufpreis bestand zum Teil in einer gleich zahlbaren Summe und zum Teil in einem jährlich zu zahlenden Erbenzins. Letzterer wurde im Jahre 1920/21 von der Familie Hörmann abgelöst.

8. Festumzüge durch das Stadtgebiet wurden früher öfter veranstaltet als heute. Am 29. September 1900 traf ein solcher Festzug aus Anlaß der Eröffnung des Sulinger Bahnhofs inmitten des Ortes am Ratskeller ein. Man sieht, wie die ganze Lange Straße 'nach oben hin' mit Ehrenpforten geschmückt ist. Der linke Flügel des Ratskellers zeigt noch seine grünumrankte Laube und sein Fachwerk aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.

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