Teutschenthal in alten Ansichten Band 1

Teutschenthal in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Margarete Gerlach
Gemeente
:   Teutschenthal
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6355-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Teutschenthal in alten Ansichten Band 1'

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19 Die ehemalige Stellmacherei Friedrich war vier Generationen im Besitz der Familie. Der Urgroßvater des letzten Stellmachermeisters Alex Friedrich, [ohann Christian Müller, hatte das Anwesen, das höchstwahrscheinlichimJahre 1807 gebaut wurde, als Häuslerstelle mit Räucherhaus und Stall erworben. Die Tochter Christiane wurde später von Stellmachermeister Louis Friedrich geheiratet, der dadurch in zweiter Generation Besitzer des Grundstücks wurde. In erster Linie sind Ackerwagen gebaut und repariert worden. Oft standen vor dem Hause an der Querfurter Straße (heute Friedrich-Henze-Straße Nr.

6) die großen Wagenräder. Ferner wurden alle möglichen Aufträge der Bevölkerung entgegengenommen und ausgeführt. In der kalten Jahreszeit merkte man öfters draußen am aufkom-

menden Räuchergeruch, daß hier oder auch in weiteren Räuchereien des Dorfes Würste, Schinken und Speckseiten von hausgeschlachteten Schweinen im Rauch hingen. Dazu wurde

der Späneabfall aus der Stellmacherwerkstatt verwandt.

20 Ebenfalls im Hof der Stellmacherei Friedrich befand sich diese alte Wäscherolle, von denen es mehrere im Dorf gab. Hier konnten die Hausfrauen für ein paar Pfennige bis zum [ahre 1985 ihre Wäsche rollen. Keine noch so moderne Haustechnik vermag die Wäsche so zu glätten und besonders der Damastwäsche einen solchen seidigen Glanz zu verleihen wie diese alten mit Steinen beschwerten Kastenrollen. Dazu entströmte der frisch gerollten Wäsche ein besonderer typischer Duft, wahrscheinlich mitverursacht durch das Holz.

21 Der Gasthof'Zum Würdenhof' des Gastwirtes Max Lange hatte wie auch andere Gaststätten im Ort viel Zuspruch. Hier verkehrten Sportler, Feuerwehrleute und Vereine. Der Arbeitergesangverein pro bte im Vereinssaal und auch im Gasthof'Zur Sonne' an der Querfurter Straße (jetzt Friedrich-Henze-Straße Nr. 41). Der Gesangverein 'Arion ' probte im Gasthof von Karl Prinz (heute Getränkestützpunkt in der Friedrich-Henze-Straße Nr. 17). Es waren zumeist Gewerbetreibende, Geschäftsleute und Lehrer. Ähnlich zusammengesetzt war der Chor 'Harmonie', der sich im 'Goldenen Ring' bei

Gastwirt Schumann traf. In Lehmanri's Gaststätte 'Zum Stern' an der Großen Mittelstraße (jetzt Karl-John-Straße Nr. 16) wurde niemand abgewiesen, wenn er übernachten wollte und kaum

bezahlen konnte. Die Gaststätten 'Zur Weintraube' und 'Zur Post' lagen sich schräg gegenüber und hatten immer Gäste. Zu erwähnen ist ferner das Restaurant 'Zum Bürgergarten' , das bis in die

dreißiger [ahre an der KarlJohn-Straße Nr. 1 gegenüber der alten Schule geöffnet hatte.

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22 Im Hause des Uhrmachermeisters Karl Hohmann, später Drogerie Barth, gründeten am 25. April 1885 sieben junge Turner aus Teutschenthal den '[ahn'schen Turnverein zu Teutschenthal' . Mit den ersten Turnübungen an der Torstange im Hof der Gaststätte Rosch, die später alte Schule an der Großen Mittelstraße (jetzt Karl-JohnStraße Nr. 2) war, sah man sich auf den Spuren des großen Vorbildes der Jugend: Friedrich Ludwig [ahn. Später verlegte man die Turnübungen vom Freien in den Saal des Würdenhofes, (später Kinosaal und heute Diskothek) und war noch in Sälen anderer

