Tangerhütte in alten Ansichten Band 1

Tangerhütte in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Friedrich Nahrstedt
Gemeente
:   Tangerhütte
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5515-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Tangerhütte in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Vaethen

Im Laufe von 150 Jahren hat der Ort drei verschiedene Namen aufzuweisen Vaethen, Vaethen-Tangerhütte und Tangerhûtte.

Bereits vor der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1375 war die Landschaft im Tangertal schon frühzeitig besiedelt. Wenn auch die ältesten Spuren über das Vorhandensein von Menschen bis ins Pleistozän zurückreichen sollen, ist die Entwicklung dieser Landschaft nach 782 durch die fränkisch-sächsischen Eroberer von Bedeutung. Für die Gemeinde Veten ist die sächsische Straßendorfanlage bezeichnend. In dieser Zeit fanden bis zum Jahre 1000 erbitterte Kämpfe zur Besiedlung und Zwangschristianisierung im Raum westlich der Elbe statt.

Nach früheren Aufzeichnungen von Paetz ist eine Erwähnung von Vetten aus dem Jahre 781 bekannt. Die früheste Erwähnung von Orten im altmärkischen Raum fällt in die Zeit um 784. Im Tangertal soll es um 960 den Ort Vetten gegebenhaben.

Forderungen des Klosters Hildesheim über Einkünfte in den Dörfern um Vaethen konnten auf Grund der großen Entfernung nicht erfüllt werden.

Im Gau Beigesheim lag auch der Ort Vaethen, der Zinsen an das Kloster Corvey in Westfalen abführte. Das Kloster besaß auf der Grundlage aufgestellter Güterverzeichnisse nach der Mitte des 11. Jahrhunderts einige Grundstücke in Vaethen. In der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts wurde auch das altmärkische Burgstall zu den Gütern des Klosters Corvey gezählt, wie es aus einer vom Grafen Otto gemachten Schenkung hervorgeht.

Bestehende Siedlungen der heutigen Zeit gab es in der südlichen Altmark bereits um 1250. Durch Kriege, Epidemien und Hungersnot wurden einige einst bestehende Orte wüst. Das Dorf Vaethen nahm in dieser Zeit keine weitere Entwicklung.

Im Jahre 1540 zählte Vaethen achtzig Bewohner. Das Bauerndorf Vaethen leistete ländliche Abgaben und Dienste an

die Grundherrschaft von Bismarck zu Burgstall und nach 1561 zu Briest. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgten außer Kirchen- und Schullasten kaum kommunale Abgaben. Um 1600 war der Ort auf 100 Einwohner angewachsen. Vaethen hatte um 1800 242 Einwohner und 28 Feuerstellen. Die heutige Breite Straße wurde im Jahre 1808 als erste Dorfstraße erstmalig befestigt und teilweise gepflastert. Im Jahre 1839 war die Siedlung Vaethen 565 ha groß und der eisenhaltige Boden brachte trotzdem gute Erträge im Obstanbau.

Mit dem Aufbau der 'Tangerhütte' neben der Gemeinde Vaethen im Jahre 1845 und dem Bau einer wichtigen Eisenbahnlinie entwickelte sich der Ort ca. 40 km nördlich von Magdeburg in einern sehr waldreichen Gebiet zu einem wirtschaftlichen Zentrum der Eisen- und Holzindustrie. Der Industriegigant des Eisenhüttenwerkes entstand mit einem Emaillierwerk auf einer Fläche von 40 ha beiderseits des Tangerflusses.

So wie das im Jahre 1845 entstandene Hüttenwerk in Deutschland an Bedeutung gewann, veränderte sich das Aussehen des Marktfleckens. Die Wohn- und Geschäftshäuser schossen wie Pilze aus der Erde. Der Ort war bis 1900 zu einem wichtigen Industriestandort mit nahezu 2 000 Arbeitskräften und innerhalb von fünfzig Jahren ein Industrieort mit 5 000 Einwohnern geworden.

Bis in die Gegenwart bietet der Ort einen wechselvollen Anbliek kleiner, niedriger Wohnhäuser und hoher, großer Geschäftshäuser. Die Eisenbahnlinie Magdeburg- Wittenberge teilt die heutige Stadt zum Leidwesen der Bürger in zwei Stadtteile.

