Sulzbach-Saar in alten Ansichten Band 2

Sulzbach-Saar in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Karl Ludwig Jüngst und Dieter Staerk
Gemeente
:   Sulzbach-Saar
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3737-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Sulzbach-Saar in alten Ansichten Band 2'

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49. 'Der Schiefe Turm von Altenwald' , diesen Beinamen trägt der Glockenturm der evangelischen Kirche, obwohl es bei weitem nicht das einzige Gebäude ist, das dort durch Grubensenkungen in 'Schieflage' geriet. Es war offenbar nicht ausreichend, dass man beim Kohleabbau dort (unter dieser Kirche) einen 'Sicherheitspfeiler' stehen lieB {Zeitzeuge}. Nachdem man in Altenwald 188 0 schon 1 2 00 Evangelische zählte, gründete der Sulzbacher pfarrer Wagner einen 'Betsaalverein'. Aufgrund der guten Beziehungen der Sulzbacher Führungspersönlichkeiten schenkten die Röchlings als Altenwalder Kokereibesitzer <21-22> 1888 ein Grundstück, auf dem dann 1891-1893 die Kirche errichtet wurde. Deren (heute schiefer) Turm wurde allerdings erst 1896/97 angebaut. 1894wurde die pfarreiAltenwald/Hühnerfeld selbständig. Zu diesemAnlass schenkte KaiserinAuguste Viktoria der Gemeinde eine wertvolle Altarbibel mit Silberbeschlägen [Grieben in Ortschronik, S. 328]. Der erste pfarrer war Robert Jüngst <48>, der Sohn des pfarrers Jüngst in Malstatt, nach dem die dortige 'JüngststraBe' benannt wurde.

5 O. Die evangelische Kirche in Neuweiler wurde 1953 (in der Amtszeit des Sulzbacher pfarrers Glaser) erbaut, nachdem seit 1895 verschiedene Anläufe dazu (durch Weltkriege, Inflation usw. <45, 51» erfolglos geblieben waren. Die Bauausführung lag in der Hand der Sulzbacher Firma Gerhard Honecker. Die Ostwand des Altarraumes hatte ursprünglich nur ein Rundfenster (heute Teil des Bogenfensters), eine architektonische Gestaltung, die pfarrer Glaser nach dem Vorbild der evangelischen Kirche in Brotdorfinitiierte {Glaser ggü. 'seiriem' ]ugendbund}. Das pfarrhaus wurde 1958 bezogen, die evangelische Kirchengemeinde Neuweiler jedoch erst 1965 (unter dem damaligen pfarrer Henn) selbständig [Grieben in Ortschronik, S. 329 fJ.

51. Auch hier in Neuweiler war bereits 1897 ein Kapellenbauverein gegründet worden, dessen Gelder aus genannten Gründen <45, 50> mehrfach wieder minimiert wurden. Seit 1942 hatte der katholische Gottesdienst in einem Saal des GasthausesTriem (Hochstraße 99) stattgefunden. 1944 wurde Neuweiler 'Expositur ohne eigene Vermögensverwaltung', 1952 pfarrvikarie und 1960 eigenständige Pfarrgemeinde mit Pastor Stefan Müller. Die katholische Kirche St. Hildegard in Neuweiler wurde 1954-1957 nach ursprünglichen Plänen von Gottfried Böhm - leicht abgewandelt - gebaut. [Grieben in Ortschronik, S. 341 fJ. 1964 wurden die heutigen Fenster über dem Hauptportal geschaffen. Der Altarraum wurde umgestaltet von dem Saarbrücker Künstler Ernst Alt, der auch die hölzerne Pieta schuf [B. Quack in VHS-Programm 2002/2].

