Teutschenthal in alten Ansichten Band 1

Teutschenthal in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Margarete Gerlach
Gemeente
:   Teutschenthal
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6355-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Teutschenthal in alten Ansichten Band 1'

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29 Die Einrichtungen der Unterrichtsräume in der Pestalozzischule entsprachen anfangs den Vorstellungen des Bauhauses. Das Mobiliar wurde hauptsächlich von der ortsansässigen Tischlerei Höschel angefertigt. Den damaligen Reformgedanken folgend sollte mit den Rundtischen der Unterricht des Lehrers vom Pult frontal zur Klasse aufgelockert werden. An jedem Tisch saßen drei Schüler. Da der Lehrer aber, selbst wenn er zwischen den Tischen hindurchging, nicht alle im Auge haben konnte, ließ die Verständlichkeit des Unterrichts und die Aufmerksamkeit der Schüler zu wünschen übrig. Deshalb kehrte

man nach einigen [ahren zur ursprünglichen Aufstellung von Klassenbänken, von denen alle Schüler zum Lehrer schauen konnten, wieder zurück.

30 Die Schüler sitzen in den Klassenbänken mit jeweils zwei Klappsitzen. Es gab auch Bänke mit drei oder vier Sitzen. Der Lehrer konnte beim Unterrichten zwischen den Bankreihen hindurchgehen. So blieb man auch in der neuen Pestalozzischule bei der üblichen Unterrichtsweise mit dem Blick aller Schüler zur Wandtafel und zum Lehrerpult. Die Aufnahme zeigt Lehrer Kurt Hölzer beim Unterrichten. Er war ein guter Beobachter in der Natur und leidenschaftlicher Sammler. Besonders in den [ahren nach dem Ersten Weltkrieg stellte er selbst Präparate und Anschauungsmittel vor allem von

Schmetterlingen und Käfern her, um den Unterricht naturverbunden und interessant zu gestalten.

3 1 Der Blick vom Dach derTurnhalle umfaßt das Planschbecken, einen der beiden Schulhöfe und einen Teil der hinteren Siedlung am Wiesenweg (heute August-Bebel-Hof). Mit dem gesamten Siedlungskomplex wurden vierundvierzig Wohnungen für die Bevölkerung zu Mietpreisen von 31,- bis 40,- RM geschaffen, um die Wohnungsnot zu mildern. Für die Mieter baute man Waschräume, Wannenbäder und Trockenböden zur gemeinsamen Nutzung. Im Keller des Gemeindeamtes, das bis heute in einem vorderen Wohnkomplex seinen Sitz hat, befanden sich vier öffentliche Wannenbäder für die Dorf-

bevölkerung. Wegen der ungewöhnlichen Bauweise mit den flachen Dächern fand der Volksmund für die Siedlung die Bezeichnung 'Neu-Ierusalem'. Die Einmaligkeit des frühen sozia-

len Wohnungsbaus auf dem Lande im Bauhausstil bewog das Landesamt für Denkmalpflege, die Siedlung ebenfalls unter Denkmalschutz zu stellen.

32 Die im [ahre 1929 neugebaute Pestalozzischule im Bauhausstil wurde Ende der dreißiger [ahre mit einem Spitzdach versehen. DurchAusbau des Dachgeschosses schuf man weitere Lehrerwohnungen. Anfang der dreißiger [ahre entstanden das im Vordergrund befindliche Freibad und der dahinterliegende Sportplatz. Die unmittelbare Nähe dieser Einrichtungen zur neuentstandenen Schule und Siedlung war sehr günstig für die Durchführung des Schulsports und aktiver Freizeit beschäftigungen. Das Ganze war in der damaligen Zeit beispielhaft für den ländlichen Raum. Es galt als Standardleistung der

Architekten und der einheimisehen Handwerker, von denen sämtliche Arbeiten außer der Eisenkonstruktionen ausgeführt wurden, und wurde vor allem auch als eine vorbildliche Lei-

stung kommunaler Selbstverwaltung anerkannt.

33 In dem intensiven Bemühen, weitere Möglichkeiten für den Breitensport und die Gesunderhaltung aller Menschen im Ort zu schaffen, stimmte die Gemeindevertretung am 10. September 1924 einmütig einem Antrag für die Einrichtung eines Gemeindebades zu. Mit einer mehrseitigen Denkschrift von Gemeindesekretär Böttge, Lehrer Glaser und Doktor Frey wandten sich Gemeindevorstand und Baukommission an die Bevölkerung und warben für ein Schwimmbad. Anlaß, die Sache zu beschleunigen, gab ein bedauerlicher Badeunfall im sogenannten

Musikantenteiche am Bahnhof. Nach fast zweijähriger Vorarbeit wurden die Bauaufsicht und die Anfertigung der Entwürfe dem Tiefbauamt des Mansfelder Seekreises übertragen. Als

der fünfziger [ahre erfreute es sich großer Beliebtheit.

