Teutschenthal in alten Ansichten Band 1

Teutschenthal in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Margarete Gerlach
Gemeente
:   Teutschenthal
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6355-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Teutschenthal in alten Ansichten Band 1'

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39 Auf diesem Foto von einem Trauerzug im [ahre 1934 ist das damals übliche Bild bei Beerdigungen zu sehen. Viele der Verstorbenen wurden von zu Hause aus bei Glockengeläut durch das Dorfzum Friedhof begleitet. So erkennen wir zahlreiche Trauergäste und Dorfbewohner, die das letzte Geleit gaben. Dabei waren oft Vereine, Feuerwehr, Zünfte und andere Organisationen, denen der Tote angehört hatte. Nicht selten ging die Feuerwehroder die Bergmannskapelle mitTrauermusik voran, und sie spielten auch am Grab. Nachdem der Verstorbene zur letzten Ruhe gebettet war und die Kapelle auf

dem Heimweg den Friedhof verlassen hatte, war es Brauch, die Melodie anzustimmen: 'Freut euch des Lebens .. .' - wie wahr!

40 Das Gasthaus 'Zum goldenen Ring' befand sich in der Halleschen Straße unmittelbar neben der jetzigen Firma Gleißner (früher Kupferschmiedemeister C. Nathan).Anfang des 18. Jahrhunderts dienten der 'Goldene Ring' und das 'Weiße Roß' (heute Friedrich-Henze-Straße Nr. 61) als erste Ausspanngasthöfe im Ort. Bis zum Abriß im [ahre 1974 war im Hof noch der Pferdestall vorhanden, und man konnte an der Außenfassade die Ringe zum Anbinden der Pferde sehen. Hinter dem Hof war ein wunderschöner mit Bäumen bestandener Wirtsgarten, der bis in die sechziger [ahre bewirtschaftet

wurde. Im Erdgeschoß befanden sich die Gaststuben, im oberen Geschoß ein schöner Tanzsaal. Besonders in den zwanziger und dreißiger [ahren bis zum Kriegsende veranstaltete Gastwirt

Schumann neben Dorftanz geselligeAbende und Gartenkonzerte mit Darbietungen von Künstlern des Theaters Halle. Noch bis in die sechziger [ahre fanden Tanzabende und andere Veran-

staltungen statt, wenngleich die Besitzer einige Male wechselten.

41 Im [ahre 1864 richtete Kupferschmiedemeister Carl August Nathan auf einem alten Bauernhof eine kleine Werkstatt ein. Mit zusätzlichen Reparaturen an Ackergeräten sowie Bau von Ausrüstungen für die zunehmende handwerkliche und industrielle Produktion im Ort erweiterte sich ständig die Firma, die seit nunmehr über 130 Jahren von der gleichen Familie geführt wird. Nach dem Ersten Weltkrieg kam der Verkauf von Autos und Fahrrädern und deren Reparatur und Ersatzteilversorgung hinzu. Die Friedenslinde links im Bild stand seit dem Wiener Kongreß und mußte, wie auch das kleine

Wohnhaus des früheren Bauerngutes, der Betriebsvergrößerung im [ahre 1939 weichen. Hinter dem Gebäude am Betriebseingang sind die Tankstelle, der Gasthof'Zum goldenen

Ring' und derTurm der Kirche St. Viti zu sehen. Nach dem Krieg erfolgte mit schließlich über 120 Beschäftigten unter Leitung von Ingenieur Werner Gleißner, Schwiegersohn

von Unternehmer Carl Nathan, die Produktion von Apparaten und Behältern für Chemiewerke und Schwermaschinenbau.

