Tangerhütte in alten Ansichten Band 2

Tangerhütte in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Nahrstedt
Gemeente
:   Tangerhütte
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6175-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Tangerhütte in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Das große Interesse für den ersten Band illustrierterTangerhütter Heimatgeschichte ermutigt den Verfasser zur Fortsetzung. Im zweiten Band sollen weitere Veröffentlichungen über die historische Entwieklung von Tangerhütte folgen, die eine Ergänzung des ersten Bandes darstellen.

Etwa zwischen Ohre und Tanger lag der Gau Pagus Mosidi. Das Tangertal ist das Grenzgebiet zwischen dem nordlich gelegenen Pagus Belxo und dem Pagus Mosidi südlich davon.

Man kann annehmen, daßVaethen ein sehr altes Dorf gewesen ist und schon vor 1 000 Iahren eine Besiedlung erfolgte. Viele historische Forschungen des Verfassers und Korrespondenzen mit dem Wuppertaler Heimatforscher Dr. Buro haben bei der Sichtung der spärlichen Aufzeichnungen bisher zu keiner endgültigen Dokumentation der Ortsgeschichte geführt. Die urkundlichen Erwähnungen anderer Autoren über eine mutmaßliche Siedlung im Iahre 781 sind nicht verbrieft. Die Beweggründe, die schon im 8. Iahrhundert zur Ansiedlung auf einemAckerstuck südlich des heutigen Kulturhauses in der Mahlpfuhler Straße geführt haben könnten, waren sicherlich die vielen Wiesen und Ackerflächen am Tanger sowie der umfangreiche Waldbestand mit reichlich jagdbarem Wild.

Um 1050 hat der Abt Saracho des 822 gegründeten ehemaligen Benediktinerklosters Corvey nördlich von Höxter ein Verzeichnis der Güter seines Klosters aufgestellt. In dieser Übersicht sind die Dörfer Bithni, Cobbeliz, Suartelese und Vaethen im alten slawischen Kleinfürstentum Mosidi gelegen. Es kann angenommen werden, daß es sich urn die heute noch bestehenden und in nächster Nachbarschaft gelegenen Orte Bittkau, Cobbel, Schwarzlosen und Tangerhütte (Vaethen) handelt.

Wann das Kloster Corvey hier Besitz ergriffen und ihn wieder verloren

hat, darüber ist bisher nichts bekannt. Bis zum 13. Jahrhundert ist man auf diese Ortsnamen nicht mehr eingegangen. Mit ihren Wehrmauern und Türmen, ehrwürdigen Kirchen und Rathäusern sind die altmärkischen Städte wertvolle Erinnerungen an die norddeutsche Geschichte. Die jüngste der altmärkischen Städte ist Tangerhütte, die in der Geschichte bis zum 19. Jahrhundert noch keine Bedeutung hatte. Dieser Ort führt seine Entwicklung ganz auf die Zeit der Gründung der Hütten-, Eisen- und Holzindustrie zurück. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es diese Stadt und den Namen des Ortes noch nicht.

DieTangerniederung mit den Wiesen, Feldern und Kiefern-, Fichtenund Eichenwäldern erstreckt sich im Südosten der Altmark. Im Tangertalliegt das sehr alte BauerndorfVaethen. Die urkundlichen Erwähnungen des einstigen Wald- und Bauerndorfes sind im Landbuch Kaiser Karl IV. von 1375 zu suchen. Der verantwortliche Lehnherr war die Familie Bismarck aus dem benachbarten Burgstall. Westlich des Dorfes Vaethen führte die Poststraße und östlich die Heerstraße vorbei. DasWalddorfwar ein Straßendorf, an dem beiderseits die Bauernhöfe lagen. Die Existenzgrundlage der Einwohner des Ortes war bis zur Industrieansiedlung die Landwirtschaft und in den Onsteilen Briest und Mahlpfuhl die Waldwirtschaft. Im Tangertal waren über 36 abbauwürdige Fundstellen mit Raseneisenerz und auBerdem viele nie in Anspruch genommene Vorkommen. Hätten größere Vorkommen von Raseneisenstein im Gebiet derTangerniederung die Magdeburger Kaufleute nicht bewogen, im jahre 1842 unmittelbar am Tanger ein Hüttenwerk aufzubauen, so wäre das bis zu dieser Zeit lediglich 345 Einwohner zählende BauerndorfVaethen wohl jener unbedeutende Ort geblieben. Tangerhütte, die jungste Stadt der Altmark, hätte es dann nie gegeben.

