Telgte in alten Ansichten

Telgte in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Melchers
Gemeente
:   Telgte
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0822-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Telgte in alten Ansichten'

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29. Behaglichkeit und Beständigkeit vermitteln die beiden Giebelhäuser neben der Gaststätte Schlautmann am Kirchplatz. Im rechten der beiden Häuser betrieb Franz Flüthe seine Uhrmacherei. Im Juli 1919 stellen sich die benachbarten Familien dem Fotografen.

30. In den Jahren 1522 bis 1557 war am Stadtrand, unmittelbar an der Ems auf dem Gelände der früheren Florenzburg, die Pfarrkirche entstanden. Der große Stadtbrand um 1500 hatte ihre Vorgängerin an der Bahnhofstraße-Königstraße (heute Berding) vernichtet. Der alte, wuchtige Wachturm der Florenzburg, im Volksmund 'Heidenturm' genannt, wurde in den neuen Kirchenraum einbezogen. Das Äußere und Innere dieser Kirche blieben fast unverändert, bis Pfarrer Heinrich Niewöhner (1867-1894) die Kirche 1868 um ein fünftes Joch nach Westen erweitern ließ. Der alte Turm mußte völlig abgerissen werden. Er wurde 1875 durch einen neugotischen Turm ersetzt, dessen schieferbedeekte Turmspitze jedoch erst 1891 endgultig vollendet werden konnte. (Entwurf des Baumeisters von Manger 1868; nach einer farbigen Steinzeichnung.)

31. Am Aschermittwoch wurde im Chorbogen der Pfarrkirchen das Hungertuch als Zeichen des Beginns der Fastenzeit aufgehängt. Heute kennt kaum noch jernand den Ursprung der Wortbilder 'Am Hungertuche nagen' und 'Schmachtlappen', die auf dieses mittelalterliche Brauchtum zurückgehen. Bis zum Jahre 1907 hing das 1623 entstandene Telgter Hungertuch, das 7,40 Meter ma14,40 Meter große Prunkstück textiler Volkskunst in Westfalen, während der Fastenzeit in der Pfarrkirche St. Clemens. 1910 wurde es an das Museum für Deutsche Volkskunde in Berlin verkauft. Von dort kehrte es 1937 zunächst als Leihgabe, im Jahre 1971 dann endgültig nach Telgte (heute im Heimathaus) zurück. Das Bild zeigt das Hungertuch in der Pfarrkirche im Jahre 1900.

32. Nach Vollendung des Umbaues und der Erweiterung wurde der Innenraum von St. Clemens nach damaliger Auffassung 'stilgerecht' wiederhergestellt. Zur modernen neugotischen Einrichtung gehörten zwei Seitena1täre, drei Chorfenster aus einer Innsbrucker Glasmalerei, die Kanzel, das Chorgestühl und die Beichtstühle sowie ein gemalter Kreuzweg. So bot sich im Jahre 1920, sieben Jahre vor der Erhebung zur Propsteikirche, St. Clemens dem Beter dar.

33. Der heutige Kardina1-von-Ga1en-P1atz, ursprünglich Standort der um 1370 angelegten Florenzburg, hatte im Lauf seiner vielhundertjährigen Geschichte manchen Sturm erlebt. In wesentlich friedlicherer Atmosphäre verlief aber die im Jahre 1903 erfolgte Pflasterung eines Teiles des Kirchp1atzes. In würdevoller Haltung schaut Pfarrer Anton Hovestadt (1894-1921), assistiert von Küster Uh1enbrock, den Pflasterern bei ihrer Arbeit vor seinem Pfarrhaus, der heutigen Propstei, zu. Sie war in den Jahren 1613 bis 1615 unter Pfarrer Melchior Sedde1er errichtet worden.

34. Es war ein weiter Weg vom 'hues unser lewen froue belde' auf dem Kirchhof der ersten Steinkirche inmitten der Stadt vor 1500, bis Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen 1654 nach den Plänen von Peter Pictorius die heutige barocke Kapelle errichten ließ. Der Raum der Kapelle - hier mit dem zeltförmigen Dach bis 1854 - in dem jetzt das Gnadenbild steht, war ursprünglich Sakristei. Von ihm führte der im Vordergrund sichtbare Gang zum eigentlichen Kapellenraurn. Im Hintergrund der alte 'Heidenturm' der Pfarrkirche. Zum Jubiläumsjahr 1854 war ernsthaft der Abriß der Kapelle beabsichtigt, um sie durch einen größeren Bau im neugotischen Stil zu ersetzen. Konservativer Sinn der Bürger und die Erinnerung an Bischof Christoph Bernhard von Galen retteten jedoch die wertvolle Kapelle. (Nach einem Aquarell von T. Emmerich, Münster.)

35. Das Telgter Gnadenbild ist die bedeutendste und größte Darstellung der Marienk1age in Norddeutschland. Über Ursprung und Herkunft des Bildes liegt sagenhaftes Dunkel. Die volkstümlichste Legende berichtet, daß es aus der über 800jährigen 'Dicken Linde' am Münstertor herausgewachsen sei. Kunstkenner verlegen seine Entstehung in die Zeit um 1370. In einer Urkunde des Telgter Pfarrarchivs aus dem Jahre 1455 wird das Gnadenbild erstmalig in Te1gte erwähnt. Der Kupferstich aus dem ältesten Telgter Gebetbuch um 1660 zeigt die Pieta zwischen der Pfarrkirche St. Clemens und der Gnadenkapelle.

36. Das Telgter Gnadenbild im Festschmuck des Jubiläumsjahres 1754. Unten werden die Ansicht der Stadt Telgte mit der alten Pfarrkirche und der Gnadenkapelle wiedergegeben. (Nach einem zeitgenössischen Kupferstich von Klauber, Augsburg.) 1854 erfuhr das Gnadenbild irn Widerspruch zur ursprünglichen Gesarntkonzeption eine Änderung. Bis dahin hatte der rechte Arm Christi senkrecht nach unten gehangen. Im Lauf der Jahrhunderte hatten Millionen von Wallfahrern ihn mit der Hand und mit Wallfahrtsandenken 'angerührt', so daß er erneuert werden mußte. Der Arm wurde nun waagerecht in den Schoß gelegt.

37. Das Innere der Kapelle wurde wiederholt geändert. 1892-1894 war der Innenraum neu gestaltet, die untere Hälfte der Wände mit neuromanischen Kacheln bekleidet und die obere Hälfte und die Kuppel mit farbigen Bildern ausgemalt worden. Dazu kamen sechs große, auf Kupferplatten gemalte alte Wandbilder mit der Darstellung der sieben Schmerzen Mariens. In den Jahren 1958-1959 erhielt die Kapelle ihr jetziges Gesicht.

38. Das Jubeljahr 1904 bildete den Höhepunkt der Säkularfeiern. Am 3. Juli 1904 nahm der Kölner Kardinal Fischer unter Assistenz zahlreicher Bischöfe die von Papst Pius X. angeordnete Krönung des Gnadenbildes auf dem Marktplatz vor. Dort war eigens ein großer festlicher Krönungstempel aufgebaut worden. Die symbolische Handlung brachte dem Telgter Heiligtum die höchste kirchliche Ehrung: die Einreihung unter die von Rom anerkannten und feierlich beglaubigten Gnadenbilder aus aller Welt.

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