Östlich des späteren Eisenwerkes wurde ein herrlicher Privatpark der Familie von Arnim-Wagenführ angelegt. Die Parkanlage teilt sich in einen größeren englischen Landschaftsgarten mit dem Anschein einer freien Natur und einem kleineren Teil des Schloßparkes mit einern Achsensystern, Statuen und Laubengängen. Eine minimale Fläche wird heute als Heimattiergarten genutzt. Am Rande der Parkanlage entstand ein von dunklen Fichten und Laubengän-

gen umgebenes Mausoleum. Im Jahre 1920 äußerten Besucher: 'Ich habe in meinem Leben viele Parks, auch fürstliche, gesehen, aber keiner ist so intim und schön wie der in Tangerhütte.' Zwei Schlösser stammen aus der Zeit 18731 74und 1901/11.

Von 1922 bis 1928 gab es den nicht amtlichen Doppelnamen Vaethen-Tangerhütte und seit dem 29. Mai 1928 den jetzigen Ortsnamen Tangerhütte. Die Landgemeinde Tangerhütte erhielt am 17. April 1935 das Stadtrecht.

Erst durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert nahm die Entwicklung des kleinen Bauerndorfes Vaethen zu dem späteren Marktflecken ihren Lauf. Das Eisenwerk wurde zum bestimmenden Faktor der Siedlungsentwicklung. Der Industriestandort Tangerhütte war neben Stendal, Salzwedei und Tangermünde nicht nur in der Altmark, sondern auch in anderen Landesteilen Deutschlands bis auf die letzten Jahrzehnte von Bedeutung. Trotz einer günstigen Standortlage des Ortes wurde eine weitere Industrieansiedlung bis in die Gegenwart nicht zufriedenstellend gefördert. Mögen mutige, weitsichtige und kluge Verantwortliche des Ortes gerade diese Aufgabe zum MaB ihrer Verantwortung machen!

Das Buch gibt einige Informationen über die Ortsentwicklung bis zum Jahre 1930 und ruft manchem Tangerhütter längst vergessenes Wissenswertes wieder ins Gedächtnis zurück. Da die jüngste Stadt der Altmark nach wie vor kein Heimatmuseum und auch keine Heimatstube besitzt, war das Quellenstudium erheblich erschwert. Aus diesem Grunde bedankt sich der Verfasser besonders beim Archivar der Stadtverwaltung, Herrn Günter Altenberger , für die aktive Mitarbeit bei der textlichen Gestaltung und für die leihweise Bereitstellung der Fotos und Ansichtskarten bei H. Ahrndt, Prof. Dr. M. Beckert, I. Blume, O. Brohm, H. Erfurt, E. Heine, K. Heindorff, W. Holmig, K.-H. Kiebach, H. Kuhle, H. Mewes, R. Möhring, G. Nathow, A. Packebusch, K. Vocke, G. Wehke und R. Wolf. Dankenswerter Weise erledigte Frau Edda Wichlow von der Stadtverwaltung die technischen Arbeiten.

Geographische Kurzchar3kteristik über Vaethen

Im Südosten der Altmark, im Urstromtal der Eibe, liegt das im Jahre 1375 urkundlich erstmals erwähnte Bauerndorf Vaethen. Unter dem Rückland aus der Osthannoverischen Endmoräne hervorgehenden Reihe von Endmoränenhügein der LetzIinger Heide sind die Quellbäche des Tangertales E bis NE gerichtet und mit Talsanden ausgefüllt und teilweise in postglazialer Zeit vermoort. Die Region VaethenTangerhütte ist geographisch und geschichtlich im Tangerund EIbegebiet eingebettet und liegt im SE der Altmark auf der Innenseite des unteren EIbeknies zwischen Magdeburg und Wittenberge. Die Umgebung ist durch ausgedehnte Kiefernwälder, Niederungsgebiete, Weiden und Wiesen im Tangertal gekennzeichnet. Die Formengestaltung des Tangertales westlich der Eibe ist das Ergebnis der warthekaltzeitlichen Inlandvereisung. Die Region Vaethen (Tangerhütte) wurde mehrfach vom Inlandeis bedeckt. Die Plattenbezeichnungen richten sich nach den Ortsnamen und die Niederungen, die von umgebenden Hochflächen in den Eiszeiten gestaltet worden sind, werden nach dem entwässernden Tangergebiet (Einzugsgebiet 480 qkm) mit seinen kleineren Zuflüssen bezeichnet. Mit seinen zahlreichen Bächen und ausgedehnten Wäldern ist aus dem Bauerndorf Vaethen eine Park- und Waldstadt Tangerhütte entstanden, die ein beliebtes Ausflugsziel ist. Mit erheblichem forstwirtschaftlichem und gärtnerischem Aufwand wird sehr viel für die Erhaltung und Pflege der Landschaft getan. Auf mehreren Wanderwegen sind viele Ausflugsgebiete, so z.B. der Stadtpark, der urwüchsige Briester Park, der kleine Stadtsee, der Heimattiergarten, der Wasserfall im Park, der Rundling mit seiner ursprünglichen Kirche aus dem Jahre 1214 in Mahlpfuhl, der erneuerten Kapelle aus dem Jahre 1599 in Briest und der Damwildpark in WeiBewarte zu erreichen.

