Tangerhütte in alten Ansichten Band 2

Tangerhütte in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Nahrstedt
Gemeente
:   Tangerhütte
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6175-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Tangerhütte in alten Ansichten Band 2'

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39 Ein Foto mit den Briester Sängerinnen aus dem Iahre

1922. Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg entstand in dem kleinen Walddorf ein Frauengesangverein. Der Gesangverein wurde von dem örtlichen Volksschullehrer Meinecke dirigiert. Er starb 1925 und wurde in Tangerhütte beigesetzt. Das Singen fand wöchentlich einmal in der Dorfschule start. Im Gesangverein waren die Sängerinnen; obere Reihe: Lieschen [ordan, Marreehen [ordan, Frau Paproth, Erna Sommer, Maria Schulz, Frau Pape und Anna Deter; untere Reihe: Erna Fettback, Liesbeth Paasche und Erna Koch.

40 Das Wohnhaus der Familie Ernst Sommer (1866-1937) wurde im Iahre 1899 vom Maurermeister Friedrich Jüterbock, Tangerhütte, erbaut. Das Wolmhaus war gleichzeitig das Bürgermeisteramt in Briest. Gemeindevorsteher war der Grundbesitzer Ernst Sommer von 19?7 bis 1937.DerNachfolgerbis 1945 war der Gutsinspektor Ernst

Garz. Nach Kriegsende harte die Gemeinde Briest 427 Einwohner. Bürgermeister Liepelt amtierte bis zur Eingemeindung der Gemeinde Briest in die StadtTangerhütte im [ahre 1947. Einwolmerentwicklung: 180 I, 89 Einwohner; 1818, 116 Einwohner; 1853, 136 Einwohner; 1875, 164 Einwohner; 1885,

149 Einwolmer; 1911, 51 Einwolmer und 1947, 427 Einwoh-

nero

41 Am Weg in Richtung Birkholz ist das Briester Schulgebäude. Im Iahre 192 7 wurden in der einklassigen Volksschule Briest dreizehn Kinder im Alter von sechs bis vierzehn Iahren vom Volksschullehrer Albert Schmidt unterrichtet. Sein Vorgänger war der Lehrer Meinecke. Der Lehrer Schmidt war im Iahre 1924 nach Briest verserzt worden. Im Iahre 1924 hatte das Dorf 141 Einwohner und 1 6 Schulkinder. Im Iahre 1946 betrug die Einwohnerzahl durch Zuzug der Umsiedler 427, und von den 40 Schulkindern gingen die Kinder aus der Briester Siedlung (Birkenstraße) in die Tangerhütter Zentralschule. Die Briester Grundschule mit den Klassen 1 bis 4 wurde am 1. September 1952 aufgelöst. Alle Kinder der Gemeinde besuchten von nun ab die Zentralschule Tangerhütte in der Stendaler Straße.

Van 1945 bis zum Iahre 1983 wohnte der Lehrer Albert Rusch im Briester Schulhaus, in dem er in den ersten [ahren nach dem Zweiten Weltkrieg unterrichtet hat. Später war er als Fachlehrer für Physik an der Zentralschule Tangerhütte tätig. Gleichzeitig übte er die Tätigkeit als Leiter der

Kreisstelle für Unterrichtsmittel bis zum [ahre 1983 aus.

42 Die Gemeinde Briest war im 14, Jahrhundert ein ansehnliches Dorf mit einer 73;' ha großen Ackerfläche. Dem Pfarrer gehorten 2 ha und dem Derfschulzen 4 ha, Die Gemeinde hatte eine Gerichtsbarkeit, die von Nicolaus von Bismarck wahrgenommen wurde. Es war noch ein reines Bauerndorf und noch kein Gutsderf Als stilles Walddorf war es ein selbständiges Pfarrdorf mit einem eigenen Gotteshaus. Die jetzige Kapelle wurde im Iahre 1599 errichtet. Neben der Kanzel hing bis zu Beginn des 20, Iahrhunderts ein herabhängender TaufengeL Im Innenraum sind vier Bilder von Protestanten zu sehen. Das ehemalige DorfBriest ist 1375 eingegangen und wurde wüst. Die heutige Siedlung Briest ist spärer etwa 500 m östlich der einstigen Wüstung wieder neu entstanden. Das spätere Rittergut war ein Waldgut mit 3 600 Morgen Kiefern-, Eichen- und Bir-

kenwald. Zum Rittergut gehörten 800 Morgen Ackerland. Der ehemalige Gutsbezirk wurde von einem nassen Graben urngeben, Der sechseckige Treppentunn am Schloß wurde von wildern Wein und Efeu berankt. Bismarksehe und Schulenburgische Wappen sind all Gesims der Innenserre zu sehen,

