Telgte in alten Ansichten

Telgte in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Melchers
Gemeente
:   Telgte
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0822-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Telgte in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wer das Kerngebiet des Münsterlandes kennenlernen will, muß die Stadt an der Ems aufsuchen, die heute etwa 16 000 Einwohner zählt. Weit über Westfalens Grenzen als alter Wallfahrtsort bekannt, gehört Telgte zu den ältesten Siedlungen des Landes. Schon um das Jahr 800 nach Christus wird hier die erste Pfarrkirche errichtet, und 1144 wird Telgte zum ersten Mal als Dorf erwähnt. Es ist dann 1238 bereits so groß und bedeutend, daß der Ort die Bezeichnung Stadt und mit den Stadtrechten verbunden, das Marktrecht erhält. Der Name der Stadt wird als Telgithi, eine mit (Jung-) Eichen bewachsene Stelle gedeutet. Unabhängig von den früher unterschiedlich verwendeten Schreibweisen (Telgoth, Telgith, Telgot, Telgeth, Telgt, Telget, Telligt) - 1621 wird erstmalig die heutige Schreibweise gebraucht - zeigt bereits das älteste noch vorhandene Siegel um 1255 ebenso wie das heutige Wappen der Stadt als Wahrzeichen eine junge Eiche.

Da, wo heute die Propsteikirche steht, begann Bischof Florenz 1364-1379 mit dem Bau der Florenzburg als Teil der Stadtbefestigung, deren Mauern von drei Toren unterbrochen waren. Nach Abschluß des Siebenjährigen Krieges wurden die Stadtmauern im Jahre 1763 geschleift. 1788 folgten der Abbruch des Emstores, 1816 des Münstertores und 1822 des Steintores.

Ihre wirtschaftliche Entwicklung verdankte die Stadt, die sich zum Schutz ihres Handels und ihrer auswärts weilenden Bürger 1255 dem Westfälischen Städtebund und der Hanse angeschlossen hatte, der günstigen Verkehrslage an der Ems und an der Gabelung von zwei alten Handelswegen, der Hansestraße vom Rhein über Münster zur Nordsee und der großen Straße vom Rhein nach Mitteldeutschland.

Um 1500 und 1739 hatten Stadtbrände die Stadt verwüstet, 1534 war Telgte ein Hauptquartier im Kampf gegen die Wiedertäufer und hatte von 1585 bis 1648 im SpanischNiederländischen und im Dreißigjährigen Krieg mehrfach schwer gelitten.

Als lebendiger Zeuge dieser 750jährigen, wechselvollen Stadtgeschichte kündet heute noch die über 800 Jahre alte 'Dicke Linde' auch 'Marienlinde' genannt, eine der ältesten Linden in Westfalen.

Besondere Bedeutung hatte Telgte von jeher als Wallfahrtsort. Die barocke Kapelle neben der Propsteikirche birgt das um 1370 entstandene Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter von

Telgte, eine Holzplastik, die die bedeutendste Marlenklage des nordwestdeutschen Raumes darstellt und 1455 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird, Ein dichter Schleier voller Geheimnisse, Sagen und Legenden umgibt das Vesperbild. Die volkstümlichste Legende berichtet, es sei aus der Marienlinde herausgewachsen. Der große Förderer der Telgter Wallfahrt, Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, ließ 1654 den Grundstein für die nach den Plänen von Peter Pictorius errichtete Gnadenkapelle legen. Von geringfügigen Erweiterungen abgesehen, blieb sie bis heute unverändert. Alljährlich wallfahren mehr als 150000 Pilger zum Telgter Gnadenbild.

Am Stadtrand, unmittelbar an der Ems, entstand die Pfarrkirche St. Clernens, Nachfolgerin der beim Stadtbrand um 1500 vernichteten Kirche, die in der Mitte der Stadt gelegen hatte. Nachdem fast 300 Jahre hindurch Innenraum und äußeres Bild von St. Clemens nahezu unverändert geblieben waren, erzwangen die wachsende Bevölkerung und die zunehmende Pilgerzahl 1868 die Erweiterung der Kirche um ein fünftes Joch. Der alte Turm mußte dem 1891 vollendeten neugotischen Turm wcichen.

Hatten die Einwohner anfänglich hauptsächlich vom Ackerbau gelebt, so machte sich beim Anwachsen der Stadt doch das Bedürfnis nach handwerklicher Arbeit bemerkbar. Das um 1350 begonnene Bürgerbuch enthält unter den ersten 106 Bürgern bereits vierzehn Handwerker, und um die Mitte des

15. Jahrhunderts wird bereits über die Organisation des Handwerks berichtet, das sich in acht Ämtern (Zunft, Gilde) gliederte. So wie das Handwerk spielten auch die Emsmühlen im Wirtschaftsleben der Stadt eine wichtige Rolle. Schon 1137 bezeugt eine Schenkungsurkunde die Existenz solcher Mühlen, deren Kapitel erst nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschlossen wurde. Nachdem die Stadt 1802 unter preußische Herrschaft, 1804 zum Landkreis Münster, dann 1806 zum Landkreis Warendorf und 1808 zum Großherzogturn Berg gekommen war, fiel sie 1810 an das Kaiserreich Frankreich. Erneut wurde Telgte 1816 dern Landkreis Münster zugeordnet, dem es (seit 1968 mit der Gemeinde Telgte Kirchspiel zusammengelegt) bis zu dessen Auflösung Ende 1974 angehörte, Dann wurde die Stadt, nochmals erweitert um Teile der Gemeinde Westbevern, Bestandteil des neuen Kreises Warendorf.