Standort wählte man die Backhauswiese, die im Bild Nr. 27 in ihrer ursprünglichen Gestalt zu erkennen ist. Im [ahre 1930 konnte das Bad eröffnet werden. Bis zu seiner Schließung Anfang

34 Alljährlich wurden von den Lehrern in der schönen Jahreszeit Ausflüge mit den Schülern in die nähere Umgebung unternommen. Auf dem Foto sehen wir mehrere Klassen auf Fuhrwerken des zu den Wentzel'schen Betrieben gehörenden Rittergutes Haus Würdenburg in Unterteutschenthal. Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges fuhren die Kutscher an einem solchen Tag mit den Kindern, die auf den eingelegten Sitzbrettern in den Ackerwagen Platz genommen hatten, früh von der Schule ab. Bei Pferdefuhrwerken in Kolonne galt stets eine bestimmte Rangordnung, wobei der beste Kutscher mit

den besten zwei Pferden an der Spitze fuhr. Das Ziel war meistens der Vergnügungspark Knoll's Hütte in der Dölauer Heide. Beliebt waren auch die Schulwanderungen, die dorthin immer

wieder unternommen wurden.

35 Auf der Postkarte vom [ahre 1929 sehen wir oben links die Privatschule an der Halleschen Straße Nr. 27. Diese wurde im Ersten Weltkrieg in einem Grundstück des Gärtnereibesitzers Pröschel in Unterteutschenthal als Familienschule ins Leben gerufen. Im [ahre

1 92 2 zog die Schule in das von Oberamtmann Carl WentzeI zur Verfügung gestellte Gebäude (früher Meißner's Gasthof'Fortuna') um. Hier erfolgte von drei Lehrkräften die Ausbildung der Schüler für die Aufnahme in die Obertertia einer Höheren Schule. Nach ihrer Auflösung im [ahre

1 938 diente das Schulgebäude als Wohnhaus. Nach

demAbriß im Iahre 1980 entstand auf dem Grundstück ein Eigenheim. In der Mitte sehen wir Werner's Gut. Rechts oben im Bild befindet sich der 'Goldene Ring' , dem sich das Haus

des Kupferschmiedemeisters Carl Nathan anschließt (heute Firma Gleißner). Unten links erkennen wir die Kohlen- und Kolonialwarenhandlung Otto Hey. Die Große Mittelstraße

(heute Karl-John-Straße) gilt als erste Dorfstraße des Ortes.

361m oberen Bild ist das Wohnhaus des Unternehmers Gustav Brauns sen. an der Halleschen Straße (jetzt Albert-Heise-Straße Nr. 31) in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zu sehen. Im Hof dahinter befand sich die Stahlbauschlosserei, in der ungefähr zehn Schlosser und Schmiede arbeiteten. Viele [ahre wurden handgeschmiedete Gartenzäune

und Grabstellengitter, Türausrüstungen und Beschläge hergestellt. Das Schmieden am Amboß war täglich zu hören. Solide Arbeit in guter Qualität sicherte stets genügend Aufträge von anderen Handwerkern oder Bauern hinsichtlich Reparaturen und handwerklichen Anfertigungen. Das untere Bild zeigt Stahlbauingenieur G. Brauns sen. (in der Mitte)

und den langjährigen Werkstattmeister Otto Hesselbarth (rechts) bei Schweißarbeiten. In den dreißiger [ahren schuf man in Leuna einen zweiten Betriebsteil für die Konstruktion und Außenmontage von Stahlbauausrüstungen mit bisweilen dreißig bis fünfzig Beschäftigten. Im [ahre 1972, in dem Gustav Brauns sen. verstarb, schlossen die

staatlichen Organe der DDR die Firma Brauns, deren Vorfahren über dreihundert [ahre im Ort ansässig waren.

37 So sah der untere Teil der Halleschen Straße in

den zwanziger [ahren aus. Auf der rechten Seite vorn befand sich das Wohnhaus der ehemaligen Gärtnerei Stolze, die bis Ende der fünfziger [ahre bestand. Dahinter steht Schwenke's altes Haus, das im vorigen [ahrhundert als Schule diente. Dann folgen das Haus OchseiPallas und das Haus des Bauunternehmers Henze, beide noch in ihrer ursprünglichen Form. Dahinter ist das große Haus von Klempnermeister Schulze, in dem sich auch ein Laden befand. Danach folgt das Wohnhaus der Firma Gustav Brauns und dahinter schließlich das sogenannte

Alte Gut, das inzwischen abgerissen wurde. Die beiden vorderen Häuser auf der linken Straßenseite existieren seit Mitte der achtziger [ahre nicht mehr.

38 Die Kirche St. Viti in Unterteutschenthal wurde vom Kloster Kaltenborn bei Emseloh gegründet und im [ahre 1129 geweiht. Nach starker Beschädigung im Dreißigjährigen Krieg begann im [ahre 1740 der Wiederaufbau. Die Trothaer, die als Grund-, Erb- und Gerichtsherren die Schutzherrschaft inne hatten, ließen die Kirche um den Altarraum erweitern und den Nordflügel mit Patronatsstuhl anbauen. Der übrige Wiederaufbau mußte von der Gemeinde erbracht werden. DerTurm erhielt Mörtelputz und den Turmhelm. Der Glockenstuhl wurde irn Iahre 1783 erneuert. Von den ehemaligen alten Glocken ist nur noch die große Glocke mit einem Durchmesser von 1,20 Meter vorhanden. Sie besitzt eine hohe Klangrein-

heit. Die beiden anderen Glocken sind im Krieg eingeschmolzen worden. Im Kellergewölbe der Kirche befand sich die Grablege derTrothaer. Beim Einbau der Gasheizung in den fünfziger [ahren wurden die Särge mit den sterblichen Überresten entfernt. Die Kirche St. Viti war bis in die jüngste Vergangenheit die Hauptkirche von Teutschenthal.

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