Teutschenthal Band 3 damals und heute

Teutschenthal Band 3 damals und heute

Auteur
:   Margarete und Helmut Gerlach
Gemeente
:   Teutschenthal
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6732-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Teutschenthal Band 3 damals und heute'

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39. Die Umzüge des Teutschenthaler Carnevals Club e.Y. sind heute wesentlich größer. Viele Bürger und Gäste erleben mit Begeisterung 30 bis 40 Schaubilder, die von 400 bis 500 Narren und Schelmen gestaltet werden. Fûr die Session 2003 wurde bei der Schlüsselübergabe am

11.11. das Motto ausgegeben: "Ieutschenthal, wie es sin(k)gt und lacht.' So wurden politische und urnweltbezogeneAkzente gesetzt. Letztlich überwiegt bei den Faschingsparolen das närrische Prinzip, den Schwierigkeiten mit Humor und Frohsinn zu trotzen. Es sind die

bunte Kostümierung, die typische Teutschenthaler Karnevalsmusik, der Regen van Konfetti und Bonbons, das Ausreichen von diversen Getränken in Fläschchen, Dosen und Bechern sowie der oft erschallende Schlachtruf "Ieutschenthal Allah', die die große Schau des TCC prägen.

Umgestülpte Schirme dienen als Bonbonfànger.Viele Zuschauer am Straßenrand tragen Pappnasen und Ulkhüte. Ihre Gesichter sind oft bemalt, und immer wieder wird gefragt: 'Wer ist denn das?'

40. Die Ansichtskarte aus den sechziger [ahren vermittelt etwas von dem schönen Ausbliek, wenn man vom Gasthof'Würdenhof' den Schafberg hinauf nahe am Abhang den Weg zum Friedhof in 'Ieutschenthal-Mitte ging. Man konnte weit in die KarlIohn-Straße und FriedrichHenze-Straße schauen. Am Horizont waren der Wasserturm und derTurm der Kirche St. Laurentius in Teutschenthal-West zu sehen. Hinter den Pappeln war freies Feld. Die Schornsteine und die Osthalde des Kaliwerks sind schwach zu erkennen. Das Haus mit dem Dacherker, das im [ahre 1960 an der Märkerstraße erbaut wurde, ist im linken und rechten Bild sichtbar. Mit der Bebauung

des Schafberges ist der Weg verloren gegangen. Es war eine schöne Aussicht vom Schafberg über fast ganzTeutschenthal und bei klarem Wetter weit in den Saalkreis und ins Mansfelder Land.

41. Mitte der neunziger Iahre begann die Erschließung des Wohnbebauungsgebietes am Kopfweg bis zur Freifeldstraße. Bis heute sind fast 400 Ein- und Zweifamilienhäuser erbaut worden. Eine Reihe Häuser ist unterkellert. Die Größe der Gärten in den privaten Hausgrundstücken ist unterschiedlich, wobei die größten Gärten erwa 500 m' Fläche haben. Indem die gepflanzten Bäume und Sträucher wachsen und die Häuser mit Blumen und Stauden geschmückt werden, entsteht eine freundliche und begrünte Wohnsiedlung. Da es nicht weit zur Ortsmitte ist, sind zusätzliche Versorgungsein richtungen, Kaufhalle u.a. nicht erforderlich. Für die

Benennung der neuen Straßen sind in Fortsetzung der seit 1 983 bestehenden Goethestraße und Schillerstraße Namen von bedeurenden Personen derVergangenheit aus Kunst und Geschich-

te ausgewählt worden. Das ist hilfreich zur Orientierung im noch wenig bekarmten Wohngebiet.

