Sulzbach-Saar in alten Ansichten Band 2

Sulzbach-Saar in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl Ludwig Jüngst und Dieter Staerk
Gemeente
:   Sulzbach-Saar
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3737-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Sulzbach-Saar in alten Ansichten Band 2'

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39. Die katholische Volksschule Altenwald (Schulstraße) war eine der ersten in den Ortsteilen außerhalb Sulzbachs. Dort hatte der rasche Bevölkerungsanstieg durch die Kolonie Seitersgräben <20, 63> eine eigene Schule erforderlich gemacht. 1865 konnte sie bezogen werden, 1868 war die katholische Schule schon zwei-, 1872 drei- und 1874 vierklassig. 1865 wurde auch eine evangelische Klasse eingerichtet; dieses System wuchs etwas langsamer und wurde erst 1886 vierklassig. Damit hatte Altenwald - was die Klassen- und Schülerzahl angeht - die zweitstärkste Schule Sulzbachs [Kreuter in Ortschronik, S. 352 -355 J.

40. In Schnappach gab es schon 1809 eine Schule. Diese erste Schule wurde von Kindern beider Konfessionen besucht, doch war der Lehrer stets protestantisch. Mangels eines eigenen Schulgebäudes wurde anfänglich in einem alten Gebäude der Mariannenthaler Glashütte unterrichtet, im Volksmund 'Kanzel' genannt (hiesiges Bild). 1843 wurde dann 'Zur unteren Hütte' ein Schulhaus errichtet, das aber 1918 schon wegen Grubenschäden geschlossen werden musste. 1954/55 baute man die Glasmalerei der Mariannenthaler Hütte zu einem modernen Schulhaus (Wolfgang-KrämerSchule) um. Aber nach der Eingemeindung Schnappachs nach Sulzbach (1974) endete die Schnappacher Schulgeschichte [Kreuter in Ortschronik, S. 371].

41. Die 'Ziegelschule' in Hühnerfeld (1906 in der Ziegelstraße erbaut) war schon das dritte Hühnerfelder Schulhaus. Bis 1877 waren die Kinder nach Altenwald zur Schule gegangen. Dann errichtete man an der Grühlingstraße das 'weiße Schulhaus' (gegenüber der Hofstraße) und 1895 das 'rote' gleich daneben [Jüngst-Kipper in Ortschronik, S. 105]. Damals herrschten - im Gegensatz zu dem 'Vorbildpädagogen' Kalb in Sulzbach <38> - (laut Bürgermeister Woytt) in Hühnerfeld 'schauderhafte Schulverhältnisse'. Ein Lehrer behandelte die Kinder in roher und unwürdigerWeise, rupfte sie an den Haaren, zog die Köpfe durch die Beine und unterrichtete in so schläfriger Weise, dass die Kinder unaufmerksam waren, 'so dass er seine eigenen Fehler bestrafe'. Seinem Kollegen wurden garTrunkenheit, Wuchergeschäfte und unerlaubte Kuhhaltung in der Schulhauswaschküche vorgeworfen [Kreuter in Ortschronik, S. 35 SJ.

42. Das Backsteinschulhaus von 1899 (bekannt als 'katholische Schule') war das zweite in Neuweiler und wurde 1927 aufgestockt. Schon 1876 war eine paritätische Klasse in Neuweiler eingerichtet worden, die 1892 noch mit neunzig evangelischen und 47 katholischen Kindern ungleich belegt war [Kreuter in Ortschronik, S. 35 SJ [Jüngst in Ortschronik, S. 109 fJ. Im evangelischen Schulwesen war Lehrer Hoffmann über mehrere Generationen die prägende Autorität in Neuweiler. Von seinen naturkundlichen, ja teils naturwissenschaftlichen Kenntnissen und der daraus erwachsenden kritischen Haltung gegenüber dem wörtlichen Bibelglauben wussten seine Schüler noch ihren Enkeln zu berichten. Anderseits gab er seine Liebe zur Natur in entsprechenden praktischen Anleitungen zum Garten- und Obstbau, insbesondere bzgl. der Stauden- und Baumveredelung an Jung und Alt des Ortes weiter {Zeitzeugen}. Hier in der katholischen Schule hat bis nach dem Zweiten Weltkrieg das Lehrerehepaar Vogt eine prägende Rolle gespielt.