Gaststätten. Besonders der Turnfreund Otto Dittmar setzte sich dafür ein, daß der Bau einerTurnhalle an der neuen Pestalozzischule in den Plan aufgenommen wurde. Die Mittel des Kreis-

fonds 'Hilfe für die Jugend' vom [ahre 192 9 wurden dafür zur Verfügung gestellt. Weitere Turnfreunde, wie Otto Graf, Paul Marx und Wilhelm Hesselbarth, gaben dem Turnverein in der

Zeit zwischen den beiden Weltkriegen das Gepräge bei Kreis-, Gau- und Bundesturnfesten und bei Arbeiterolympiaden.

23 Das linke Bild oben zeigt den Gasthof'Zum weißen Roß' an der Querfurter Straße (heute Friedrich- Henze-Straße Nr. 61). Er war wie der Gasthof 'Zum goldenen Ring' eine Ausspannung für Fuhrwerke. In den fünfziger [ahren fanden noch Tanzveranstaltungen statt, dann war dort im Saal die Landeskirchliche Gemeinschaft. Rechts oben ist Werner's Gut in der Halleschen Straße (jetzt AlbertHeise-Straße 57) zu sehen, das einst zu den großen Bauernwirtschaften des Ortes zählte. Links unten das erste Haus wurde 1989 abgerissen. Die beiden Häuser daneben sind 1934 aufgestockt worden, das vierte

Haus ist die ehemalige alte Schule, heute Wohnhaus in der Albert-Heise-Straße Nr. 16. Rechts unten im Vordergrund befindet sich die Buchbinderei und Buchhandlung Otto Thieme mit

gegeben und verkauft. Bereits vor der Jahrhundertwende konnte man hier die ersten Bücher ausleihen.

der alten Linde davor, die viele [ahre das Ortsbild mitbestimmte und 1973 gefällt wurde.Von dieser Buchhandlung wurden die meisten alten Postkarten mit den Ortsansichten heraus-

24 Der Gasthof'Zur Weintraube' befand sich in einem Hause von Bolles Hof an der Halleschen Straße (heute Albert - Heise-Straße Nr. 1, 'Linden-Apotheke'). Dieser war im vorigen [ahrhundert ein Bauernhof. Vor dem [ahre 1900 entstand im Hof eine Brauerei, deren Schornstein hoch über die Dächer hinausragte und erst in den sechziger [ahren von der Feuerwehr abgetragen wurde. Viele [ahre waren jung und alt bei Wirtin Martchen Bolle zu

Gast und bezahlten je großes Glas helles Bier 25 Pfennige und aßen für 50 Pfennige eineTerrine Wurstsuppe mit Nudeln zur Schlachtezeit oder konnten das ganzeJahrüberfür 1.20 RM je Portion Eisbein mit Sauerkraut bestellen. Zuweilen erklang auch Klaviermusik. Über zwanzig [ahre fuhr Gustav Voigt das Brauereibier mit dem Fuhrwerk aus. Viele holten sich auch im Straßenverkauf das beliebte Braunbier oder die Brauseschorle. Vom [ahre

Pfennige und von Kindern 20 Pfennige Eintritt kassierte.

1 930 an wurde in einem Hofgebäude ein Kino mit 140 Sitzplätzen betrieben. Frau Martha Heine (98 [ahre) erinnert sich, daß sie über zehn [ahre von Erwachsenen 1 Mark bzw. 80

251mJahre 1912 kaufte Julius Malk aus Gerbstedt diese Bäckerei an der Halleschen Straße Ci etzt AlbertHeise-Straße Nr. 14) und ließ sich in Teutschenthal nieder. Seine Tochter Elisabeth heiratete im [ahre

