Teutschenthal in alten Ansichten Band 1

Teutschenthal in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Margarete Gerlach
Gemeente
:   Teutschenthal
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6355-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Teutschenthal in alten Ansichten Band 1'

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49 Die Pferdefuhrwerke, wie auf dem Bild, waren früher häufig auf den Straßen zu sehen. So fuhren die Gespanne der Bauern oder Fuhrunternehmer die Kohlen zu Kohlehändlern, Bäkkern und weiteren größeren Abnehmern. Je nach Schwere der Pferde und dem entsprechenden Ladevolumen gab es Pferdewagen mit zwei- bis vierzölligen Rädern. Auf die größten Wagen mit Rädern, deren Eisenbereifung vier Zoll breit war, konnte man unter Zuhilfenahme von Aufsteckbrettern bis achtzig Zentner Zuckerrüben aufladen. Während der Zuckerrübenernte waren ganze Kolonnen Gespanne von früh bis

in die Dunkelheit des Abends unterwegs. Bei den vielen Pferdegespannen auf den Gütern von Oberamtmann WentzeI galt das Ordnungsprinzip, daß für jedes Gut die dazugehörigen

Pferde eine einheitliche Farbe hatten. Je nachdem, ob es nun Füchse, Rappen, Braune oder Schimmel waren, sah man gleich, von welchem Gut die Pferde ka-

men.

50 In Eisdorf betrieb Herr Herrmann Hedel von 1929 bis 1 957 an der Alten Schwelerei (heute Hallesche Straße Nr. 4) ein Dampfpflugunternehmen. Mit einem Maschinensatz, bestehend aus zwei selbstfahrenden Dampflokomotiven, wurden für die Bauern in der näheren und weiteren Umgebung bis in den Kreis Weißenfels die meist größeren Ackerschläge gepflügt. Auf dem Bild sehen wir die zwei Dampflokomotiven mit einer Fahrgeschwindigkeit von fünf bis acht Kilometern je Stunde auf dem Weg zum Feld. Beim Pflugeinsatz hatten zwei pferdegespanne zu tun, um die Lokomotiven den ganzen

Tag über mit etwa fünfTonnen Brikett und 15 Kubikmetern Wasser zu versorgen. Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatten die Unternehmen Ködderitz und Pröschel in Teutschenthal mit

dem Dampfpflügen in der hiesigen Gegend begonnen. Die Güter von Oberamtmann WentzeI verfügten über eigene Dampfpflüge.

51 Beim Pflügen von Saatfurche oder Winterfurche im Herbst wurden die zwei Dampflokomotiven an zwei Rändern des Feldschlages so aufgestellt, daß sie sich gegenüberstanden. Mit einem Seil von 600 Metern Länge, das abwechselnd von der einen oder anderen Seilscheibe angezogen wurde und sich dementsprechend von der Seilscheibe der gegenüberstehenden Lokomotive abrollte, wurde der pflügende Kipppflug hin und her über das Feld gezogen. Der Pflug erreichte bei richtiger Einstellung 30 Zentimeter Pflugtiefe. Mit zusätzlich angebauten Untergrundlockerern erfolgte eine Lockerung des Bodens

bis 40 ZentimeterTiefe. Das war sehr wichtig für die Steigerung der Zuckerrübenerträge. Dadurch konnten die Zuckerrüben mit ihrer Pfahlwurzel unbehindert in dieTiefe des Bodens wach-

sen und somit auch in trockneren [ahren Bodennährstoffe und -wasser aufschließen. Ferner wurde die Bodenverdichtung durch Radspuren derTraktoren vermieden. An einem Tag

pflügte ein Maschinensatz mit zwei Männern zur Bedienung des Kipppfluges und je einem Mann an den zwei Dampflokomotiven etwa fünfzehn Hektar.