43. In den zehn Jahren des 'Tausendjährigen Reiches' in Sulzbach wurden Schulen, Lehrpläne und Lehrer 'gleichgeschaltet' <34-36>. Daneben wurde die 'außerschulische' Erziehung immer wichtiger. Schon 1936 gab es in den Bruchwiesen ein riesiges Zeltlager mit 1 000 Pimpfen (hiesiges Bild). Lagerromantik, Uniform, Gemeinschaft, Abenteuerlust (trotz Unterordnung) wirkten sozialisationsfördernd. Marschieren, Antreten, Meldung machen, Anschleichen, Spurensuche und vieles andere gehörten zu den vormilitärischen Wehrertüchtigungen. In der Hitlerjugend wurden Freiräume gegenüber den traditionellen Erziehungsinstanzen Schule, Elternhaus, Kirche und Lehrherren geschaffen, aus denen der Jugend ein neues, vorher nicht gekanntes Selbstwertgefühl erwuchs, so dass manche Zeitzeugen in unkritischer Erinnerung noch lange diese Erziehung 'verklärteri' [Jüngst in Ortschronik, S. 3 00-3 09].

44. Der rasche Bevölkerungsanstieg ab 1850 machte auch den Bau von Gotteshäusern notwendig - hier die evangelische Kirche vor dem Umbau von 1897/98 (unter pfarrer Imig). Bei der Erbauung der alten Kirche 1853/54 (unter pfarrer König) waren die führenden evangelischen Familien Sulzbachs als Förderer beteiligt: Gemeindevorsteher L. Vopelius, Gemeindevorsteher C. Vopelius < 13-15 >, Unternehmer Georg Appolt < 1 0-11>, Gemeindevorsteher AdolfWagner <26> und Adolf Brandt. Außerdem waren im damaligen Presbyterium: Gemeinderat Joh. Nikolaus Martin, Heinrich Russy, Gemeindevorsteher Neuweiler, der sich bei der Einweihung 1854 allerdings entschuldigte, 'er sei ins Bad gefahren', Ludwig Schneider, Gemeindevorsteher Ludwig Zeitz und K. Westermann. In der ersten Repräsentation der Kirchengemeinde traten außerdem auf: Joh. Becker, Ludwig Fernsner, Ludwig Kolb <38>, Konrad Tröss und Friedrich Zeitz, alle Gemeinderäte [Grieben in Ortschronik, S. 323-32 8J. - Zu den Einzelpersonen [Familienbuch, FamilienteilJ.

45. Die Kirche Allerheiligen (erbaut 192 8/2 9 - im Vordergrund die N otwohnbaracken von 1919/20) war - wenn man von der Kapelle vor dem Dreißigjährigen Krieg absieht <61 >- bereits die zweite katholische Kirche. Vorgängerin war die alte St.-Josephs-Kirche am Hammersberg <28> (erbaut unter pfarrer Laven 1872), die trotz Bergschäden bis 1929 als Gotteshaus dienen musste. Schon 1892 gründete pfarrer Royer einen Kirchbauverein für einen Neubau. Doch es gingen fast vierzig Jahre ins Land, in denen die Kirchengemeinde den größten Teil des ersparten Geldes als Kriegsanleihe (Erste Weltkrieg) zeichnete und in denen die große Inflation die Pläne weiter verzögerte. Erst unter Pastor Rech konnte nach zweijähriger Bauzeit die neue Kirche am 20. Oktober 1929 eingeweiht werden [Grieben in Ortschronik, S. 332-337]. Der Architekt Peter Marx (der auch den 'Saardorri' in Dillingen und die katholische pfarrkirche in Friedrichsthal plante) hat darin avantgardistische, expressionistisch geprägte Bautendenzen integriert und 'einen Bau geschaffen, der zu den schönsten und größten Kirchenbauten unserer Heimat zu zählen ist' (Saarbrücker Zeitung 1929) [B. Quack in Faltblatt des Stadtverbandes Saarbrücken 1999].