Im Iahre 1540 wirkte als erster Dorfschulze Stephan Güldenpfennig Zu den ortsansässigen Bauern zählten 1579 Heinrich Schulze, Jakob Horn, Luise Peters, Achim Kauke undThomas Klein. Aussagen aus dem Iahre 1625 besagen, daß ein Kûster, Johannes Ostheeren, den Unterricht im Schulraum in der Breiten Straße durchfuhrte. Die erste Nachricht über die Erteilung des schulischen Unterrichts in Vaethen stamrut erst aus dem Iahre 1600. Als die geeigneten Leute für die Durchführung des Unterrichts wurden damals die Küster angesehen. Die Erwähnung eines Küsters, dessen Name nicht vermerkt wurde, finden wir bereits 1541 in Visitationsakten von Tangermünde. In dieser Akte wird aufgeführt, welche Einnahmen der Kuster von Vaethen von der Kirche und den Einwohnern bezieht. Die Einwohner hatten zu liefern: zu Weihnachten ein Brot von jedem Haus, zu Ostern sechs Eier von jedem Hof und vier Eier von den Kossaten. Ob dieser Küster bereits Unterricht in Vaethen erteilt hat, geht aus den Akten nicht hervor. Für Vaethen wird erstmals für das Iahr 1600 ein Küster, Iohann Osthern, namentlich genannt. Zunächst bestand der Unterricht nur im Einprägen von Gebeten und Katechismustexten sowie im Singen. Schreiben, Lesen und Reelmen karnen erst später hinzu.

Im Iahre 1659 übte der Küster Hans Schütte das Amt acht jahre aus. Da sein Nachfolger, Hans Albert Reisiger, den Aufgaben nicht gewachsen war, wirkte dieser nur kurze Zeit.

Von 1668 bis 1688 war der Vaethener Hans Schulze als Kûster tätig und von 1688 bis 1748 setzte sein Sohn Iohann Ernst Schulze, der den Titel 'Schulmeister' führen durfte, die Arbeit fort. Diesen Ehrentitel erhielt er, weil er neben Religion und Gesang auch das Grundwissen im Lesen, Schreiben und Rechnen lehrte.

Deutsch- und Rechenunterricht wurden ab 1740 in Vaethen vermittelt. In der Zeit von 1761 bis 1801 war johann Daniel Urban im Schuldienst. Der Schulunterricht fand vorwiegend in den Wintermonaten start. Die Schule wurde 1802 von 32 Jungen und 28 Mädchen besucht. Erster Lehrer mit einer Ausbildung in einem Lehrerseminar war von 1827 bis 1837 in Vaethen Wilhelm Lücke. Das Dorfhatte 1831 nur 302 Einwohner.

Das Schulgebäude in der Dorfstraße brannte am 29. September 1854 ab. Das führte bis zurWiederaufnahme des Unterrichts auf einem anderen Grundstück zu 'Brandferieri' . Im Iahre 1855 wurde für die Kinder der Hüttenarbeiter in der späteren Grünearmstraße eine Kinderspielschule gebaut. Der erste Lehrer an der Hüttenschule war Friedrich Blume. Bis zur Auflösung und Vereinigung dieser schuli schen Einrichtung mit der Vaethener Volksschule unterrichtete Heinrich Gudehus.

Die Industrieentwicklung in Tangerhütte führte auch zum Anstieg der Einwohner- und Schülerzahlen. 1866 mußte der Unterricht noch von zwei Lehrern vor- und nachmittags durchgeführt werden. 1873 wurde ein neues Schulgebäude mit vier Unterrichtsräumen in der Stendaler Straße/Ecke Bismarckstraße errichtet. Die ständig zunehmende Schülerzahl erforderee eine dreimalige Erweiterung des Schulgebäudes in achtzehn Iahren. 1906 harte Vaethen- Tangerhütte bercits 5 300 Einwohner und 933 Schüler. Der Unterricht mußte von dreizehn Lehrern in dreizehn Räumen erteilt werden. Fehlende Räume wurden für die 981 Kinder im Schuljahr 1907/08 in anderen Gebäuden gemietet. Am 8. Mai 1909 wurde der Grundstein fûr ein weiteres Schulgebäude in der Schönwalder Straße gelegt. Der Schulneubau mitTurnhaJle und Rektorwohnhaus kostete 300 000 Goldmark.