43 Auf dem Foto sind die gepflegten Parkanlagen. Der Magdeburger Ingenieur Hermann Gruson erwarb sich das Verdienst, im Gegensatz zu manchen amerikanischen Eisensorten, ein Material in Deutschland entwikkelt zu haben, das sich durch seine Festigkeit zur allgemeinen Verwendung im Maschinenbau eignete. Nachdem Gruson J 866 im Eisenbahnmaterial die Grundlage für seine Hartgußproduktion und die Gußstahlgeschosse gefunden hatte, benötigte er einen Schießplatz, um die Neuentwicklung von Kriegsmaterial den Kunden vorzuführen. Im [ahre

J 877 wurde geeignetes Gelände von den Großgrundbesitzern von Bismarck in Briest und van Itzenplitz in Grieben für die Errichtung eines J 0 km langen Schießplatzes in Tangerhütte gepachtet, der an die Eisenbahnstation Tangerhütte angeschlossen wurde.

44 Die Besucher des Tangerhütter Schießplatzes bezogen im nebenstehenden Logierhaus Quartier. Durch die Errichtung des Tangerhütter Schießplatzes eroberte sich die Fa. Gruson die Position, die Franzosen, Engländer und Schweden auszubooten. In der Produktion von Panzerlafetten, Panzerungen und Panzergeschossen war Gruson in der Welt konkurrenzlos. Der Hóhepunkt der Entwicklung des Schießplatzes war im jahre 1890. In diesem Iahr fanden sehr bedeutende Schießversuche vor rund 200 namhaften Offizieren aller Militärstaaten der Welt, außer Frankreich und Griechenland, in Tangerhütte start. Alle kleinen und großen Militàrnationen waren durch ranghohe Militärs aller Kontinente in 'langerhütte vertreten; darunter befand sich auch eine chinesische Delegation. Mit Sonderzügen kamen die Regierungsvertreter von

Magdeburg nach Tangerhütte direkt zum Schießplatz gefahren. Mehrere Wirtschaftszelte sorgten für die Bewirrung der Teilnehmer. Frankreich, Japan, Dänemark und Deutschland waren durch ilrre Kriegsminister; USA, Spanien, Italien, Rumänien und andere durch ihre Militärattachees vertreten. DerTangerhütter Schießplatz wurde auf vielen Kontinenten der Welt bekannt, Das Nachbarland Frankreich konnte von nun ab die Schießversuche nicht mehr negieren.

45 Auf dem Foto sehen wir das Abschußgebiet des Schießplatzes. Im Iahre 1892 übernahm die Firma Krupp das Grusonwerk in Magdeburg. ÛberTangerhütte wehten nun auch die in der ganzen Welt bekannten Ringe der Firma Krupp, Unter dem Kruppschen Firmenzeichen gingen die in Tangerhütte getesteten Geschütze und Granaten ab 1893 in die ganze Welt. Folgende Länder erhielten in Tangerhütte erprobtes Kriegsmaterial: Belgien, Dänemark, England und seine Kolonien, Frankreich, Griechenland, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Rumänien, Rußland, Schweden, Serbien, Schweiz, Spanten, Tûrkei, Österreich, China, Siam, Japan, Ägypten, Marokko, Argentinien, Bolivien, Chile, Ekuador, Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Paraguay, Peru, USA und Venezuela. Tangerhütte wurde zu einem Treff der deutschen und internationalen Militärkom-

missionen, die die unrühmlichen Erfahrungen des Tangerhütter Schießplatzes nutzen wolhen.

Schiessplatz Tarzgtrh.ütte Bliek auf das Logierkaas

46 Bei der Anlage des SchießplatzesThngerhütte wurde es notwendig, den Besitz einerWaldschenke aufzukaufen, die mitten in der vorgesehenen Schußbahn lag. Die Gaststätte führte den Namen 'Zum goldenen Kienappel'. Hier rasteten früher die Kaufleute. Der Milchwagen fuhr von Grieben nach Tangerhütte am 'Goldenen Kienappel' vorbei zur Molkerei Vaethen.

Noch vor 160 [ahren war Christoph Wiebeek Dierier beim Junker von Itzenplitz in [erchel. Seine Braut Hennette arbeitete auch bei dem Besitzer des Gutes. An der Wegkreuzung der alten Heerstraße mit den beiden Waldwegen von Briest nach Grieben und von Birkholz nach Jerchelließ der Gutsbesitzer von Itzenplitz den beiden Bediensteten das weit und breit bekanntgewordene Gasthaus 'Zum goldenen Kienappel' bauen. Der Bau soll in der Zeitvon 1830 bis 1835 durchgeführt worden sein. Die abseits gelegene Wald-Gaststätte diente bei BedarfUnterschlupf für Holzfäller und Waldhüter. An Wochenenden ging es manchmal bei Musik recht fröhlich zu.