42. In den dreißiger [ahren wurde am Schafberg eine neue Sandgrube erschlossen. Die Anwohner Lüpkemeier, Arndt, Köhler u.w. an der Halleschen Straße nutzten das Sandvorkommen in ihren Grundstücken am Schafberg, der mit seinem nordwestli chen Abhang nahe an die Häuser heranreichte. Die Abtragung des Sandes, wie im Bild zu sehen, erfolgte 50-

60 m in den Berg hinein. Der abgeschaufelte Sand lieferte durch Absiebung alle Arten vom feinsten Formsand bis zum groben Betonkies. Auf einem etwa 100 m langen Gleis wurde der Sand in Loren zur Straße gebracht und von oben auf bereitstehende Fuhrwerke oder LKW ge-

kippt. Hauptabnehmer waren die Baustellen in Nietleben und Dölau, wo für die Wehrmacht Kasernen, die Heeresnachrichtenschule und der Militärflugplatz sowie das Waldkrankenhaus Dölau als

Lazarett für die Luftwaffe entstanden. Die Fahrzeuge von Paul Rexhaus waren laufend im Einsatz. Nach dem Krieg führte er mit seinem Holzvergaser-Aufsatzwagen auch Schülerausflüge durch. Viele

erinnern sich an den Anblick der Rüster und des Turmes der Kirche St. Viti, wenn sie entlang des Schafberges zum Friedhof gingen.

43. Am bebauten südwestli ehen Abhang des Schafberges mit sichtbaren Terrassenstufen wuchsen vor langer Zeit Weinreben. Es sind dort noch einige von einer Reihe Maulbeerbäumen zu fmden, die vor dem Zweiten Weltkrieg arn Weg zum Friedhof gepflanzt worden sind. Die Blätter dieser Bäume sind in der Seidenraupenzucht für die Fütterung der Raupen bis zur Verpuppung in Kokons verwandt worden. Die Seidenkokons, aus deren Naturseide Fallschirme, Gazen u.a. hergestellt wurden, hatte die Schuljugend neben Altpapier. Knochen und Lumpen für die Kriegswirtschaft mit aufzubringen. Am Schafberg war im Krieg ein Bunker für

Funktechnik von der Luftwaffe gebaut worden. Ferner sind mannshohe überdeckte Luftschutzgräben zwecks Zuflucht bei Fliegeralarm entstanden. Bei Ausgrabungen Ende des 19. [ahrhunderts

fand das Museum für Vorgeschichte Halle zwei Grabhügel mit Resten von Urnen, Skelettstücken und Gegenständen, die aus der Bronzezeit stammten. Nach dem Sandabbau verblieb den

Anwohnern viel Freiland. Hier sind jetzt Nutzgärten mit Bäumen und schöne idyllische Gartenbereiche (s. Bild).

44. Das Haus gehörte zum Gutshof Kurt Merker an der Straße des Friedens. Der Betrieb wurde mit 28 ha Nutzfläche bis zur Enteignung im [ahre 1952 bewirtschaftet. Nach einigen [ahren entstand auf dem Hof und in den Gebäuden ein MTS-Stützpunkt mit Garagen, Maschinenhallen und Werkstätten. Er wurde von der Groß-lPG Teutschenthal übernommen, die 1958 durch Zusammenschluß der drei lPG in Teutschenthal-Ost, -Mitte und -West entstanden war. Alles wurde in den neuen Technikstützpunkt überführt, den die Groß-lPG Mitte der sechziger Iahre Am Busch aufgebaut hatte. Einige [ahre ungenutzt, baute dann der Rat der Ge-

meinde in Merker's Hof einen neuen Dienstleistungsbetrieb auf. Dieser Betrieb hatte bis zurWende viele kommunale Aufgaben, wie Müll- und Fäkalienabfuhr, Straßenreinigung, Winterdienste und

Transporte für Industrie und landwirtschaft. Nach der Wende erfolgte die Privatisierung, inzwischen sind die Wirtschaftsgebäude verfallen. Mietwohnungen im Wohnhaus wurden bis 1996 ge-

nutzt, jetzt steht das Haus vor demAbriß.

45. Im [ahre 1931 erwarb Herrmann Einfûhr den Bauernhof an der Hauptstraße 4 (heute Eisdorfer Straße 5) in Eisdorf. Für die Feldwirtschaft mit 35 ha Nutzfläche und die Tierhaltung von 35 Milchkühen einschließlich Jungvieh sowie von etwa 50 Schweinen incl. Zuchttieren waren 10 bis 1 2 Arbeitskräfte erforderlich. Ferner standen

3 pferde und ein Traktor zur Verfügung. Nach der Zeit der LPG führt Henner Einführ den Familienbetrieb in 5. Generation nur mit Pflanzenproduktion auf 500 Hektar incl. Pachtland fort, wozu