Der imposante Schulbau wurde von Tangerhütter Handwerksmeistern durchgeführt. Im Iahre 191 1 wurde unter Rektor Vestner mit dem Aufbau einer Mittelschule begonnen. Anfangs wurde Französischund Englisch-, und von 1937 bis 1943 sogar Lateinunterricht erteilt. 1948 besuchten 1 057 Schüler die Grund- und die Zentralschule. Nach der Bildung des Kreises Tangerhütte im Iahre 1952 wurden in der Kreisstadt 1 168 Schüler in 33 Klassen von 34 Lehrern unterrichtet.ln den achtziger Iahren gab es in Tangerhütte fünfzehn schulische Einrichtungen mit 330 Pädagogen, davon elfSchuJen und zwar 1 EOS, 3 Oberschulen, 1 Hilfsschule, 1 Körperbehindertenschule mit je einem Oberschul- und Hilfsschulteil, 2 Berufsschulen, 1 Kreisvolkshochschule und 1 Landwirtschaftsschule.

Im zweiten Band soll mit den vorliegendenAnsichten der Streifzug durch die kurze Geschichte der Industriegemeinde Tangerhütte fortgesetzt werden. Mit dem ersten Band wurde angenommen, daß der Mangel an Fotos und Ansichtskarten uber die letzten hundert Iahre erschopft sei und die Pu blikation eine Einmaligkeit darstellt. Gespräche mit vielen älteren Bürgern ergaben, daß sie gern bereit waren, ihren alten Bildvorrat zu sichten und die Post-und Ansichtskarten fur eine zweiteAusgabe des Tangerhütter Heimatbandes zurVerfügung zu stellen. Dadurch wurde die Darstellung der Stadt in den einzelnen Wirtschafis- und Lebensbereichen wesentlich erleichtert.

Beim heutigen Betrachten der vielen Fotos bekommt man ein wenig Wehmut. Es wird deutlich, daß sich unsere Stadt in den letzten Iahren stark verändert hat. Viele Betriebe, die Tangerhütte zu einer Industriestadt gemacht haben, sind verschwunden. Schlimm sind die Verluste alter Wohngebäude im ehemaligen Dorfkern Vaethen, die in den letzten Iahrzehnten weichen mußten. Persönliche Auffassungen stehen dabei manchmal im Widerstreit mit den Maßstäben der Denkmalspflege. Von dem Ursprung des früheren Dorfes ist nicht mehr viel vorhanden. Leider sind viele Fotos und Aufzeichnungen verlorengegangen, die manche Lücke in der Stadtgeschichte entstehen ließen. Mehrere Betriebe, Einrichtungen und Institutionen besitzen wenige oder gar keine Fakten über ihre Entstehung. Beispielhaft ist das umfangreiche Material des Eisenwerkes, das von Heinz Kersten und Erich Niebuhr und ihren Vorgängern aufgezeichnet wurde.

An dieser Stelle ist es angebracht, ein großes Dankeschön den Bürgern zu sagen, die diese Arbeit unterstützt haben. Namentlich sind es Gûnter Altenberger, Otto Bernick, Herbert Bittkau, Kurt Borstel, Hedda und J urta Brüggemann, Hans Brüning (t), Ilse Ehlers, Waltraud Gericke, Dieter Grupe, Gûnter Natho, Erwin Heine, Agnes Kehrer, Thomas Kühnel, Erika und Lutz Kuster, Dr. Iörn Kilian, Wolfgang Nerlich, Käthe Rogge, Herta Römling, Otto Rückborn, Günther Schröder, Erna Schulze, Brigitte Schwerin, Heinz Sommer, Dieter

Stage, CharlotteTeßmer, Karl-HeinzVinzelberg und Marta Weber, die wertvolle Aufnahmen zur Verfügung stellten. Ein gleicher Dank gilt Klaus Wiedemann von der Stadtverwaltung, Rainer Krause und Kerstin Havelberg vom Heimatverein sowie Edda Wichlow, die alle technischen Arbeiten korrekt ausführte.

Der historische Abriß möge dazu beitragen, für die wenigen Traditionen der Stadtentwicklung Verständnis aufzubringen. Der zweite Band soll den Bürgern die Wurzeln der Stadtentstehung zeigen und den Besuchern der Park- und Waldstadt Tangerhütte viel Wissenswertes übermitteln. Man wird die Gegenwart der Stadt nur verstehen, wenn man die Vergangenheit ausreichend kermt.