42 Hier hat Kraftfahrzeugmeister Willi Blume eben ein Auto des Typs 'Opel Olympia' mit Leuna-Benzin betankt. In den dreißiger [ahren gab es immer mehr Autos, die sich selbständige Geschäftsleute und Handwerker sowie Bauern erwerben konnten. Das führte zur Errichtung weitererTankstellen zum Beispiel bei der Firma C. Nathan für Standard-Benzin oder bei dem Geschäft 0. Hey für AralBenzin. Seit demJahre 1932 reparierte der selbständige Meister Blume in seiner Werkstatt Motorräder, Autos und Lastkraftwagen, letztere speziell für die Zuckerfabrik Reußner & Co in Teutschenthal, für den Getreidegroß-

handelsbetrieb Carl Mennicke und für den Bau- und Zimmereibetrieb Friedrich Frahnert in BahnhofTeutschenthal. Ferner vertrieb er 'Zûndapp' -Motorräder sowie 'DKW' - und 'Hano-

mag' -Autos. Zusammen mit Unternehmer Carl Nathan und anderen Liebhabern des jungen Motorsports nahm er wiederholt vor dem Krieg an Zuverlässigkeitsfahrten mit Motorrä-

dern teil, die im Mansfelder Land organisiert wurden.

43 Die letzte Windmühle van Unterteutschenthal stand an der Freifeldstraße unweit von der Einmündung des Kopfweges. Sie wurde 1886 erbaut, die Höhe betrug 15 m, und eine Rute maß zwölf Meter. Im Iahre 1936 erwarb die Familie Stolze diese Mühle. In den ersten [ahren nach dem Zweiten Weltkrieg war sie noch in Betrieb, Ende der sechziger [ahre wurde sie schließlich abgerissen. Weitere Windmühlen gab es am Mühlweg, und in der Nähe des Kopfwegs befand sich Hoppe's Mühle. Ab dem [ahre 1913 begann letztere zu verfallen, so daß sie zu Beginn des Ersten Weltkrieges abgetragen wurde. Laut Chronik von A. Schröder aus dem [ahre 1929 gab es früher auch einige Wassermühlen entlang der Würde. Auf einem alten

Mühlengrundstück an der Bergstraße wurde Anfang der dreißiger [ahre eine neue Mühle gebaut, die einige [ahre später Müllermeister Gustav Wenske übernahm. Mit elektromotorischem Antrieb wurde bis Ende der sechziger [ahre gemahlen, und es erfolgte von hier die Belieferung der Bäcker und Bevölkerung in Teutschenthal und Umgebung mit Mehl und weiteren Müllereiprodukten.

44 Die Adlerapotheke an der Halleschen Straße (heute Albert-Heise-Straße Nr. 17) wurde im [ahre 1867 von Apotheker Otto Beck gegründet. Bei der Zubereitung von Tinkturen, Pillen, Zäpfchen, Salben und Mixturen waren die Vorschriften des schon damals geltenden Deutschen Arzneibuches einzuhalten. Dazu erfolgten in der Apotheke laufend labormäßige Überprüfungen der Heildrogen und der verschiedenartigen Bestandteile, bevor sie zur endgültigen Fertigstellung der Medikamente verwendet wurden. Apothekerwaagen und Fantaschalen, Mörser, Pillenbretter, Zäpfchenformen und noch mehr ge-

hörten zu den täglich benötigten Gerätschaften. Seit dem [ahre 1938 war Apotheker Albrecht Heijse vierundzwanzig [ahre lang zuständig für die Arzneimittelversorgung im Ort und für

die Nachbardörfer. Die Patienten kamen vor allem mit ihren Rezepten von den praktischen Ärzten Dr. Lothar Frey und Dr. Wilhelm Munscheid, die jahrzehntelang in Unterteutschenthal

praktizierten und Hausbesuche machten.

45 BeiJubiläumsfesten sowie Heimat- und Volksfesten während der zwanziger und dreißiger [ahre wurde das Geschehen bei Umzügen und auf den Festplätzen von den Innungen der Handwerker und den zahlreichen aktiven Vereinen in den Orten geprägt. Auf dem Bild eines Festumzuges führt der junge angehende Bäckermeister Richard Bollack auf dem Schimmel die Bäckerinnung an. Der Bäckermeister Rudolf Boltze sen. (Großvater von Herrn Eckardt Boltze, gegenwärtig Obermeister der Bäckerinnung HalleSaalkreis) ist auf dem Kutscherbock zu sehen. Beiderseits der Innungsfahne

stehen die Bäckermeister Gottlieb Hippe sen. (links) und Wilhelm Straube (rechts). Mit originellen Darstellungen beteiligten sich auch, wie bei derTausendjahrfeier im Juli 192 9,

die Innung der Fleischer, die Innungen der Schlosser, Schmiede und Klempner und die weiteren Handwerkerinnungen. Einen speziellen Charakter hatten die alljährlichen Vereinsfeste und

Veranstaltungen der Feuerwehr mit oft zahlreichen geladenen Gästen.