In derWinterszeit hielt der Gutsherr von ltzenplitz zahlreiche Holzaktionen in seinen Wäldern ab. Nach erfolgtem Verkauf des Holzes trafen sich die Käufer und Fuhrleute im Waldgasthaus bei Warmbier und Grog. In den Sommermonaten war der 'Goldene Kienappel' für die Tangerhütter ein beliebtes Ausflugsziel. Nach einerWaldwanderung fûhlten sie sich hier woh!. Selbst her-

gestelltes Braunbier und dicke Milch labten zum Trunk. Während die Väter Karten spiehen und die Mütter bei üblichem Klatsch arn runden Tisch strickten, stöberten die Kinder Wiebecks Obstbäume.

Laut Crundbuch besaß die Familie Wiebeek einen Ackerplan von 4,63 ha, davon waren 36 Ar 30 qm Holzung. Neben dem Wirtshaus besaßen sie eine Scheune,

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einen Stall und Keller. Das Ackerland wurde mit Kühen bewirtschaftet. Die kinderreiche Familie Wiebeek besaß zehn Kinder, die aus erzieherischen Gründen fünf Kinder nach Grieben und fünf Kinder nach [erchel in die Schule schickten. Der Fußweg war eine Stunde weit. Im Sommer und Winter ging es nut Holzpantoffeln zum Schulunterricht.

47 Auf dem Foto sehen wir ein Radrennen auf der 1 km langen 'Gustav-Adolf-Schur' -Rennstrekke östlich von Tangerhütte, die vor dem Iahre 1900 von Krupp AG gebaut wurde. In den Iahren 1894 und 1897 bildeten sich in Vaethen die ersten beiden Radfahrvereine und nach 1918 der Verein 'Solidaritát'. Der Radfahrverein ' 1897' war im Saalsport und im Radrennsport sehr aktiv. Es bestanden eine Sechser-Männer- und Sechser-Damenmannschaft sowie ein Einer-Kunstradfahrer- und ein Zweier-Kunstradfahrerpaar der Männer. 192 7 bis 1930 nahmen die Zweier-KunstradfahrerWilli Wischer mld Richard Naubereit an Bezirksmeisterschaften teil und wurden in jedem Iahr Sieger im 'Gau Magdeburg'. In den jahren 1932 bis 1935 wurde der verdienstvolle und unvergeßliche Willi wi. scher immer wieder Sieger bzw. Vizemeister des Bezirkes Magde-

burg. Nach 1950 fanden mehrere Radrennen der DDR auf der Tangerhütter Rennbahn start. Für die großen Radsporterfolge im Kunstradfahren wurde die Radsportsparte mit zwei Radballmaschinen und drei Kunstradfahrmaschinen belohnt.

48 Auf dem Foto sehen wir die Grundsteinlegung der zweiten Gemeindeschule in Vaetheu-Tangerhütte am 8. Mai 1909 in der Schonwalder Straße. Die Urkunde bezeugt die Notwendigkeit 'im einundzwanzigsten - 21. jahre der segensreichen Regierung Seiner Majestät des deurschen Kaisers und Königs von Preußen Wilhelm rr. Der norwendig gewordene Schulbau ist eine Folge der Entwicklung sowie des steten Anwachsens der Einwohnerzahl der aufstrebenden, gewerbefleiBigen Gemeinde mit dem Eisenhûtten- und Emaillierwerk Tangerhütte. Im Iahre 1840 betrug die Einwohnerzahl 345 und nach derVolkszählung am 1. Mai 1909: 5 726. Im Iahre 1905 betrug die Schülerzahl 859 und am 1. Mai 1909 1 006. Bis

1. Oktober 1906 war die Schule fünfstufig und wurde vom Hauptlehrer Heinrich Paetz geleitet. Im Schulvorstand waren

am 18. januar 1906 vertreten: 1. Pastor Riecke, Vorsitzender; 2. Amts- und Gemeindevorsteher R. Höppner; 3. Hauptlehrer Paetz;

4. Apothekenbesitzer H. Severit;

5. Gemeindekassenrendant, Wachtmeister a.D., C. Diels: 6. stellv. Schlachthausvorsteher, Zahntechniker G. Wuttig. Durch

Beschluß des Schulvorstandes wurde die hiesige Schule als sechsstufîges System beschlossen. Mit Genehmigung der Königlichen Regierung erfolgte die Berufung des Mittelschullehrers Ernst Vestner aus Wernigerode als Schulleiter in Vaethen.

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