112 Tangerhütter Stadtwappen: Gespaltenes Wappen in Silher, vorn ein halber goldbewehrter Adler, daneben am unteren Schildrand wachsen drei Ähren und darüber gekreuzt zwei schwarze Berghämmer. Der märkische Adler versinnbildlicht die ehemalige Zugehörigkeit zur Altmark. Hammer und Eisen kennzeichnen die Eisenindustrie; gleichzeitig sollen sie an die Zeit erinnern, daß bis 1854 im Tangertal Raseneisenstein abgebaut und in Hochöfen verhüttet wurde. Die grünen Ähren stellen den Agrarcharakter des ehemaligen BauemdorfesVaethen und der Umgebung dar. Die heutige Wappenform besteht seit 1936. Der Entwurf stammt vom Lehrer Friedrich Lehrmann.

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mlagbrbutgt bm 17. lIIprU 1985 (2. ¤'i.)

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3 Mit viel Liebe und Fleiß ließ der Besitzer des Eisenwerkes Tangerhütte, Franz Wagenführ, den Schloßpark zu den schönsten Parkanlagen in der Altmark im [ahre 1872 entstehen. Das etwa zwölfha große Parkgelände wurde ursprünglich im englischen Gartenstil und einem kleineren Teil als französischer Stil mit geschnittenen Hecken, Bogengängen, Pavillons und Statuen und langen Sichtachsen angelegt. In den [ahren 1909 bis 1911 wurde der Park nochmals nach Entwûrfen von Gartenarchitekten und Parkgärtnern erweitert,

Das Arboretum ist eine wissenschaftliche Sammlung von nahezu hundert Baumarten, Stràuchern und Pflanzen in- und ausländischer Gehölze. Wertvoll ist der alte Baumbestand des Parkes, zu dem Stein- und Rotbuchen, Blutbuchen, Eiben, Platanen und nordamerikanische Weymouthskiefern zum Natur-

denkmal gehören. Die grüne Oase des heutigen Landschafisparkes gibt der Anlage mit Frûhlingsblühern, Leberblümchen, Buschwindröschen, Märzenbecher, Narzissen, Scilla und andere, zu jeder Jahreszeit eine farbliche Nuance. Eine imposante Wirkung haben die mächtigen Rhododendren mit einer Höhe über drei m. Mit seinen alten schattenspendenden Bäumen, dem Wasserfall, den Teichen, ist derTangerhütter Park als ein Ort der Ruhe und Entspannung sehr beliebt.

4 Bliek auf den Weg von der Tangerbrücke zum Schloßpark. Im Vordergrund sehen wir am HüttenwegTeile des ehemaligen Emaillierwerkes.Aml. Juli 1914 waren im Werk I 383 Arbeiter beschäftigt. Im Kriegsjahr 1917 waren es I 108 Arbeitskräfte. Vor dem Ersten Weltkrieg arbeitete keine weibliche Person im Betrieb; so waren es 1917 38 Kernmacherinnen, 14 Putzerinnen, 3 Emailliererinnen, 3 Magazinarbeiterinnen. 13 Platzarbciterinnen, 33 Arbeiterinnen in der Landwirtschaft, 2 Eichamtsarbeiterinnen, 72 Arbeiterinnen für spezielle Putzarbeiten, 4 Arbeiterinnen in der Sand- und Lehmmühle, 1 Kontorbotin - insgesamt 183 Arbeiterinnen.

Die Arbeitszeit begann um 6.30 Uhr und endete abends 6.00 Uhr. Die Versorgungslage der Bevölkerung war irn Ersten Weltkrieg äußerst schwierig. Verbraucherpreise: 1 kg Fleisch 1913 =

1,82 R.V!, 1918 = 4,33 RM; 1 kg Butterkostete 1913 = 2,71 RM, 1918 = 9,3 I RM. Ähnliche Preissteigerungen gab es bei Mehl, Zucker, Kartoffeln und andere Nahrungsmitteln. Mit zunehmender Kriegsdauer sank die Menge der Lebensmittel.

5 Im lahre 1897 wurde das Modellhaus des Eisenwerkes in der heutigen Wagenführstraße gebaut. Von den Gegenständen, die gegossen werden sollen, müssen vorher in der Modelltischlerei, wie auch in der Lehmund Sandformerei, die Modelle angefertigt werden. Das Modell wird dann in der Eisenformerei in Sand gedrückt, der fest zusarn-

menhaftet, wenn man ihn stampft. In die Form gießt man dann das flüssige Eisen und läßt es erkalten. Schwieriger ist der Guß bei hohlen Gegenständen. Auch hierfür braucht der Former ein Modell. Das Eisenwerk besitzt mehrere Modellhäuser. Tausende von gebrauchten Modellen werden für die sparere Wiederbenutzung aufbewahrt. Es gibt etwa

7 000 verschiedene Fenstermodelle.