46 Das Bild zeigt den Festwagen der Buch- und Papierhandlung OUo Thieme in Unterteutschenthal beim Umzug zur 1000[ahr-Feier van Teutschenthal im [ahre 192 9. Er steht vor dem Wohnhaus des Bauern Ulrich an der jetzigen Albert-Heise-Straße Nr. 61 c. Auf dem Kutscherbock ist Buchbinder Wilhelm Thieme, Sohn van Buchbindemeister OUo Thieme, zu sehen. Im Festumzug waren zahlreiche Vereine mit Fahnen und phantasiereichen Darstellungen, darunter unter anderem die Kriegervereine, die Sportvereine der Turner, der Radfahrer, der Fuß- und Handballer und die Gesangvereine. Im Um-

zuge fuhren 15 geschmückte Festwagen mit, in denen sich die tausendjährige Geschichte und Entwicklung der Gemeinden Ober- und Unterteutschenthal widerspiegelte.

47 Zur 1000-Jahr-Feier erlebten die Teutschenthaler vom 6. bis 8.Juli 1929 ein großes Heimat- und Kinderfest. Die Feierlichkeiten begannen mit einem Fakkelumzug und anschließendem Feuerwerk am späten Samstagabend. Ein weiterer Höhepunkt war der Festumzug am folgenden Tag nachmittags um 13.30 Uhr. Lehrer Buchmann traf sich dazu mit seinen Schülerinnen und Schülern vor der Parkmauer am Ortseingang in Oberteutschenthal. Die Fotografie zeigt, mit wieviel Liebe und Sorgfalt die Teutschenthaler ihre erwartungsvollen Kinder zu diesem Fest kleideten und den Umzug ausschmückten. Je-

der tat sein Bestes zum Gelingen dieses Tages. Damals lebten über 2 500 Einwohner in Unterteutschenthal und etwa 1 300 Einwohner in Oberteutschenthal. Auch einige Hundert Bürger von

BahnhofTeutschenthal beteiligten sich am Jubiläumsfest, obgleich sie noch zur Gemeinde Wansleben gehörten.

48 Die Zuckerfabrik Reußner & Co wurde im [ahre 1864 erbaut und in späteren Jahren mehrfach erweitert. Während der jährlichen Zuckerrübenkampagne im Herbst und Winter fanden viele Einwohner Arbeit. Die Bauern und Großbetriebe von Teutschenthal und den umliegenden Dörfern begannen in der Ernte schon im Morgengrauen, in Kolonnen von vollbeladenen pferdewagen die Zuckerrüben hierher und auch zur Zuckerfabrik Langenbogen anzuliefern. Das Hufgetrappel der schweren Kaltblutpferde und das Geklapper der eisenbereiften Ackerwagen auf der gepflasterten Dorfstraße waren bis in die Dunkelheit zu hören. Auf

dem Rückweg wurden die Zuckerrübenschnitzel als wertvolles Viehfutter mitgenommen. Besonders an nebligen Herbsttagen verbreitete sich durch die Pferde und die dampfenden

Betrieb sehr kostenaufwendig auf Futtertrocknung umgerüstet, da die DDR und weitere RGW-Länder Zucker aus Kuba importieren mußten.

Schnitzel ein typischer Geruch, der sich in Richtung der Zuckerfabrik noch verstärkte. Je Tag sind bis 400 Tonnen Zuckerrüben verarbeitet worden. Mitte der sechziger [ahre wurde der

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