52 Der umfangreiche Zuckerrübenanbau auf den ertragreichen Schwarzerdeböden in unserer Gegend erforderte früher einen hohen Handarbeitsaufwand. Nach dem Aufgang der Drillsaaten mußten die Pflanzenreihen querverhackt werden. In diesen Kolonnen arbeiteten viele Frauen van Teutschenthal und den umliegenden Dörfern auf den großen Zukkerrübenschlägen der Wentzel'schen Betriebe, des Schröder'schen Gutes in Etzdorf und der bäuerlichen Landwirtschafts betriebe. Hier sind die Frauen mit der Langhacke und mit ihrem Aufseher Drehse (links) auf einem mustergültigen

Zuckerrübenschlag an der Straße von Etzdorf nach Teutschenthal zu sehen. Zum Vereinzeln der Rübenpflänzchen in den Büscheln, die nach dem Querverhacken in gleichmäßigem

Abstand stehen blieben, wurden viele Kinder herangezogen, die dafür oft klassenweise zum Rübenverziehen vom Unterricht freigestellt wurden.

53Sehr wichtig für die ansässigen Bauern war der Lohndrusch der Firma Hedel, wobei das geerntete Getreide vom Feld weg ausgedroschen werden konnte. Es mußte also nicht erst in die Scheune eingefahren werden, um es im Winter auszudreschen. Der Druschplatz befand sich am Kopfweg nahe der Gemarkung Keule. Der Antrieb der LanzDreschmaschine mit einer Stundenleistung von etwa 25 Doppelzentnern ausgedroschenen Körnern erfolgte mit einer Lokomobile, die im Unterschied zu einer Dampflokomotive nicht selbst fahren konnte, sondern mit Pferden oderTraktor zum Druschplatz gezo-

gen werden mußte. Die Getreidegarben, die in den reihenweise auf den Getreidestoppeln aufgestellten Getreidepuppen vorher austrocknen mußten, wurden mit der Gabel auf die Ge-

treideerntewagen bzw. Leiterwagen geladen und durch eine zweite Person auf dem Wagen ordnungsgemäß geschichtet. Wenn das vollbeladene pferdefuhrwerk gut an der

Dreschmaschine angekommen war, wurden die Getreidegarben einzeln der Maschine zum Drusch zugegabelt.

54 In einer Besitzbestätigung des Klosters Wimmelburg wird Eisdorf erstmalig als 'Hisdorph' erwähnt. Die sogenannte Talbodensiedlung lag an der Würde, die durch ein Sumpfgebiet floß. Einst ein Bauerndorf mit kleinen und mittleren Höfen, entwickelte es sich im vorigen Jahrhundert zu einer Arbeitergemeinde. Die entstehenden größeren Landwirtschaften, der Braunkohleabbau sowie Zuckerfabrik, Kalibergwerk und Molybdänwerk in der Nähe brachten bessere Einkommensmöglichkeiten, wodurch sich im Dorf viel veränderte. Im Bild ist ne-

ben der Zuckerfabrik auch der Gasthof'Zur Esche' zu sehen, der lange im Besitz der Familie Körner war. An der Bennstedter Straße gelegen, wurde er bis in das vorige Jahrhundert als Aus-

spannung für Postkutschen genutzt. Die Pferde konnten gefüttert und nachts untergestellt werden. Ein Vereinszimmer und eine Kegelbahn luden ein, so daß die Vereine gern zu regelmäßi-

gen Zusammenkünften und gemütlichenAbenden herkamen.

55 Die St.-Johannis-Kirche in Eisdorf stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist baulich der Kirche zum Heiligen Kreuz in Köchstedt sehr ähnlich (siehe Bild Nr. 72). Sehr wertvoll ist das Türbogenfeld über der Kirchenpforte vom 12. [ahrhundert. Das steinerne Bild mit einem von rechts sich nähernden Lamm und einem von links heranspringenden Löwen dürfte symbolisch die Hinwendung zu Jesus Christus in der Mitte als Erlöser der Welt darstellen. Interessant ist die hölzerne Kanzel in der Kirche mit Darstellungen der vier Apostel. Die Kirchenuhr aus dem vorigen Jahrhundert zeigt nach kürzlich erfolgter

Restaurierung wieder am Zifferblatt mit römischen Zahlen die Uhrzeit an. Das Schlagwerk der Uhr ist leider abhanden gekommen. Vom Turm wird zu gegebenemAnlaß nur mit einer

lichen Friedhof rings um die Kirche.