1. Bliek vom Westen über die Stadt. Im Vordergrund links die katholische Kirche, rechts daneben die Neue Schule (Wilhelm-Wundt-Schule) mit der Turnhalle. Die Grundsteinlegung erfolgte am 8. Mai 1909 und bereits am 18. März 1910 wurde der Unterricht aufgenommen. In der Mitte des Bildes verläuft von rechts nach links die Eisenbahnlinie Magdeburg-Stendal. Im Hintergrund vor dem Wald das Eisenwerk.

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2. Bliek auf den Westteil der Stadt. Der Zug fährt in Richtung Magdeburg. 1847 haben schlesische Arbeiter beim Bau der Eisenbahnlinie von Magdeburg kommend die Gemarkung Vaethen erreicht. Erst 1984 erfolgte die Elektrifizierung der Eisenbahnlinie und am 29. September fuhr der erste, von einer E-Lok gezogene Zug auf dieser Strecke.

3. Vorderansicht des Bahnhofes mit der Güterabfertigung und dem Bahnhofsvorplatz. Dieser Anblick hat sich bis heute nur unwesentlich verändert. Obwohl die Eisenbahnlinie 1849 für den Verkehr freigegeben wurde, erhielt Vaethen erst 1859 einen eigenen Bahnhof.

4. Bahnhof und Bahnsteige im Jahre 1902. Der Bahnhof heißt amtlich Tangerhütte, obwohl sich der Ort noch Vaethen nennt. Diese Stationsbezeichnung ist auf den Einfluß des Besitzers der Hütte am Tanger (Tangerhütte) zurückzuführen. 1911 wurde im Bahnhofsgebäude eine Gaststätte eingerichtet, die heute noch betrieben wird. Die Bahnsteiglaternen wurden noch mit Petroleum versorgt, denn ein Gaswerk wurde in Vaethen erst später errichtet.

5. In der Villa der BahnhofstraBe 11 wohnte in den Jahren 1905-1943 der praktische Arzt Dr. Ernst Bährecke. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1960 war in diesem Haus die Praxis des Dr. med. Günter LoB. In der Zeit von 1960 bis 1969 hatten die beiden Kreisärzte des Kreises Tangerhütte Karl Tschernei und Horst Conrad dort ihren Amtssitz.

Vaethen-Tcngerhüne

6. Bliek vom Bahnhofsvorplatz in Richtung Ortsmitte. Links das Geschäft von Theodor Faber, in dem man von der Nähmaschine, über Nudeln und Fahrräder viele Dinge des täglichen Bedarfs erhalten konnte. Dahinter das im Jahre 1910 erbaute Gebäude der Deutschen Post. In seiner äußeren Gestalt hat sich das Postgebäude wesentlich verändert, denn in den Jahren 1969170 erfolgte ein Umbau und eine Erweiterung des Postamtes. Im Hintergrund links das Geschäft des Kaufmanns Gustav Schmidt, später Spielwarenladen von Eisbein. Das Haus wurde 1973 abgerissen, um einem mehrgeschossigen Wohnhaus mit Frisiersalon und Bibliothek Platz zu machen.

7. Der Weg nach Hause war lang und krumm. Das Gasthaus 'Zum Alten Fritz' des Besitzers Eduard Flint mit zwei Hote1zimmern zu später Abendstunde. Gäste in fröhlicher Runde sehen die Bahnhofstraße mit ganz anderen Augen.

8. Wenn wir vom Bahnhof in den älteren Teil des Ortes gehen, sehen wir links vor dem Bahnübergang das ehemalige Hotel 'Zur Eisenbahn', später 'Haupt's Hotel'. Lange Jahre war Herr Albert Wesche Pächter der Gaststätte. Hier war auch das Vereinslokal des Artillerievereins VaethenJ Tangerhütte und Umgebung. Zur Hofseite waren ein Kinosaal, ein Betriebsgelände für Dünger- und Futtermittel und eine Süßmostkelterei.

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