52. An der Stelle des heutigen Kaufhauses Woolworth stand das 'Haus Simon' , 1832 von Kommerzienrat Joh. Ludwig Vopelius erbaut. 1848 kam der Kaufmann Georg Heinrich Sim on als Reisender und Korrespondent zur Glashütte Chevandier &Vopelius, erwarb dieses Haus, verlegte seine Dillinger Gemischtwarenfirma nach hier und wandelte sie später (nach entsprechendem An- und Umbau) in eine Eisenwarenhandlung um. Er wurde Mitglied in der Kirchenvertretung und im Gemeinderat bis er 1864 starb. Seine Frau änderte dann den Namen der Eisenwarenhandlung in 'G.H. Sim on Wwe.' (hiesiges Bild) [Familienbuch, Nr. 195 8J. Das Geschäft wurde weit über Sulzbach hinaus bekannt; denn hier deckten auch viele Bergleute, die nur die Woche über hier arbeiteten, ihren entsprechenden Bedarffür zu Hause in den Dörfern des nördlichen Saarlandes ein [Karthein/Schichtel in Ortschronik, S. 166 f].

53. Ein markantes, vor 1960 bereits abgerissenes Gebäude war das Gasthaus Minnich, Ecke Bahnhofstraße-Gärtnerstraße. Als im Dezember 192 2 am Güterbahnhof eine Kartoffellieferung 'aus dem Reich' verteilt wurde, versammelten sich anschließend die Helfer spontan in 'Minniche' und gründeten einen' Arbeiterhilfsverein' , um Bedürftigen in Notlage beistehen zu können. Im großen Bergarbeiterstreik 192 3 entwickelte sich daraus die 'Arbeiterwohlfahrt' Sulzbach. In den zwanziger Jahren verkehrten auch die Mitglieder des Arbeiter-Turn-und-Sportbundes (ATDS) häufig in Minniche {Zeitzeugen}. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Gasthaus noch offiziell 'Metropol' hieß, wurde es von Familie Malburg geführt, mit gelegentlichem Tanz an Samstagen und Sonntagen. Im Volksmund war es' de Kulla' ('Kulla, leg ne Platte auf' soll man gerufen haben). Dieser Name, den Malburgs Wirtschaft schon in Altenwald trug, leitete sich vom Vornamen des Wirtes, Nikola, ab. Die oft 'unterstellte Zwielichtigkeit' aber rührte eigentlich aus Minnichs Zeiten, als dort (vor dem Zweiten Weltkrieg) Varieté-Veranstaltungen stattfanden, in denen Mädchen (mehr oder weniger) 'nackt' getanzt haben sollen und die deshalb 'anständige Leute nicht besuchten'. {Zeitzeugen}.

54. Links im Mittelgrund des Bildes das Haus der Kreissparkasse (im ehemals Korzilius'schen Haus) vor dem Zweiten Weltkrieg. Es fehlte schon das Spitzdach des Erkers <27>. Bereits 1882 hatte die Sparkasse Saarbrücken eine 'Annahmestelle' in Sulzbach eingerichtet, deren Leitung dem Aufseher Nikolaus Blatter [Familienbuch, Nr. 218J übertragen wurde. Weitere Annahmestellen kamen 1910 in Altenwald und 1912 in Brefeld hinzu. 1936 wurde Sulzbach Hauptzweigstelle der Kreissparkasse. Nach wechselnden Domizilen (im Hause Kuschel, Kahl und Hochstein) fand sie 1948 als Filiale im Haus Korzilius eine Bleibe [Trapp in Ortschronik, S. 444]. Der Abriss und Bau der heutigen Sparkasse erfolgte in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Aufnahme dürfte um 1950 entstanden sein. Wir sehen links vorne das Fischgeschäft Schade, rechts vorne das Gasthaus Klein/Stein und vor derVolksbank das bekannte vielsortierte Kaufhaus Goetz <27>, im mittleren Hintergrund auch das Haushalt- und Eisenwarengeschäft Bruch.

55. Das Bild zeigt die Sulzbacher Volksbank in den fünfziger Jahren, nachdem sie 1920 das Gasthaus Iselt - vgl. [Familienbuch, Bild 1 J gekauft und dort diesen Neubau errichtet hatte, der Ende der siebziger Jahre durch das heutige Gebäude ersetzt wurde. Im Jahre 1903 wurde die Volksbank gegründet im Gasthaus Woll. Obwohl zunächst überwiegend Katholiken Mitglieder waren, pfarrer Dr. Royer Aufsichtsratsvorsitzender und Steiger Odermann Vereinsvorsteher wurde, stellte Bürgermeister Woytt schon 1905 auch eine rege 'Beteiligung' evangelischer Bürger fest. Die Geschäfte wurden anfangs im Hause des Rendanten, Uhrmacher ZeitIer, abgewickelt. 1914löste Konrektor JosefRodermann Pastor Royer alsVorstandsvorsitzender ab [Trapp in Ortschronik, S. 442 fJ - zu den Einzelpersonen [Familienbuch, FamilienteilJ.