Worin liegt nun die Besonderheit unserer liebenswerten und anziehenden Stadt? Hier ist alles Heute. Auch das Gestrige, das Vielhundertjährige. Sie lebt mit ihrer Geschichte in die Zukunft hinein.

Besonderer Dank gilt allen, die das Bildmaterial bereitstellten.

1. Die Nordostansicht von Telgte um 1840, nach einem Stahlstich der Gebrüder Esselbrügge, läßt sehr deutlich die Lage der Stadt, die 2 123 Einwohner zählte, an der Ems erkennen. Rechts im Hintergrund bewacht die Große Mühle, einer Trutzburg gleich, den Emsübergang und weist den Weg zur Pfarrkirche St. Clemens, deren Chorapsis dicht an das Emsufer heranreicht. Links davon wird der Turm der Gnadenkapelle in seiner ursprünglichen Form sichtbar. Im Vordergrund links flankiert die Kleine Mühle mit ihrem Stauwerk die Abzweigung des Dümmert mit seinem Kolk. Hinter der großen Linde am Emstor überquert die Brücke die Ems, während das langgestreckte Gebäude des St. Antoniusstiftes sich links im Hintergrund schemenhaft abzeichnet.

2. Von einem Ballon aus, den Lehrer Klaverkamp vom Knickenberg'schen Institut im Jahre 1913 führte, ist der engbebaute mittelalterliche Kern der Stadt deutlich erkennbar. Am Bildrand oben verläuft die noch völlig unbebaute Westbeverner Straße; das gleiche gilt für die Ostbeverner Straße. Insgesamt 2 679 Einwohner zählte damals die Stadt.

3. Nur das Denkmal Christoph Bernhard von Galen im Hintergrund und die trockene Krone der 'Dicken Linde' erinnern daran, daß die beiden Häuser am Münstertor liegen, da, wo die 'Dreckstraße', die heutige August-Winkhaus-Straße, einmündet. Um 1905 das typische Bild eines verträumten Landstädtchens.

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4. Die zerklüftete Linde am Münstertor, 'Marienlinde' oder auch 'Dicke Linde' genannt, hat als einzige der Torlinden die Jahrhunderte überdauert. Um sie, die auf das ehrwürdige Alter von mehr als 800 Jahren zurückblickt, rankt sich ein Kranz frommer Legenden. Eine erzählt davon, daß das Wallfahrtsbild aus dem knorrigen Stamm des Baumes herausgewachsen sei. Nur durch wiederholte 'chirurgische' Eingriffe konnte sie in ihrer heutigen Pracht erhalten bleiben. Arg zerzaust schaute sie zu Beginn dieses Jahrhunderts, von einem schützenden Gitter umgeben, auf das Münstertor.

5. Trotz der unmittelbaren Nachbarschaft der 'Dicken Linde' erweckt die 'Etikettenfabrik und Buchdruckerei' von Joseph Hansen in dieser Zeichnung aus dem Jahre 1908 fast den Eindruck einer Industrielandschaft am baumbestandenen Münstertor. Die Bäume fielen 1958 dem Straßenausbau zum Opfer. Rechts im Hintergrund raucht der Schornstein der Bettfedernfabrik Kruchen.

6. Eng stehen die Besitzungen Feldbrügge und Delsen, die spätere Gaststätte Rumphorst, im Jahre 1915 gegenüber. Hoch gewachsene Bäume säumen die Stadteinfahrt. Den Zugang zum Hagen vor dem Hause Fe1dbrügge eröffnet eine windschiefe Linde. Über das schimmelbespannte Pferdefuhrwerk hinweg streift der Bliek auf das frühere Wesselmann'sche Haus und das sogenannte 'Judenhaus' . Die Idylle läßt die Zukunft des Verkehrs an dieser Stelle noch nicht erahnen. Zu Beginn der dreißiger Jahre wurde im Einrnündungsbereich der Grabenstraße und der Ritterstraße in die Steinstraße eine Rasenfläche angelegt und diese mit einer Eiche bepflanzt, nachdem dort im Jahre 1924 das zweite Telgter Kriegerehrenmal errichtet worden war.

7. Fahnengeschmückt grüßt im Jahre 1910 das Emstor die aus Westbevern, Ostbevern und Einen kommenden Besucher. Nur die Ems im Vordergrund scheint die Zeit stillstehen lassen zu wollen. Noch verwehren die Nachbarhäuser an der Stelle, an der heute die Mariensäu1e steht, den freien Bliek auf den 'Wilden Mann'.

8. Heimkehr vom Feld am Emstor. Des Bauern Bliek auf den 'Wilden Mann' läßt den Wunsch nach einer Erfrischung erkennen. Die Bäuerin, mit der Forke vom Heuwenden komrnend, harrt der Dinge, die sich anzubahnen scheinen, während die Mutter mit dem Kind ihren Eierkorb heimzubringen sich anschickt. (Nach einem Gemälde von Professor Eimermacher aus dem Jahre 1912.)

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