46. Die katholische Kirche St. Pius in Brefeld wurde 1958 aus einem ehemaligen pferdestall der Saarbergwerke durch Umbau errichtet, als die Zahl der Katholiken (die zur pfarrei Hühnerfeld, damals unter Pastor Müller, gehörten) dort die Zahl400 überschritt. Seitens der Stadt gab es keine Zuschüsse, weil der Stadtrat wegen schlechter Finanzlage zwei Jahre lang keine Vereine und öffentliche Körperschaften unterstützte. Erst 1967 wurde (aufgrund besonderen Engagements der Kapläne Gies und Scherer sowie der Familie Kar! Kurz) das Kirchengrundstück erworben, ein Jugendraum und ein kleiner Sportplatz eingerichtet, letzterer später von der Stadt Sulzbach erweitert [Grieben in Ortschronik, S. 341J.

47. Die katholische Kirche St. Marien in Hühnerfeld wurde 1910 erbaut, nachdem bereits 1895 der Sulzbacher Pastor Royer einen Kirchbauverein Hühnerfeld gegründete hatte. Die kurze Bauzeit (fünfMonate von der Grundsteinlegung bis zur Einweihung) verdankt das Gotteshaus der eifrigen Mitarbeit vieler Gemeindeglieder, die nicht nur Geld sammelten sondern auch selbst Hand an legten. 1924 wurde Hühnerfeld selbständige pfarrei und Pastor Engel der erste Pfarrer. Der Bau eines neuen pfarrhauses gestaltete sich schwierig. Erstaunlich war dann, dass man 1929 neue Glocken beschaffen, 1931 eine Orgelfür 122 000 Frs. einbauen und 1935 anlässlich des 25-jährigenJubiläums einen Hochaltar für 50.000 Frs. finanzieren konnte, obwohl es 'kaum eine ärmere pfarrei im Saargebiet' gab [Grieben in Ortschronik, S. 340 fl Der Hochalter und weitere Skulpturen stammen von dem Sulz bacher Künstler Ernst Hoffmann, der - wie auch sein Bruder Waldemar Hoffmann - zahlreiche Kirchen im Sulz bach- und Fischbachtal ausgestalten half [W Zimmer 200 1 in 'Saarländische Familienkunde' Bd. 9, S. 85-98J

48. Die evangelischen Christen Hühnerfelds mussten länger auf ihr Gotteshaus warten. Zwar wurde seit der Abtrennung der Kirchengemeinde Altenwald/Hühnerfeld von Sulzbach (1894) an eine selbständige pfarrei und Kirche gedacht und 1910 der Bauplatz gekauft. Aber erst 1934 konnte der Bau beginnen, der 1936 in Dienst gestellt wurde. Doch schon anlässlich der Rückgliederungsfeierlichkeiten der Saar zum Deutschen Reich <33 -3 5> wurde am 1. März 1935 in der noch unfertigen Kirche ein Gottesdienst gehalten [Grieben in Ortschronik, S. 328 fJ, und zwar von dem zuständigen Altenwalder pfarrer Robert Jüngst; der hatte sich zuvor schon für die nationale Sache stark gemacht, als er bei der 450-Jahrfeier zu Luthers Geburtstag 1933 sagte: 'Wir wollen ihm nacheifern und deutsch sein wie er!' [Jüngst 'Zwi schen 'Hemm ins Reich' und 'Status Qua' Sulzbach 1985J

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