56. Seit 1868 konnten Gemeinden mit Schlachthof auf gesetzlicher Grundlage die dortige Schlachtung erzwingen. Das ermöglichte behördliche Überwachung der Hygiene. Der Sulzbacher Schlachthof wurde 1899 in Betrieb genommen und hatte damals technisches Höchstniveau, war aber stets ein Zuschussbetrieb, zumal die Metzger zunehmend ihr Fleisch bei auswärtigen Großhändlern bezogen und die illegalen 'Privatschlachtungen' nie aufhörten. Grubenschäden, private Kühlanlagen (die das bisher hier als Nebenprodukt produzierte Stangeneis erübrigten) und die Zentralisierung des Viehhandels minderten zunehmend die Rentabilität. Als dann 1948 gar Saarbrücken, Neunkirchen und Dillingen zu Hauptschlachtviehmärkten wurden, musste der Sulzbacher Schlachthof, der dann mangels einer Sanierung längst nicht mehr die hygienischen Anforderungen erfüllte, 195 1 schließen. [Kuhn in Ortschronik, S. 425 -429]. Ludwig Harig hat der Pferdeschlachtung im Sulzbacher Schlachthof ein literarisches Denkmal gesetzt [L. Harig 'Weh dem, der aus der Reihe tanzt' , Bielefeld 1990].

57. Mit Stolz posiert die Freiwillige Feuerwehr mit ihrem ersten Feuerwehrauto beim damaligen Feuergerätehaus hinter dem Rathaus. Das war 192 6, als man auch noch die erste Motorspritze anschaffte und als Fritz Engel sen. Wehrführer war. Schon in der Dorfordnung von 1737 war das Löschwesen geregelt. Aber erst für 1838 ist eine Feuerlösch-Companie nachzuweisen, in der Friedrich Berrang [Familienbuch, Nr. 164 J den Dudweiler Hauptspritzenmeister in Sulzbach vertrat. 1877 wurde dann die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Die ersten Wehrführer waren Fritz Zeitz Ir 1877-1883,AugustMartin 1883-1885,AugustZeitz 1885-1989, Helnrich I'feilstûcker 1889-1890, HeinrichKahI1890-1996, allein [Familienbuch, FamilienteilJ. Nach dem Bau des Wasserleitungsnetzes um die Jahrhundertwende, der Anschaffung eines Pferde-Mannschaftswagens und einer mechanischen Leiter wurde die 'Schlagkraft' der Wehr deutlich erhöht. In beiden Weltkriegen mussten, da die Wehrleute fast alle eingezogen waren, Notdienste die Sicherheit gewährleisten. Die wenigen Kriegsheimkehrer stellten sich aber sofort wieder in diesen Dienst an der Allgemeinheit [Kasczmarek in Ortschronik, S. 264-269].

58. Das Bild ist allen alten Sulzbachern noch bekannt: die Verbindungsbrücke zwischen den beiden Haupthäusern des alten Krankenhauses. 1862 war das 'Knappschaftslazarett' für die Belegschaft der umliegenden Gruben eröffnet worden. Erster Chefarzt war Dr. Georg Friedrich Langguth [Familienbuch, Nr. 115 7J. 1896/97 wurde hier die erste Röntgeneinrichtung an der Saar installiert. 1932 wurde der 'Neubau' (links) errichtet, 1946 die Augenklinik, 1959 ein Röntgenund Strahleninstitut und 1968 eine HNO-Abteilung angegliedert sowie die chirurgische Abteilung - seit 1936 nach Quierschied verlagert - wieder eingegliedert. Chefärzte bzw. Klinikdirektoren waren im und nach dem Zweiten Weltkrieg Sanitätsrat prof Dr. Krauß und prof Dr. RudolfScharf [Schell in Ortschronik, S. 245-252].

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