Die Meister in der Modelltischlerei waren:

7777-1928 Robert Riedel

192 8-1941 Heinrich Klüver 1941-1945 Franz Elfert 1945-1955 Karl Schröder 1955 -1961 August Grimm 1961-1965 Otto Köppe 1965-1966 Kurt Schönke

1966-1989 HaraldWäsche 1989-1991 Harry Borstel

1 99 1-1992 Heim Zes sin 1992-???? GünterWendt.

6 Auf dem Foto sehen wir die Hüttenschule. Das Gebäude wurde vom Fabrikanten des Eisenwerkes im Iahre 1855 gebaut. An der Schule war ein Lehrer tätig. Im Iahre 1880 wurde die Schule der örtlichen Volksschule in der Stendaler Straße angeschlossen. Im Jahre 1939 wurde die Volksschule in der Schönwalder Straße als Kriegsgefangenenlazarett genutzt. Die Unterrichtsräume der ehemaligen Hüttenschule wurden für Unterrichtszwecke der Tangerhütter Schüler in der Kriegszeit 1939-1945 benötigt. Nach dem Krieg waren mehrere Iahre Vorschulkinder in dem Gebäude untergebracht. Von 1952 bis 1987 war das Kreispolizeiamt Tangerhütte in diesem Haus. In der Zeit von 1988 bis 1990 wurde das Gebäude wieder vom Eisenwerk übernommen.

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7 Der BahnhofTangerhütte liegt heute im Zentrum der Stadt. Nach dem Aufbau des Eisenhüttenwerkes im Jahre 1 844 und der Eisenbahnlinie Magdeburg- Wittenberge (1847) ist die kleine Landgemeinde Vaethen mit dem weltbekannten Industriebetrieb "Iangerhütte' im 19. Iahrhundert zusammengewachsen. Das heutige Bahnhofsgebäude wurde im [ahre 1880 errichtet. Bis zu diesern Zeitpunkt erfolgte die Fahrkartenausgabe zunächst in der Haltestelle. Ab 1902 wurde die Petroleumbeleuchtung durch Gaslaternen abgelöst. Die Elektrobeleuchtung erfolgte ab 191 8.

Im Iahre 1902 hatte der Bahnhof bereits einen Bahnhofstunnel und drei Bahnsteige. 1937 hielten werktags fünfEil- und siebzehn Personenzüge mit Bahnpost. Die Dienststellenleiter des Bahnhofs waren 1930-1935 Robert Bäuerle; 1935 -1945 Karl Windelband; 1945-1951 Herr

Mettendorf; 195 1-1 956 Ewald Pludra; 1956-1973 Kurt Beneke und 1973-1991 Artur Bortz. Die Dienststelle des Bahnhofs Tangerhütte ist seit 1991 dem Bahnhof Wohnirstedt unterstellt. Vom Bahnhofsvorplatz fuhren vor 1939 täglich mehrmals Busse nach Grieben/Bittkau (Fa.

Maeß), nach Dolle (Fa. Genz). Für den Güterverkehr wurde eine Bahnhofswaage des Viehhändlers Karl Eifert genutzt.

?? f _,.Tangerhütte

Bahnhof

8 Im Iahre 1912 erfolgte ein bedeutender Umbau des Bahnhofs Tangerhütte. Der zunehmende Personen- und Güterverkehr mit siebzehn Personen- und fünf Eilzügen auf dem Bahnhof'Iangerhütte sowie die Abfertigung von täglich vierzig bis fünfzig Güterwagen allein mit Fertigerzeugnissen des Eisenwerkes, machten es notwendig, den Personen- und Güterbahnhof umzubauen und zu erweitern. So wurde auf dem hiesigen Bahnhof noch ein weiteres Gleis auf der westlichen Seite für den Personenverkehr gebaut. Die Anschlußgleise für das Eisenwerk und den Schießplatz auf der Nord- und Südseite des Güterbahnhofes wurden für den Rangierbetrieb und für die Zusammenstellung der Güterzüge verlängert. Die Bahnsteige 1 und 2 erhielten eine Überdachung und wurden durch eine Unterführung mit dem Balmhofsge-

bäude verbunden.

Seit dem Iahre 1900 werden die herrschenden Mißstände des ewigen Wartens am einzigen Bahnübergang im Zentrum des Ortes ktitisiert. Besondere Verdienste bei der Erweiterung des BahnhofsTangerhütte haben neben dem Eisenwerk und der Ge-

meindeverwaltung der Bahnhofsvorsteher askar Wöhler.

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