3 Arbeitskräfte ausreichen. Mit vier 'Iohn Deere' Traktoren (170-230 PS), modernen Pflügen, drei Drillmaschinen mitWerkzeugen zur Saatbett-

bereitung, einem Spritzgerät für Pflanzenschutzmittel und Flüssigdünger und einem Mähdrescher ist die Produktion von Getreide, Körnermais, Raps und Zuckerrüben weitgehend mechanisiert. Stroh,

Maisrückstände und Rübenblatt werden in den Boden eingearbeitet. Eine Halle für Maschinen und Lagerboxen mit Belüftungstrocknung sichert hohe Qualität beim Verkauf der Körnerfrüchte.

46. Die Mähbinder verdrängten bereits in den dreißiger [ahren die Schnitterkolonnen vornehmlich aus Osteuropa, die im Sommer auf großen Feldern der Rittergüter, Domänen und sonstiger landwirtschaftlicher Großbetriebe das reife Getreide mit der Sense mähten. Das war ein großer Fortschritt, indem das Mähen mechanisiert wurde und das Abraffen des Getreideschwades hinter jedem Schnitter sich erübrigte. Damit entfiel das manuelle Binden unzähliger Getreidegarben am Boden von früh bis abends, eine Erleichterung für viele Landarbeiterinnen. Der abgebildete Mähbinder, der von drei pferden gezogen wurde, hatte ein Bodenantriebsrad, von dem mittels Zahnradketten Schneidwerk, Fördertücher, Bindeapparat

und Garbenauswerfer angetrieben wurden, Mit der Zeit wurden größere Binder mit breiterem Schneidwerk hergestellt, die von Traktoren mit Zapfwellenantrieb gezogen wurden und höhere Flächenleistung hatten. Nach der Aberntung mit dem Binder erfolgte das Aufstellen der Getreidegarben in Puppenreihen.

47. In der Gelbreife des Getreides begann die Ernte mit den Mähbindern. Das Getreide wurde bei schönem Wetter in kurzer Zeit schnell vollreif bzw. totreif. Dann traten erhöhte Ähren- und Körnerverluste auf. Deshalb begann rechtzeitig die Getreidemahd. In den Getreidepuppen konnte das Erntegut genügend austrocknen und nachreifen. Erst dann wurde Garbe für Garbe mit 'Rehgabeln' auf Erntewagen geladen. Diese fuhren vollbeladen (s. Bild)

in Scheunen oder zu Druschplätzen (s. Bd. 1. Bild 40). Viel Niederschläge im Sommer konnten die Getreideernte erheblich verzögern. So kam es zu Schimmelbildun gen und Körnerauswuchs

in den Getreidepuppen. Geschädigte Körner von Brotgetreide fanden ggf. nur als Futtergetreide Verwendung, was zu starken finanziellen Einbußen führte. In der arbeitsarmen Winterzeit waren da-

mals die Dreschmaschinen beim Ausdrusch des in den Scheunen lagernden Getreides zu hören.

48. Seit 1969 haben sich die blauweißen Mähdrescher

E 5 1 2 über zwei [ahrzehnte bei der Ernte der Getreideund Körnerfrüchte in den LPG und VEG erfolgreich behauptet. Ihnen folgte die Strohbergung für die Tierhaltung. Die Maschinen für die Getreideernte baute das VEB Kombinat 'Fortschritt' Neustadt I Sa. Seit den neunziger [ahren sind neben anderen Typen die bewährten 'Claas' Mähdrescher im Einsatz. Mit 3-3,5 ha Flächenleistung je Stunde ernten sie das Doppelte wie der MD E 512. In der klimatisierten und staubfreien Kabine kann sich der Fahrer voll auf die Funktion des Mähdreschers konzentrieren. Schnitthöhe und Has-

peldrehzahl werden automatisch geregelt. Die volle Ausnutzung der Schnittwerksbreite ist bei der autornatischen Lenkung gesichert. Beim Ausdrusch werden fast alle Körner gewonnen. Mit Hilfe eines Bordcomputers kann der Fahrer optimale Arbeitsqualität und Durchsatzleistung erreichen. Das Stroh wird kurzgehäckselt auf den Stoppelacker verteilt, da hier und in der näheren Umgebung keine Viehherden bestehen.

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