Glocke geläutet, da die zweite im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen worden ist. Das Kreuz vor der Kirche gehört zu einer Familiengrabstätte und erinnert an den früheren kirch-

56 Im Bild aus der Zeit um das [ahr 1917 sind die Schüler von Eisdorf mit LehrerTretbar an der alten Schule zu sehen, die irn Iahre 1901 an der jetzigen Bahnhofstraße Nr. 2 entstand. Es wurde schon vordem eine Schulstelle (Eckhaus, jetzt Bahnhofstraße Nr. 1 zur Eisdorfer Straße, früher Hauptstraße) irn Iahre 1882 gebaut. Seitdem war LehrerTretbar in Eisdorf. Als erste Schule erbaute man das Haus an der Bahnhofstraße auf dem Kirchengrundstück, jetzt Nr. 27. Im Iahre 1934 wurde die Gaststätte an der Hauptstraße (jetzt 'Waldbühne' ,

Eisdorfer Straße Nr. 25) zwangsversteigert. Die Gemeinde kaufte das Grundstück und baute es als weitere Schul stelle wie alle drei schon bestehenden mit einem Klassenraum aus. Mit

einfacher Innenausstattung, hölzernen Schulbänken, Holzdielen, die zur besseren Haltbarkeit regelmäßig geölt wurden, waren damit die Bedingungen für eine solide, der Zeit entspre-

chenden Schulausbildung für die Eisdorfer Kinder gegeben.

57 Das GasthofZur Linde' an der Hauptstraße (heute Eisdorfer Straße Nr.

3 ausgebautes Eigenheim) war über Eisdorfhinaus bekannt als Vereinsheim und Übernachtungsstätte für unter anderen Viehhändler und Reisende. Hier erfolgte irn Iahre 1927 die Gründung der Eisdorfer Freiwilligen Feuerwehr. Der Saal wurde vom EisdorferTurnverein ' Askania' als Trainingsstätte genutzt. Sehr beliebt waren die alljährlich durchgeführten Feuerwehrvergnügen und Maskenbälle. Auf der Empore, auch 'Musikantenchor' genannt, spielten die Musiker, wenn größere Veranstaltungen waren. Hierher kamen viele

Gäste gern zu den Vergnügen, die alle Eisdorfer Vereine im Gasthof'Zur Linde' alljährlich durchführten.

Gasthof zur Linde, Eisdorf (Mansfelder Seekreis) Bes.: Fcrd. Frltache. - (Postuguntur).

58 Das Bild zeigt die alte Handspritze der Freiwilligen Feuerwehr Eisdorf beim Festumzug zur 1050[ahr-Feier von Teutschenthal im Iahre 1979. Seit dem [ahre 1912 gehörte sie der sogenannten Pflichtfeuerwehr. Es waren fünfzehn Männer, die jedes [ahr neu zur Brandbekämpfung vom Bürgermeister verpflichtet wurden. Die Bauern hatten ebenso entsprechende Gespanndienste zu leisten. Mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Eisdorf am

2 1 . Mai 1 92 7 im Gasthof 'Zur Linde' erhielt diese die Handdruckspritze, die von zwei Pferden oder einem Traktor gezogen wurde. Ihr folgte ein Mannschaftswa-

gen mit acht Plätzen. Beim Spritzen standen abwechselnd jeweils vier Feuerwehrleute oder andere Bürger vorn und hinten am Pumpenholm und pumpten das Löschwasser durch die

ausgelegten Schläuche zum Brandherd. Bei Hochwasser hatten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr besonders die tieferliegenden Häuser zu schützen. Gleiches galt und gilt auch für

die Feuerwehr in Unterteutschenthal.

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