1933 Herrn Richard Bollack. Als ausgebildeter Kaufmann erlernte er hier erst den Beruf des Bäckers und erlangte schon im [ahre 1936 den Meisterabschluß und damit die Berechtigung zur Lehrlingsausbildung. Als Karl Merkle in den [ahren von 1939 bis 1942 bei Meister Bollack lernte, fuhr er wie alle Lehrlinge des Mansfelder Seekreises mit dem Fahrrad einmal wöchentlich zur Berufsschule,

die sich im sogenannten Schlößchen in Oberröblingen befand. Der Unterricht begann um 13.00 Uhr und dauerte fünfbis sechs Stunden. Zuvor wurde einen halben Tag im Lehrbetrieb

gearbeitet. Für alle Handwerksberufe galt laut Lehrvertrag, daß der Lehrling bei freier Kost und Unterbringung im ersten Lehrjahr 1 RM, im zweiten 2 und im dritten Lehrjahr 3

RM pro Woche erhielt. Bei guten Leistungen des Lehrlings konnte es auch etwas mehr sein.

l6 Hier ist ein altdeut scher Backofen zu sehen, mit dem einst in der seit dem [ahre 1888 bestehenden Bäckerei Boltze an der Querfurter Straße (heute Friedrich - Henze-Straße Nr. 39) gebacken wurde. Das Vorheizen mit Holz und Kohle dauert sechzig bis neunzig Minuten. Der Backraum erreicht eine Innentemperatur von lSO bis zso-c. Nun werden ungefàhr hundert Teiglinge in drei Partien aller drei Minuten in den Herd mit etwa 5 m? Backfläche gebracht. Die drinnen befindlichen Brote müssen nach hinten weitergeschoben werden, wo die Backtemperatur etwas niedriger wird. Das Ganze,

auch Vorbacken genannt, dauert ungefähr neun Minuten. Bei Ablassen von Heißluft mittels Schiebern sinkt die Temperatur auf 180 bis lOO°e. Nun folgt in fünfzig Minuten das Aus-

einflussen. Noch heute nutzt Meister Rodau in Teutschenthal-West einen derartigen Ofen mit zwei Backherden.

backen, dann werden etwa hundert fertige Dreipfundbrote herausgenommen. Regulierung der Backtemperatur und Variieren der Zeit erlauben, Geschmack und Güte des Brotes zu be-

27 Auf dieser Fliegeraufnahme vom Zentrum Unterteutschenthals erkennt man ganz oben die neuerbaute Siedlung am Wiesenweg (jetzt Maerkerstraße und August - Bebel- Hof) . Rechts davor ist die sogenannte Backhauswiese mit dem ursprünglichen Verlauf der Würde zu sehen. Hier entstanden Anfang der dreißiger [ahre der Sportplatz und das Freibad. Links im Bild sehen wir das ehemalige Vogel'sche Gut in seiner Gesamtheit als viereckiges Bauerngehöft, von dem heute noch das Wohnhaus und ein Stallgebäude vorhanden sind. Das ehemalige Rudloff'sche Gut befindet sich links unten. In der Mit-

te des Bildes ist die Post und etwas weiter unten die alte Schule mit dem Schulhof an der Kabel (jetzt Karl-JohnStraße) zu erkennen. Oben rechts verläuft die Hallesche Straße (jetztAlbert-Heise-

Straße) und nach unten ein Teil der damaligen Bergstraße (j etzt Feldstraße ).

28 Nach zweijähriger Bauzeit feierte Teutschenthal im Iahre 1929 die Einweihung der Pestalozzischule und der neuen Siedlung am Wiesenweg. Diese neue, im Bauhausstil von Architekt Trommler aus Gera errichtete Schule erregte großes Aufsehen nicht nur in der regionalen Presse, sondern auch in der Berliner Illustrierten und in anderen Zeitungen. Die achtklassige Schule mit Turnhalle, zwei Schulhöfen, mit einer Berufs- und Hauswirtschaftsschule im Kellergeschoß sowie einem Badebecken und Duschanlagen für die Schüler galt als beispielgebende Bildungseinrichtung auf dem Lande. Die Turnhalle

war als Mehrzweckraum mit Bühne und Empore ausgestattet. Sie diente als Sportraum, als Aula und Versammlungsraum, wurde aber auch zu musikalischen Veranstaltungen und Thea-

teraufführungen für die Bevölkerung genutzt. Mitte der achtziger [ahre ist die Schule unter Denkmalschutz gestellt worden.

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